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Thema: Presse: Forscher entwickeln Impfung gegen Hirntumor

Presse: Forscher entwickeln Impfung gegen Hirntumor
Jugendspund
29.03.2021 23:25:35
Ist das etwas bahnbrechendes?

Warum hat das bisher niemand gepostet?


Krebs-Therapie

Impfung gegen Hirntumor: "Großer Fortschritt" - Wirkstoff könnte tausende Menschenleben retten

Eine neu entwickelte Impfung soll gegen Hirntumore helfen. Forscher sprechen von einem "großen Fortschritt", der tausende von Menschenleben verlängern oder sogar retten könnte.


Impfung gegen Hirntumor: "Großer Fortschritt" - Wirkstoff könnte tausende Menschenleben retten

Eine neu entwickelte Impfung soll gegen Hirntumore helfen. Forscher sprechen von einem "großen Fortschritt", der tausende von Menschenleben verlängern oder sogar retten könnte.


Impfung für Hirntumor-Therapie entwickelt
In fast 90 Prozent der Tests verlängerte die Impfung das Leben
Test sollen Impfung weiter verbessern

Wissenschaftler aus Mannheim und Heidelberg haben eine therapeutische Impfung für manche Hirntumor-Patienten entwickelt. Die Behandlung ziele auf eine bestimmte Mutation bei sogenannten diffusen Gliomen ab und habe sich in einer ersten Studie als sicher erwiesen, sagte ein Sprecher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg. Derzeit erkranken in Deutschland jährlich circa 8.000 an primären Hirntumoren, so die Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Ein Impfstoff könnt viele Menschenleben retten.


Therapie für Hirntumor-Patienten "großer Fortschritt": Impfung kann Leben verlängern

Die Krebsforscher um den Neurologen Michael Platten veröffentlichten die Ergebnisse der Phase-1-Studie, die die Sicherheit der Therapie prüft, in der Fachzeitschrift "Nature". Diffuse Gliome lassen sich meist nur schwer operieren und auch nur begrenzt mit Strahlen- oder Chemotherapie behandeln. Die Studie prüfte die Impfung in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung.

Dabei erzielte der Impfstoff bei 93 Prozent der 30 Patienten die erwartete Immunreaktion. 84 Prozent der vollständig Geimpften lebten noch drei Jahre nach der Impfung, bei 63 Prozent schritt das Tumorwachstum innerhalb dieses Zeitraums demnach nicht weiter voran.

Laut Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut leben aktuell rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland, bei denen in den letzten fünf Jahren eine Krebserkrankung festgestellt wurden. Damit gehört Krebs zu den meistverbreiteten Krankheiten in Deutschland. Um dem entgegenzuwirken hat die WHO unter anderem eine Liste mit krebserregenden Lebensmitteln veröffentlicht und warnt vor einem Verzehr.

Die Krebsforscherin A. Krackhardt sprach von einem großem Fortschritt: Es sei den Autoren gelungen, eine mutations-spezifische Immunantwort zu erzeugen. In einer Phase-2-Studie wollen die Forscher nun nachweisen, dass die Impfung zu besseren Ergebnissen führt als die bisherige Standardtherapie, und zudem die Wirkung der Immunantwort verbessern.

In Deutschland werden pro Jahr etwa 1200 diffuse Gliome mit der IDH1-Mutation neu diagnostiziert.


Quelle: https://www.google.ch/amp/s/amp.infranken.de/ratgeber/gesundheit/krankheiten/hirntumor-impfung-behandlung-therapie-menschen-leben-retten-verlaengern-forschung-art-5185596
Jugendspund
Eris
30.03.2021 14:19:01
Ich denke, diese Info ist nicht unbedingt "bahnbrechend". Die "End"-Auswertung ist tatsächlich "neu", aber ansonsten wurden die Ergebnisse von Professor Platten sogar schon auf einem Hirntumorinfotag 2019 vorgestellt.

https://www.hirntumorhilfe.de/projekte/informationstag/anmeldung/immuntherapie-bei-hirntumoren/

Es scheint als wenn wieder eine Sau durch das Dorf getrieben werden soll, um auf einen Forschungsstandort aufmerksam zu machen oder um Forschungsgelder zu rechtfertigen. Bestes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit ist die Meldung über das Durchfallmittel Loperamid gegen Hirntumoren aus 2020.
Eris
KaSy
30.03.2021 14:47:48
Diese Impfung ist eine therapeutische Impfung, mit der bereits bekannte und schwer zu behandelnde Glioblastome mit einer bestimmten Genmutation behandelt werden.
Für diese ist es eine berechtigte Hoffnung.

Es werden aber Zahlen in Verbindung gebracht, die nicht zueinander passen.
Im Bericht ist von 'tausenden Krebspatienten" die Rede, so viele mit genau dieser Diagnose gibt es nicht. 93 % von 30 Patienten sind 28 Patienten, die 3 Jahre länger lebten.

Entscheidend ist, dass die Forschung in der Breite fortgesetzt wird und es sich für alle, nicht nur für diese, Hirntumorpatienten lohnt, weiterzuleben!

Und das ist sehr gut für uns!
KaSy
buttkeis
30.03.2021 14:58:32
Gab es schon 2014 durch Platten.
buttkeis
Eris
30.03.2021 15:16:13
Wie kann berichtet werden, dass in fast 90 Prozent der Tests die Impfung das Leben verlängerte, wenn es keine Vergleichsgruppe in der Studie gab?
Eris
buttkeis
30.03.2021 15:58:35
Ist ne Immuntherapie idh.
buttkeis
Vinnie
30.03.2021 17:06:03
Hallo zusammen,

da ich leider auch neuerdings zu den Gliom Betroffenen zähle, bin ich im Rahmen der Recherche auch über die Studie (NOA 16) gestolpert und fand den Ansatz sehr interessant.

Vielleicht wäre es besser die Originalmeldung hier zu verlinken:

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/impfung-gegen-mutiertes-protein-erstmals-bei-hirntumor-patienten-geprueft/

Mir ist aufgefallen, dass in einigen Nachrichten Portalen doch entscheidende Zusammenhänge durch Weglassen oder Hinzufügen nicht richtig dargestellt werden bzw. halt eine Sensationsmeldung daraus gemacht werden muss.

So wie ich es verstanden habe, war das Ziel der Studie die Sicherheit der Impfung zu untersuchen und ob überhaupt eine entsprechende Reaktion des Tumors auf den Impfstoff stattfindet.
Beides sieht wohl gut aus und daher werden weitere Studien gestartet. U.a auch ob die Impfung der Standardtherapie überlegen ist.
Das die geimpften Patienten länger leben steht da übrigens nicht. Wie oben schon erwähnt gab es ja keine Kontrollgruppe. Zudem wurden ja nicht nur Glioblastome sondern auch Astrozytome Grad3 mit IDH1 Mutation (mit eh schon besserer Prognose) in die Studie mit eingeschlossen.
Daher wird sich erst zeigen, ob dieser Ansatz die Überlebensraten signifikant steigern kann.
Für alle Betroffenen hoffe ich, dass sich daraus zukünftig eine weitere Therapie Option entwickelt.

LG
Vinnie
Vinnie
rawa
30.03.2021 19:03:27
Wenn diese Impfung zugelassen wird, dann kann man von einem Durchbuch sprechen. Ein Antrag auf Zulassung einer anderen Impfung gegen Glioblastome wurde in Japan am 5. Januar 2021 eingereicht.

https://www.onclive.com/view/japanese-approval-sought-for-oncolytic-virus-teserpaturev-for-malignant-glioma

zum G47 gibt es hier mehr Info:
https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/virusbehandlungen-mit-onkolytischem-virus-g47-delta-15494.html


leider gibt es sonst kein Update
rawa
GMT
31.03.2021 19:53:11
Es macht eventuell Hoffnungen, die nicht erfüllt werden können?
Man weiß überhaupt nicht, was die Ursache für Hirntumore ist, wogegen soll "geimpft" werden? Sind die Ursachen für die unterschiedlichen Formen der Hirntumore tatsächlich die gleichen oder sind es ganz unterschiedliche?
Die Prognose ist in C 70 - C72 ( unterschiedliche Tumore) schon von vornherein unterschiedlich - da ist die "Studie" mit Angabe der durchschnittlichen längeren Überlebenszeit schon nicht genau.
GMT
KaSy
01.04.2021 00:13:41
Ich möchte wirklich niemandem die Hoffnung nehmen, aber da über diese Art der (immer noch experimentellen) Therapie bereits seit (mindestens?) 9 Jahren aus Heidelberg berichtet wird, sollten die Betroffenen jetzt durch diese Berichte nicht eine "bahnbrechende" Therapie erwarten, die einen "Durchbruch" in der Hirntumortherapie erzeugt.

„Mit Viren gegen Krebs“ war im Februar 2012 ein Thema auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin. Forscher aus Heidelberg berichteten, dass diese im Tierversuch funktionierende Therapie jetzt (also vor 9 Jahren) auch an schwerkranken Patienten in Heidelberg erprobt wird.


Am 26.10.2016 gab Prof. Platten vor dem 39. Hirntumorinformationstag, der 3 Tage danach stattfand, der DHH e.V. ein Interview mit u.a. den folgenden Worten:

„Es gibt vier wesentliche Formen der Immuntherapie, wobei das Immunsystem aktiviert wird, um den Hirntumor abzuwehren.“

Zwei von diesen vier Formen bezeichnete Prof. Platten als Impfungen:

„Zweitens: Mit einer Impfung kann man das eigene Immunsystem spezifisch aktivieren, damit es gegen den Tumor vorgehen kann. Ein solcher Impfstoff ruft eine Immunreaktion gegen bestimmte Merkmale hervor, die in Hirntumoren vorkommen. Zum einen werden dabei Eigenschaften genutzt, die in einem speziellen Tumor Typ häufiger vorkommen. Dafür entwickeln wir Impfstoffe, die bei einer Gruppe von Patienten angewendet werden können. In Heidelberg haben wir ein verändertes Protein entdeckt, das in einer bestimmten Form von Hirntumoren gehäuft vorkommt, aber nicht in gesunden Zellen. In aktuellen Studien erproben wir momentan die Wirksamkeit des Impfstoffes gegen diese Mutation, die als IDH1R132H bezeichnet wird. „

„Drittens: Mit Impfungen können wir das Immunsystem ebenfalls gegen individuelle Erkennungsmerkmale von Tumorzellen aktivieren. Man muss sie für jeden einzelnen Patienten bestimmen und einen spezifisch abgestimmten Impfstoff herstellen.“

und weiter sagte Prof. Platten:
„ ... es ist ein Ziel dieser Studien, den Patienten die Möglichkeit einer erweiterten Therapie zu geben. Ob eine solche experimentelle Therapie dann auch erfolgreicher ist, kann für den einzelnen Patienten allerdings nicht vorhergesagt werden.“


Für diese sehr langjährige Arbeit können wir Prof. Platten und seinem Forscherteam sowie allen Forschern der Welt sehr dankbar sein und ihnen wünschen, dass sie wirksame Therapien für uns finden.
KaSy
KaSy
01.04.2021 00:30:37
Im Jahr 2013 berichtete ein Arzt aus einem Forschungsteam von Ärzten aus Würzburg, Göttingen und den Niederlanden auf einem Hirntumorinformationstag in Frankfurt/Main über "Impfungen", hier mit dendritischen Zellen.

Es scheint ein sehr langwieriger Weg zu sein, aber die forschenden Mediziner geben die Hoffnung nicht auf.

Wir sollten mit ihnen hoffen und nicht aufgeben.

KaSy
KaSy
rawa
17.04.2021 12:29:30
Das ist übrigens der wissenschaftliche Bericht dazu:
https://www.nature.com/articles/s41586-021-03363-z
rawa
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