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Thema: Stereotaktische Bestrahlung

Stereotaktische Bestrahlung
AlmostHeaven
26.07.2019 15:58:27
Hallo liebe Gemeinde hier in diesem schönem und hilfreichem Forum,

aufgrund eines Progresses im Bereich eines Restmeningioms im Sinus Cavernosus werde ich nun mit dem. o.g. Strahlenverfahren bestrahlt.

Und zwar 5x die Woche für 30 Tage bei 54 Gray.

Hat jemand hier eine solche Bestrahlung vielleicht schon gehabt?

Mir wurde im Arztgespräch gesagt, dass sich Größenveränderungen (Minimierungen) bei dieser Form und Lage des Meningioms mitunter erst lange Zeit NACH den Bestrahlungen zeigen. Die Neurochirurgen visieren ein MRT auch erst ein Jahr nach abgeschlossener Strahlentherapie an.
Folglich wäre also auch mit einer Zustandsbesserung bei Beschwerden betroffener Augen nicht unmittelbar NACH der letzten Bestrahlung zu rechnen.…In einigen Fällen soll es sogar auch vorkommen, dass Tumore selbst nach den Bestrahlung nicht kleiner geworden sind….. Also das hört sich ja wirklich nicht gut an, find ich.

Hat hier jemand so eine Bestrahlung schon. durch und kann von seinen Erfahrungen berichten?

LG sendet AlmostHeaven
AlmostHeaven
KaSy
26.07.2019 17:41:06
Liebe Almostheaven,
Deine Ärzte haben alles richtig gesagt, aber evtl. nicht verständlich genug erklärt.

Ich hatte derartige Bestrahlungen.

Der Resttumor wird bestrahlt, seine Zellen werden in ihrer Teilungsphase getroffen und durch die Zerstörung der DNA an einer Teilung gehindert.
Da sie sich nicht immerzu teilen, wird 30 Tage lang bestrahlt, um möglichst alle in ihrer Teilungsphase zu treffen.
Da teilweise auch gesunde Zellen bestrahlt werden, haben diese in den Zwischenzeiten die Möglichkeit, sich selbst zu reparieren, falls sie überhaupt geschädigt wurden. (Sie teilen sich ja nahezu nie.)
Diese Art der Bestrahlung ist sehr erfolgreich gegen die Stelle, die bestrahlt wird, denn dort entsteht nahezu nie ein Rezidiv.
Außerdem ist sie für die gesunden Zellen schonend.

Aber:
Der Tumor verschwindet nicht.
Er wird ja nicht wegoperiert.
Er bleibt als toter Zellhaufen vor Ort.
Dort muss er wegtransportiert werden.
Das erledigt Dein Körper, weil dieser Zellhaufen dort stört.
Und weil er stört, also als fremdes Gewebe, als Eindringling, als Feind erkannt wird, geschieht es oft, dass das Immunsystem den Feind einkreist, ihn umschließt, damit er sich nicht in das Gehirn ausbreiten und größeren Schaden anrichten kann. Das Immunsystem schließt ihn mit einer Flüssigkeit ein - und diese nennt sich Ödem*.

Dieses Ödem um den Tumor erscheint auf MRT-Bildern wie ein größerer Tumor. Man spricht auch von "Pseudoprogression". Kein Arzt kann in den ersten Monaten nach Abschluss der Bestrahlung erkennen, was Tumor und was Ödem ist.

Und da hast Du eigentlich Glück, dass die Ärzte das schon wissen. Wenn sie Dich zum MRT schicken würden, würdest Du womöglich in Panik verfallen, weil Du denkst, der Tumor wäre gewachsen.

Das dauert aber. Erst sieht man eine Größenzunahme, dann eine sehr langsame Verkleinerung. Es kann auch noch Kontrastmittel aufgenommen werden.

(Ich hatte bereits Erfahrung mit Rezidiven und habe das mit meiner Strahlenärztin so gehandhabt.)

Dieser Verlauf ist aber ganz normal für das Verhalten eines toten Tumors, mit dem sich das Immunsystem auseinandersetzt.

Durch diese anfängliche Größenzunahme kann es auch sein, dass Verbesserungen erst deutlich später eintreten, denn noch werden ja die riskanten Stellen bedrängt. Zwar nicht mehr vom aktiven Tumor, aber vom zerstrahlten Tumor und dem Ödem.

Gerade bei Meningeomen sind die Erfahrungen mit Bestrahlungen und der dadurch verhinderten Rezidive sehr gut.
Also kannst Du darauf vertrauen, wie die Ärzte den Ablauf empfohlen haben.

Ich wurde dreimal so bestrahlt, jeweils an verschiedenen Stellen, denn dort, wo bestrahlt worden war, gab es kein Rezidiv.
Meine letzte Bestrahlung (diesmal eines Resttumors) endete im November 2017, der Tumor ist noch sichtbar, kaum kleiner geworden, nimmt immer weniger Kontrastmittel auf, sieht "aufgelockerter" aus. Aber, obwohl ich das alles weiß und es super erklären kann, bin ich beim letzten MRT-Befund in Panik geraten, als dort von einer minimalen Größenzunahme von 1 mm die Rede war. Das wollen die Ärzte Dir ersparen. Vertraue ihnen!

KaSy

PS: So lange das Ödem bei Dir keine Symptome auslöst - Hirndruckzeichen - muss gar nichts getan werden!)
KaSy
Lissie38
26.07.2019 18:32:21
Korrekt ! und das ist bei jeder Bestrahlungsart so.

Und Ziel der Bestrahlung ist ja ist dass der Tumor nicht mehr wächst und vernarbt, was sehr gut ist. Mehr braucht es nicht

PS: Ein Ödem hatte ich nach der Bestrahlung zu keiner Zeit.
Ich hatte auch zum Glück nie eine Größenzunahme des Tumors. :-)

Mein Tumor ist kleiner geworden, bei gleichbleibender Kontrastmittelaufnahme - jedoch ist die Kontrastmittelaufnahme wohl Nebensache wurde mir gesagt.

Mein erstes MRT hatte ich 6 Monate nach Bestrahlung.
Lissie38
AlmostHeaven
26.07.2019 21:14:17
… ja liebe Lissie, das - so sagte man mir in der Strahlenklinik - hat man früher auch genau so gehandhabt.
Inzwischen ist man in der Neurochirurgie aber wohl auf einen Rhytmus von einem Jahr nach der Bestrahlung umgestiegen. Zumindest in meiner Stadt. Und wenn man KaSy' s Erklärung dazu folgt, ergibt das auch Sinn.

Vielleicht haben die unterschiedlichen Intervalle zu den MRT-Terminen aber auch mit den jeweils unterschiedlichen Strahlenverfahren zu tun? Hm. Ich weiß es nicht.

Na wenn Probleme auftreten meldet man sich vermutlich schon vor diesem Jahr, um eine Abklärung vor dem anvisiertem MRT-Kontrolltermin herbeizuführen. Jedes Meningiom ist ja wahrscheinlich auch anders und reagiert anders, wie die körpereigenen Prozesse bei jedem nach so einer Bestrahlung ganz bestimmt auch unterschiedlich verlaufen.

Meine liebe KaSy, schön dich wieder hier zu lesen und das ich erneut von deinem Wissen profitieren kann. Als medizinischer Laie komme ich mit deinen Erklärungen sehr gut zurecht.

Also ja, das sagte mir der Arzt in der Strahlenklinik auch so in etwa, dass bei Patienten und bereits erfolgten Bestrahlungen sich andere Verläufe - irgendwas war dann auch noch mit den Gray - abzeichnen können und man dann im MRT einen Tumor mit Kontrastmitteln sieht.
Ich kann die Wortwahl des Arztes leider nur sinngemäß weitergeben; denn da ich noch nie bestrahlt wurde, hatte ich meinen Fokus eher darauf gerichtet, ab wann ich mit einer Zustandsbesserung meiner Beschwerden rechnen kann...

Stichwort toter Zellhaufen: Verstehe ich das richtig, dass hier der Grund liegen könnte, dass aufgrund der Flüssigkeitsansammlung die Beschwerden eben nach der Bestrahlung noch immer vorhanden sind?
Also bei mir hat sich das Restmeningiom auf den Hypophysenstil breit gemacht und drückt da rum. Das verursacht mitunter so einige Beschwerden. Wird dieses Ödem denn irgendwann mal abtransportiert? Wenn nein, dann habe ich meine Beschwerden ja lebenslänglich… das gefällt mir eigentlich gar nicht…
Deshalb frage ich mal direkt: Ab wann warst du denn beschwerdefrei (also wenn man das so nennen darf)?

Die Verläufe sind auch hier wahrscheinlich wieder sehr unterschiedlich. Bei Lissie verlief ja gleich alles top und sie verblieb ohne (anhaltende?) Beschwerden.

Und hattest du, liebe KaSy auch während der Bestrahlung Haarausfall? Die Krankenschwester hat mich vorhin verunsichert, sie sagte, die Haare fallen am ganzen Kopf aus, da ja der ganze Kopf bestrahlt wird. Nanu? Es ist doch eine zielgerichtete Bestrahlung, nahm ich eigentlich an und hab ich doch zudem auch beim stöbern hier in diesem Forum gelesen, dass den jeweils Betroffenen die Haare nur an der zu bestrahlenden Stelle (z.B. kreisrunde Stelle von ca. 4 cm) ausgefallen sind.

Schönen Abend ihr zwei :-)
AlmostHeaven
KaSy
27.07.2019 01:13:51
Liebe Almostheaven,
ich war superfröhlich in die Besprechung des MRT gegangen, weil es mir (nach21 Jahren) wieder richtig gut ging und da der Computer der Strahlentherapeutin nicht gleich das Bild zeigte, schwatzte ich lustig mit der Ärztin, bis sie etwas fand, "was da nicht hingehört".
Ich will damit sagen, dass ich keine Symptome hatte, aber es war das 6. Rezidiv und es wurde wieder WHO III vermutet.
Es wurde teiloperiert und spä-ä-ä-ter bestrahlt. Auch da hatte ich weder vor noch danach Symptome.
(Außer dass ich völlig kaputt von der ewig langen Therapie wegen der Wundheilungsstörungen war.)
Also bei mir konnten keine Beschwerden weggehen, aber sie wurden erfolgreich verhindert.

Zum Haarausfall kann ich wenig beitragen, da ich seit der ersten Bestrahlung auf dem gesamten Vorderkopf haarlos bin, was wegen perfekter Perücken keiner merkt.
Aber es sind an der zweiten und dritten Bestrahlungsstelle Haare ausgefallen und wiedergekommen.

Du wirst natürlich punktgenau bestrahlt, aber das macht man heutzutage nicht aus nur einer Richtung. Deswegen können die Haare auf dem ganzen Kopf ausfallen und sie werden wieder wachsen.
Such schon mal Mützen ...

Nee, die Bestrahlung aus möglichst vielen Richtungen verbessert die Zielgenauigkeit bei gleichzeitiger Schonung des gesunden Gewebes.

Durch die verschiedenen Richtungen wird mehr gesundes Gewebe durchstrahlt, aber mit sehr viel weniger Energie pro Gewebe. Das ist gut!

Außerdem kann der Tumor von allen Seiten bestrahlt werden und man kann die Richtungen vermeiden, wo die riskanten Stellen sind. Die sollen ja möglichst nichts abbekommen.

Der Tumor hingegen ist ja auch nicht überall gleich. Er hat einen Zellaufbau, der verschieden stark bestrahlt werden sollte. Die Physiker berechnen genau, wo wieviel von der Strahlung ankommen soll. Innen am meisten, je nach der Zellstruktur nach außen hin weniger.

Zusätzlich wird dort, wo es möglich ist, ein Sicherheitssaum mit bestrahlt. Das ist das Gebiet, in dem sich auch einzelne Tumorzellen befinden, die man aber nicht sehen kann. Aus diesen können Rezidive entstehen, was man ja unbedingt vermeiden will.

Außerdem gibt es einen Sicherheitsbereich, der dadurch entsteht, dass trotz sehr präziser Lagerung mit der am Tisch fixierten Maske doch Lagerungsabweichungen im Millimeterbereich entstehen können.

Vielleicht lässt Du Dir das bunte Bild geben, das die Physiker erstellt haben. Dort siehst Du die Bereiche, wo wieviel "Gray" ankommen. Mehr als 54 Gy sollten es auch bei Dir an der Hypophyse nicht sein, bei mir am Sehnerv war das auch so. Das ist der Maximalwert! Nach außen hin ist die Strahlungsenergie geringer.
Man nennt das deswegen auch Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT).

Das heißt auch, dass Du nicht "mit 54 Gy" sondern "bis zu 54 Gy" bestrahlt wirst. Aber das sind Feinheiten ...


Ja, das Ödem.
Das erzeugt netterweise Dein Immunsystem.
Aber so wie es nicht dauerhaft gegen Fieber oder Husten aktiv ist, ist es das auch nicht gegen den zerstrahlten Tumor.
Es gibt irgendwann auf.
Entweder, weil es merkt, dass der tote Tumor tot ist.
Oder weil es ihn sowieso nicht besiegen kann.
Der erste Fall tritt meist ein.

Das Ödem bleibt ein-drei Monate da, dann bildet es sich zurück, weil "die Immun-Aktivisten die Nase voll vom sinnlosen Kampf haben". Sie gehen " nach Hause". Der
sichtbare Tumor wird im MRT wieder kleiner.

Falls die "Kämpfer" sich zur Belagerung des toten Tumors entschließen, müssten Deine Symptome noch deutlich länger bestehen bleiben.
Ich hatte das nie.

Aber so wie mir das meine Strahlentherapeutin sagte, würde man das auch bereits während der Bestrahlung merken. Und zwar an diesen rasch entstehenden Hirndruckzeichen (starke Kopfschmerzen, Übelkeit, neurologische Ausfälle ... ).
Ich hatte gelesen, dass häufig vorsichtshalber (!) Cortison dagegen gegeben wird. Das wollte ich auf keinen Fall. Meine Ärztin hat das auch abgelehnt. Sie sagte, das machen wir nur, wenn es wirklich nötig wird.

Für Dich bedeutet das, dass in dem eventuell auftretenden Fall, dass sich das Ödem wirklich so bemerkbar macht, also, dass es dann die Möglichkeit gibt, mit Cortison dagegen anzugehen.

Cortison wirkt rasch gegen alle möglichen Entzündungen im Körper, die nicht von allein weggehen. Das bleibende oder zu große Ödem ist eine Entzündung. Dein Immunsystem will nicht aufgeben und muss dazu gezwungen werden. Das klappt mit Cortison gut.
Aber man sollte es so kurz wie möglich und nur so lange wie nötig nehmen!

(Vielleicht hast Du hier von "Weihrauch statt Cortison" gelesen. Auf Dauer hat Cortison Nachteile!)

Aber ich denke, Du kannst sicher sein, dass Deine Beschwerden nach wenigen Monaten oder früher weggehen und die Haare wiederkommen.


(Ich gebe jetzt auch auf ... )
KaSy
KaSy
KaSy
27.07.2019 07:11:21
Liebe Almostheaven,
der zeitliche Abstand bis zum ersten MRT nach Bestrahlungsende kommt mir zu lang vor!
Es macht sicher keinen Sinn, bereits direkt oder ein/zwei Monate danach ein MRT zu machen, aber nach drei Monaten wäre es schon angebracht. Mit dem Wissen für Dich, dass der Tumor eben noch wie ein Tumor aussieht.
Die Strahlentherapeuten sind (gesetzlich) verpflichtet, nach Bestrahlungen (gerade und besonders des Kopfes) den Patienten mindestens 5 Jahre auf Sofort- und Spätfolgen zu untersuchen bzw. ihn dazu zu befragen
Das nehmen unsere Leute hier sehr ernst.
Auch wenn der Erfolg gegen den Tumor einigermaßen sicher scheint, müssen sie ja auch schauen, ob sie ihr Ziel wirklich erreicht haben sowie, ob irgendwelche unerwünschten Folgen aufgetreten sind bzw. ob der Patient wieder arbeitet ...

Das können sie nicht alles dem Hausarzt überlassen.

Insbesondere wenn ein Meningeom noch vorhanden ist und außerdem nicht vollständig bestrahlt werden darf, dann sollte die Entwicklung schon beobachtet werden.

Ich hatte jeweils nach den akuten Therapien zunächst 3-Monats-Abstände in der Neurochirurgie und Strahlenklinik, die bei gutem Verlauf verlängert wurden. Aber jedesmal stand auf dem Befund, dass ich mich jederzeit vorstellen kann.

Es geht dann zwar nicht um eine große Therapie, aber es gibt ja auch sonstige Fragen auf beiden Seiten.
Die behandelnden Ärzte sind für die Nachsorge verantwortlich!!
KaSy
KaSy
Lissie38
27.07.2019 10:46:47
Bei mir wurde bestrahlt und den Rest macht alles der Hausarzt. Also Überweisung zum MRT und Augenarzt.

Für Fragen ist mein Hausarzt da. Ich denke die Strahlentherapeuten kümmern sich dann nicht mehr darum, wie auch? ich muss da ja nicht mehr hikn

Ich muss jetzt auch nur alle 1,5 Jahre zum MRT - was ich super finde. ist immer ein Riesenaufwand MRT (Dauer= und ich muss immer Urlaub machen extra dafür.

Haare sind mir überhau8pt keine ausgefallen.
Lissie38
AlmostHeaven
27.07.2019 11:45:59
Hallo liebe KaSy, besten Dank für deinen ausführlichen Bericht.

Es ist schon erstaunlich, dass es Meningiome gibt, die zunächst so gar keine Beschwerden machen und erst durch Zufall entdeckt werden. Bei mir war das ja auch so. Hatte erst geglaubt, es muss sich um eine Verwechslung handeln. Nach der OP dann im Dez. 2017 hatte ich nur mit der typ. Oculomototiusparese zu kämpfen und das Restmeningiom bereitete mir bis ca. Okt. 2018 keinerlei Beschwerden.

Und ja, haarlos bin ich vorne inzwischen auch. Durch die androgene Alopezie hat es mit Geheimratsecken angefangen… musste meine Haare nun ganz kurz schneiden lassen… naja…. und mit der Bestrahlung wird der Rest wohl nun auch noch verlustig….

Hat deine Perücke eigentlich die Krankenkasse bezahlt? So ein Haarersatz ist ja auch nicht billig. Sehen die Krankenkassen da Indikationen? Ich rette mich derzeit mit Haarbändern, die ich gut um den Kopf wickeln und so tragen kann. Wenn mir natürlich nun auch noch der verbliebene Rest ausfällt, sind Klimalite- Basecaps eine Option und wenns nicht mehr so heiß ist, natürlich wieder Mützen.

Wann sind deine Haare nach der Bestrahlung wieder gewachsen? Und befinden sich in der Kopfhaut nach der Bestrahlung noch irgendwelche Stoffe, die erst noch abgebaut werden müssen, bevor die Haare wieder wachsen?

Also das Ödem könnte, wenn ich dich jetzt richtig verstehe, spätestens nach 3 Monaten verschwinden (was du alles weißt), allerdings könnte auch der Fall auftreten, dass das Restmeningiom "belagert" wird. Ist damit ein längerer Zeitraum von 3 Monaten gemeint? Ergo: Je länger das Ödem den Tumor ummantelt, desto länger die Beschwerden….also drückt nun nicht nur das Restmeningiom, sondern auch das Ödem auf den Hypophysenstil…. richtig so?

Also ich hoffe sehr, dass während der Bestrahlung diese Hirndruckzeichen nicht auftreten, die ja für so ein Ödem sprechen würden… ..will, wie du, auch kein Cortison -aufgrund schon wegen der Nebenwirkungen- nehmen…. Bislang hatte ich erst 2 Bestrahlungen (Donnerstag angefangen) und Anfang September ist die letzte. Ab Montag muss ich 5 x die Woche hin.

Zum Abstand MRT-Termin bei mir ein Jahr: Na ich habe ja zwischendurch auch noch weitere Gespräche mit dem Strahlenarzt und ein Abschlussgespräch mit ihm. Das ist ein sehr guter und weiser Mediziner; wirklich eine Kapazität. Er hört zu und das mag ich.
Er war i.ü. auch verwundert, warum der Kontrolltermin zum MRT erst in einem Jahr sein soll, erklärte mir aber, dass die NC das jetzt nach den Bestrahlungen so machen….. (zufrieden schien er damit auch nicht)

Naja, zum Ende der Bestrahlung wird man sehen, wie es mir ergeht und je nachdem muss dann eben eher ein Kontrolltermin gemacht werden. Da werde ich dann schon meinen Mund wieder aufmachen.

Wie du dich vielleicht aus dem anderen Thread erinnern kannst (und dem Strahlenarzt hab ich das auch gesagt; auch schriftlich für die Akte), hatten die NC ja bei meinem letzten MRT-Termin im April 2019 einen "konstanten Befund ohne Größenprogress" bescheinigt und eine MRT-Kontrolle aufgrund des "gutem Ergebnis abgeschlossen". "Auf Wunsch" könne ich aber in einen "Intervall von 2 Jahren" wieder ein MRT machen lassen und dann wieder zur "Befundbesprechung" vorbeikommen.

Wie sich ja dann beim MRT im Juli 2019 herausstellte - welches ich auf mein Drängen aufgrund meiner multiplen Beschwerden intervenierte - war das Restmeningiom aber schon im April 2019 gewachsen! Das besagt eindeutig der radiologische MRT-Befund, den ich mir in der Strahlenklinik habe aushändigen lassen.… .. da stehen die mm zum Vorbefund drin.

Wie du siehst, bin ich inzwischen sehr sensibilisiert, was die Befunde und somit auch die Kontrolltermine bei den NC anbelangen…. Und eben. So wie du schreibst, geht es um Fragen auf beiden Seiten. Manchmal reichen dann eben 30min. nicht aus, wenn ich z.B. im April 2019 in der neurochirurgischen Befundbesprechung zu verstehen geben möchte, dass ich aufgrund meiner Beschwerden einen Progress vermute, aber ein Handlungsbedarf aufgrund "konstanten Befund ohne Größenprogress" und "gutem Ergebnis" abgeschlossen sein soll? . …. auch im Juni 2019, als ich wieder mit meinen Beschwerden vorstellig wurde….

Gut also, dass der MRT-Termin im Juli 2019 stattgefunden hat.

In dem Strahlenarzt habe ich diesbezüglich einen kompetenten Ansprechpartner gefunden. Darüber bin ich sehr glücklich und dankbar.

LG an KaSy von AlmostHeaven
AlmostHeaven
KaSy
27.07.2019 12:59:16
Liebe Almostheaven,
nach einer Strahlentherapie, bei der Haare auch nur vorübergehend ausfallen, kann (und wird) Dir der Strahlenarzt ein Rezept für eine Perücke ausstellen. Die Indikation "Alopezie nach oder durch Strahlentherapie" genügte bei mir dafür, dass meine Krankenkasse (KK) zahlt. Allerdings hat meine KK dafür einen Festbetrag. Dieser liegt momentan bei mehr als 400€. Ich trage Kunsthaarperücken, die sind sehr pflegeleicht, aber man muss sie alle 6-12 Monate wechseln. Wenn sie gut gemacht sind, sieht es keiner. Such Dir bereits jetzt eine Stelle, wo Du viele Perücken aufprobieren kannst, nimm jemanden mit. Frage nochmal den Strahlenarzt, ob wirklich Haare ausfallen werden. Ich bin mir aber recht sicher, dass sie wiederkommen werden. Die Zeit dazwischen ist aber für die Patienten eine zusätzliche und viel größere Belastung.

Dieses Rezept gilt aber nicht für Deinen bisherigen Haarausfall. Da solltest Du (vermutlich) einen Hautarzt fragen.

Zu den MRT-Abständen:
Es wundert mich nicht, dass der Neurochirurg Dich nicht so schnell mit einem MRT wiedersehen will. Du bist ja jetzt bei der Bestrahlung gut aufgehoben und wirst dort kontrolliert.
Was mich wundert, ist, dass Dein Strahlenarzt nicht selbst sagt, wann er das nächste MRT braucht. Er muss sehen, wie der Verlauf ist. Er wird im Abschlussgespräch einen MRT-Abstand empfehlen.

Prinzipiell genügt die Kontrolle durch einen der Fachärzte.

Bei mir sind sie aber beide im gleichen KH und so lege ich beide (früher drei mit MRT noch im KH) auf denselben Tag hintereinander.
(Tipp für Lissie38: Trotz 2x50km brauche ich für beide Termine etwa 3 Stunden. Für das MRT in 10km Entfernung brauche ich maximal 2 Stunden. Mit den Überweisungen und einer Bestätigung von den Ärzten, dass man da war, kann man für beide Tage stundenweise frei bekommen und muss keinen Urlaubstag nehmen. Es sei denn, Du schämst Dich dafür, dass Du ein Meningeom hast und sagst es Deinem Arbeitgeber nicht. Zwischen meinem Chef und mir gab es stets Vertrauen, ansonsten hätte ich die Arbeitsstelle gewechselt. )
Aber ich weiß nach dem ersten Termin schon, wie es aussieht. Und doch gibt es mitunter aus der verschiedenen Sicht der Fachärzte unterschiedliche Erklärungen, die für mich hilfreich sind. Und ich kann den zweiten das fragen, was ich beim ersten nicht gefragt habe.
KaSy
KaSy
Lissie38
27.07.2019 13:57:20
Kasy bei uns muss man trotz Termin beim MRT immer länger warten. Und wenn ich 3 Std benötige muss ich einen Tag Urlaub machen da ich auf Arbeit 60km einfach fahren muss.

Aber wie gesagt mein Arzt sagte alle 1,5 Jahre MRT genügt und darüber bin ich sehr froh.
Das Kontrastmittel ist ja auch nicht gesund. Mir wäre es lieber alle 2 Jahre zum MRT aber mein Arzt meinte es ist zu lange Zeit.
Lissie38
AlmostHeaven
27.07.2019 14:02:57
… also ein Festbetrag über "mehr als 400€" klingt doch erfreulich. Oder hast du dich hier verschrieben?

Liebe KaSy, wo hast du dir denn deine Kunsthaarperücken anfertigen lassen? Wer macht so etwas? Für mich ist das alles Neuland.
Wie lange dauert denn so eine Anfertigung? Und wieso muss man die Perücken alle 6-12 Monate wechseln? Das ist ja schade um die Arbeit, die da wahrscheinlich auch drin steckt (Anfertigung) und man selber muss sich immer wieder an eine neue Perücke gewöhnen. Hm.
Und wenn die Haare doch aber wieder nachwachsen, dann braucht man einen Wechsel alle 6-12 Monate doch gar nicht, oder verstehe ich da was falsch?

Zu den MRT-Abständen:

Ich werde das in der Strahlenklinik noch einmal abklären. Ich habe das bislang so verstanden, dass die MRT-Bilder in einem Jahr den NC zuarbeiten sollen. Und da ergibt das eine Jahr ja dann auch durchaus Sinn.

Für eine reine Kontrolle seitens der Strahlenklinik - also wie die Bestrahlung angeschlagen hat usw. - sehe ich das genau so wie du, dass hier die Strahlenklinik intern den Verlauf überprüft bzw. auch überprüfen muss.

Wie bei dir ist bei mir alles in einem großen und gleichem Spital. Untereinander können sowohl die NC und auch die Strahlenärzte auf alle meine medizinischen Daten/Befunde/Berichte seit der OP zurückgreifen.

Aber ich frage in der Strahlenklinik bzgl. den Kontrollterminen noch einmal gezielt nach.
AlmostHeaven
donaunixe
14.08.2019 09:02:39Neu
Blöde Frage stellen muss.

Ist man während der Bestrahlung stationär oder muss man täglich anreisen??
Ich habe nächste Woche einen Kontrolltermin wegen Resttumor in der Neuroonkologie und weiß nicht so recht was da auf mich zukommt. Vermute aber mal das sie mich nicht nur zum Kaffee einladen. Also muss ich langsam anfangen darüber nachzudenken was mir dort gesagt werden könnte. Angst habe ich nicht (noch nicht) hier wurde mir immer so gut geholfen. Vielleicht klärt ihr mich mal auf wie so eine Bestrahlung ablaufen könnte. Noch hoffe ich ja das beste (nur Kaffchen trinken mit dem Doc), ich kann mit der Krankheit am besten umgehen wenn ich einfach den Clown raushängen lasse, bitte versteht mich nicht falsch deswegen.
donaunixe
paolo
14.08.2019 10:58:19Neu
@donaunixe

Das kommt ganz darauf an.
Die Bestrahlungsart, Lokalisation des Tumors und die dadurch evtl. zu erwartenden Begleiterscheinungen, der Allgemeinzustand des Patienten, und ggf. auch Wohnort und Entfernung zum Strahlenarzt und die damit verbundene Erreichbarkeit bzw. Belastung bei größeren Distanzen und langen Anfahrtswegen, spielen bei der Entscheidung, ob ein stationärer Aufenthalt sinnvoll oder notwendig ist, eine Rolle.
Das heißt aber nicht, dass man definitiv stationär aufgenommen wird, nur weil man 50-100km oder noch weiter vom Arzt entfernt wohnt.
Manche nehmen sich bei großen Distanzen zwischen Wohnort und Arzt dann für diese Zeit auch einfach eine kleine Miet- oder Ferienwohnung in der Nähe der durchführenden Einrichtung. Evtl. beteiligt sich auch die Krankenkasse in solch einem Fall an den Mietkosten. Das muss man aber vorher abklären.

Bei mir war es so, dass ich bei einer sechswöchigen fraktionierten
intensitätsmodulierten Bestrahlung, in der ersten Woche stationär aufgenommen werden sollte, um besser kontrollieren zu können, wie ich auf die Therapie reagieren würde.
Letzlich sind es dann aus verschiedenen Gründen zwei Wochen stationärer Aufenthalt geworden. Die vier restlichen Wochen wurden dann ambulant durchgeführt, so dass ich jeden Tag nur kurz für die Bestrahlungstermine in die Klinik gefahren bin.
In der Regel bekommt man auch einen Transportschein ausgestellt, so dass die Kosten für das tägliche Taxi bzw. den Krankentransport übernommen werden.
paolo
donaunixe
14.08.2019 14:38:16Neu
Danke Paolo, hoffe bei dir ist alles gut soweit jetzt? Ich wünsche es dir.
LG Doris
donaunixe
paolo
14.08.2019 17:10:56Neu
Ja, momentan ist alles bestens. Danke der Nachfrage. Das ganze ist bei mir jetzt auch schon ca. vier Jahre her, und ich war danach auch relativ schnell wieder fit.
paolo
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