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Thema: Benötigt man einen Neurologen?

Benötigt man einen Neurologen?
Dani Ela
03.01.2019 19:12:59
Hallo,
Ich benötige Eure Erfahrung.
Brauche ich einen Neurologen? Wenn ja wozu? Mein Hausarzt (Internist) meint, er kann die Weiterbehandlungen veranlassen. Die Neurologin meint ich müsse zwingend zu ihr kommen.
Ich war heute allerdings bei der Neurologin und sie bringt mich immer völlig durcheinander. Nachdem ich mich nun zur OP am 23.01 „durchgerungen“ habe, meint sie, sie würde eine andere Klinik wählen. Zudem zweifelt sie die Erfahrung und Befunde der Neurochirurgen an. Und auch ob überhaupt eine OP nötig ist, bleibt unklar.

Die Entscheidung, ob ich Abwarten sollte oder die OP möchte, fiel mir nicht leicht.
Ich habe Verlaufskontrollen seit 2016, welche im Langzeitverlauf ein fragliches minimales Wachstum zeigen.
NC 1 meint 2016: Wahrscheinlich kortikale Dysplasie
NC 2 meint 2016 und 2018: Vermutlich niedriggradiges Gliom, könnte DD kortikale Dysplasie oder DNET sein
NC 3 meint 2018: niedriggradiges Astrozytom
Da 2 und 3 zur OP rieten entschied ich mich die OP noch in diesem Monat in der Uni Bonn vornehmen zu lassen.

Als ich mir nun heute die Einweisung der Neurologin holen wollte, äußerte sie zahlreiche Bedenken. Auch meinte sie, nach spätestens 6 Wochen kann ich wieder Vollzeit arbeiten.
Mir kommt das ganze Gespräch im Nachgang seltsam vor. Aber vor der OP werde ich bestimmt keinen Termin bei einem anderen Neurologen bekommen.
Daher die Frage:
Brauche ich überhaupt eine Neurologin?

Wer hat ähnliche Erfahrungen vor der OP gemacht?

Seid Ihr eigentlich bis zum letzten Tag vor der OP arbeiten gegangen?

Lieben Dank und ein gesundes neues Jahr allen

Daniela
Dani Ela
Prof. Mursch
03.01.2019 20:31:05
Wenn Sie unter einer Epilepsie leiden, kann ein Neurologe sinnvoll sein. Auch kann er oft Ausfälle und Defizite gut einordnen und behandeln. Er/Sie kennt sich halt mit dem Nervensystem aus.

Das Problem: Neurologen verstehen von Hirntumoren unterschiedlich viel. U.U. kann ein guter Hausarzt ebenbürtig sein.

Oft sind Neurologen sehr zurückhaltend gegenüber Operationen, was gut, aber auch schlecht sein kann.

Die Neurochirurgische Uniklinik in Bonn ist sicherlich keine schlechte Adresse. Warum zweifelt denn die Neurologin?



Prof. Dr. med. Kay Mursch
Neurochirurg
Zentralklinik Bad Berka
Prof. Mursch
Dani Ela
03.01.2019 21:00:02
Vielen Dank Herr Prof. Dr. Mursch.
Ich habe keine Ahnung, was für meine Neurologin gegen die Uniklinik B. spricht. Sie meint, dass die Uni K. die generell bessere Adresse wäre.
Ich war zudem in einer Privatklinik, um eine weitere Meinung einzuholen. Aber diese Klinik hält sie ebenfalls für wenig kompetent bei Hirntumor-Fragen.

VG Daniela
Dani Ela
milka135
03.01.2019 23:58:54
Hallo Dani,
es tut mir leide, dass dich deine Neurologin verunsichert.
Ich persönlich habe in Sachen Wasserkopf u. Wirbelsäule mehrfach mit Neurologen solche Erfahrungen sammeln müssen. Auch stat. Neurologen sind. Das kommt besonders gut. Wenn auf einer stat. Neurol. liegt und neurochir. Konsil kommt oder das schriftl. neurochir. Konsil vorliegt und Neurologen den neurochirurgen Befund in den Boden tretten. Obwohl dir als Pat. schon fast jeder neurochirurgischer Befund recht. Hauptsache Hilfe und der Neurochirurg steht zu seiner OP oder Shuntdiagnostik.

Evl. hat deine Neurol. in Köln studiert?

Wenn ich deinen Abchnitt ab "ich habe Verlaufskontrollen .... zu lassen." lese. Würde ich an auch zur OP neigen. Um zumind. wissen was im Kopf drin ist. Ob dir eine weitere NC-Meinung in Köln hilft, ist auch so eine Sache. Es wäre deine 4 NC-Meinung.

Ggf. frägste deinen Hausarzt? Oder du stellst dir Frage: Was würdest du deiner Freundin raten?

Ich wünsche dir alles gute für deine OP.

Liebe Grüße,
Milka
milka135
Dani Ela
04.01.2019 11:45:40
Hallo Milka,

vielen Dank für deine Erfahrungen.
Ich werde mich nächste Woche nochmal an meinen Hausarzt wenden. Er ist meines Erachtens ein fähiger Internist und kann mich sicherlich beraten.
Ich will die OP nun einfach hinter mich bringen.

LG
Daniela
Dani Ela
Aziraphale
10.01.2019 10:23:34Neu
Mein Mann hat keinen Neurologen. Wir haben eine Betreuung durch den Neurologen der behandelnden Klinik vor 3 Jahren abgelehnt, da er eine völlig unsachliche Aussage getroffen hatte. Betreut wurde mein Mann bisher federführend von den Neurochirurgen.
Aziraphale
asteri1
10.01.2019 15:34:15Neu
..
asteri1
Rieke30
10.01.2019 17:55:50Neu
Ich habe weder einen Neurochirurgen noch einen Neurologen. Wozu auch.

Das MRT wertet der Radiologe aus und bekommt der Strahlenarzt geschickt.
Rieke30
Smarty66
10.01.2019 18:24:56Neu
@Rieke

Der Radiologe ist kein Neurochirurg und kennt sich NICHT speziell mit dem Gehirn aus.
Radiologen machen alle Untersuchungen. Von Kopf bis Fuß. Er "wertet" nicht aus, er schaut nach, ob sich was ge-/verändert hat.

Ein "Strahlenarzt" macht nur Bestrahlungen und hat i.d.R. keine tiefgreifende Kenntnis darüber, ob und ggf. was im MRT an Veränderungen zu sehen ist. Nach Bestrahlungsende kommt eigentlich nur noch einmal ein Termin. Danach sind andere Ärzte zuständig !!

Korrekt beurteilen kann die MRTs NUR ein Facharzt der Neurochirurgie.

Wir sind zuerst beim Radiologen, er schreibt einen Bericht. Mit den MRT-Aufnahmen gehen wir in die Uniklinik zum Neurochirurgen. Von dort kommt die abschließende Beurteilung.

Die meisten NeuroLogen kennen sich mit Hirntumoren nicht so gut aus, dafür aber mit dem Nervensystem, Epilepsien usw.


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Trolle sind kein Phänomen, es gibt sie wirklich !!
Smarty66
Rieke30
10.01.2019 18:35:40Neu
Ja ich wurde bestrahlt und muss das MRT zum Strahlenarzt schicken,

Dieser beurteilt das MRT.

Was soll ich beim Neurochirurgen wenn ich bestrahlt wurde? Macht wenig Sinn oder :)?
Rieke30
KaSy
10.01.2019 20:52:23Neu
Es geht hier um die Frage, ob ein Neurologe benötigt wird. Diese Frage wurde beantwortet.

(@ Lena333 und Rieke30
Sowohl Neurochirurgen als auch die in der Strahlentherapie tätigen Ärzte können berufsbedingt MRT-Bilder sehr genau auswerten. Gerade Strahlenmediziner müssen das können, weil sie auf die MRT- und CT-Bilder angewiesen sind, da sie - im Unterschied zu den Neurochirurgen - ohne direkte Sicht Bestrahlungen äußerst genau planen, begleiten und im Anschluss über sehr viele Jahre - auch ohne direkte Sicht nur über die Bilder - kontrollieren müssen.

Der Radiologe beschreibt alles, was er sieht. Die Neurochirurgen und/oder Strahlenmediziner sind für die Auswertung und das Gespräch mit dem Patienten vor, während und nach der Therapie zuständig. Wenn keine OP, aber eine Bestrahlung erfolgte, ist der Strahlenarzt die Person, die das fachlich beherrscht/beherrschen muss.)
KaSy
KaSy
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