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Thema: Angst vor Rezidiv

Angst vor Rezidiv
Serena
28.04.2018 21:22:00
Hallo liebe Forumianer,
Seit ein paar Tagen habe ich vermehrt Kopfschmerzen, die ich nach meiner OP nicht hatte. Diese ist jetzt schon fast 3 Monate her deshalb irritiert es mich sehr dass ich plötzlich diese Kopfschmerzen habe. Muss jetzt noch zwei Wochen bis zu meinem Kontroll-MRT aushalten. Habe jetzt total Angst dass wieder etwas gewachsen ist. Kann mir jemand von seinen Erfahrungen berichten, zb ob Kopfschmerzen wieder aufgetreten sind eventuell bei Stress. Vielen Dank für eure Antworten,
Serena
Serena
Grünes Haus
28.04.2018 21:35:51
Erstmal alles Gute.Es kann schon Stress sein,der Respekt vorm näher kommenden Mrt, auch das Wetter spielt manchmal ne Rolle,auch körperliche Anstrengung .positiv denken sollte man! Und nicht vergessen, dass man eine schwere OP hinter sich hat
Grünes Haus
Serena
28.04.2018 21:42:48
Danke für deine Antwort Grünes Haus!
Serena
Grünes Haus
28.04.2018 22:25:21
Ich drück dir die Daumen, mein nächstes Mrt ist auch schon wieder in Sichtweite..Am 7.Mai ists soweit und auch bei mir steigt jedesmal die Spannung davor von Tag zu Tag an und man denkt automatisch häufiger dran..Aber man sollte auch immer optimistisch und zuversichtlich ran gehn,viele andere Möglichkeiten hat man ja nicht.
Grünes Haus
Serena
28.04.2018 22:31:22
Ich wünsche dir auch alles Gute!
Das positive fällt echt schwer wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt. Aber ich hoffe/denke es kommt vom Stress.
Liebe Grüße
Serena
KaSy
28.04.2018 22:55:45
Liebe Serena,
hattest Du denn vor der OP auch solche Kopfschmerzen wie Du sie jetzt hast?

Außer Stress kann auch die derzeit viele Sonne eine Rolle spielen sowie die jetzt häufigen Wetterwechsel.

Aber zum Stress:
Arbeitest Du bereits wieder?
Kann es sein, dass Du zu früh und/oder zu schnell wieder arbeiten gegangen bist? Vielleicht solltest Du, wenn es so ist, kürzer treten, die freien Tage zum Ausruhen nutzen. Setze Dich keinesfalls unter Druck, jetzt bereits zu Hause und im Beruf alles wieder so leisten zu müssen wie zuvor.
Das darf durchaus noch einige Monate dauern, solange höre auf Deinen Körper, speziell auf Deinen Kopf.

Ich selbst hatte mir auf Anraten der Ärzte stets eine längere Zeit nach der OP bzw. OP+Bestrahlung genommen (nehmen können) und es hat auch dann noch gedauert, bis ich rückwirkend sagen konnte: "Jetzt bin ich wieder da."

Ich habe bereits seit 1995 Erfahrungen mit diesen Kontroll-MRT und denke manchmal, ich stehe da drüber. Ist aber nicht so. Ich hatte vor 9 Tagen das MRT, war zuvor unruhig, wuselig. Jetzt danach bin ich viel schneller wieder am Weinen, obwohl alles besser wird, was ich bereits aus dem Radiologiebericht weiß. Aber der Termin der Auswertung mit der Strahlenärztin am 2. Mai steht noch bevor. Und meine Erfahrungen sagen, dass ich danach auch noch nicht wieder "glücklich und froh" bin, wie man es bei guten Nachrichten als Normaler sein sollte. Es ist eben so.

Ich denke, die zwei Wochen schaffst Du und dann wirst Du "schöne" Bilder erhalten und gute Befunde. Jedenfalls wünsche ich Dir das sehr!
KaSy
KaSy
Serena
28.04.2018 23:09:01
Hi KaSy,
Danke für deine Antwort.Der jetzige Kopfschmerz ist neu. Es ist ein Stechen das ab und zu kommt und links. Wurde eig rechts operiert
Ich muss „eigentlich“ nur meine Abschlussarbeit schreiben, hatte mit meinem Professor die Anmeldung für Mitte Mai festgemacht, aber es belastet mich so sehr, dass ich wirklich jetzt die Schmerzen wieder habe. Bin im Zwiespalt: will eig so schnell wie möglich mein Studium beenden aber iWie schaffe ich es gerade nicht und versuche eigentlich auch das Leben wieder zu genießen nach der ganzen Sache. Ich habe bis auf die Kopfschmerzen keine Einschränkungen, daher fällt es schwer die Geduld aufzubringen und sich noch zu schonen. Ich drücke dir für den 2.5 die Daumen!!! Liebe Grüße an dich, serena
Serena
KaSy
29.04.2018 00:02:16
Liebe Serena,
nun ja, Du warst da vielleicht zu optimistisch, den Abgabetermin und den MRT-Termin in den gleichen Zeitraum zu legen.
Das konntest Du nicht ahnen.

Aber ich habe bereits nach der ersten OP viel genauer auf meine gelegentlichen Kopfschmerzen "gehört" und habe gelernt einzuschätzen, ob sie nicht "einfach nur psychisch" sind.
Das vermute ich nach Deiner Beschreibung bei Dir auch.

Wenn Du Dir sagst, regelrecht einredest, dass es nicht vom Tumor kommt, sondern wirklich "nur" psychisch ist, wegen des MRT, wegen des Abgabetermins, wegen ... sonstwas, aber eben NICHT VOM TUMOR, dann kann das womöglich die Kopfschmerzen verringern.

Du hast Angst, dass es der Tumor ist.
Diese Angst hast Du nicht nur bewusst, sondern auch "unbewusst", sie nimmt Dein Inneres ein und äußert sich in den Kopfschmerzen, denn dort war der Tumor und davor hast Du Angst, also sind dort die Kopfschmerzen.
Es ist erstaunlich, wie sehr die Psyche uns beeinflussen kann!

Ich hatte z.B. monatelang Schulterschmerzen, die längst nicht mehr da waren, aber die Psyche hielt mich davon ab, mich auf die linke Seite zu legen, ich HATTE diese nicht vorhandenen Schmerzen. Da zog ich mir am Knie eine heftig schmerzende Schürfwunde zu und - oh Wunder - die Schulterschmerzen waren weg. Mir war das die ganze Zeit klar gewesen, aber es gibt nachgewiesenermaßen ein Schmerzgedächtnis.

Und das ärgert Dich zur Zeit.

Lass Dich davon nicht ärgern. Es ist nicht der Tumor!!!

Viel Erfolg für den Abschluss Deines Studiums!

KaSy
KaSy
Serena
29.04.2018 16:07:36
Danke für die liebe Nachricht KaSy!
Es ist unglaublich wie alles mir der Psyche zusammenhängt, seit ich mir vorgenommen habe, den Anmeldetermin meiner Abschlussarbeit zu verschieben, sind die Kopfschmerzen weg. Es fällt mir schwer zu akzeptieren dass ich noch mehr Zeit brauche und sich das Ende meines Studiums weiter verschiebt. Aber mein Körper zeigt mir schon jetzt dass es zu früh ist. Hab nur Angst dass das der Professor nicht mehr lange mitmacht.
Viele Grüße
Serena
KaSy
29.04.2018 19:14:43
Du hattest eine Hirntumor-OP und setzt Dein Studium trotzdem fort. Der Professor sollte Dich als heldenhaftes Beispiel auf Händen tragen und Dich den anderen Studenten als beeindruckendes Vorbild präsentieren. Du leistest deutlich mehr als andere. Lass Dich ja nicht unterkriegen!
KaSy
KaSy
Serena
29.04.2018 19:46:19
Danke, deine Worte tun gut!
Man vergisst manchmal, was man da eigentlich durchgemacht hat, wenn man keine deutlichen Einschränkungen mehr spürt...
Serena
Lorin
06.07.2018 11:32:37
Liebe Serena,
das, was du z.Zt. durchmachst, habe ich vor 20 Jahren durchgemacht. Nach der OP hatte ich permanent Kopfschmerzen, die mich haben wahnsinnig werden lassen. Hinzu kamen die Gedanken, da könnte was wieder nachgewachsen sein. Das Gehirn ist ein sehr komplexes Organ. Es ist der Reaktor unseres Körpers. Wenn nach einem Eingriff solche Beschwerden auftauchen, ist das normal. Mein Doc erklärte mir damals, dass bei mir es so ein tiefgreifender Eingriff war (5x7x5cm), da dauert es dann eben. Nach einer Akupunktur Schmerz-Therapie war dann alles weg.

LG
Lorin
Lorin
Serena
09.07.2018 11:05:16
Hallo Lorin,
danke für deine Antwort. 20 Jahre? Wie geht es dir heute damit? Kannst du schon sagen, dass das eine kleine Episode in deinem Leben war und jetzt gar nicht mehr so bedeutend erscheint?
Habe wirklich kaum Kopfschmerzen mehr, höchstens mal, wenn ich gestresst bin. Ansonsten bin ich zurzeit sehr zufrieden. Kann es manchmal gar nicht glauben, dass ich so gut damit "weggekommen" bin. Im August ist dann die nächste Kontrolluntersuchung. Beim Schwerbehindertenausweis wurde ich "leider" nur bei 30% eingestuft, was mir also überhaupt keine Vorzüge bringt.

LG Serena
Serena
fasulia
09.07.2018 11:42:02
>>nur bei 30% eingestuft, was mir also überhaupt keine Vorzüge bringt<<

es bringt steuerliche Vorteile, im "späteren" beruflichen Leben

es hat den Vorteil, dass man bei einer Einstellung den GdB nicht angeben muss und trotzdem später eine Gleichstellung beantragen kann,das kann in deiner Situation (wenn ich das richtig verstehe schließt du gerade erst dein Erststudium ab) eine Erleichterung sein.

Du könntest auch ein Anrecht auf einen Nachteilsausgleich haben- das hat nicht direkt etwas mit dem Schwerbehindertenausweis/Grad der Behinderung zu tun- aber die Angaben, die man dafür machen musste, könnten auch beim Nachteilsausgleich eine Rolle spielen- dann weißman schon was man schreiben kann und wer das bescheinigt

hier ein link mit Info, doch diese Möglichkeit gibt es an jeder Uni in D
https://inklusion.uni-koeln.de/tipps_amp_informationen/nachteilsausgleich/studien__und_pruefungsleistungen/index_ger.html
fasulia
Serena
09.07.2018 12:13:05
Vielen Dank, fasulia!
Ich müsste mich auch nochmal besser informieren, habe das mit der ganzen Steuergeschichte eh noch nicht verstanden.
Serena
Lorin
09.07.2018 13:00:18
Hallo Serena,
die Anfangszeit war sehr schwer, vor allem, bis ich begriffen hatte was mit mir geschehen ist. Parallel dazu kamen die ganzen Therapien und auch die permanente Angst, es könnte wiederkommen. Ich habe dann irgendwann genug gehabt mich in meinem Schneckenhäuschen zu verstecken und in Selbstmitleid zu versinken.

Ich habe das Glück, dass ich keine Einschränkungen davongetragen habe. Nur wenn ich in den Spiegel schaue und mein Pony zu Seite kämme, werde ich an diese Zeit erinnert. Das Leben geht weiter! Ich hatte ein Riesenglück von so einem kompetenten und hervorragenden Arzt operiert worden zu sein und ohne Einschränkungen mein Leben fortführen zu können. Dafür bin ich immer wieder dankbar!

LG
Lorin
Lorin
Serena
09.07.2018 14:31:43
Das freut mich sehr für dich. Auch weiterhin alles Gute für dich!!
Serena
Lorin
09.07.2018 21:55:28
Danke, das wünsche ich dir ebenfalls! Gib deinem Körper Zeit und hab Geduld.

LG
Lorin
Lorin
Serena
06.11.2018 11:49:58Neu
Es ist schon wieder so weit... ich fühle mich genau wie damals vor der Diagnose. Nackenschmerzen, komisches sehen,.. ich bin schon fast überzeugt, dass etwas nachgewachsen ist. Hab meinen mrt Termin jetzt zwei Wochen nach vorne verschoben weil ich es bis dahin nicht mehr aushalte. Ich will das nicht nochmal durchstehen müssen. Ich schaffe es gerade absolut nicht positiv zu denken :( fühle mich so hilflos. Will meine Eltern damit nicht belasten.
Serena
Clasil
07.11.2018 22:47:04Neu
Serena, bitte, versuche positiv zu denken, gib nicht auf... Diese schwachen Momente haben wir alle, wir fallen alle in das Loch, es grenzt an unglaubliche Kraft, die wir aufbringen müssen und nicht wissen, woher nehmen, aber.... es geht. Sonst wären wir nicht mehr hier.
Also... Kopf hoch, positiv denken und wissen.. du bist nicht alleine damit... Wir kämpfen alle, jeden Tag, jede Minute, jede Sekunde und es ist etwas wert....nämlich.... Unser Leben!!!!
Clasil
LinaK
07.11.2018 23:16:41Neu
Liebe Serena, das geht mir ganz genau so. Zwischendurch vergesse ich mein Damoklesschwert, und dann fällt es mir wieder ein: Vielleicht bin ich in 5 Monaten schon weg vom Fenster. Dann versuche ich, ganz schnell etwas Schönes zu machen, was mich ablenkt. Denn eigentlich nutzt es ja nichts, außer "habe ich ja gleich gewusst". Einstweilen drücke ich dir jedenfalls dieDaumen für ein gutes MRT!
LG Lina
LinaK
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