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Thema: 13j mädchen GBM

13j mädchen GBM
Fuat
06.02.2001 17:26:10
Meine 13j tochter hat glioblastom OP u.bestrahlung hinter sich zur zeit 3block chemo
bis jetzt alles OK.durch das cortusom 30kl übergewicht.
Wer kann mir über NANU technik in Berliner charite etwas sagen.DANKE
















duch das cortusom 30kl über gewicht.
Fuat
Andrea[a]
07.02.2001 12:52:56
Lieber Fuat,

Forschung aktuell
aus Naturwissenschaft und Technik

Manuskript vom: 18.10.2000 . 16:35
Nano-Therapie gegen Tumore
Zukunftstechnologie eroeffnet auch der Medizin neue Perspektiven

Medizin. - Die Nanotechnologie entlockt auch Medizinern schnell Visionen:
Schon spekulieren Experten etwa ueber miniaturisierte Roboter, die eines
Tages als mobile Operateure direkt durch die Adern zu ihren Einsatzorten
gelangen koennten. Deutlich naeher liegt allerdings eine andere Anwendung
der kleinen Teilchen: Magnetische Zwergpartikel koennten mit Elektrofeldern
in Tumoren angeregt werden und so den Krebs lokal besiegen.
Bereits seit zehn Jahren untersuchen Forscher der Berliner Charité das
Verfahren der Magnetfluessigkeits-Hyperthermie: Die gezielte Ueberwaermung
von wucherndem Gewebe setzt die Empfindlichkeit der Krebszellen gegenueber
Chemotherapeutika drastisch herauf und verbessert so die Behandlungschancen.
Bislang verwendete man dabei vor allem elektrische Felder, um den Krebsherd
aufzuheizen. Im Gehirn ist dieser Weg aber versperrt, denn der knoecherne
Schaedel wirkt wie eine Abschirmung.
Daher setzt Andreas Jordan, Leiter der Arbeitsgruppe Biomedizinische
Nanotechnologie an der Charité, auf Magnetfelder, die selbst jedoch keine
Wirkung auf Tumore entfalten. Jordan will deshalb eine magnetische
Fluessigkeit in die Krebsherde spritzen, die die Energie des Feldes aufnimmt
und in Waerme umsetzt. Den Durchbruch dazu lieferte aber erst die junge
Nanotechnik: "Nanopartikel erzeugen mehr Waerme als groeßere Teilchen, mit
denen schon vor fast 40 Jahren in den USA experimentiert wurde", berichtet
der Mediziner. UEberdies seien fuer groeßere Magnetteilchen auch staerkere
Magnetfelder noetig, die aber schon selbst zu einer unerwuenschten
Erwaermung des Koerpers fuehrten. Die modernen Minipartikel dagegen
ermoeglichten eine exakte Steuerung des Magnetfeldes und eine genau dosierte
Anregung nur der Partikel.
Der Kern der winzigen Magnetmurmeln - 10.000 mal feiner als ein
Menschenhaar - besteht aus Eisenoxid. Um nur die Krebszellen zu erhitzen,
gesundes Gewebe aber zu verschonen, experimentierten die Berliner Forscher
die Kugeln mit einer Vielzahl verschiedener Oberflaechen. "In Versuchen mit
Krebszellkulturen zeigte sich, dass bestimmte entartete Zellen bestimmte
Strukturen viel staerker aufnehmen als gesunde Zellen und so gezielt
angesteuert werden koennen", so Jordan. Tierversuche mit Maeusen seien
bereits erfolgreich verlaufen. Moeglicherweise koenne schon im naechsten
Jahr eine klinische Studie in Angriff genommen werden, doch es seien noch
sehr viele Detailprobleme zu loesen.
[Quellen: Volkart Wildermuth, Andreas Jordan]

Listenbeitrag 19.09.2000:
(abgetippt aus Gero´s Internationaler Medizin-Report Mai 2000)

Berlin/D. Auf dem Campus Virchow-Klinikum laufen die letzten
Vorbereitungen auf Hochtouren, um den ersten Krebspatienten mit Hilfe
einer neuen Anwendung der Nanotechnologie zu behandeln. Das derzeit
weltweit einzigartige MFH-Therapiegerät wird dazu an der Strahlenklinik
und Poliklinik der Charité (Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Dr. Roland Felix)
aufgebaut. Winzigste Eisenteilchen, 1.000 mal kleiner als rote
Blutkörperchen, sollen tödliche Gehirntumore mit Hilfe eines
Magnetfeldes wegschmelzen. Nach zehnjähriger Forschung haben jetzt die
Wissenschaftler um den Leiter der Arbeitsgruppe "Biomedizinische
Nanotechnologie", Dr. rer. nat. Andreas Jordan, die physikalischen
Voraussetzungen geschaffen, um zunächst einmal schwerkranken
Glioblastompatienten neue Hoffnung zu geben. Im Frühjahr nächsten Jahres
soll es so weit sein.

Die Idee, die hinter der neuen Krebstherapie steckt, ist bestechend
einfach: Million winziger Eisenpartikelchen werden in Flüssigkeit gelöst
und mitten in den Tumor gespritzt. Danach schalten die Ärzte einen
starken Elektromagneten an, dessen Wechselfelder die Eisenteilchen zum
Schwingen bringen. Die gefährlichen Krebszellen werden dadurch erhitzt
und gehen zu Grunde.

Eigentlich hat Dr. Jordan ein Zufall vor rund 10 Jahren auf die Spur der
geeigneten Eisenteilchen gebracht. "An einem denkwürdigen Tag im
Spätsommer des Jahres 1990 kam zufällig eine Suspension aus Nanoteilchen
in unsere Testserie. Im Gegensatz zur Minimalerwärmung aller
vorangegangenen Proben explodierte das Versuchsglas bei geringer
Eisenoxidkonzentration binnen weniger Sekunden und die Flüssigkeit
spritzte quer durch den Raum", berichtet der Biologe, der sich mit
seiner Forschungsarbeit gegenwärtig habilitiert. Nach genauer Analyse
der ermittelten Daten ergaben dann Modellrechnungen die physikalische
Grundlage für die Entwicklung einer Krebstherapie. Versuche mit
menschlichen Krebszellen folgten. 1997 legte dann die Berliner
Forschergruppe die ersten wissenschaftlichen Publikationen zur
Behandlung von Karzinomzellen mit Nanopartikeln vor und untermauerte sie
mit elektronenmikroskopischen Daten. Die Ergebnisse belegten, dass
Krebszellkulturen mit geeigneten Nanopartikeln und entsprechenden
Wechselfeldern gleichmäßig aufgeheizt werden können.

Danach sollte die Krebstherapie am lebenden Organismus untersucht
werden. Voraussetzung war die Konstruktion eines
Magnetwechselfeldapplikators für kleine Versuchstiere. Im Tierexperiment
zeigte diese Krebstherapie bislang ungeahnte Erfolge. So haben die
Berliner Forscher Versuchsmäuse mit Brusttumoren gemäß ihrer Methode
behandelt. Eine einzige halbstündige Anwendung reichte aus, um die
Tumore zu schmelzen. Auch sechs Monate nach der Therapie waren noch fast
die Hälfte der Tiere krebsfrei. Folgeversuche, bei denen Versuchsmäuse
dann menschliche Glioblastome implantiert bekamen, haben gezeigt, dass
diese gefährlichen Gehirntumore ganz besonders empfindlich auf die
Behandlung ansprechen. Zusätzlich hat Dr. Jordan Verbesserungen an dem
Magnetwechselfeldapplikator durchgeführt, so dass sein Team die
Therapieerfolge steigern konnte. Anschließend lag die Heilungsrate der
krebskranken Tiere dann schon bei rund 90 %.

So ermutigend die Tierversuche auch waren, suchte der Biologe nach
zusätzlichen Möglichkeiten, um Wirkung und Wirkspektrum der Therapie
noch weiter zu erhöhen. Zu Beginn des Jahres 1997 brachte Dr. Jordan
eine Zusammenarbeit mit dem Institut für neue Materialien (INM) in
Saarbrücken auf den Weg, mit der eine neue, verbesserte
Nanoteilchengeneration in die Krebstherapie eingeführt werden konnte.
Aber das war nur der Anfang. Mittlerweile sind die Forscher so weit, dass
sie die äußere "Beschichtung" der Nanoteilchen sogar variieren können.
Parallel dazu haben Wissenschaftler im Rahmen des
Sonderforschungsprojektes "Hyperthermie: Methodik und Klinik" besondere
Verfahren entwickelt, um im Labor unterschiedliche menschliche
Krebszellen aus den kleinsten Tumorgeweben zu züchten. "Mit Hilfe dieser
Kulturen ist es inzwischen gelungen, Oberflächenstrukturen solcher
Nanoteilchen zu generieren, die nur von bestimmten Krebszellen
aufgenommen werden", erläutert Dr. Jordan. "Je nach Tumorart kommt es
über einen Zeitraum von drei bis sechs Tagen zur massiven Aufnahme der
Teilchen." Das reicht, um die Krebszellen selektiv zu zerstören. Das
umliegende gesunde Gewebe wird geschont.

Einen Blick in die Zukunft hat Dr. Jordan auch gewagt: Bislang muss die
Flüssigkeit mit den Nanoteilchen noch mitten in den Tumor injiziert
werden, um dann lokal zu wirken. Langfristiges Ziel des Biologen ist es,
durch weitere Modifikationen der Oberflächenstrukturen solche
hochspezifischen Nanoteilchen zu entwickeln, die im Körper "ihren" Tumor
"von alleine" finden. Diese nächste Generation von Nanoteilchen könnte
als Infusion verabreicht werden und würde sich über das Venen- oder
Arteriensystem des Körpers verteilen, um den Tumor und sogar eventuell
vorhandene Metastasen im Körper aufzuspüren. Selbst Tumorpatienten mit
fortgeschrittenen und bereits mehrfach metastasierenden
Krebsgeschwülsten hätten dann die aussichtsreiche Perspektive, geheilt
zu werden - ohne große Operation, und ohne die Belastungen der üblichen
Chemotherapien und radioaktiven Bestrahlungen ertragen zu müssen.

Wichtige Anschriften:
Dr. rer. nat. Andreas Jordan, Leiter der AG "Biomedizinische
Nanotechnologie und Strahlenbiologie"
Humboldt-Universität zu Berlin, Medizinische Fakultät, Charité-Klinik
für Strahlenheilkunde, Campus Virchow-Klinikum, Augustenburger Platz 1,
D-13353 Berlin
Am besten erreichen Sie Dr. Jordan mit einer E-Mail an folgende Adresse:
andreas.jordan@charite.de
Sie können ihm auch ein Fax senden, dessen Bearbeitung unserer Erfahrung
nach aber wesentlich länger dauert.
Fax (Dr. Jordan): (030)450 789 88

Nanopartikel - Eisenstaub, wertvoller als Gold

Die einzelnen Partikel bestehen aus einem nur wenige Nanometer (1
Nanometer = 1 Millionstel Millimeter) durchmessenden Eisenkern, der von
einer Hülle aus speziellen Zuckerpolymeren oder Silikonen umgeben ist.
Diese dann insgesamt bis zu 70 nm großen Teilchen sind rund 1.000-mal
kleiner als rote Blutkörperchen und reagieren auf elektromagnetische
Wechselfelder, die von außen kontaktlos auf sie einwirken, mit einer
Erwärmung. Werden sie in das Zentrum eines Tumors injiziert, verteilen
sie sich im entarteten Gewebe und erhitzen es auf eine kontrollierte
Temperatur von 45 - 47 Grad Celsius, sobald sie durch einen
Elektromagneten aktiviert werden. Dabei ist es egal, in welcher Tiefe
die Krebsgeschwulst liegt. Gesundes Gewebe wird im Gegensatz zu der
bisherigen Chemotherapie oder radioaktiven Bestrahlung kaum durch dieses
Verfahren beeinträchtigt. Nach rund 30 Minuten ist die Behandlung (im
Tierversuch) beendet und die winzigen Eisenpartikel werden vom
Organismus in der Folgezeit abgebaut und ausgeschieden..


Hier ein Brief dazu aus der Mailingliste vom 5.1.2001

Liebe Listler,

habe gestern einen Anruf aus Berlin bekommen. Die Nanotechnologie kann
frühestens Mitte des Jahres am Menschen eingesetzt werden. Das Gerät zur
Erzeugung des Magnetfeldes ist noch nicht fertig und die Zustimmung der
Ethikkommission fehlt noch.

Gruesse
Kersten

Hoffe dies hilft Dir weiter
Alles Liebe Andrea
Andrea[a]
Sebastian[a]
07.02.2001 16:38:18
Anfrage vom 15.03.2000 zum Thema:

Hyperthermie mit Nanopartikeln
Dr. Adreas Jordan zum derzeitige Stand der Entwicklung

Die MFH wurde in einer über 10-jährigen Grundlagenforschung von den physikalischen Grundlagen über umfangreiche biologische Untersuchungen (Zellen, Gewebe, Versuchstiere) zum heutigen Stand der "klinischen Reife" gebracht. Das heißt nicht(!), dass diese neue Therapie bereits angewendet wird oder konventionellen Konzepten etwa überlegen ist oder womöglich von vornherein anstelle konventioneller Vorgehensweise zu favorisieren ist.

Vielmehr haben solche "experimentellen" Therapien mindestens einen entscheidenden Nachteil, der darin besteht, dass auch die entsprechenden Fachärzte so gut wie nichts über diese neue Methode wissen, zumindest was den Einsatz beim Menschen betrifft. Insofern sind derzeit auch noch keine konkreten Aussagen möglich, ob eine Wirksamkeit des Verfahrens überhaupt auftreten wird und ob die vorgesehenen methodische Vorgehensweise praktikabel ist (analog dem Tierversuch) und vor allem, welche Nebenwirkungen bzw. Risiken dabei zu erwarten sind.

Zum Zeitplan: Ich erwarte die Fertigstellung des Magnetwechselfeld- Therapiegerätes (das erste dieser Art weltweit ,- Entwicklung & Vertrieb durch die "MFH Hyperthermiesysteme GmbH Berlin" im Herbst diesen Jahres. Bis dahin hoffen wir, das Studienprotokoll fertiggestellt zu haben, das neben der genauen Vorgehensweise auch die Eingangskriterien enthalten wird, d.h. welche Patienten mit welcher Hirntumorerkrankung für diese Therapie in Frage kommen und welche von vornherein (z.B. aufgrund der Lage des Tumors, Vorhandensein geeigneter Zugangswege) aus der Studie ausgeschlossen werden müssen.

Im Augenblick wird ein prätherapeutischer Ansatz favorisiert, d.h. die direkte Infiltration der Nanoteilchen in den Tumor durch die tumoreigene Gefäßversorgung. Dreidimensional operierende navigationsgestützte Verfahren wurden hierfür bereits entwickelt. Das würde aber bedeuten, dass nur Patienten in Frage kommen würden, die noch nicht operiert oder vorbestrahlt sind.

Alternativen zu diesem Konzept gibt es durchaus (z.B. Infiltration während der Operation, intraoperativ in Kombination mit Strahlentherapie). Welche Strategie jedoch am Ende beschlossen wird, ist z.Zt. noch nicht klar.

Zum Ende des Jahres (!) rechne ich damit, dass die ersten Patienten behandelt werden können. Vorher wird dies keinesfalls möglich sein. Im Augenblick können noch gar keine Behandlungen am Menschen stattfinden, weil das Gerät noch nicht fertig ist. Da das Gerät das erste dieser Art sein wird, ist es durchaus möglich, dass auch technische Probleme mit dem Prototypen den Beginn der klinischen Studien verzögern können. Dies ist auch der Grund, weshalb ich Ihnen derzeit keinen präzisen Beginn der Studien angeben kann.

Einen Verweis auf eine andere seriöse Einrichtung, die evtl. die MFH schon anbietet, kann ich Ihnen derzeit auch nicht vermitteln, da das Verfahren hier in meiner Arbeitsgruppe an der Charité entwickelt wurde und nach meiner Kenntnis (aus internationalen Konferenzen) bisher an keiner anderen Einrichtung diesen Entwicklungsstand erreicht hat.

Da wir sehr wohl wissen, wie dringlich besonders beim Glioblastom jeglicher Handlungsbedarf ist, fällt es mir sehr schwer, Ihnen zur Zeit nichts besseres mitteilen zu können. Ich versichere Ihnen aber, dass alle Beteiligten sehr hart arbeiten, um das Verfahren so rasch wie nur irgend möglich einsatzfähig zu machen, - nur zaubern können wir auch nicht!

Im Oktober d.J. hoffe ich, Ihnen dann mehr konkretes sagen zu können. Es gibt keine Wartelisten! Selbstverständlich wird nach Vorliegen des Studienprotokolls dann jeder Fall einzeln und sorgfältig geprüft. Sollte ein früherer Handlungsbedarf aus ärztlicher Sicht bestehen, würde ich Sie bitten, den Empfehlungen des behandelnden Facharztes zu folgen im Hinblick auf eine konventionelle, erprobte und sichere Vorgehensweise.

In den nächsten 2-3 Jahren soll das Verfahren auch auf weitere Krebserkrankungen ausgedehnt werden. Zunächst jedoch ist nur die Behandlung von Hirntumoren vorgesehen, die chirurgischer bzw. konventioneller Methodik nicht zugänglich sind und für die die konventionelle Methodik nicht erfolgversprechend ist.

Dr. ANDREAS JORDAN
[Biomed. Nanotechnology, Radiat. Biology, Exp. Oncology]
UNIVERSITY CLINIC CHARITE
[Universitaetsklinikum Charite]
CAMPUS VIRCHOW KLINIKUM
Dpt. of Radiation Oncology WE 07 / SFB 273
Augustenburger Platz 1
13353 BERLIN, GERMANY


Fon: +49 30 450 57073
Fax: +49 30 450 78979
Email: andreas.jordan@charite.de
Sebastian[a]
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