www.hirntumorhilfe.de
Herzlich willkommen im Forum der Deutschen Hirntumorhilfe!

Thema: Beschwerden nach Meningeom-Op

Beschwerden nach Meningeom-Op
Eddy Nr. 1
09.02.2020 17:30:59
Hallo zusammen,
ich bin es nochmal der Eddy und hab da noch eine Frage.

Nach erfolgreicher OP am 20.08.2019 mit kompletter Entfernung des Tumors (Meningeom WHO Grad 1) und auch ohne große Schmerzen, bis auf das Taubheitsgefühl auf dem Kopf, danach, treten jetzt kleinere Probleme auf. Ich habe eine ca. 20 cm lange Narbe vom linken Ohr bis zum kurz vor dem rechten Ohr. Die Schädeldecke wurde aufgebohrt und ausgesägt und anschließend mit Titanschrauben wieder fixiert. Danach 3 wöchiges AHB ohne Probleme. Bis heute auch keinerlei Ausfälle oder sonstiges und mir geht es so weit relativ gut.

Ich habe nach 2 Monaten leichte Beschwerden bekommen und zwar ein Spannungsgefühl und Beschwerden am eingesunkenen Bohrloch mit einer leichten Wundheilstörung. Nach weiteren 3 Monaten ist die Wunde zwar vollständig verschlossen und mit einer rosa Haut überzogen. Laut Chefarzt sei alles im grünen Bereich und die Delle am Bohrloch ist nicht so dramatisch, da dieses häufiger mal vorkommt. Die Problematik mit den Beschwerden besteht aber weiter. Daher meine Frage: Können die Beschwerden noch mehrere Monate und gar Jahre anhalten ? Ich mach mir da halt ein wenig Sorgen, da ich auch ein kleiner Angsthase bin. Wie schon gesagt, die Beschwerden sind noch von leichter Natur, aber sie nerven auf der Seele. Für evtl. Antworten diesbezüglich wäre ich sehr, obwohl ich beim ersten Post schon einiges erfahren habe, dankbar.

LG Eddy
Eddy Nr. 1
Stella2
23.08.2021 20:10:30
Hallo Eddy,
dein Beitrag liegt zwar nun 1,5 Jahre länger, aber ich habe mich gleich angesprochen gefühlt.
Ende Juni 21 wurde bei mir ebenso ein Meningeom im Kopf entfernt, was bereits 2,5 cm groß war und auf den linken Sehnerv gedrückt hat.
Ich hatte im Mai 21 plötzlich einen Visusabfall von 0,9 auf 0,2.
OP in der Klinik Rechts der Isar in München ist gut verlaufen.
Ich wurde von der Kopfmitte bis zum rechten Ohr aufgeschnitten und nach Informationen der Ärzte in Leberform aufgesägt, und der Tumor ganz entfernt Die Schädelplatte wurde mit Titanplatten und Titanschrauben wieder festgemacht. Die Größe des Eingriffs ist mir unbekannt.
Nun habe ich nach 2 Monaten immer noch ein Taubheitsgefühl am Kopf (rechte Hälfte), Kopfschmerzen am oberen Kopf und frag mich was ich da fühle. Sind das die Nervennahnen die durchtrennt wurden, die Muskeln, der Knochen was mir weh tut, mal mehr mal weniger. Ich habe auch ein Ziehen der Narbe entlang und um die Narbe.
Ich bin auch seit der Op beim Physiotherapeuten, der auch letzte Woche zum ersten Mal auch der Narbe entlang massiert hat und am Donnerstag eine Craniosacrale Therapie gemacht hat. Seit gestern merke ich eine Schwellung an der rechten Stirnseite.
Kennt jemand diese Beschwerden auch? Sind die normal und was macht ihr dagegen?
Ich versuche nur in akuten Fällen Schmerzmittel zu nehmen.
Ich frag mich genauso wie Eddy, dauern die Beschwerden länger oder sogar ein lebenlang an?
Ich bin auch sehr ängstlich Eddy und bin mir oft unsicher, ob mir bei solchen Bechwerden der Hausarzt weiterhelfen kann oder ich beim Neurologen oder Neurochirurgen besser aufgehoben wäre.
Wie handhabt ihr das?
Ich kann dich sehr gut verstehen Eddy, mir gehts genauso, die Schmerzen belasten natürlich auch meine Psyche somit.
Haben du mittlerweile noch die selben Beschwerden oder ist es besser geworden?

Freue mich über eine Antwort von euch.
LG Stella2
Stella2
Eddy Nr. 1
24.08.2021 20:03:56
Hallo Stella2,
meine Meningeom-Op ist mittlerweile fast genau 2 Jahre her und ich habe ehrlich gesagt, bis auf gelegentliche leichte Spannungsgefühle auf dem Kopf, keinerlei Probleme mehr. Bis auf das kleine Loch, da wo gebohrt wurde, ist alles bestens verheilt.
Das Loch bereitet mir keinerlei Probleme, das ich volles Haar habe und alles sehr gut nachgewachsen ist und dadurch alles verdeckt ist. Mein zuständiger Professor, bei dem ich im April 2021 zur 3. Nachsorge war, meinte auch, es wäre nur ein kleines kosmetisches Problem, was absolut harmlos sei. Falls ich eine Glatze gehabt hätte, hätte man das Ganze in einer Minimal-Op richten können (kleiner Schnitt, ca. 2 cm, am Kopf und mit Knochenzement auffüllen). Ist aber z.Zt. absolut nicht erforderlich. Die eigentlichen Beschwerden haben sich nach ca. einen Jahr fast auf Null minimiert, wie das bei vielen anderen Betroffenen wohl auch so ist. Zeit heilt alle Wunden, bei den einen schneller, bei den anderen etwas langsamer. Die 4. Nachsorge habe ich übrigens erst wieder in 2 Jahren, so zufrieden ist mein zuständiger Arzt mit mir. PS. Mein Meningeom hatte übrigens etwa die Größe eines Taubenei..
LG EDDY
Eddy Nr. 1
Stella2
25.08.2021 00:17:08
Hallo Eddy,

vielen Dank für deine Rückmeldung. Das freut mich sehr für dich, dass es dir gut geht.
Der Eingriff war bei dir wohl anders alls bei mir.
Es ist auch schön, dass dein Haar wieder sehr gut nachgewachsen ist und alles verdeckt.
Der Heilungsprozess ist sicher sehr unterschiedlich bei jedem. Bei mir kam nun eine Lymphansammlung am Kopf hinzu.
Meine 2.Nachkontrolle (MRT; Homonbasalhaushalt und Gesichtsfeldmessung) war bereits nach 3 Wochen und die 3. Nachkontrolle wird nach 4 Monaten im Oktober dann sein.
Mein Hausarzt empfiehl mir heute, irgendetwas zu suchen, vlt. ein neues Hobby um abgelenkt zu sein und nicht immer an das zu denken, um auch wieder mehr Lebensfreude zu haben.
Ich bin einfach froh und dankbar um jeden Tag, wenn ich in der früh aufwache.
Ab wann hast du wieder begonnen zu arbeiten Eddy? Hattest du auch mit Wiedereingliederung?
Warst du oder die anderen Leser in einer Reha und wenn ja in welcher? Gibt es spezielle Rehakliniken für Patienten mit Hirntumoren?

Ich wünsche dir lieber Eddy und allen anderen Betroffenen viel Gesundheit, eine schnelle Heilung und dass wir kein zweites Mal mit so einer Diagnose konfrontiert werden.

Lg Stella2
Stella2
der Meister
25.08.2021 07:50:16
Hallo Eddy,
nach einer solchen OP benötigt es viel Zeit um wieder halbwegs einen brauchbaren Zustand zu erlangen.
Bei mir ist es heute nach über 3 Jahren noch immer so, dass ich erhebliche Beeinträchtigungen habe.
Vieles wurde besser, aber nicht alles.
Ich wünsche Dir weiter gute Besserung und Kopf hoch, das wird schon ...


Gruß Klaus
der Meister
Gan64
25.08.2021 09:33:02
@ Stella2:
Zu dem Thema "neues Hobby" wie würde dir Mandalas gefallen? Es gibt für Erwachsene sehr schöne Mandala-Ausmalbücher, oft auch themenbezogen wie zum Beispiel Zuversicht, Entspannung usw.
Man schult seine motorischen Fähigkeiten, die Konzentration, wenn man sich ein Set mit 36 oder 48 Stiften holt, ist es auch eine schöne Ablenkung zu überlegen, welche Farben man für welches Motiv nehmen möchte.


Eine Frage: Ist es immer so, dass die wiedereingesetzte Schädelplatte (oder wie man das nennt) mit Titanschrauben befestigt wird? Ich dachte irgendwie immer, das würde nur "geklebt".

Alles Liebe und Gute Euch allen!
Gan64
KaSy
25.08.2021 12:56:59
Liebe Stella2,
Ich habe nach meiner 1. Meningeom-OP nach der Empfehlung meines Neurochirurgen erst nach 6 Monaten mit einer Wiedereingliederung von auch 6 Monaten wieder gearbeitet und es war richtig.
Ich war in einer AHB und auch das war richtig. Mit Unterstützung gelang auch während dieser Zeit die Betreuung meiner 3 Kinder.
Spezielle Rehakliniken für Hirntumorpatienten gibt es nicht, dafür sind wir zu wenige und die Folgen zu unterschiedlich.
Für Meningeom-Patienten wird meist eine neurologische AHB (von den gesetzlichen Kassen) festgelegt.
Eine spätere Reha kann vielleicht auch anders vereinbart werden, also je nach den speziellen Folgen, die dann noch überwiegen und noch nicht zu Hause von allein oder mit geeigneten ambulanten Möglichkeiten (bei Dir u.a. Lymphdrainage) geringer wurden.

Lass Dir Zeit, aber verliere das Ziel, wieder zu arbeiten, nicht aus den Augen. Das ist ein wichtiges Stück Lebensqualität und der Weg über ein Hobby ist ein guter Schritt dorthin. Dafür wünsche ich Dir alles Gute!

KaSy
KaSy
Eddy Nr. 1
25.08.2021 21:04:26
Hallo zusammen,
wie ich schon mal erwähnt habe, die Zeit heilt alle Wunden und dieses Forum hat mir echt über die schwere Zeit geholfen. Ich bin jetzt seit über einen Jahr so gut wie beschwerdefrei. Da ich mich seit 02/2019 endgültig als Pensionär im Ruhestand befinde, habe ich vor 2 Monaten einen Minijob als Auslieferungsfahrer für Medikamente an Apotheken angenommen. Der Job macht mir Spaß und ich komme wieder unter Leute. Da ich mittlerweile auch durchgeimpft bin, geht es auch wieder mit den öffentlichen Leben bergauf. Eine AHB oder REHA auf neurologische Basis mit Sport kann ich auch nur empfehlen. Spezielle und reine REHA-Kliniken für Hirntumorpatienten gibt es meines Wissens wirklich nicht, aber es gibt jede Menge REHA-Kliniken auf neurologischer Basis, die auch Hirntumorpatienten behandeln. Das Leben geht weiter, so oder so. Immer das Beste daraus machen und positiv bleiben...

LG EDDY
Eddy Nr. 1
Stella2
29.08.2021 23:21:35
Hallo Gan 64,
danke für den Tipp mit den Mandala Ausmalbildern für Erwachsene. Wusste garnicht, dass es für Erwachsene auch gibt :)
Bzgl. deiner Frage, ob die Schädelplatte immer mit Titan-Schrauben fixiert wird, kann ich nur das weitergeben, was die Oberärztin aus der Klinik unseres Landkreises mir vor kurzem gesagt hat, dass es noch keinen geeigneten Kleber dafür gibt.
Was ich leider seit einer Woche sichtbar sehe ist, die tatsächlich aufgemachte Stelle von 8 cm auf 5 cm, da der Knochen sich abhebt. Vielleicht ist nach 8 Wochen die Schwellung so zurückgegangen am Kopf, dass es mir erst jetzt auffällt. Ich hoffe, wenn der Knochen wiederzusammen gewachsen ist, dass es nicht mehr auffällt.

KaSy,
danke auch für deinen Beitrag. Was ist AHB? Hab ich noch nie gehört! Muss ich das beantragen, wenn ja wo?

EDDY Nr.1,
danke auch für dein Beitrag. Positive Gedanken sind wichtig. Ich werde im September wieder das Malen beginnen :)
Es freut mich, dass du mittlerweile beschwerdefrei bist und für dich ne Tätigkeit gefunden hast, was dir gut tut und Freude macht.
Ich denke, dass wichtigste ist, nicht zuhause sich zu isolieren, immer ein Stück für Stück wieder in die Gesellschaft zurück zukommen. Bei Bedarf natürlich sich auch professionelle Hilfe zu holen, wenn z.b. Ängste da sind, oder das Traumata verarbeitet gehört.
Mein Arbeitgeber meinte auch, dass eine Wiedereingleiderung selbstverständlich möglich ist. Das soll ich mit meinem Hausarzt besprechen. Der Neurochirurg der mich operiert hat, den sehe ich normalerweise erst Ende Oktober bei einer Nachkontrolle in München wieder. Ich könnte mich höchstens mal telefonisch nach seiner Meinung erkundigen.

Wie habt ihr es mit der Narbenbehandlung gemacht? Ab wann habt ihr daran jemanden massieren lassen? Ich weiß, dass es wichtig ist, verheilte Narben leicht zu massieren, damit keine Verklebungen/Vernarbungen entstehen. Es ist trotzdem ein unangenehmes Gefühl. Wie ging es euch damit?

Ich bedanke mich bei euch allen für eurer Genesungswünsche.

Lg Stella2
Stella2
KaSy
30.08.2021 13:50:40
Liebe Stella2,
AHB = Anschlussheilbehandlung
AR = Anschlussrehabilitation

Beides sind verschiedene Bezeichnungen für eine stationäre Rehabilitation im Anschluss an eine stationäre Behandlung in einem Krankenhaus, bei der eine Operation erfolgte.
Nach Hirntumoroperationen steht sie den Patienten zu.

(Sie müsste Dir von Deinem Neurochirurgen vorgeschlagen worden sein, wenn nicht ... ?)

Sie wird im Krankenhaus vom Neurochirurgen beantragt, der Antrag wird an den Sozialdienst der Klinik weitergeleitet, dieser kommt kurzfristig zum Patienten und füllt nach dessen Angaben den Antrag für die Krankenkasse aus. Diese muss die AHB/AR genehmigen.
Der Sozialdienst schlägt auch Kliniken vor, mit denen die Krankenkasse Verträge hat.

(Wenn man bereits vorher weiß, dass man eine AHB/AR möchte, könnte man sich zuvor eine Wunschklinik aussuchen.)

Die AHB/AR sollte innerhalb von 14 Tagen nach der Entlassung aus der Klinik begonnen werden, es sei denn, es geht einem so schlecht, dass ein direkter Transport dorthin erfolgen muss.
Da das bei Hirntumorpatienten meist nicht der Fall ist, ist es für sie günstig, sich zunächst zu Hause von den Belastungen durch die OP zu erholen, damit das Programm in der Rehaklinik auch durchgeführt werden kann, das zum Aufbau der eigenen Kräfte, zur psychischen Stabilisierung und für spezielle OP-Folgen individuell mit einem Arzt der Reha-Klinik geplant wird.

Das ist auf jeden Fall ein sehr einfacher Weg, um eine Rehabilitation zu beginnen, da einem organisatorisch alles abgenommen wird und man rasch in die Rehaklinik kommt.

Falls eine AHB/AR nicht in der Klinik beantragt wird (bei mir nach der 3. OP) oder von der Krankenkasse abgelehnt wird (wie ich es nach meiner 4. OP + 2. Bestrahlung und der 5. OP + 3. Bestrahlung erleben musste), ist die Beantragung über den Hausarzt und die behandelnden Ärzte mit deren Gutachten komplizierter und umständlicher und es dauert sehr viel länger, bis man in eine Reha-Klinik fahren kann.

Der einzige Vorteil dieses Umweges ist der, dass man in der Wahl der medizinischen Ausrichtung der Reha-Klinik freier ist. Denn da es keine auf Hirntumoren spezialisierte Kliniken gibt, werden AHB/AR bei Meningeomen nur für neurologische und bei hirneigenen Tumoren auch für onkologische Kliniken genehmigt.

KaSy
KaSy
Gan64
30.08.2021 14:04:23
Hallo,

einmal mehr ein Danke und ein Kompliment an KaSy für die kompetenten, geduldigen und auch gut verständlichen Antworten!
Als ich die Diagnose Meningeom vor gut vier Monaten bekam, habe ich nach Büchern geschaut, um mich mit dem Thema vertraut zu machen. Aber keines ist an das gekommen, was ich hier durch das Forum erfahren habe und nicht zuletzt auch durch die unermüdlichen Antworten von KaSy. Ganz lieben Dank dafür!

Stella2, was genau meinst du mit, dass es dafür keinen Kleber gibt?
Manche berichten von den Titanschrauben, aber andere doch auch von Kleber. Ich hätte sogar gedacht, dass beides parallel eingesetzt wird.
Puh, und dann das Heben des Knochens... kann denn dann nicht die "Schwarte" oder Kopfhaut einreißen?
Hast du das mal einem Arzt gezeigt?
Ich drücke dir feste Däumchen, dass es nicht schlimm ist und sich "mit der Zeit gibt".

Was die Narbenbehandlung betrifft, so hatte ich für die Hand mal Contractubex bekommen, da stand drauf, dass es für alle Narben geeignet sei solange nicht entzündlich.

Liebe Grüße
Gan
Gan64
KaSy
30.08.2021 15:45:21
Hallo, Gan64 @all,
Wenn Teile des Schädelknochens herausgesägt und dann wieder eingesetzt werden, kann das ohne eine Befestigung oder mit Titanklammern oder mit Titanschräubchen geschehen.
(Ob Kleber eingesetzt werden, das weiß ich nicht, bei mir war es nicht so.)
Bei meiner 1. OP wurde das Ersatzteil (eine Plastik aus Palacos = Knochenzement) ohne Befestigung eingesetzt.
Bei meiner 2. OP wurde eine neue Palacos-Plastik mit Titanklammern befestigt.
Bei meiner 5. OP erhielt ich eine zuvor aus PEEK (Poly-Ether-Ether-Keton) individuell in Jena angefertigte Plastik, die in der 6. OP (Rezidiv-OP) laut OP-Bericht "mit 2 Bioplatten refixiert" wurde. (Woraus diese Bioplatten bestehen, weiß ich nicht, war mir auch egal.)
Als Knochenersatz werden auch Titan-Netze eingesetzt, das habe ich von anderen gehört.

Es sind also mehrere verschiedene Methoden mit oder ohne Befestigung.
Allen gemeinsam ist, dass die Ränder der Plastiken nach der Abschwellung der OP- Umgebung tastbar und mitunter auch sichtbar sind.

Der Neurochirurg entscheidet, womit er am besten klarkommt.

Dieses scheinbare Anheben des "Deckels", wie das Teil mitunter auch genannt wird, ist kein Anheben, sondern sieht nur so aus. Tatsächlich schwillt die Kopfhaut nach mehreren Tagen ab und dann sieht man diesen Deckel bzw. seine Ränder vielleicht.

Es kann aber keinesfalls dadurch zum Einreißen der Kopfhaut kommen, dafür ist sie viel zu dick und sehr elastisch, also dehnbar.
Fass mal auf Deine Kopfhaut und Du wirst merken, dass sie überall auf dem Schädelknochen verschiebbar ist. Da besteht also überhaupt keine Gefahr.

Innerhalb von 10 Tagen ist bei den meisten die äußere Naht oder der geklammerte Schnitt so gut verheilt, dass die Fäden oder Klammern entfernt werden können.
Das geschieht heutzutage nicht selten durch den Hausarzt. Man kann deswegen aber auch in die OP-Klinik fahren.
Innerhalb dieser Zeit besteht die Gefahr des Eindringens von Keimen in das Gehirn. Sie wird dadurch verringert, dass man frühzeitig entlassen wird, weil die Krankenhauskeime viel gefährlicher sind, als das, was zu Hause "herumschwirrt". Natürlich muss man in einem Zustand sein, in dem man allein zu Hause klarkommt.

Eine Narbenbehandlung kann erforderlich sein, muss aber nicht. Ich habe mit den 5 Kopf-Narben nichts getan, merke sie auch nicht. Eine von 12/2020 habe ich mit einer normalen Lotion oder Creme behandelt, dabei geht es ja nur darum, dass man ein "Gleitmittel" hat. Ich habe das immer mal beim Fernsehen gemacht und dann war es gut. Auch flächengroße Narben (die am Kopf nicht entstehen) benötigen keine spezielle Salbe, aber sie sollte man durchaus behandeln lassen.

Das Einreißen der Kopfhaut kann eigentlich nur dann passieren, wenn sie viel viel dünner ist. Aber auch dann geschieht es eher nicht. Sehr viel dünner kann sie durch eine Bestrahlung werden, wenn Tumoren bestrahlt werden, die direkt unter der Kopfhaut liegen und dann auch schon den Knochen befallen haben.
Das ist bei mir der Fall. Dennoch bestand diese Gefahr nur punktuell an den 2 kleinen Stellen, wo eine Wundheilungsstörung die vollständige Nahtheilung verhindert hat. Diese Stellen sind zu klein, um die Kopfhaut aufreißen zu lassen. Aber sie stellen wirklich eine Lebensgefahr dar, da ein Eindringen von "was auch immer" recht rasch zu einer Hirnhaut- oder/ und einer Gehirnentzündung führen kann.
Da muss reagiert werden und ich habe die Aussage von mehreren Neurochirurgen gehört, dass sie nach einer gelungenen Hirntumor-OP vor nichts mehr Angst haben, als vor einer Wundheilungsstörung.
Ich kann das sehr gut nachvollziehen, mir ging es so und es hat mit mehreren Operationen mehr als ein Jahr gedauert, bis der OP die erforderliche Nachbestrahlung folgen konnte.

Aber auch das funktioniert, wie man sieht bzw. liest, ich lebe, bin nicht "verblödet" und das Gehirn tut immer noch nahezu alles, was es soll.

Also für Dich, Gan64: Du kannst Bücher lesen und Beiträge im Forum und Fragen über Fragen stellen und Dich auf alles, aber auch alles vorbereiten. Das mag ja ganz gut sein. Aber von all diesen Informationen, die nach einer "Gesamtkatastrophe" klingen, wird bei Dir nur ein winziger Teil tatsächlich eintreten. Und das schaffst Du!

KaSy
KaSy
Gan64
31.08.2021 11:30:12
Hallo KaSy,

ja, du hast natürlich Recht, keine Frage.
Die OP ist in gut drei Wochen und ich drehe langsam auf, mich verrückt zu machen... weiß ja selber, dass das nichts bringt usw. Aber das ist so eine Sache mit dem theoretisch das wissen und es praktisch umzusetzen ;-)

Deine Beiträge sind super, dein Wissen enorm... schon mal daran gedacht, ein Buch zu schreiben? Sozusagen von einer Betroffenen für Betroffene, eigene Erfahrungen, Tipps und so.

Liebe Grüße
Gan
Gan64
Stella2
20.09.2021 14:46:53
Hallo Gan64,
ich denk grad an dich, denn die OP steht an oder ist bereits vollzogen. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass alles gut geht und und wünsche dir gute Ärzte, Schwestern um dich, die ihr bestes geben.

Ich habe seit der OP (28.Juni) Geschmackssinn und Geruchssinnverlust, habt ihr liebe Leser das auch nach der OP erlebt.

Hallo KaSy,
du hast intensiv dich auseinandergesetzt und anscheinend auch nachgefragt bzgl. der Methoden der OP.
Ich wurde vor OP gut aufgeklärt, aber leider habe ich nach der OP nicht genauer nachgefragt, wo sie tatsächlich aufgemacht haben oder wie sie es befestigt haben, weil ich mich auf die Vor-Info verlassen habe.
Nach der Abschwellung der OP Umgebung, sieht man bei mir tatsächlich den OP Bereich und kann es abstasten. Ich bin gespannt ob es für immer (am Stirn) so sichtbar bleibt. Unter den Haaren stört es mich weniger.

Wünsche euch allen weiterhin das Beste und die Freude an den kleinen Genesungsfortschritten und Lebensfreude die wir wieder dadurch bekommen.
GLG Stella2
Stella2
Gan64
20.09.2021 15:44:06
Hallo Stella,

vielen Dank für deine Nachricht, ich bin froh und freue mich, dass du die OP doch soweit gut überstanden hast.
Was sagen denn die Ärzte, kommen Geschmacks- und Geruchssinn zeitnah wieder zurück oder wird das voraussichtlich eine längere Sache?

Meine OP ist von der Uniklinik aus organisatorischen Gründen um zwei Wochen verschoben worden. Macht ich jetzt ziemlich mürbe das Warten, aber nutzt ja nichts.

Dir viele liebe Grüße und schön, dass du dich wieder gemeldet hast!
Gan
Gan64
Toffifee
20.09.2021 18:04:01
Hallo Stella,

der Geschmacks- und Geruchssinnverlust aufgetreten nach der OP sollte sich demnächst zurückbilden / weichen. Bei mir verschwand der Geruchssinn etwa seit Mitte 2008 und die OP war erst zehn Jahre später. Kommt wohl auch nicht wieder.
Manchmal frage ich mich wie man bei mir das Meningeom entfernt hat, zum anderen denke ich man muß ja nicht jedes Detail wissen.
Wenn KaSy ihr Wissen in Buchform sammeln würde, wäre es wohl eher eine Enzyklopädie. Sollte das dann ein Roman oder ein Sachbuch sein?

LG
Willi
Toffifee
Stella2
21.09.2021 00:11:51
Hallo Gan,
schön von dir zu lesen. Ja bin echt froh, dass es keine Komplikationen nach der gab. Bei mir wurden die Klammern bereits am 5 Tag nach der OP entfernt, die Nähte am 9.Tag bei einem Hausbesuch von einer Arzthelferin aus meiner Hausarztpraxis. Habe beides mir schlimmer vorgestellt gehabt als erlebt. Nur beim Fäden ziehen hats tatsächlich etwas gezogen, an Stellen wo das Haar etwas eingewachsen war, aber es war nicht schmerzhaft, sondern nur unangenehm.
Im Klinikum in München haben die Ärzte gesagt, dass es normal ist, dass ich nichts mehr rieche, weil der Tumor auch in der Nähe vom Geruchssinn sich befand, aber das es mit der Zeit sich zurückbilden kann.
Hier im Klinikum wo ich wohne, hat mir die Oberärztin es so erklärt, wenn ich bei intensiven Gerüchen die Gerüche differenzieren kann, dann wurde der Bereich vom Geruchssinn nicht beschädigt und es besteht Hoffnung. Wenn aber allerdings nur der Geruch nur intensiver wird und ich nicht sagen kann wonach es riecht, kann der Bereich beschädigt sein.
Ich soll dem Hirn immer wieder Impulse geben und an intensiven Gerüchen riechen.

Vielleicht hilft dir auch Neurexan, dass habe ich vor der OP genommen zur Beruhigung. Ist pflanzlich/hömopatisches Mittel was ich mir von der Apotheke besorgt habe.
Nutze die zwei Wochen und mache was schönes, was dir gut tut, lenk dich mit schönen Sachen ab, was dir Freude macht, dass kann ein Ausflug sein, Freunde treffen, mit der Familie was machen, ... deinen Hobby`s nachgehen. Jetzt hast du die Zeit und die Kraft dafür, dir was gutes zu gönnen :)

Ich habe in den zwei Wochen vor der OP, meine Besorgungen erledigt (neue Nachtbekleidung besorgt, wo der Halsausschnitt weit genug ist, damit das An- und Ausziehen mir keine Umstände macht), organisatorisches geklärt (Fitnessmitgliedschaft vorübergehend ruhen lassen)... .

Lieber Willi,
deine Neugier kann ich gut verstehen. Denn mich interssiert es im nachhinein schon, wie sie aufgemacht haben, also wie groß es ist. Die Öberärztin hat anhand der Bilder mir die ungefähren Maße gesagt, was ich interessant fand, da es doch nicht wenig war (9 cm länge und 5 cm hoch). Ich werde bei der Nachkontrolle Ende Oktober offene Fragen noch stellen, vorallem wie sie es zugemacht haben also womit.

Ich bin gespannt wie es mir im Oktober geht, wenn ich wieder langsam mit der Arbeit beginne und ob ich in vier Wochen bis November auf meine täglichen 8- 8,5 Std. komme.

Im November (4 Monate quasi nach OP) habe ich meinen ersten Flug nach geplant, auch auf das bin ich sehr gespannt, ob ich was bemerken werde mit dem Luftdruck. Hat da jemand Erfahrung?

Ich finde es sehr schön, sich über diese Themen hier austauschen zukönnen. Danke für eure Beiträge.

Liebe Grüße
Stella2
Stella2
NACH OBEN