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Thema: Ausfall der Sprache

Ausfall der Sprache
Dolar
10.02.2019 20:42:13Neu
Hallo,
meiner Frau wurde im Oktober 2016 ein Glioblastom operativ entfernt.
Danach übliche Chemo und Bestrahlung mit Temodal.
Im März 2018 trat ein Rezidif auf. Erneute Chemotherapie und ab Juli bis September Einsatz von Avastin.
Da es ihr körperlich so schlecht ging haben wir im Einvernehmen mit dem Tumorboard entschieden, keine Therapie mehr zu machen.
Seitdem haben sich verschiedene Beschwerden eingestellt. Nach Gangstörungen ist nunmehr nicht nur das rechte Bein sondern zuletzt auch der rechte Arm gelähmt. Große Probleme macht ihr der Ausfall der Sprache. Sie weint deswegen und wegen der allgemeinen Hilflosigkeit sehr viel.
Eine Verdoppelung der Cortisondosis brachte keine Besserung.
Wer kann mir hier weiterhelfen? Hilft eine Behandlung eines Logopäden? Wohl kaum, da vermutlich der gewachsene Tumor auf das Sprachzentrum drückt.
Bin für Vorschläge und Anregungen dankbar.
lg Dolar
Dolar
Lights
12.02.2019 19:06:54Neu
Hallo Dolar,

habe gerade Deine Nachricht gelesen. Wie geht es Euch in der Zwischenzeit ?

Bei meiner Frau war ein ähnlich Verlauf, sie konnte irgendwann auch nicht mehr sprechen. Ich glaube leider nicht, das hier die Behandlung durch einen Logopäden eine Veränderung bringen könnte. Ich vermute wie Du, daß der Tumor oder ein Ödem leider auf das Sprachzentrum drückt. Es wäre auch denkbar ein CT oder MRT zu machen um die Lage einschätzen zu können. Allerdings wäre dies auch eine große Belastung für Deine Frau. Vielleicht wäre Methadon eine Option, dies solltet Ihr aber unbedingt mit den behandelten Ärzten absprechen.

Du kannst Dich gerne jederzeit bei mir melden, wenn Du Dich austauschen möchtest.

Wünsche Euch von Herzen ganz viel Kraft !

Liebe Grüße

Jürgen
Lights
Dolar
12.02.2019 20:46:47Neu
Hallo Lights,
vielen Dank für deinen Mut, mir hier zu antworten, um mir zu sagen, dass es wahrscheinlich keine Möglichkeit gibt, die Sprache wieder zu beleben. Wir versuchen es momentan mit einer stark erhöhten Kortisondosis. Vielleicht bringt der nachlassende Druck des Tumors einen Erfolg.
Methadon war bereits zu Beginn der Therapie im Gespräch. Meine Frau wollte das nicht.
Danke für dein Angebot, dass ich mich bei dir melden kann, um sich auszutauschen. Ich würde gerne darüber sprechen und mehr erfahren.
Wie komme ich an deine Kontaktdaten?

Herzliche Grüße
Hans
Dolar
Lights
14.02.2019 01:34:05Neu
Hallo Hans,

ich schreibe Dir eine persönliche Nachricht mit meiner E-mail Adresse.
Du kannst mir gerne jederzeit schreiben.

Herzlichen Grüße

Jürgen
Lights
Dolar
14.02.2019 08:54:37Neu
Hallo Jürgen
Ja bitte schicke mir eine Mail.
Gruss
Hans
Dolar
Lights
15.02.2019 12:17:39Neu
Hallo Hans,
habe Dir gestern eine Nachricht mit meiner Mailadresse
hier an Deinen Posteingang im Forum geschickt.
Beste Grüße
Jürgen
Lights
alex90
18.02.2019 16:09:45Neu
Hallo zusammen,

Mein Papa hatte letztes Jahr im April einen epileptischen Anfall, danach war sein Sprachvermögen sowie seine Erinnerung ziemlich eingeschränkt.
Nach diesem epileptischen Anfall wurde ein MRT gemacht, auf dem die Tumore zu sehen waren. OP (Teilresektion) im Mai. Pathologischer Befund bestätigte dann, dass es sich um Gliblastome handelt. Zwei der drei Tumore waren inoperabel, einer davon im Sprachzentrum verwachsen und der andere im Gleichgewichtszentrum.

Nach der OP hat Papa mit Logopädie begonnen. Hat aber nicht allzu große Erfolge gehabt. Teilweise wusste er die Worte nicht mehr, es war manchmal sehr schwierig, zu verstehen, was er sagen möchte. Wir haben auch gemerkt, dass er selbst Probleme hat, uns zu verstehen, weil er mit manchen Worten gar nichts mehr anzufangen wusste. Bsp: "iPad" konnte er nicht mehr sagen und er wusste auch nicht mehr, was das ist.

Als dann im Juli die Chemo und die Bestrahlung begann, wurde die Logopädie abgebrochen.

@ Dolar
Kann deine Frau gar nicht mehr sprechen oder fehlen ihr nur - so wie es bei meinem Papa der Fall war - einzelne Wörter?

Viele Grüße
Alex
alex90
Dolar
18.02.2019 21:13:04Neu
Hallo Alex,
meiner Frau fehlen nicht die Worte, sie kann die Laute nicht äußern. Sie quält sich manchmal und setzt drei oder gar viermal an, aber es klappt nicht.
Auf Anraten der Uni haben wir für drei Tage die Kortisondosis verzehnfacht, um dem Problem Herr zu werden. Leider ohne gr0ßen Erfolg.
Ich dachte eben auch an den Logopäden.
Die Oberärztin meinte aber, wenn das Kortison nicht wirkt, bringt das nichts und frustriert nur.
Ich hab jetzt schon mehrfach gehört, dass bei Glioblastomen die Sprache ausbleibt.
Der Zustand verschlechtert sich scheibchenweise. Operation im Oktober 2016, Chemo und Bestrahlung, Rezidif im März 2018, Avastin von Juli bis September 2018, dann austherapiert wegen körperlichem Verfall. Lähmung des rechten Beines, dann des Armes und nun die Sprache ...

Herzliche Grüße
Hans
Dolar
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