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Thema: Anaplastisches Astrozytom (inoperabel) / Wesensveränderung

Anaplastisches Astrozytom (inoperabel) / Wesensveränderung
MamasTochter
09.09.2020 23:21:05
Hallo zusammen,

meine Mutter (51j) hat ein Anaplastisches Astrozytom. (Entdeckt durch einen Zufall vor 2 Monaten).
Sie hat zwei Tumore im Kopf. Diese sind laut drei Ärzten inoperabel.

Die Ärzte möchten eine Strahlentherapie (zweimal täglich) kombiniert mit einer Chemo durchführen.

Seit der Biopsie ist sie nicht mehr unsere „normale“ Mama.
Sie hat Probleme dabei sich gescheit auszudrücken, häufige Sprachprobleme, ist unaufmerksam und kann nicht klar denken. Ihre SMS Nachrichten kann man leider nicht mehr verstehen. Sprachlich kann man sie besser verstehen.
Zudem ist sie leider von der Persönlichkeit auch ganz anders... sie fehlt mir so sehr. Sie ist sehr passiv geworden und Antriebslos. Sie ist wie ausgewechselt...
Wir erkennen unsere Mama nicht mehr wieder.
Es tut so weh. Es fühlt sich etwas fremd an.

Kann jemand bitte von den Erfahrungen berichten.
Wird meine Mutter irgendwann die Alte? Kann die Therapie so wirksam sein, dass meine Mutter wieder ihre alte Persönlichkeit bekommt? Wie lange kann es dauern?

Ich weiss, viele Fragen, die man vielleicht nicht so einfach beantworten kann.

Ich freue mich eure Antworten.


Viele Grüße von einer leicht verzweifelten Tochter
MamasTochter
lockenlesen
10.09.2020 07:24:07
@Mamas Tochter,

ich kenne das auch von meiner Frau. Auch meine Frau konnten nach der Biopsie nicht mehr sprechen, ebenso war die linke Hand gelähmt.

Der Zustand ist möglicherweise reversibel, wenn der Grund ein Ödem ist, welches durch die Biopsie verursacht oder verstärkt wurde.
Üblicherweise wird das mit Kortison behandelt und sollte sich wieder bessern.

Es können aber auch Gehirnstrukturen durch die Biopsie dauerhaft geschädigt sein.

Die Frage ist leider auf Grund der Komplexität nicht wirklich beantwortbar.

Alles Gute

LG
lockenlesen
MamasTochter
11.09.2020 00:13:38
Hallo @lockenlesen

Danke für deine Antwort.
Sind die Symptome denn mit der Zeit besser geworden?

Wünsche ebenfalls alles Gute.

LG
MamasTochter
Aziraphale
11.09.2020 13:30:00
Ob die Symptome besser werden oder auch ganz verschwinden hängt davon ab, woher sie kommen. Ob von der OP/Biopsie oder von einem evtl. vorhandenen Ödem. Sie könnten sich sogar erstmal noch verschlimmern aufgrund der anstehenden Bestrahlung, die ja auch ein Ödem verursacht. Ich würde hier mal ein Gespräch mit dem Neurochirurgen oder Neurologen suchen, die können da auch mehr dazu sagen. Für uns ist das wie Kaffeesatzlesen.

Aber eines kann man glaub ich auf jeden Fall sagen: Deine Mutter wird nie mehr so sein, wie sie war, auch wenn alle Funktionen wieder zurück kommen. Alleine schon durch die Erfahrungen nicht, die sie zur Zeit macht.

Die Antriebslosigkeit als Persönlichkeitsveränderung? Kann man so sehen, aber man sollte halt nicht vergessen, dass auch eine Biopsie eine OP am Gehirn ist. Bekommt Deine Mutter Medikamente? Cortison?

Deine Erwartungshaltung ist immens. Ich bin heute noch über jeden Tag froh, den mein Mann mit einem bösartigen Gehirntumor lebt. Mit all den Einschränkungen und - wie Du es beschreibst - Persönlichkeitsveränderungen (die keine sind). Es ist nämlich so, dass er Betroffene weiß, dass da manches nicht funktioniert. Das ist für ihn durchaus frustrierend. Unser Leben ist bei Weitem nicht mehr so, wie es war, als wir vor 6 Jahren geheiratet haben. Manchmal ist er völlig normal, manchmal stottert er vor sich hin wie ein kaputter Motor. Manchmal führen wir ganz normale Gespräche, manchmal verzettelt er sich in unwichtigen Dingen.
Aziraphale
suace
13.09.2020 18:44:49Neu
Abhängig vom Sitz des Tumors kann die Region betroffen sein, die für die Persönlichkeit und für erlernte soziale Fähigkeiten zuständig war (Frontalhirn). Dann kann vielleicht nochmal etwas besser werden - aber sicher ist das nicht. Ich wünsche Dir vielo Kraft
suace
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