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Thema: Astrozytom III: Rezidiv nach 20 Jahren

Astrozytom III: Rezidiv nach 20 Jahren
jonnycash
24.06.2020 15:35:24
Hallo Zusammen,
ich habe jetzt ein 6mm Rezidiv eines Astro III von 2000. Ist das jetzt automatisch ein Glio? Ich habe jetzt fast ständig eine Gefühlsstörung in der Hand. Welche Optionen gibt es bei dieser Größe OP? Kann jemand Neurochirugen in NRW für eine Zweitmeinung empfehlen?
LG
Horst
jonnycash
Onlyjoking
25.06.2020 13:33:26
Hallo Jonny,

deine Frage kann ich dir nicht beantworten. Aber dein Verlauf ist - trotz des jetzt aufgetretenen Rezidivs - erstaunlich. Du hattest im Jahr 2000 erstmals ein Astro III und hattest dann 20 (!) Jahre Ruhe? Das ist eine ungewöhnlich lange Zeit! Wie hast du das geschafft? Welche Behandlungen wurden damals im Jahr 2000 gemacht (Strahlen-/Chemotherapie)?

VG!
Onlyjoking
jonnycash
25.06.2020 14:18:01
Hallo,
nach OP bin ich zur Bestrahlung. Hier habe ich zusätzlich (erstmals an der Uni in Deutschland?) eine Kombinationstherapie Bestrahlung + Litalir erhalten. Diese wurde (heimlich) mit dem Onkologen eingeleitet, da mir der Leiter der Strahlentherapie diese Behandlung zuerst verweigert hat.
Nun, das war ein wohl ein Meilenstein, aber da es danach zum Standardverfahren mit Temozolomid wurde und nicht alle Patienten im gleichen Maße profitierten, muss es mein sonniges Gemüt gewesen sein und die ausschließlich positive Grundhaltung. Außer der vier Wochen Litalir-Chemo habe ich keine weitere Behandlung gemacht.
VG
Jonny
jonnycash
Eris
25.06.2020 16:30:34
Hallo Horst,
anaplastische Astrozytome wurden doch auch schon damals nach der Strahlentherapie mit Chemotherapie behandelt? Gab es einen Grund auf die Chemo zu verzichten?
LG
Eris
jonnycash
25.06.2020 16:42:59
Hallo Eris,
beim ersten MRT nach OP war unklar, ob noch Resttumor vorhanden war. Danach habe ich bewusst darauf verzichtet. Warum Chemo, wenn kein Tumor mehr sichtbar ist? Ich wollte keine Resistenzen fördern und noch ein Ass im Ärmel behalten. Bin eben ein Spieler, ich wollte, wenn möglich die uneingeschränkte Lebensqualität behalten, was auch 20 Jahre geklappt hat.
LG
Horst
jonnycash
Eris
25.06.2020 17:37:48
Wie groß war Dein Astro bei Erstdiagnose?
Eris
buttkeis
26.06.2020 05:51:01
Wir hatten mehrere Rezidive eines Astro 3 und es war immer ein Astro 3 histologisch. Viele Radiologen und Chirugen gehen gern davon aus, gerade wenn er inoperabel ist.

Ich gehe stark davon aus, dass Deine damalige Histolgie nicht die beste war. Kurze Story dazu:

Als meine Frau operiert wurde, hatte die Bettnachbarin angeblich ein Gbm Rezidiv. 15 Jahre zuvor ein Astro3. Da das Material des Tumors aufbewahrt wird, konnte (obwohl 15 Jahre her) eine neue Histolgie gemacht werden. Siehe da, sie hatte ein Astro 1-2. Nach der OP kam dann die aktuelle Histolgie und es war ein Astro3 und kein Gbm.

Nach 20 Jahren ein Rezidiv hört sich klar nach low grade tumor an.

Viel Glück, ich hoffe, du hast einen fähigen Onkologen und Neurochirurgen.
buttkeis
jonnycash
26.06.2020 08:46:21
Hallo Zusammen, buttkeis und Eris,
mein Tumor war damals 3cm. Ich kann den Gedanken von buttkeis gerne weiterverfolgen. Mein Radiologe hat nämlich nach dem Befund sich die Bilder von 2018 noch mal angeschaut und da auch eine Kontrastmittelanreicherung entdeckt. Im Rückschluss hat das Rezidiv also 2 Jahre gebraucht um 6mm zu erreichen was nicht für einen schnell wachsenden Tumor spricht.
Aber habe ich dadurch eine weitere Option? Muss nicht trotzdem operiert werden?
jonnycash
Eris
26.06.2020 09:03:29
Wenn eine Operation sinnvoll scheint, dann ist diese Option positiv zu werten. Zu lange sollte mit der Operation nicht gewartet werden. Die Situation wird durch das Warten nicht besser und je nachdem wie steil die exponentielle Wachstumskurve ist, vergibt man sich Chancen.

Das Tumorewebe aktuell molekularbiologisch zu untersucht ist ausreichend. Heute ist da viel mehr möglich als vor 20 Jahren und die Zusammensetzung des Gewebes könnte sich geändert haben.

Interessant wäre es schon, zu wissen, ob das alte Tumorgewebe eine IDH-Mutation hatte, der MGMT positiv war etc., aber für die zukünftige Behandlung wird dies wenig Aussagekraft.

Da alles auf eine Operation hinausläuft, könnte man sich schon Gedanken über eine lokale Chemotherapie, lokale onkolytische Viren, MFH oder das lokale Einbringen von Sauerstoff machen und klären, dass das entnommene Gewebe mit der 850k-Analyse untersucht wird.
Eris
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