Liebe Alle hier im Forum,
erstmal vorab ein DANKE für all eure Beiträge, die mir in den letzten Monaten schon oft sehr geholfen haben!!! Manche Namen begegnen mir immer wieder und werden mir allmählich vertraut.
Dennoch habe ich das Bedürfnis nach Gleichgesinnten zu suchen, um Erfahrungen austauschen zu können.
Ich, w 56, hatte ein 1x1x1cm kleines Meningiom, das 01/2024 zufällig entdeckt wurde, war also ohne Symptome unterwegs. Es lag sehr gut erreichbar, linkshämisphärisch parieteal, also direkt an der äußeren Hirnhaut, also auch eine "Top-Lage", wenn man denn davon sprechen kann. Es wurde nach einer 3. Verlaufskontrolle, die langsames aber stetes Wachstum zeigte, am 30.04. 2025 operativ in Wuppertal entfernt.
Ich gehörte zu denen, bei denen die Regeneration grundsätzlich sehr gut hätte verlaufen können, motorisch, neurologisch alles bestens. Auch ich habe, die "Euphorie" nach der OP verspürt, war aber auch vorher entspannt und gelassen, voller Vertrauen in Neurochirurgin!
Ihr hört das aber hallen....
Noch immer bin ich nicht wieder arbeitsfähig (wobei ich als Lehrerin auch nicht gerade in einem geeigneten Umfeld arbeite).
Es gibt bei allem geschilderten kleine Schritte der Verbesserung, keine Frage. Die Hochs werden höher die Tiefs werden - nein nicht tiefer ;-) - sie werden flacher. Das sehe ich, das erkenne ich an. Und dennoch, habe ich mit diesem zähen Genesungsverlauf nicht gerechnet.
Meine Konzentration ist extrem eingeschränkt.
Ich bin hochsensibel bei "Lärm" (wobei Lärm auch schon Cafegeräusche, Musik, Einkaufen oder mehrere Personen in einem Raum sein können) und auch bei optischen Reizen (zu wild gemusterte Fliesen, zu schnelle Schnitte beim Fernsehen, aber das ist alles tolerabel).
Ich bin toal erschütterungsempfindlich. Fahrrad fahren, selbst längere Autofahrten, schnelleres Gehen verursachen Probleme.
Ich bin noch immer unglaublich schnell erschöpft.
All das verursacht bei ein Summen im Kopf, ein Vibrieren, es fühlt sich an wie eine Reizung im Gehirn, eine Meningitis, oder eine Gehirnerschütterung.
Ich schlafe min die Hälfte des Tages, manchmal auch mehr.
Alle, denen ich diese Symptome beschreibe, können das nicht nachvollziehen. Ich habe eine gute Ärztin, die mir sagt, es dauert, so lange es dauert und ich soll mir die Zeit nehmen. Meine Neurochirurgin hat auch mich vor emotionalen Einbrüchen gewarnt (die auch immer mal kommen).
Ich mahne mich zu Geduld und Ruhe.
Ich lese hier von Verläufen, die ähnlich sind, aber nach deutlich schwierigeren Eingriffen.
Ich höre von Prozessen der Heilung die auch mal 2 Jahre dauern können, aber nach einer so "leichten" (und natürlich doch auch großen! das weiß ich!!!) OP?
Und dennoch überkommt mich manchmal die Sorge, dass es so bleiben könnte.
Mein erster Rehaversuch scheiterte an dem Umfeld, das eine Rehaklinik zwangsläufig bietet: zu viele Menschen, zu laut, kaum ein Angebot, was zu mir gepasst hätte, an Sport ist nicht zu denken, Gruppengespräche halte ich nicht aus; Essen in Hallen ertrage ich nicht.
Ich fühle mich zu Hause (alleinlebend aber in guter sozialer Struktur) immer noch am besten aufgehoben.
Ich würde gerne eine neuropsychologische Reha machen, aber wo gibt es das - ohne umgeben von schwerkranken zu sein, gegen die ich natürlich nichts habe. Aber dann schweift mein Blick wieder von mir weg, auf das viel größere Leiden aller anderen (was ja auch stimmt), aber wo ich meine OP dadurch bagatellisiere (wozu ich sicherlich manchmal neige...war ja ein Routiuneeingriff .... ja, ich weiß, natürlich nicht für mich), und mich nicht mehr um mich kümmere. Aber das ist jetzt meine Aufgabe.
Also wer kennt einen guten Ort für mich?
Ich hatte großes Glück. Aber ich hatte auch eine Kopf-OP. Wo finde ich mich da wieder mit meinen Problemen, die ich immer noch habe.
Es tat schonmal gut, hier zu schreiben, und natürlich freue ich mich auch über Rückmeldungen, ggf auch fachliche.
Habt alle einen guten Start in das Neue Jahr. Vor allem Gesundheit wünsche ich allen, die in der Situation sind, sich hier anmelden zu müssen.
Liebe Grüße
Thea
"Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht"