www.hirntumorhilfe.de
Herzlich willkommen im Forum der Deutschen Hirntumorhilfe!

Thema: Beule an Stirn. Verdacht auf Meningeom

Beule an Stirn. Verdacht auf Meningeom
Lombard
12.01.2019 20:06:31Neu
Hallo zusammen,
ich bin 42 Jahre alt und die letzten Jahre sind echt klasse für mich gelaufen. Ich habe geheiratet und bin nach langer Wartezeit Vater eines 2 Jährigen tollen Jungen geworden.
Letzte Woche bin ich wegen einer Beule an der rechten Stirn zu meinem Hausarzt. Dieser meinte ich solle mir keine großen Sorgen machen, überwies mich aber zum Röntgen. Der dortige Radiologe hat dann doch gleich ein ct gemacht. Nun habe ich den "Befund" bekommen: möglicherweise Meningeom, vielleicht auch was vollkommen anderes. Nächste Woche soll es dann mit weiteren Diagnosemethoden weitergehen.

Nun endlich zu meinen Fragen. Können sich durch ein Memimgeom tatsächlich Beulen an der Schädeldecke bilden? Und wie übersteht man die Wartezeit bis zu einer endgültigen Diagnose? Könnte heulen wenn ich meinen Kleinen im Arm halte und schwanke zwischen "wird schon" und "ich werde ihn nicht aufwachsen sehen"
Lombard
Hopeness
12.01.2019 20:27:40Neu
Hallo Lombard

Es ist nicht selten, dass Meningeome den Schädelknochen befallen und diesen sogar durchbrechen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich deshalb um eine bösartige Variante dieses Tumors handelt.

Viel wichtiger aber ist, dass Meningeome, so es eines ist, sehr gut therapierbar sind. Kein Grund also zu verzweifeln oder gar an ein vorzeitiges Ableben zu denken!

Es wird operativ entfernt und der Defekt am Schädelknochen mit einer Palacoplastik wieder verschlossen. Klar ist es nicht gerade schön so ein Ding im Kopf zu haben und deshalb eine Kraniotomie über sich ergehen zu lassen, aber du wirst das durchstehen und noch viele viele wunderbare Jahre vor dir haben.

Such dir eine gute neurochirurgische Klinik und einen erfahrenen Neurochirurgen.

Alles Gute
Hopeness
der Meister
12.01.2019 20:29:12Neu
Hallo Lombard,
bei meinem relativ großen Menigeom war von aussen nichts zu sehen.
Auch nicht zu erahnen. Wobei das Menigeom vor allem mit WHO 1 wohl noch zu den besseren Tumoren gehört.
Weiteres steht in meiner Neuvorstellung.


Gruß Klaus
der Meister
Lombard
12.01.2019 21:13:32Neu
Danke euch!
Lombard
KaSy
12.01.2019 22:10:37Neu
Hallo, Lombard,
bei mir war es genauso wie bei Dir.
Mir fiel diese Beule an der Stirn auf und meine Hausärztin schickte mich zum CT und nach dem Befund der Radiologie vereinbarte sie in meinem Beisein einen Termin mit der Neurochirurgie einer Klinik.

Es war ein Meningeom, WHO I, also gutartig, wobei das Wort "gutartig" nicht bedeutet, dass es nicht entfernt werden muss, da es in diesem von außen erkennbaren Stadium bereits die Gefahr in sich birgt, immer mehr vom Gehirn zu verdrängen und Schäden zu verursachen.

Eigentlich ist es ein Glücksfall, wenn ein Meningeom von außen erkennbar ist und nicht durch irgendwelche Ausfälle erst mühselig nach deren Ursache gesucht werden muss.

Genau wie es Hopeness beschrieben hat, wurde es bei mir durchgeführt und der klinikeigene Radiologe, der vor und nach der OP die MRT-Bilder angesehen hat, wunderte sich erst ... und gratulierte dann dem Neurochirurgen für die vollständige Entfernung des Tumors.

Genau wie Du hatte ich eine wahnsinnige Angst um alles, was bei dieser OP passieren kann. Aber es ging alles gut, ich nutzte eine AHB und erholte mich von der belastenden OP mehrere Monate, bis ich wieder zu arbeiten begann.

Das war 1995, ich hatte drei Kinder allein und jetzt haben sie mit ihren Partnern eigene Kinder und ich fünf Enkel.

Habe Mut und Hoffnung, Du wirst es gemeinsam mit Deiner Familie und dem Vertrauen zu den Ärzten schaffen.
KaSy
KaSy
Lombard
13.01.2019 10:20:32Neu
Hallo ihr,

ihr habt mir und meiner Frau gestern tatsächlich sehr geholfen. Ich konnte sogar etwas schlafen. Ich weiß dass man auch nicht googeln sollte, man macht es natürlich trotzdem... Die neue Angst die jetzt aufkommt ist, dass es sich ja auch um eine Metastase eines ganz anderen Krebses handeln könnte. Da ich noch keinen Termin für ein MRT hatte ist dies natürlich nicht auszuschließen, oder? Entschuldigt bitte meine Panikmache, aber diedes warten macht mich verrückt. Morgen erstmal Blutabnahme und Hoffnung auf einen schnellen Termin bei einem Neurochirurgen und MRT.
Lombard
Püppi
13.01.2019 13:07:48Neu
Hallo Lobard,
ich kann dich sehr gut verstehen. Dieser Befund hat wohl jedem von uns "den Boden unter den Füssen" gezogen. Aber versuche bitte positiv zu bleiben und den Mut nicht zu verliefen. Ein Meningeom ist meist gutartig und kann gut behandelt werden. Da kann ich mich KaSy nur anschließen. Such dir einen Neurochirurgen deines Vertrauens, es wird alles wieder gut. Deine Familie wird dir in dieser Zeit die nötige Kraft geben die du brauchst. Wenn du Fragen hast wirst du in hier auch immer auf offene Ohren treffen. Ich wünsche dir viel Kraft alles Gute.
Püppi
Püppi
Äpfelchen
13.01.2019 20:40:20Neu
Hallo Lombard,
es ist doch ein grosses Glück, dass dein - wahrscheinlich - Meningeom so nach aussen gewachsen ist und du sofort etwas unternehmen kannst. Da hast du doch die besten Aussichten.
Mir ging es monatelang sehr schlecht mit erheblichen Ausfallerscheinungen und ich musste erst zusammen brechen, bis mal richtig gründlich untersucht wurde. Da war ich schon bei 5 Ärzten gewesen!!
Nachdem die Diagnose dann feststand, hatte ich auch grosse Angst. Aber das finde ich ganz normal. Eine Woche später folgte die OP; sie ist richtig gut verlaufen und danach war ich in der Anschluss-Heilbehandlung.
Hast du denn Beschwerden? Oder einfach "nur" die Beule?
Versuch ruhig zu bleiben, Panik macht alles noch schlimmer. Du hast eine Familie, die hinter dir steht.
Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück.
Bis bald und viele Grüße
Äpfelchen
Äpfelchen
der Meister
14.01.2019 06:53:26Neu
Hallo Lombard,
dass eine solche Diagnose einem den Boden unter den Füssen weg zieht ist völlig normal, geht wohl jeden so und plötzlich ist nichts mehr wie vorher.


Liebe Grüße Klaus
der Meister
Hopeness
14.01.2019 22:24:41Neu
Mehr als unwahrscheinlich, dass eine Hirnmetastase den Schädelknochen verdickt oder gar durchbricht und was noch viel unwahrscheinlicher ist, dass man einen Primärtumor bis zur Bildung einer Hirnmetastase nicht bemerkt hätte.

Ich verstehe deine Ängste durchaus. Ich konnte mir nicht einmal den Namen des diagnostizierten Tumors merken, den mir der Radiologie nannte. Ich war dazu viel zu aufgewühlt. Die Folge davon war, dass ich den Hirntumor mit der schlimmstmöglichen Art asoziierte und entsprechend schlimme Dinge lesen musste. Vielleicht sogar wollte!

Mach dich also nicht fertig, es lohnt nicht und du machst es damit nicht besser. Vertraue den Medizinern und den Leuten, die hier ihre ganz eigene Erfahrung weitergeben. Eine Garantie gibt es für nichts, aber wenn ein Mediziner sich einen Hirntumor wählen müsste, würde er sich rein prognostisch wohl für ein Meningeom entscheiden.

Kopf hoch, die kriegen das hin...
Hopeness
Lombard
15.01.2019 09:21:09Neu
Hallo zusammen,

neuester Stand. Blut: kein Befund, Lunge ok. Laut MRT ist es ein Menigeom. Morgen habe ich einen Termin in der Neurochirurgie. Der Grad 1-4 wird sicher erst dort bestimmt, oder?

Übrigens möchte ich euch allen von ganzen Herzen danken! Ich bin eigentlich nicht so der Forentyp, aber eure Beiträge haben meiner Frau und mir sehr geholfen. Ihr seid ja (leider) echte Experten.

Ich möchte euch hier auch viel Kraft wünschen. Wir packen das alle!
Lombard
KaSy
15.01.2019 11:34:57Neu
Hallo, Lombard,
es ist gut, dass Du so rasch die Termine für das MRT und die Neurochirurgie erhalten hast.
Im MRT ist ein Meningeom recht gut von den anderen Hirntumorarten zu unterscheiden, aber welchen Grad es hat, kann auch der Neurochirurg nicht (bzw. nicht sicher) entscheiden.
Die weitaus meisten Meningeome haben den WHO-Grad I.
Atypische (WHO-Grad II) sind seltener und anaplastische (WHO-Grad III) kommen kaum vor. Den WHO-Grad IV gibt es bei Meningeomen nicht.

Berichte gern morgen nach Deinem Gespräch mit dem Neurochirurgen.
KaSy
KaSy
der Meister
15.01.2019 12:18:22Neu
Hallo,
KaySy hat Recht, das (WHO 1) wurde bei mir erst nach der OP bestimmt, wenn der Tumor zur Besichtigung/Begutachtung eingeschickt wurde.

Gruß Klaus
der Meister
Hopeness
15.01.2019 15:53:16Neu
Radiologen können in der Form und Konsistenz des Meningeoms ebenfalls Hinweise auf die WHO Einteilung erkennen.

Das letzte Wort hat jedoch das histologische Institut, welches über das entnommene Zellpreparat den entgültigen Befund stellt.

Allerdings wird nie der komplette Tumor untersucht, sodern eben nur Teile. Es kann also durchaus geschehen, dass bei Mischtumoren nur der gute, oder eben auch der schlechte Teil untersucht wird.
Hopeness
der Meister
15.01.2019 16:48:20Neu
Du kennst Dich aber gut aus.

Gruß Klaus
der Meister
der Meister
15.01.2019 20:39:04Neu
Danke,
dass er einen Mediziner nicht ersetzen kann ist klar,
aber gut zu wissen, das mit dem Halbwissen.


Gruß Klaus
der Meister
Hopeness
15.01.2019 20:49:56Neu
Man kann auch seinen erfahrenen Radiologen fragen, dann muss man es nicht lesen, liebe Rieke ;-)
Hopeness
Xelya
15.01.2019 20:55:49Neu
Hallo Lombard,

ich habe bzw. hatte ebenfalls eine solche Beule, allerdings am Hinterkopf. Eigentlich fand ich es ganz gut, dass der Tumor nach aussen wuchs, denn sonst hätte er vllt. auf das Hirngewebe gedrückt und da war mir die Beule doch lieber.

Die Palacosplastik sitzt super, macht null Probleme und ich finde, die Diagnose klingt auf zunächst schlimmer als es ist. Ich habe 3 oder 4 Meningeome (neuestes MRT kann das nicht mehr klar abgrenzen), die alle recht wenige Symptome machen, da sie frühzeitig entdeckt wurden und ich sie behandeln lassen konnte, bevor sie Probleme machten.

Insofern ist nach dem ersten Schock der Diagnose das Gespräch mit einem erfahrenen Neurochirurgen sinnvoll und evtl auch noch eine Zweitmeinung, damit Du entscheiden kannst, wie der Tumor behandelt werden soll.

Ich drück auf jeden Fall die Däumchen für ein optimales Ergebnis.

Rieke30:
Ja, es ist wichtig, im netz gefunden Informationen mit Vorsicht zu betrachten. Aber was glaubst Du, wie Mediziner an ihr Wissen kommen? Ebenfalls zum Großteil durch Lesen.

Wo Hopeness sich sein Wissen angelesen hat, weiss ich nicht, aber ich finde hier im Forum durchaus Menschen, die in Bezug auf Meningeome ein recht fundiertes Wissen vorweisen können, genauso wie ich im Real Life Mediziner finde, die von Meningeomen nicht den blassesten Schimmer haben oder aber veraltetes Wissen zu ihrem eigenen Fachgebiet.

Mein (Insel-)Wissen in Bezug auf Meningeome habe ich mir damals bei Diagnosenstellung ebenfalls angelesen (aus Lehrbüchern meines damaligen Mitbewohners, der Medizin studierte und natürlich zum damaligen Zeitpunkt aktuelle entsprechende Studien.)

Gruß
Xelya
Xelya
Lombard
16.01.2019 19:09:43Neu
Hallo Ihr,

heute hatte ich den Termin beim Neurochirurgen. Da ich keine Ausfälle habe und das Meningeom relativ klein ist gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder in einem Vierteljahr wieder zum MRT und gucken wie es gewachsen ist oder OP. Die Beule kam ihm merkwürdig vor, da sie seiner Meinung nach nicht unbedingt etwas mit dem Meningeom zu tun haben muss.

Das könnte man am besten nach einer Biopsie des Gewebes nach der OP bestimmen.

Wie würdet ihr entscheiden. OP oder abwarten?
Lombard
der Meister
16.01.2019 19:33:45Neu
Hallo Lombard,
gute Frage, die Entscheidung kann Dir vermutlich keiner abnehmen.
Gutartige Meningeome wachsen in der Regel langsam, hier ist Abwarten evtl. besser und hol Dir eine 2. Meinung ein.
Auch ich hatte heute die Besprechung meiner MRT Bilder von letzter Woche.
Kein neues Wachstum, alles gut.
Auch die verkrusteten Stellen (wo der Tumor lag) machen einen guten Eindruck.

Gruß Klaus
der Meister
Püppi
16.01.2019 21:00:13Neu
Ich würde mir auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen und erst dann entscheiden. Ich habe es ebenso gemacht und bin habe dann nach Bauchgefühl entschieden, bei mir war es für eine OP. Wenn es eilig wäre hätte der Arzt es dir gesagt, also entscheide in Ruhe. Alles Gute weiterhin.
Grüsse
Püppi
Püppi
Hopeness
16.01.2019 22:42:04Neu
Hallo Lombard

Ich schätze mal, dass die Beule dann durch eine Knochenverdickung kommt, die das Meningeom verursacht hat. Das passiert, muss aber nichts schlechtes bedeuten.

Was die Behandlung eines Meningeoms angeht, ist das Ziel der Ärzte immer die Lebensqualität zu erhalten, ohne dabei zu viel Risiko einzugehen.

Das heisst, so lange das Meningeom keine Symptome macht und keine Gefahr besteht dass irreparable Schäden entstehen, wird ein Arzt immer auf die Karte "Zeit" setzen.
Warum sollte man auch ein Risiko eingehen, wenn keine Notwendigkeit besteht.

In solchen Fällen wird nach 6 Monaten nochmals ein MRT gemacht, um die Wachstumsgeschwindigkeit zu beurteilen. Ist dieses im Rahmen wird jährlich kontrolliert. Ein normales Wachstum liegt übrigens bei 1-2 mm pro Jahr. Wenn man Glück hat, kann ein Meningeom aber auch über Jahre zum Stillstand kommen.
Wird es dann von der Grösse her problematisch oder verursacht es neurologische Probleme, kann immer noch eingegriffen werden und hat Zeit gewonnen. Dass ein Meningeom überhaupt nicht mehr wächst kommt vor, aber ist eher selten.

Für mich ist diese abwartende Haltung eine sehr vernünftige Lösung und wenn der Neurochirurg dazu rät, würde ich das ernsthaft in Betracht ziehen. Ich hatte diese Möglichkeit nicht, weil mein Meningeom bereits neurologische Störungen verursachte und daher raus musste, ehe irreparable Schäden entstehen.

Einziger Haken dabei ist die psychische Belastung, weil man weiss das der Tumor im Kopf ist. Man hat es also quasi noch vor sich, wobei ich 18 Monate nach der OP nicht viel anders denke als vor der OP. Wenn du also ein cooler Typ bist und damit leben kannst, der Tumor noch keine signifikante Grösse hat, würde ich dem Rat deines Neurochirurgen erstmal folgen!

Auf der anderen Seite ist da dein noch junges Alter. Bei einer Lebenserwartung von ca 75 Jahren, hast du natürlich noch viel Zeit an deinem Meningeom zu brüten. Kurz gesagt, es wird vermutlich irgendwann der Tag kommen, an dem der Tumor entfernt oder bestrahlt werden muss.

Bis dahin hast du jedoch Zeit gewonnen, denn nach der OP ist nicht gesagt, dass der Tumor für immer aus deinem Leben verschwindet. Zum besseren Verständnis. Lässt du es heute operieren wäre es gut möglich, dass du an dem Tag bereits ein Rezidiv hättest, an dem der erste Tumor mit der "Wait and See" Taktik erst hätte entfernt werden müssen. Ich weiss, es klingt seltsam und es wird hier "schlaue Menschen" geben die das nicht im Ansatz verstehen können, aber dieses Szenario ist möglich, da nachwachsende Tumore aufgrund der erhöhten Platzverhältnisse durch den ersten Tumor oft ungehemmter wachsen.

Ich hoffe du erkennst aus meinen Ausführungen, das die "Zeit" der Schlüssel für eine langfristig gute Therapie und Erhalt der Lebensqualität entscheidend sein kann. Zeit zum eingreifen bleibt immer und Meningeome streuen mit Ausnahme der anaplastischen Variante nicht, bleiben in ihrem Kokon und infiltrieren das umliegende Gewebe sehr sehr selten, was man in den MRT Untersuchungen (Gutartige Tumore sind gut abgegrenzt vom umliegenden Gewebe) rechtzeitig erkennt. Ein mehr als kalkulierbares Risiko.


Die zweite Variante ist die Operation. Die radikale und effektivste Art, den Tumor los zu werden. Hier muss der Neurochirurg das Risiko abschätzen und dich informieren, was ausser den üblichen OP Risiken für Schäden durch den Eingriff drohen.
Wird der Tumor komplett entfernt und ist es ein WHO 1 Meningeom, stehen die Chancen statistisch gesehen bei etwa 6:1 dass du nach ein paar Jahren Nachsorge nichts mehr mit diesem Thema zu tun hast. Allerdings muss man auch hier das Alter mit einbeziehen. Hat man noch 40 Lebensjahre vor sich, hat man natürlich auch noch eine Menge Zeit nochmals solch ein Gewächs zu produzieren.

Alles kann, nichts muss und es gibt keine Garantie für irgendwas. Man kann auch an etwas anderem sterben, ehe der Tumor überhaupt zum Problem wird. Ich hoffe du verstehst es so, wie ich es meine.

Die dritte Möglichkeit ist die Bestrahlung des Meningeoms, welches bist zu einer Grösse von 3cm jederzeit möglich ist, so daß umliegende Gehirnareal diese Prozedur toleriert. Ich sehe jedoch die Bestrahlung als "Joker" in der Therapie eines Meningeoms und werde deshalb hier auch nicht so genau darauf eingehen. Wenn man einmal nicht mehr operieren kann, ist immer noch genug Zeit für die zerstörerischen Strahlen, weshalb man sich diese Möglichkeit besser bis zum Schluss aufhebt, zumal die Langzeitfolgen trotz neuester Technologie nicht sicher auszuschließen sind.

Alles hat vor und Nachteile und am Ende muss jeder seinen Weg finden um mit dem Problem umzugehen oder es zu beseitigen. Der Neurochirurg deines Vertrauens wird dich hierin nach bestem Wissen und Gewissen beraten. Ob du einen zweiten Neurochirurgen brauchst, muss dir dein Gefühl sagen.

So, genug getextet und das sind einfach meine Gedanken dazu. Ich hoffe es sind ein paar hilfreiche Ansätze dabei für eine solch schwierige Entscheidung. Es ist nicht alles schwarz oder weiss, manches kann Vorteile haben, aber auch Nachteile bringen.

Auf was es am Ende ankommt ist "Zeit & Lebensqualität", die es bestmöglich zu erhalten gilt. Je weniger eingegriffen werden muss, desto geringer ist das Risiko von Schäden durch die gewählte Therapieform. Man muss dabei aber auch gut aufpassen und rechtzeitig eingreifen, wenn der Tumor zu aktiv wird. Der Neurochirurg wird, egal wie deine Entscheidung ausfällt, einen Plan haben.

Nimm dir Zeit und alles Gute!
Hopeness
Lombard
17.01.2019 09:57:36Neu
Hallo,

ich habe noch Zeit bis zum 30.01. und werde noch ein wenig darüber nachdenken. Aktuell kann ich mir nicht vorstellen wie ich es aushalten soll zu wissen dass da so ein Ding in meinem Kopf sitzt und langsam vor sich hin wächst.

Die Meinung des NC war auch dass ich, in meinem Fall, auch ein Viertejahr bis zum nächsten MRT warten könnte und dann sehen wir weiter. Ich tendiere zur Zeit eher zu einer OP. Auch wenn es noch keine Ausfälle gibt, auf die ich aber auch nicht warten will.

Ihr habt etwas von Bauchgefühl geschrieben... und dies ist mein Aktuelles.

Ich habe mir vorsorglich den Termin 31.01. geben lassen, kann diesen aber auch noch absagen.

Danke euch allen.
Lombard
KaSy
17.01.2019 12:32:25Neu
Hallo, Lombard,
ich kann Hopeness in Allem zustimmen.
Einige wenige Ergänzungen habe ich:

- Wenn das ein Meningeom ist und sich so dicht unter der Kopfhaut im Schädelknochen, der Hirnhaut und darunter befindet, dann würde eine Bestrahlung einen dauerhaften Haarverlust an der bestrahlten Stelle haben, da die Haarwurzeln aus dem Bestrahlungsfeld nicht herausgenommen werden können. Dabei wird diese Stelle deutlich größer sein als die jetzt sichtbare Beule.
Weitere Bestrahlungsfolgen sind meist vorübergehend, aber können Dich monatelang belasten.

- Demzufolge und wegen der günstigen Erreichbarkeit wird eine Operation bevorzugt werden. Dabei würde der entnommene Teil des Schädelknochens und der Hirnhaut ersetzt werden. Damit haben die Neurochirurgen aber sehr langjährige Erfahrungen und die Betroffenen haben höchst selten Probleme damit.

- Ob sich Dein Meningeom noch in einem "Kokon" (oder einer "Hülle") befindet, da bin ich mir wegen des vermutlichen Befalls des Schädelknochens nicht so sicher. Das spricht aber nicht dagegen, dass es sich um ein WHO I-Meningeom handelt.

- Falls es Dir gelingen sollte, zu warten, ist dieser erste 3-Monatszeitraum gut. Es ist möglich, dass Deine Besorgnis im Laufe der Zeit geringer wird. Der Vorteil des Abwartens liegt auch darin, dass die OP-Methoden immer präziser werden. Ein Nachteil könnte es irgendwann werden, wenn bei Dir Erkrankungen auftreten, die das generelle OP-Risiko erhöhen. Aber auch hier "schläft die Forschung nicht".

- Du musst Dich Ende Januar nicht endgültig für eine OP entscheiden. Wenn doch, kannst Du sie auch noch absagen. Das Gespräch solltest Du für alle Fragen nutzen, die Du Dir bitte aufschreibst.

Mich interessiert noch, wie groß Deine Beule ist und wann Du sie erstmals bemerkt hast. Das könnte ein Zeichen für die Wachstumsgeschwindigkeit sein. Für Deine eigene Beruhigung kannst Du versuchen, die Beule in ihrer Ausdehnung zu messen, allerdings höchstens monatlich. Das ist einerseits ein Vorteil, dass man selbst zwischen den MRT kontrollieren kann, es kann aber auch zum Nachteil werden, wenn es Dich immer wieder an "das Ding im Kopf" erinnert. Allerdings tut es das durch seine äußere Sichtbarkeit ja sowieso.

Ich wünsche Dir ein gutes Gespräch mit dem Neurochirurgen!
KaSy
KaSy
Hopeness
17.01.2019 12:34:32Neu
Bedenke, auch wenn es raus ist wird es mindestens 5 wenn nicht sogar 10 Jahre (Nachsorge / Kontrolle) ein Teil deines Lebens bleiben. Es ist zwar nicht mehr im Kopf, aber in deinen Gedanken wird es immer eine Rolle spielen, wenn auch mit den Jahren weniger oft.

Erstmal den Schock der Diagnose verdauen, die Erkrankung als solche annehmen, dann tust du dich leichter. Der Tumor ist nun ein Teil deines Lebens und es dauert seine Zeit, ehe er dir keine Angst mehr macht. Zeit...

Alles Gute
Hopeness
Lombard
17.01.2019 13:07:05Neu
Ich danke eich für die ausführlichen Texte. Und wie ich sehe fällt euch so eine Entscheidung auch nicht leicht. Ich werde jetzt erstmal ein paar Tage wegfahren und nachdenken. Bisher tendiere ich allerdings doch zu einer OP. Kann sich natürlich alles noch mehrfach ändern.

@Klaus ich freue mich zu hören, das soweit alles gut ist und drück die Daumen, dass es auch so bleibt.
@Hopeness und KaSy: ihr habt mir viele Gründe genannt in Ruhe nachzudenken. Dies werde ich nun tun.

Tausend dank
Lombard
NACH OBEN