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Thema: 3 Tesla vs. 1,5 Tesla MRT-Untersuchung

3 Tesla vs. 1,5 Tesla MRT-Untersuchung
alex_berlin
25.06.2021 11:12:15
3Tesla MRT vs. 1,5T Untersuchung bei der Wait 'n Scan Strategie

Hallo,

seit 2013 lebe ich mit der Diagnose eines kleinen Akustikusneurionms im rechten Kleinhirnbrückenwinkel. Bildgebung zeigt eine ca. 7x4,5mm messende Kontrastmittel aufnehmende Raumforderung, solide oval im Meatus acusticus internus rechtsseitig.
Nach zunächst jährlicher Kontroll-MRTs mit einem 1,5T Gerätes wird der Tumor seit 2017 alle zwei Jahre auf eine Größenzunahme im MRT überwacht.
Mitlerweile sind jedoch 3 Tesla MRT-Geräte weitverbreitet. Jetzt frage ich mich und Euch, ob die höhere Auflösung eines 3T-MRT Vorteile bei der Überwachung des Tumors hat. Wer hat Erfahrungen und ist bereit sie hier mit mir zu teilen.
Ich bin etwas zwiegespalten, weil mir ursprünglich geraten wurde die Kontrollen möglichst mit ein und dem selben Gerät durchführen zu lassen, um für eine gute Vergleichbarkeit der Aufnahmen zu sorgen.
Zum Glück ist der Tumor bisher stabil und relativ klein.

Freundliche Grüße aus Berlin
alex_berlin
Mirli
25.06.2021 12:49:53
Hallo alex_berlin,

mein Tumor-Rest hat ähnliche Größe und Lage im Felsenbein. Die 1,5 Tesla-Technik ist für die Verlaufskontrolle völlig ausreichend, sogar konnte man bei mir - wegen Allergie ohne Kontrastmittel - ein Wachstum mit Sicherheit ausschließen. Es hat keine Vorteile für deinen Fall mit der Möglichkeit der uneingeschränkten Kontrastmittelgabe.
Da ich jetzt doch wieder KM bekomme, auf welches ich (bisher) nicht allergisch reagierte, gehe ich aus u.g. Gründen weiter dorthin und wechsele nicht zu einer Praxis mit einem 3-Tesla-Gerät, welches ohne KM kontrastreichere Bilder würde liefern können.
Absolut richtig ist der Rat MRT-hopping zu vermeiden und möglichst die selbe Radiologiepraxis aufzusuchen, damit die Bilder vom selben Gerät stammen. Das ist zur unmittelbaren Vergleichbarkeit einfach besser.
Du kannst sehr froh sein, dass dein AKN die "Füße" stillhält. Mach weiter so!

Gruß Mirli
Mirli
KaSy
25.06.2021 14:32:07
Hallo, alex_berlin,
Die Auflösung ist bei den 3-Tesla-Geräten im Vergleich zu den 1,5- Tesla- Geräten doppelt so hoch. Die Größe Deines Tumors würde also statt bei Dir 7 mm x 4,5 mm dann z.B. 7,02 x 4,49 mm lauten. Für die Verlaufskontrolle ist diese Zehntel- bis Hundertstel- Millimeterangabe jedoch kaum bedeutend. Eine Änderung der Angaben (z.B. 7,04 mm x 4,51 mm) durch eine etwas andere Lage des Kopfes im MRT könnte auch verunsichern.
Übrigens erfolgten die ersten MRT-Untersuchungen mit 0,5-Tesla- Geräten.

Ein Nachteil der MRT-Geräte mit 3 Tesla oder noch höheren Magnetfeldstärken besteht darin, dass Metalle im Kopf (Granatsplitter, MRT-geeignete Implantate von Hirntumor-OPs) so genannte Artefakte (Bildstörungen) um diese Metalle herum auslösen. Dadurch wäre ein Tumor in diesem Bereich weniger gut erkennbar.
Hat man Amalgamfüllungen in den Zähnen, reagieren diese auf die Magnetisierung so, dass Quecksilber in den Speichel gerät, was bei 1,5 Tesla nicht geschieht.

Ein Radiologie-Experte wurde auf einem Hirntumor-Informationstag wegen des Sinns der 3-Tesla-Geräte gefragt. Er meinte, dass diese hohe Auflösung durch die dünnschichtigen Aufnahmen auch bedeutet, dass viel mehr (vermutlich doppelt so viele) Bilder entstehen, die ausgewertet werden müssen. Der Effekt für die Diagnostik und die Verlaufskontrolle von Hirntumoren ist demgegenüber gering.

Von Bedeutung sind diese Geräte für die Forschung .

Alles Gute!
KaSy
KaSy
Dana
25.06.2021 14:44:36
Hallo,
bei mir brachte eine 3Tesla- Untersuchung ( leider oder zum Glück) Dinge (Tumore an anderer Stelle) ans Licht, welche man vorher (trotz Kontrastmittelgabe) nicht erahnen konnte.
Die Unterschiede bzgl. der Qualität der Aufnahmen sind unglaublich.
Also ich würde auf jeden Fall diese Untersuchung wieder machen lassen, trotz des jetzt nicht so günstigen Ergebnisses.
Liebe Ka Sy, danke für die Darstellung der Nachteile, das wusste ich bisher nicht. Habe ja auch eine dünne Titanplatte in mir.
LG
Dana
Prof. Mursch
25.06.2021 22:28:40
Bei der Fragestellung Vestibularisschwannom halte ich die 1,5 MHz für völlig ausreichend.


Prof. Dr. med. Kay Mursch
Neurochirurg
Zentralklinik Bad Berka
Prof. Mursch
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