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Thema: Cortison Dosierung durch Hausarzt oder Neurologe?

Cortison Dosierung durch Hausarzt oder Neurologe?
Lotto-fee
10.10.2018 19:24:04Neu
Hallo ihr lieben,
meine Mama hat seit 09/2018 ein diagnostiziertes Glioblastom IV, inoperabl, nicht methyliert. Sie hatte nach Biopsie und Ergebnisverkündung ein niedrig dosiertes Cortison (2mg morgens). Nachdem sich ihr Zustand in den letzten Wochen stark verschlechtert hat, während wir zusammen im Urlaub waren, habe ich telefonisch mit der Uniklinik abgesprochen, dass das Cortison auf 8mg morgens erhöht wird.
Unser Hausarzt hat gerade Praxisferien, nächste Woche Montag beginnt die Bestrahlung ohne Chemo.
Jetzt meine Frage.
Wer legt am sinnvollsten die Dosierung des Cortison fest? In der Uniklinik war zwar der Eingriff, aber in der Neurochirurgie, mit denen haben wir jetzt ja erst mal nix mehr zu tun. Das Krankenhaus in dem die Bestrahlung stattfindet, hat auch eine neurologische Abteilung, die haben mir aber erst in zwei Wochen einen Termin gegeben. Bei Nachfrage nach einem früheren Termin lautete die Antwort, dass dies ja ein Krankenhaus sei, hier käme man nur in Notfällen hin, ich solle zum Hausarzt gehen.
Jetzt fühle ich mich bei so einer schweren Erkrankung beim Hausarzt allerdings nicht ganz an der richtigen Stelle. Seit ihr zusätzlich noch bei einem niedergelassenen Neurologen? Von wem lasst ihr eure aktuelle Cortison Einstellung kontrollieren? Bei der Strahlentherapie ohne Chemo ist doch wahrscheinlich kein Arzt dabei, der das entscheidet? Ich würde ja den Hausarzt befragen, aber der ist eben im Urlaub und ich bin gerade überfragt, mit wem ich jetzt einen Termin machen kann.
Danke im Voraus, lotto-fee

Ps es geht mir nicht um eure Einschätzung zur Medikation, sondern mehr um eure Vorgehensweise, wann trifft man sich mit welchen Ärzten, wer ist für was zuständig.
Lotto-fee
suace
10.10.2018 20:12:58Neu
Unsere Hausärztin steht immer in Kontakt mit den behandelnden Ärzten im KH. Das halte ich für die optimale Betreuung.
suace
TumorP
10.10.2018 20:39:09Neu
Für den "sofortigen" Gebrauch zu der Vertretung, des Hausarztes. Dann habt Ihr ggf. ein paar mg Kortison, damit die evtl. Schwellungen zurückgehen. Bei der Bestrahlung den Arzt fragen, welche Dosierung er empfehlen würde.
Viele Grüße
TumorP
KaSy
10.10.2018 20:47:14Neu
Bei der Strahlentherapie muss immer ein Facharzt für Bestrahlungen anwesend sein. Er ist nicht stets bei der Bestrahlung dabei, aber nach Anfrage bei den Schwestern direkt vor der Bestrahlung kommt er hinzu.

Er ist während der Zeit Euer Ansprechpartner für das gesamte Befinden, für die Ergebnisse der wöchentlichen Bluttests und speziell auch für Cortison sowie Alternativen.

Die Strahlentherapeuten in unserem KH sind gleichzeitig Onkologen, also "Radioonkologen", sie kennen sich also auch mit Krebstherapien aus, auch wenn sie sie nicht selbst durchführen.

Sie bzw. das Personal am Bestrahlungsgerät bemerken ja auch, wenn etwas anders als am Vortag ist, was auf akute Strahlenschäden (Ödem z.B.) zurückzuführen wäre und eine Änderung der Cortisondosis erfordern könnte.

Der Strahlenarzt würde auch Kontakt mit anderen Ärzten, die die Patientin kennen, aufnehmen. Gerade während der Strahlentherapie ist man täglich direkt unter Kontrolle.

Zumindest habe ich das bei meinen drei Bestrahlungsserien so erlebt.

Alles Gute
KaSy
KaSy
Lotto-fee
10.10.2018 22:48:20Neu
Super, vielen Dank für die Antworten, das hat mich weiter gebracht! Danke KaSy für den detaillierten Einblick, das beruhigt.
Lotto-fee
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