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Thema: Anaplastisches Meningeom WHO III

Anaplastisches Meningeom WHO III
Helmtiger
11.07.2017 02:30:03
Zustand nach Op und Bestrahlung eines anaplastischen Meningeoms Typ 3 WHO



Hallo,
heute finde ich endlich den Mut, hier meine Geschichte aufzuschreiben!
Ich habe als Beifahrer 2 schwere Autounfälle überlebt. Beim ersten war meine li. Gesichtshälfte betroffen - Abriß des Ohrs mit Ausriß des Gehörganges, Freilegung des Kiefers, Trigeminus - Nerv zerrissen. Beim 2. Unfall war die HWS betroffen. Rückenmark gequetscht. Aber ich hatte beide Male einen Schutzengel und sehr gute Ärzte.
Im Januar 2007 wurde dann bei mir ein Meningeom (9x4x2cm) li. parietal diagnostiziert. Op im Februar 2007. Am Jahresende 2007 wurde ein Rezidiv (Typ3 WHO) gefunden. Op im Februar 2008, Strahlentherapie im Juni/Juli 2008, wobei ein noch vorhandener Rest erfolgreich verödet werden konnte.
Seitdem sind alle Kontroll - MRT unverändert.
Ich hatte mit zahlreichen Einschränkungen zu kämpfen, hab aber gelernt
damit umzugehen.
Mein größtes Problem sind schwere Kopfschmerzen, oftmals Trigeminusneuralgie und extreme Wetterfühligkeit. Während
der akuten Schmerzattacken bin ich körperlich sehr schwach und muß liegen. Im schlimmsten Fall 7-10 Tage, mehrmals pro Monat. Der Tinnitus ist dann besonders laut.
Ich bekomme ein Opioid, Antidepressiva, Carbamezepin und zwei andere
Medikamente zum Abfangen der Schmerzspitzen.
Eigentlich bin ich ein fröhlicher und optimistischer Mensch. Von der Tumorerkkrankung wollte ich mich nicht nicht unterkriegen lassen. Ich habe immer versucht, positiv zu denken. Natürlich gab es auch dunkle Stunden. Aber ich habe gelernt, mich an kleinen Dingen zu erfreuen und mich abzulenken.
Zu Beginn der Krankheit hat mich mein Mann verlassen. Das habe ich wahrscheinlich verdrängt.
Jetzt hat sich mein Allgemeinzustand verschlechtert. Ich habe oftmals keine Kraft zum Aufstehen und verkrieche mich zu Hause. Dazu kommt, dass seit der Bestrahlung meine linke Kopfseite fast völlig kahl geblieben ist. Wenn ich mich im Spiegel sehe, vergeht mir die Lust, vor die Tür zu gehen.
Ich habe Schlafstörungen und Panikattacken. Mir fehlen soziale Kontakte und Bewegung.
Es wurde eine schwere Depression diagnostiziert.
Jetzt erst, nach 9 Jahren, kommt der Schmerz wegen meines Mannes. Ich war zwar traurig, wenn meine Mitpatienten Besuch von ihren Liebsten bekamen. Doch ich hab versucht mich abzulenken. Leider arbeiten meine Kinder 600 km von zu Hause entfernt. Trotzdem haben sie mich so oft
wie möglich besucht und mich sehr unterstützt. Allerdings können sie mir nicht den Partner ersetzen, der mich mal in den Arm nimmt. Natürlich hat sich auch der Freundeskreis reduziert. Dafür weiß ich jetzt, auf wen ich wirklich zählen kann. Auch meine 3 Geschwister haben mich mehr oder weniger im Stich gelassen.
Der allerschlimmste Tiefschlag in dieser Zeit war der Tod meines Vaters! Er fehlt mir jeden Tag!
Momentan bin ich so richtig am Boden zerstört. Ich habe sogar Angst, dass ich wegen meines Zustandes den Tumor wieder aktiviere.
Das ist ganz schön viel Text, habe wirklich versucht es so kurz wie möglich zu formulieren.
Ich hab viele Beiträge im Forum gelesen. Es ist wunderbar, dass man sich mit Gleichgesinnten und -betroffenen austauschen kann. Das hat mir Mut gemacht, meine Geschichte aufzuschreiben.
Mir ist bewusst, dass hier im Forum Menschen mit viel schlimmeren Problemen sind!
Ich wünsche Euch Allen von ganzem Herzen viel Kraft und alles Gute!
Helmtiger
Stöpsel1
12.07.2017 13:07:38
Hallo, liebe Helmtigerin ,
du hast dir einen schönen Namen ausgewählt gehabt ;-)) der auch noch zusätzlich sooo gut zu deiner „Geschichte“ passt.
Ich finde es persönlich sehr gut, dass du deinen bisherigen Werdegang vom „Dreier“ Meningeom geschrieben hast. Soweit ich mich erinnern kann, gibt es noch ein paar wenige „Dreier“ hier, die es auch gepackt haben, kann mich jedoch nicht mehr erinnern wann das jetzt zeitlich war und wer von den Forum Betroffenen…vielleicht melden sie sich noch …
Einerseits freue ich mich mit dir und bewundere deine Stärke, wie du deine bisherigen „Schicksalsschläge“ verkraftet hast und du mit deinen größeren Problemen gelernt hast leben zu müssen. Hut ab!!! Ich habe zwar „nur“ „Zweier“ Meningeome, leider leide ich wie du an dieser ober beschissenen Trigeminusneuralie – seit meiner 1. Op 2013 und seit den letzten Op`s 2016 und der 30x Bestrahlungen im vergangenen Jahr habe ich noch mehr fiese Probleme, die meine Lebensqualität immer mehr in „Talfahrt „ bringen….Schmerztechnisch konnte ich bisher noch nicht eingestellt werden – es wurden schon Unmengen Medis bei mir probiert – hatte mehr schlimmere Nebenwirkungen als Hilfe…. Diese Schei…kennst du ja sicher auch von dir selbst. Ja, da habe ich auch Phasen, wo ich am liebsten alles hinschmeißen möchte und manchmal leider auch Todessehnsucht nur noch als Erlösung sehe :..o((
Die Tumor „Tatsachen“ kann ich dagegen bestens abschalten, oder bester gesagt , verdrängen, wenn es mal geht lasse ich lieber die Sau raus und genieße was ich noch kann - ist jedoch nicht viel übrig geblieben :o(
Es haben, glaube ich, ALLE Betroffenen die Erfahrung machen müssen, dass sich im Freundes -und Familienkreis der Spreu vom Weizen trennte. Da gab es bei mir dann auch besondere „Klugscheißer“, „mutierte“ Oberbeschützer mit schon krankenhaften Helfer Syndrom sowie mit dieser Krankengeschichte nicht klar kommend und überängstigte Menschen usw. Da ich das „Alphatier“ meiner Familie war ist meine Mann leider mit den Jahren meiner Erkrankungen mehr überfordert und auch hilflos ….er litt stets an einer Krankenhaus „Phobie“ , die er für mich überwinden konnte , schafft es leider nicht mehr mich zu den NC Gesprächen zu begleiten… fährt mich hin und wartet dann vor der Tür…Naja, zu Hause kann ich leider keine sooo große Hilfe von ihm zu erwarten….Da bin ich bestimmt auch selbst daran schuld, weil ich „früher“ zu sehr zu viel machte, statt auch seine Unterstützung im Haushalt „zu fordern“….Du merkst, auch mit Ehemann und bekommender „Streichel und Kuscheleinheiten“ läuft es nicht bei allen perfekt
Das die Psyche besonders unter diesen beschissenen Trigeminus Schmerzen leidet und leider auch zu schlimmen Depressionen führen kann, wie es gerade bei dir ist, kann ich sooo gut nachvollziehen. Ich nehme dich jetzt gedanklich einfach in meine Arme und drück dich ganz doll und wir weinen „um die Wette“….mir kullern schon die Tränen und werde für heute lieber aufhören zu schreiben, ist ja auch recht viel geworden. Ich würde mich mit dir gerne weiter austauschen, wenn du es auch magst
Liebe Grüße Stöpsel
Stöpsel1
Helmtiger
13.07.2017 00:36:15
Hallo liebe Stöpsel...
Ich danke Dir gaaanz sehr für Deine Antwort!!!
Klar tausche ich mich gerne weiter mit Dir aus!
Ich hatte ein Riesenproblem damit, meine Geschichte aufzuschreiben. Schließlich gibt es hier im Forum viele schlimmere Schicksale. Aber es ist wirklich nur eine sehr kurze Zusammenfassung. In diesen Jahren ist soviel passiert, dass ich fast ein Buch schreiben könnte.
Es hat mir gut getan, mal was von der Seele zu schreiben. Bei den Ärzten und daheim bin ich immer stark...
Das mit dem Alphatier kommt mir sehr bekannt vor... Auf einmal bricht die Welt zusammen, wenn das nicht mehr funktioniert!
Aber bitte bitte - Du darfst niemals einen Gedanken ans Aufgeben oder den Tod zulassen!!!!
Ich kämpfe schon paar Jahre mehr mit dem ganzen Zeug. Glaub mir, es lohnt sich! Ich hab mir Nischen geschaffen, wo ich mich verkrieche, wenn es ganz mies geht. Ich versuche dann z.B. neugierig auf die Zukunft zu sein. Ich stelle mir vor, was ich alles verpassen könnte. Das kling vielleicht blöd, ich weiß auch nicht genau wie ich das erklären soll. Doch es funktioniert bei mir.
Allerdings würde ich Dir einen guten Schmerztherapeuten wünschen, der Dich auf ein Medikament einstellt. Bei mir war es meine Hausärztin, nachdem ich erfolglos von einem Schmerzarzt zum anderen gepilgert war. Ich musste die starken Schmerzmittel schon nach dem schweren Autounfall haben, also ist das bei mir schon ziemlich lange her. Es hat damals gut 5 Jahre gedauert, bis es geklappt hat. Ich glaube, jetzt funktioniert das schneller.
Inzwischen bin ich auch nicht mehr so sauer mit mir, wenn ich mal wieder flach liege. Früher war das ein großes Problem für mich. Hab mich immer für total faul gehalten, wenn die Kräfte nicht gereicht haben.
Trotzdem bin ich oft unglücklich über meinen Zustand und wünsche mir mehr Lebensqualität. Aber dann sage ich mir wieder, dass ich froh sein kann, mir überhaupt noch was zu wünschen....
So, jetzt höre ich erstmal auf. Es ist gleich Geisterstunde!
Fühle Dich herzlichst gedrückt und lieb gegrüßt
vom Helmtiger
Helmtiger
Stöpsel1
13.07.2017 20:40:56
Hallo, liebe Helmtigerin ,
ich merke schon, du bist durch deine Schlafstörungen leider zum „Nachtschreiber“ geworden… und Dankeschön für deine Rückmeldungen hier und über PN :o))
Dieses Forum ist ja für alle Hirntumorarten offen und deswegen auch die unterschiedlichsten Werdegänge , Behandlungen und „Schicksale“. Es tut uns doch auch echt gut, mal was von der Seele schreiben zu können, auch wenn`s lang wird und mit Schreibfehlern behaftet sein kann…(da kann ich schon ein Lied von Singen und wurde in einem andern Thread ganz lieb zum trotzdem weiterschreiben angeregt :-} )

Nööö, du klingst nicht blöd, weil du dir deine eigene kämpferische Strategie entwickelt hast und siedir hilft !!!
Ich bin eine typische WIDDER Kämpfernatur, wurde allerdings durch sehr viele Lebenserfahrungen und viele Unfälle (halt auch widdertypisch) realistisch geprägt. Natürlich habe ich Wünsche und Träume. Allerdings habe ich mir das Denken in die Zukunft abgewöhnt. Ich lebe jetzt jeden Tag und mache und tue was ich da kann. Überschätze vielleicht auch absichtlich meine Kräfte, weil ich meine Grenzen austesten möchte. Ich lasse mich zu Hause sehr gerne von meinen Kumpels und Freunden ablenken. Sie kennen mich leider zu gut und sehen es mir leider dann an, wenn es mir nicht sooo gut geht und den coolen Maxen „markiere“….allerdings, mein Lachen und mein Humor bleiben mir trotzdem immer erhalten, auch wenn mir der Hintern voller tränen hängt und auch die anderen Gedanken bekomme. Ich bleibe da auch ehrlich. Mein Motto: Lebensqualität ist mir wichtiger als Lebenszeit. Werde es niemals akzeptieren, mal ein Pflegefall zu werden usw. dem ensprechend habe ich meine ganzen notwendigen Verfügungen schon vor Jahren geschrieben und werden jährlich erneut unterschrieben usw.
Neurologe und Hausarzt haben in gemeinsamen Absprachen mehr als genug Medis bezüglich meimer Probleme und Schmerzen „ausprobiert“. War auch erfolglos in der Schmerzklinik usw. Für Ende August habe ich nach einen ½ Jahr Wartezeit endlich wieder einen Schmerzarzttermin!!! Vergangenes Jahr konnte ich ihn nicht wahrnehmen, da ich zu oft im Krankenhaus lag….Heute war ich beim erneuten EEG. Nun muss ich doch wieder mit Anti Epimittel beginnen, da die fokalen Anfälle stärker werden. Ich hatte sie in Absprache mit der Neurologie vor vielen Monaten absetzen dürfen – hatte nur noch ganz wenige und geringere Anfälle, jedoch durchs Medikament mehr als aggressiv geworden ..:o((
Nun muss ich doch mit dem Schreiben aufhören, da meine Augen es nicht mehr packen und meine Konzentration im Keller ist.
Sie für heute ganz lieb gegrüßt Stöpsel
Stöpsel1
Helmtiger
13.07.2017 21:29:32
Hallo,Stöpsel,
Ich habe ben im Forum einen Beitrag von Gabriele vom 15.11.2005 hefunden.. Da geht es auch um Meningeome in schwieriger Lage.
Sie,erwähnt einen Professor Tatagiba, Chefarzt der NC der Uniklinik Tübingen.
Das Thema ist : Meningeom WHO2 Rezidiv nach OP und Bestrahlung vor 7 Jahren. Was nun?
Vielleich kann Dir das helfen!
Liebe Grüße vom Helmtiger (!sächsisch Helmtiecher...)
Helmtiger
Helmtiger
13.07.2017 23:11:36
Hallo nochmal, habe eben Deinen Beitrag über die Bestrahlungsnachsorge gelesen.Mir ist es genauso ergangen. Die wöchentlichen Gespräche waren wenig informativ, eher wie unliebsame Pflichttermine die schnellsten abgehakt werden müssen. Die ambulante Nachsorge war m.E. völlig sinnfrei, jedesmal ein anderer Arzt. Das einzige, was ich rauskitzeln konnte, war die Auskunft, dass meine Haare wohl nicht wieder wachsen würden. Hat sich leider auch bestätigt. Ich bin froh und glücklich, dass die Bs erfolgreich war! Aber ich habe erwartet, dass ich Antwort auf meine Fragen erhalten würde. Auch den dauerhaften Haarausfall betreffend. Ich bin auf der linken Kopfhälfte kahl. Es wachsen nur paar Fussel. Da meine Kopfhaut und der Kopf sehr empfindlich sind, habe ich auch große Probleme mit Haarersatz. Aber zum Glück habe ich eine ganz tolle Hausärztin. Sie hat sich oftmals selber informiert, um mir dann helfen zu können. Diese Ärztin ist wirklich ein Glücksfall! Da ich zu den Sprechstunden in der Strahlenambulanz insgesamt 160 km zurücklegen musste und jedesmal einen Fahrer brauchte, bin ich nicht mehr hin gefahren. Das war wirklich ärgerlich, aber mit den anderen Ärzten war ich sehr zufrieden.
Wie geht es Dir heute?
Liebe Grüße helmtiger
Helmtiger
Stöpsel1
14.07.2017 16:01:01Neu
Hallo, liebe sächsische „Helmtiecher ,
du, hast mich heute auf die Idee gebracht, selbst mal zu schauen, was auch ich so in den Jahren geschrieben hatte (war hier ja zwischenzeitlich komplett abgemeldet) – da habe ich echt sooo viel von vergessen und mit wem ich mich schrieb. Mal schauen, wie lange ich mir es mir nun endlich merken kann ;-)
Den von dir gefundenen Beitrag halte ich jetzt nach fast 12 Jahren doch schon „überaltert“. Op- mäßig habe ich zu meinem jetzigen und sehr erfahrenden NC vollstes Vertrauen. (wenn ich ihn in der Nachsorge zu Gesicht bekomme) „Nur“ die stationären Begebenheiten und vieles mehr ist naja…..ätzend. Du weißt doch man kann nicht alles haben. Diesbezüglich andere weite Klinikbesuche, Aufenthalte usw. können wir ehrlich gesagt uns finanziell (meine die Fahrereien usw.) nicht mehr leisten…
Du fragst mich, wie es mir heute nach der Bestrahlung geht. Ich kann dir jedoch nicht sagen ob es BS Schäden sind, kann es nur behaupten, denn da fingen ja noch andere gesundheitliche Probleme an, die in NICHT einem Schreiben der BS „Nachsorge“ ( ha, ha,…:o(( ) stehen !!! Es ist mir ja auch mittlerweile Schei…egal, die Schäden sind nun da und kann sie nicht „wegzaubern“. Seit BS Beginn verschlecherte sich mein Hören, anfangs linksseitig mehr ( bin bereits beidseitiger Hörgeräteträger seit Anfang der 90iger Jahre) der Tinnitus verschlimmerte sich arg. Tage später hatte ich das Gefühl auf beiden Ohren Watte zu tragen und auch Wasser in den Ohren zu haben. Mein linkes Auge war nach einer Woche stark gereizt, dauerrot und sehr trocken. Der Tränenfluss funktioniert bia heute nicht. Ist echt komisch,wenn man weint, kommt nix aus dem Auge. Ich musste wochenlang geeignete Tropfen für mein Auge finden. Die Hornhaut ist trotzdem schnell angegriffen und bekomme dann notgedrungen Augentropfen mit Konservierungsmittel. Unter Mithilfe einer anderen Betroffenen, die mittlerweile mir eine sehr gute Freundin geworden ist, fanden wir beide Mittel, die uns helfen. Jedoch wird nicht ein Mittel von der Krankenkasse bezahlt, da es der Bundesausschuss VERBOTEN hat. Es ist einfach zum Oberkotzen. Mittlerweile weiß ich, Mittel, die einen wirklich noch helfen und KEINE oder erträgliche Nebenwirkungen haben, muss man allein bezahlen. Dadurch habe ich arge Sehprobleme, kann bei einem mü Wind mein Auge nicht mehr öffnen usw. Bei 90% Luftfeuchtigkeit brauche ich mich NICHT dumm und dämlich träufeln und zusätzlch schmieren. Sonnenschein ohne Schutz ist für meine Rübe und Augen eine „Ausgehsperre“…Rübe abschrauben geht ja leider nicht, denn der Körper begann ja auch das „knackige Alter“ und verträgt sooo gut Wärme ;o))
Die Ohren und Nasennebenhöhlen haben seitdem Belüftungsprobleme, habe oft beidseitig dazu starke Ohrenschmerzen (links dann auch noch die Trigeminusneuralgie), war zeitweilig links fast 100% taub musste operiert werden. Mit Hilfe des sich wieder „auflösenden“ Paukenröhrchens ging es mir ein paar Wochen besser. Dann ging der ganze Mist wieder los. Ich packe es nicht mehr, meine Hörgeräte ständig zu tragen, freue mich über jede Minute, wo ich es wenigstens rechts tragen kann…Auf der Kopfhaut bin ich zusätzlich empfindlicher geworden (trotz Training), Kann seitdem nichts mehr auf den Kopf setzen – war immer ein Hütchen oder Mützenträger. Brillen kann ich auch nicht mehr tragen, probiere es wirklich fast täglich….Mir hilft für die Nähe nur noch eine Lupe und durch die beschissene Weitsicht muss ich freiwillig aufs Autofahren verzichten, was für mich mit das Schlimmste ist, bin nun ABHÄNGIG von Hilfe :o((.
Laufen ist mir wegen anderer gesundheitlichen Probleme nur noch mit dem Rollator bedingt möglich. Hier trainiere ich kontinuierlich, um dieses Teil wieder „einmotten“ zu können. Diese Hoffnung, an der ich aktiv und ohne „Pillen“ mit Unterstützung meiner Physiotherapeuten und meiner Willensstärke arbeite, gebe ich nicht auf.!!! Allerdings haben mich die letzten Krankenhausaufenthalte damit mächtig ins zeitweilige Aus geschossen….
Seit der BS fühle ich auch zusätzliche zeitweilige psychische Beeinträchtigungen (von Kräfte auf Null, Schläfrigkeit , Reizbarkeit und einigen mehr) diese Dinge habe ich bei mir gut im Griff ;o)
Andere Schwierigkeiten wie Konzentrationsschwäche, zeitweilig saublödes Gedächnis und Merkfähigkeitsowie Belastungsstörungen habe ich leider schon viel länger. Allerdings musste ich mir nach der 1. Op soviel erst wieder selbst beibringen, darauf bin ich stolz, denn ich bekam nie eine Reha und erst als ich später dieses tolle Forum fand konnte ich viel dazu lernen und auch vergessenes Wissen wieder aus der Versenkung holen.
Nun aber genug, ich brauchte für dieses Schreiben wieder viele Stunden mit notwendigen Pausen…habe es nun endlich auch im Kopf, wie ich diesen Text ins Forum ohne Spickzettel kopiert :o)))
Wir zwei haben ja nun auch die andere Möglichkeit gefunden in Verbindung bleiben zu können.
Sei bis dahin ganz lieb gegrüßt und gedrückt
Stöpsel
Stöpsel1
Helmtiger
14.07.2017 18:10:50Neu
Hallo, hab mich mit Zusatzmitteln gedopt und kann Dir jetzt antworten.
Du hast völlig recht, mir geht es genauso mit dem Forum! Hatte auch vieles vergessen und jetzt werde ich daran erinnert.
Diese blöden Nebenwirkungen habe ich auch. Mein linkes Ohr ist künstlich wieder aufgebaut und rechts brüllt der Tinnitus! Ich trau mich nicht raus, weil ich die Geräusche nicht orten kann. Wenn man nachfragt, weil man etwas nicht verstanden hat, gucken die Leute als wäre man bescheuert.
Mit den wirksamen Medikamenten hast Du auch völlig recht. Es ist leider so, was man verträgt, zahlt oftmals die Kasse nicht.
Bei mir wurden auch keinerlei BS-Nebenwirkungen dokumentiert...
Wenn ich nicht diese tolle Hausärztin hätte, wäre ich wohl schon verrückt geworden. Du weißt ja selber wie es ist, wenn man von Arzt zu Arzt rennt und immer nur hört, dass es zum Krankheitsbild nicht passt! Als wären wir Roboter und alle gleich zusammengeschraubt!!
Ich habe in Abständen Geschmacks-und Geruchsstörungen. Es riecht, als würde ich in einer Tankstelle wohnen und das Essen schmeckt einfach eklig.
Wurde schon oft zu HNO - Ärzten geschickt. Keiner ging auf meine Vorerkrankung ein. Es konnte einfach nicht sein, dass ich diese Beschwerden habe! Und so geht das mit vielen Sachen weiter. Ich hab mir eine Datei zu meiner Krankengeschichte zugelegt. Wenn ich zu einem neuen Arzt muß, drucke ich einfach alles aus... Ich bin nämlich sehr dämlich! Wenn ich vor einem Arzt sitze, fällt es mir sehr schwer über meine Blessuren zu reden. Ich mache dann immer einen gefassten und klaren Eindruck und in dem Moment vergesse ich fast meine Sorgen.
Ich kann einfach nicht über meine Befindlichkeiten reden. Da hilft die ausgedruckte Krankengeschichte sehr.
Von Vergesslichkeit könnte ich ein Lied singen (nehme aber lieber Rücksicht auf Deine Ohren damit sie nicht noch mehr geschädigt werden!!!)!
Aber im Lauf der Jahre ist es mir gelungen paar Gerüste zu bauen.
Alle Termin trage ich sofort in den Kalender vom Ipad ein und andere Sachen schreibe ich in die Notizen. Ich hab immer einen Zettelbnlock bei der Hand und notiere mir, wo ich zB. Schlüssel oder das Telefon hingelegt habe. Oder ich lege mir gut sichtbar nur so einen Zettel hin. Das klingt umständlich, doch ich hab mich dran gewöhnt.Trotzdem ist mein Chaos noch groß genug.
Diese blöde Müdigkeit und Abgeschlagenheit ist bei mir nach den vielen Jahren immer noch vorhanden. Man hat das als Fatique bezeichnet. War deshalb auch in einer Sprechstunde in der Charité. Musste aber mangels Reichtum aufgeben. Hätte während der Behandlung 2 Wochen in der Haupstadt eine Unterkunft gebraucht. Da das Adlon aber ausgebucht war, habe ich aufgegeben... KK wollte nichts dazu geben.
Und so wurschtle ich mich halt durch!
Mit meiner Riesenglatze habe ich große Probleme. Der Haarersatz rutscht, weil er nicht tichtig befestigt werden kann.
Mich haben schon wohlmeinende Mitmenschen darauf hingewiesen. Ich bin dann jedesmal sofort nach Hause verschwunden und meine Lust zum Rausgehen hat sich immer mehr
verringert.
Aber ich sage mir auch dass ich froh sein kann, überhaupt noch da zu sein.
So, nun hab ich ganz schön lange geschrieben und ich brauch 'ne Pause!
Mach es erstmal gut. Sei ganz lieb gegrüßt und gedrückt vom helmtiger
Helmtiger
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