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Thema: Ein Abschied für immer - so unsagbar schwer zu ertragen

Ein Abschied für immer - so unsagbar schwer zu ertragen
Sarah65
21.06.2016 09:03:30
Die meiste Zeit hier, war ich nur stiller Mitleser und in Gedanken bei den Betroffenen und Angehörigen, die das gleiche Schicksal ereilte wie uns.
Auch mein Mann hat nun seinen Frieden gefunden und seine letzte Reise angetreten. Leider hat er den Kampf nach fast anderthalb Jahren, gegen diese schreckliche Krankheit - Glioblastom - verloren. Er durfte nur 53 Jahre werden. Wir waren immer guter Hoffnung, dass er zu Denjenigen gehört, die einige Jahre ganz gut mit dieser Diagnose leben können. Anfangs, nach der 1. OP, Strahlen- und Chemotherapie sah es jedenfalls ganz danach aus. Aber trotz allem, wuchs der Tumor weiter. Und nach der 2. OP, Strahlen- und Chemotherapie nahm das Schicksal seinen Lauf, es war nichts mehr, wie es einmal war, der Tumor wuchs unaufhaltsam und die neurologischen Ausfallerscheinungen wurden immer mehr. Das dann alles so schnell ging, hätte Niemand gedacht.
Heute nun, ist ein sehr schwerer Tag für uns. Der Tag der Trauerfeier, wo es noch einmal heißt, Abschied nehmen - diesmal für immer ...
Es ist unsagbar schwer, dies alles zu ertragen. Immerhin waren wir über 30 Jahre zusammen, davon fast 28 Jahre verheiratet.
Ich wünsche allen Betroffenen und Angehörigen hier, alles Gute und viel Kraft.
Liebe Grüße Sarah
Sarah65
Elisa1
21.06.2016 09:33:45
Liebe Sarah,
das tut mir sehr leid. Ich möchte dir mein aufrichtiges Beileid und tiefstes Mitgefühl aussprechen. Diese Krankheit ist wirklich schrecklich. Auch wir hatten bei meiner Mama die Hoffnung, dass sie es vielleicht doch länger schafft als die Prognosen sind.. zumal es ihr die ersten 4 Monate ganz gut ging.. aber dann ging alles so furchtbar schnell.. und am 4.4., nur 8 Monate nach der Diagnose hat sie den Kampf verloren..
Ich wünsche dir für die Trauerfeier und auch für die kommende Zeit ganz viel Kraft und alles alles Liebe!!!
Ich umarme dich und drück dich ganz fest,
Elisa
Elisa1
Tulpe15
21.06.2016 11:40:24
Mein Beileid :(
Ich wünsche euch für Heute ganz viel Kraft.
Mir fehlen die Worte es ist nur furchtbar :(
Trauzeuge grüße
Tulpe15
Lara
21.06.2016 12:08:12
Liebe Sahra,

es tut mir so leid. Mir fehlen die Worte.
Ich wünsche dir viel Kraft, gute Freunde und Familie die dir jetzt zur Seite stehen.

LG

Lara
Lara
JosefundMari
21.06.2016 22:59:49
Liebe Sarah,
Wie ähnlich doch die Beschreibungen und Schicksale sind. Mein Mann hatte ein Astrozytom 3, 13 Monate Kampf. Verstorben mit 53 Jahren am 9.6.2016. Ständiger geistiger und körperlicher Abbau. Sechs Tage vor seinem Tod fand ich ihn morgens bewusstlos im Bett. Schlucken war nicht mehr möglich. Er hatte für diesen Fall verfügt, keine künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr. Wir wurden wunderbar betreut vom SAPV -Team. Absolut zu empfehlen. So konnte er friedlich zu Hause sterben im Beisein meiner Tochter und mir. Es ist unfassbar, aber wir haben das Gefühl alles uns mögliche getan zu haben.
Alles Gute Euch allen.
JosefundMari
Elru
22.06.2016 08:09:49
LIebe Sarah,

Es ist eine so schwere Zeit und das Herz zerreißt fast. Selbst ist man auch an der Grenze angekommen - psychisch wie physisch. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass auch du wieder Kraft schöpfen kannst nach einer Zeit der Trauer. Ich selbst bin noch in den Anfängen, auch ich habe vor gut einem Monat meine große Liebe gehen lassen müssen. Bin aber fest davon überzeugt, dass es nach dem Tod weitergeht und wir uns eines Tages Wiedersehen werden. Er ist bei mir und das spüre ich. Öffne deine Sinne dafür.
Ich umarme dich ganz herzlich und sende dir mein aufrichtiges Beileid.
Elo
Elru
blondi
22.06.2016 21:39:51
Liebe Sarah,
wie sehr kann ich Deinen Schmerz verstehen.Meinen Mann mußte ich vor 6 Wochen "gehen" lassen.Der Schmerz ist nicht zu ertragen.Man möchte vor Verzweiflung schreien - ABER es nutzt nichts.Man muß alles verkraften. 30 Monate haben wir gehofft, gekämpft UND dann -alles vorbei - für immer.Ich weiß nicht, wie man alles verkraften soll.
Ich hoffe, Du kannst Deinen Schmerz verkraften und sende Dir mein herzliches Beileid
Blondi
blondi
Editschen
29.06.2016 15:17:21
Liebe Sarah,
es tut mir so sehr leid, so viel kummer, so viel schmerz, kaum zur begreifen. Wir hoffen nicht mehr, wir kämpfen aber noch um jeden guten Tag den wir bekommen können, so viel sind es leider nicht mehr. :-(
Mein tiefstes beileid und viel Kraft für die nächste Zeit
im Herzen verbunden
LG Edda
Editschen
Sarah65
15.07.2016 19:41:36
Hallo Ihr Lieben,
Elisa1, Tulpe15, Lara, JosefundMari, Elru, Blondi und Editschen. Vielen Dank für Eurer Mitgefühl und die tröstenden und Kraft spendenen Zeilen. Ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Es ist sehr schwer, dass Alles durchzustehen. Die Trauerfeier, haben wir nun inzwischen auch überstanden, es war noch einmal ein sehr schwerer Tag. Ich weiß nicht, was Ihr macht, wie Ihr das alles durchsteht. Ich bin seit dem Tod meines Mannes in einer Art Schockzustand, ich kann nicht mal mehr weinen. Sonst würde ich es sicher Tag und Nacht tun. Es ist einfach nur zum Davonlaufen. Was unternehmt Ihr, um die Zeit der Trauer besser zu verkraften?
Euch allen alles Gute und viel Kraft!
Sarah
Sarah65
TumorP
16.07.2016 18:25:02
Hallo Sarah65,
es ist normal in so einer schlimmen Situation nicht zu weinen. Es ist auch normal zu weinen. Da ist jeder anders. Versuch, wenn möglich abzulenken - spazieren gehen - auch allein zum nachdenken - auch mit anderen Menschen um abgelenkt zu sein. NUR NICHT dauern abkapseln und allein sein.
Viel Kraft
TumorP
TumorP
Sarah65
16.09.2016 13:14:55
Hallo Ihr Lieben,
mittlerweile ist es nun ca. 3 Monate her, wo mein Mann den Kampf gegen diese schreckliche Krankheit Glioblastom verloren hat. Die letzten Tage seines Lebens begleiteten wir ihn auf der Palliativstation. Es ist immer noch sehr schwer, dass Geschehene zu verarbeiten und mit der Situation klarzukommen. Mir stellt sich nun die Frage, ob ich der Einladung von der Palliativstation zur Gedenkfeier der Verstorbenen, Folge leisten soll? Ich weiß nicht, wie ich es richtig mache, kann ich dann vielleicht alles besser verkraften oder wird nur alles wieder aufgewühlt? Oder muss ich vielleicht ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich nicht daran teilnehme?
War Jemand von Euch auch schon in dieser Situation und was habt Ihr gemacht? Und wie habt Ihr Euch dann gefühlt, je nach Entscheidung?
Alles Liebe und viel Kraft den Betroffenen und Anghörigen.
LG Sarah
Sarah65
asteri1
16.09.2016 13:44:51
Hallo Sarah,

verhalte Dich einfach so wie Du Dich fühlst. Die Gedenkfeier ist ein nett gemeintes Angebot des Trägers zusammenzufinden und noch mal gemeinsam Abschied zu nehmen. Vielleicht ergeben sich so nochmal persönliche Kontakte oder es entstehen Selbsthilfegruppen zur gemeinsamen Trauerbewältigung. Pflichtveranstaltungen sind das nicht. Wenn Du lieber fernbleiben möchtest, brauchst Du kein schlechtes Gewissen zu haben. Jeder hat dafür sicherlich Verständnis.

Wenn Du Dir unsicher bist, kannst Du auch hingehen, sehen wie Du Dich fühlst, und jederzeit wieder gehen.

Alles ist möglich!

LG und viel Kraft,
asteri
asteri1
Schnupsi
16.09.2016 13:53:13
Hallo Sarah!

Erst mal mein Beileid.

Mein Lebensgefährte ist vor 1 Monat im Hospiz gestorben, er durfte auch nur 55 werden. Der Verlauf war dem Deines Mannes sehr sehr ähnlich.

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich habe schon vor zu der Gedenkfeier im November zu gehen. Es wird zwar sehr schwer, aber ich möchte es eigentlich aus Respekt vor dem wirklich ausgesprochen netten Personal dort machen, da sie diese Events mit sehr viel Liebe und Sorgfalt organisieren und was Gutes damit tun wollen.

Alles Liebe,
Biggi
Schnupsi
rokohu
18.09.2016 00:56:03
Liebe Betroffenen,
Möchte euch mein herzlichstes Beileid aussprechen. Wünsche euch viel Kraft und Energie bei der Bewältigung der nächsten Tage.
Auch ich habe nach fünf jährigen Kampf meine Tochter durch einen gemeinen glioblastom verloren
Herzliche Grüße
Rokohu
rokohu
Sarah65
25.09.2017 13:45:54
Auch ich möchte mich mal wieder zu Wort melden. Und schreiben, wie es einem so ergehen kann. Es ist schon schlimm genug, wenn man einen geliebten Menschen für immer verliert aber noch schlimmer ist es dann, wenn es keinen Familienzusammenhalt gibt und man noch Vorwürfe gemacht bekommt. Ein halbes Jahr später, als mein Mann die Diagnose Glioblastom erhielt, hatte unser Sohn Hochzeit. Jeder Betroffene oder Angehörige hier weiß, dass einem diese Diagnose erstmal den Boden unter den Füßen wegreißt. Ich hatte also keine Nerven und Gedanken an eine Hochzeitsvorbereitung und brachte mich somit wenig dafür ein. Heute nun, bekomme ich dies alles vorgehalten und zu spüren, von meinem Sohn und dessen angeheirateter Verwandtschaft. Ich hätte mich um nichts gekümmert aber wir hätten mitgefeiert. Ja, wir waren anwesend, feiern kann man das nicht nennen. Zwischendurch musste sich mein Mann immer mal wieder hinlegen, somit hatte er nicht alles mitbekommen und wir waren die ersten, die das Fest verlassen hatten. Ich muss mir immer wieder anhören, ich könnte nicht alles auf meinen Mann schieben usw.
Ich bin sehr traurig und finde es schlimm, wenn Menschen kein Verständnis haben, gerade bei solch einer schweren Erkrankung. Ich habe noch immer mit dem Tod meines Mannes zu kämpfen und dann wird einem das Leben noch schwerer gemacht.
Sarah65
Engel 46
05.10.2017 20:47:42
Hallo zusammen,

seit April 2017 verfolge ich hier als stiller Mitleser einige Kommentare. Meine Mutter (55 Jahre) ist wegen starken Kopfschmerzen und Erbrechen an Ostermontag ins Krankenhaus (Uniklinikum Mannheim) gegangen. Dort wurde ein MRT gemacht.. Es hat uns den Füßen unter den Boden weggerissen.. Ein Gliosarkom... Mein Onkel, der Ehemann von meiner Mutter ihrer Schwester, ist vor 15 Jahren an einem Glioblastom gestorben. Er wurde nur 32 Jahre alt...
Wir wussten alle, was das bedeutet und was auf uns zukommt. Wir waren voller Hoffnung, und „klammerten“ uns an diese „2 Jahres-Prognose“, welche man von nahezu von allen Ärzten gesagt bekommt... Sie wurde am nächsten Tag operiert, bekam dann Bestrahlung und Chemo... Ihr ging es soweit gut.. Im August dann das MRT, welches alle 3 Monate bevor stehen sollte. Am 18.08.17 war dieses. Kein Rezidiv, wir waren so glücklich. Noch am gleichen Abend hatte Mama starke Rückenschmerzen und konnte kaum mehr laufen. Wir mussten sogar einen KTW rufen, welcher sie erneut ins Uniklinikum Mannheim gefahren hatte. Dort wurde ein MRT von der Wirbelsäule gemacht. Es waren Schatten zu sehen...Metastasen... Obwohl uns gesagt wurde, ein Gliosarkom/-blastom kann nicht streuen.... Es wurde dann die Wirbelsäule bestrahlt und angedacht, ein anderes Chemotherapeutikum zu verabreichen. Doch soweit kam es nie... Die Schmerzen wurden immer stärker. Daraufhin wurde eine Lumbalpunktion gemacht... Ergebnis, Tumorzellen im Liquor. Wir wussten alle, unausgesprochen- was dies bedeutete.... Meine Mutter bekam nur noch „reine" Schmerztherapie... Sichtlich, ging es ihr jeden Tag schlechter... Wir haben dann beschlossen, sie nach Neustadt ins Krankenhaus Hetzelstift auf die Palliativstation zu verlegen... Dort war sie nur 6 Tage... Am Mittwoch, den 06.09.2017 ist sie dort verstorben, friedlich eingeschlafen...Sie hat nur noch 5 Monate gelebt....
Es ging einfach alles so schnell... Viel zu schnell... Sie wollte doch noch so viel erleben und hatte soviel geplant.. und ihre Enkel sehen... Es ist für mich immer noch nicht zu glauben... Diese schei** Krankheit !!! Ich hätte nie gedacht, dass man SO schnell daran sterben kann... einfach unberechenbar....
Engel 46
Mariechen39
06.10.2017 11:41:45
Hallo Sarah65,
Deine Worte machen mich sehr betroffen, es ist für mich unfassbar, dass Dir Deine (angeheiratete) Familie derartige Vorwürfe macht. Keinem Menschen steht es zu, darüber zu urteilen, und gelinde gesagt, sind Hochzeitsvorbereitungen wirklich das Letzte, um das man sich im ersten halben Jahr nach der Diagnose kümmern kann. Dein Mann hat Deine Unterstützung benötigt, dies kostete unheimlich viel Kraft. Ich finde es sehr schade, dass Dein Sohn dies nicht so sieht und er womöglich nicht fähig ist, mit Dir gemeinsam diese Last zu tragen. Ansonsten könntest Du Dich bestimmt umgekehrt dann auch mehr mit ihm über die Hochzeit freuen.
Der angeheirateten Verwandtschaft steht in keinem Falle ein Urteil zu und ich drücke Dir die Daumen, dass Du Dich vor derartigen "Angriffen" schützen kannst.
Ich wünsche Dir für alles ganz viel Kraft!!!
Mariechen39
Kelly81
07.10.2017 00:44:07
Hallo zusammen,

auch ich möchte mich hier einmal zu Wort melden. Mein Name ist Michael, ich bin 35 Jahre alt und habe eine kleine Familie mit einer Tochter (8). Ich kann alle Angehörigen vollends verstehen. Am 4. November letzten Jahres bekam ich einen Anruf von meiner Mutter, dass mein Vater (57) zusammengebrochen ist. Er hatte an diesem Tag 3 epileptische Anfälle. Vorher nie etwas. Noch am selben Tag das MRT und der Schock mit dem Niemand gerechnet hatte: Es ist etwas im Kopf. Es ging 2 Tage später in eine Spezialklinik und 5 Tage später wurde bereits operiert. Wir waren froh, dass es gut zugänglich war und die OP sehr gut verlief. 2 Wochen später dann der Hammer! Glioblastom IV. Uns wurde nur gesagt, dass es sehr bösartig ist und in der Regel wieder kommt. Ein Tiefschlag. Er tat mir so unendlich leid. Natürlich hofft man immer, dass man zu den Personen gehört, die einen glücklicheren Verlauf haben. Wir haben auch nicht viel dazu gelesen, auch aus Angst. Es ging immer leicht bergauf... bis zum 8. Januar diesen Jahres: erneut epileptische Anfälle zu Hause ... und erneut ins Krankenhaus. Dort hatte er 2 Wochen lang fast ununterbrochen Anfälle und wurde mit allen möglichen Mitteln ruhig gestellt. Als endlich ein MRT möglich war dachten wir eigentlich es ist eine Entwarnung. Es ist nichts Neues zu sehen. Leider ging es ihm von da an sehr sehr schnell immer schlechter. Im Februar konnte er kaum noch sprechen und schlucken, zum Ende nicht mal mehr selbst essen. Dann bekam er sehr hohes Fieber und am 04. März schlief er für immer ein. 4 Monate nach der Diagnose. Er war ein sehr sehr starker Mann und wir hatten das beste Verhältnis das man als Vater-Sohn überhaupt haben kann. Er fehlt mir so sehr... Gerade jetzt wo die Geburtstage von meiner Tochter (seiner Prinzessin) und mir anstehen... wie geht Ihr mit dieser Situation um? Ich unterstütze meine Mutter so gut ich kann aber in jeder freien Sekunde denke ich an ihn.
Wie geht man damit am besten um?
Am meisten tut er mir selbst leid, da er gerne so viel Zeit mit uns und vor allem seiner Enkelin verbrachte. Auch ihr fehlt er natürlich sehr.

Ich wünsche allen viel Kraft und den Kämpfern unter Euch viel Erfolg gegen diese Sch...Krankheit. Hoffentlich findet man in naher Zukunft etwas um die Überlebenschancen zu erhöhen...

Liebe Grüße
Michael
Kelly81
Engel 46
07.10.2017 11:57:12
Hallo Michael,

es tut mir für Dich und deine Familie sehr leid... Bei deinem Vater ging es wirklich auch sehr schnell...

Du fragst, wie du am besten damit umgehst. Meiner Meinung nach gibt es nicht, „den richtigen Weg“. Jeder muss für sich selbst wissen, wie er trauert und die Vergangenheit und die gemeinsame Zeit in Erinnerung behalten möchte. Ich gehe oft an Mamas Grab und spreche mit ihr. Das „hilft“ manchmal.. Auch schaue ich mir viele Bilder von ihr an... Ich denke immer, egal wo ich bin, Mama ist bei mir. Das hört sich vielleicht komisch an, aber ich spüre ihre Nähe, vor allem dann, wenn es mir gerade nicht so gut geht und ich viel weinen muss. Sie sagte immer, seid nicht traurig und weint nicht. Sie war sehr stark und hat vor mir und meiner Schwester nie geweint... Sie wollte immer, egal wie schlecht es ihr ging, als starke Mama für uns da sein.
Ich glaube, dass ich jetzt erst nach der Beerdigung am 15.09.17 so „richtig“ verstanden habe, dass Mama nie wieder kommt. Aber ich weiß, dass man sich, wenn sich unsere Schicksale vereinen, im Himmel wieder sieht. Das gibt mir Hoffnung, und ich weiß, da wo sie jetzt ist, geht es ihr besser! Natürlich haben wir uns an die 2 Jahres Prognose geklammert... Aber dann denke ich oft auch, wenn sie nur noch im Bett gelegen hätte und starke Schmerzen gehabt hätte... und das vielleicht über Monate... Das wäre nicht lebenswert... Meine Mutter sagte immer, sie möchte nicht als „sabbernder Idiot“ enden... Sie war immer sehr direkt und ehrlich... Sie wollte nie nur noch vor sich hin vegetieren... Darum denke ich und weiß auch, dass der kürzere Weg, auch wenn ich natürlich noch unendliche viele Jahre mit meiner Mama haben wollte, dass dies der „bessere“ Weg war. Für Mama selbst und alle aus der Familie... Ich vermisse sie sehr und sehe sie in meinem inneren Augen noch lebendig vor mir. Ich denke, dass es noch sehr lange dauert, bis man alles verarbeitet hat.

Mir tut sie auch leid. Weil ich weiß, wie viele Dinge sie noch erledigen und erleben wollte. Aber aufgrund der Wirbelsäulen Metastasen war sie schon so eingeschränkt, dass überhaupt nichts mehr ging... Sie konnte einfach nicht mehr..
Ich kann dir nur sagen, dass man seine Eltern, denke ich zumindest, immer um sie herum „fühlt“ und weiß, dass sie von oben auf uns herunter schauen und immer für einen da sind. Wenn auch nicht körperlich, aber auf andere Weise. Daran glaube ich ganz fest, dieser Glaube hilft mir sehr, denn anders weiß ich nicht, wie ich damit umgehen sollte..
Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen und wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft!
Engel 46
Kelly81
08.10.2017 21:46:33
Hallo Engel,

es tut mir auch für Sie wahnsinnig leid...
Mein Paps hat immer gesagt: Wenn es mit mir mal zu Ende geht, setzt mir ein Geweih auf und stellt mich auf dem Handwagen in den Wald. Den Rest macht der Jäger. Nur damit er uns keine Last werden würde. Er hätte so ein Leben auch nicht gewollt wie er es leider die letzten Wochen hatte...
Wir haben handwerklich wahnsinnig viel gemacht. Sowohl in seinem als auch in unserem Haus gibt's nichts woran er nicht beteiligt war. Das tut mir gut. Er ist so auch irgendwie ständig um uns herum.
Ich rede auch oft mit ihm, gerade wenn ich etwas handwerklich mache. Er war so der Halbprofi und ich der Ungeduldige, der einfach anfängt. Da sag ich oft: Sei mir nicht böse Opa, ich weiß Du hättest es jetzt anders gemacht oder solche Sachen eben.
Aber so richtig realisieren dass er nicht wieder kommen wird tu ich das gerade erst jetzt nach einigen Monaten..bzw. glauben kann ich es noch immer nicht.
Wir sind nicht gläubig aber in diesem Falle hoffe ich trotzdem irgendwie irgendwann auf ein Wiedersehen. Genau wie Du sagst... das ist das Einzige dass einem irgendwie Halt gibt.
Ich würde mir wünschen Ihn irgendwie mal zu spüren, auch wenn es jetzt komisch klingt. Ich glaube auch nicht an Übernatürliches aber in diesem Fall würde ich mich gerne vom Gegenteil überzeugen lassen.

Aber meine Familie gibt mir wahnsinnig viel Kraft. Gerade meine Tochter.

Weiterhin viel Kraft Euch allen.

Gruß
Michael
Kelly81
Arduinna
09.10.2017 09:22:18
Hallo Engel

Es ist das erste Mal, dass ich von jemandem lese, bei dem sich das Glioblastom auch im Spinalkanal manifestierte.Der Professor hatte uns gesagt, er hätte nur ein einziges Mal davon gehört...
Mein Partner hatte 2014 ein Astroztom III, er wurde operiert, Bestrahlung, Chemo, alles mit grossem Erfolg. Im April 2016 war das MRI bestems und wir hatten so viele Pläne. Im August dann Rückemschmerzen und das MRI zeigte Raumforderungen im Spinalkanal, die sich das als Glioblastom heruasstellten. Man sagte uns, es blieben uns irgendwas zwischen zwei Monaten und zwei Jahren.
Sieben Monate nach der Diagnose ist er gestorben.
Und trotz aller Trauer waren es sieben so unglaublich intensive Monate voller Liebe und Nähe.

Halte die guten Erinnerungen fest -
Arduinnq
Arduinna
Engel 46
09.10.2017 20:55:46Neu
Hallo Arduinna,

ja im Klinikum sagte man uns auch, (als sie mit starken Rückenschmerzen eingeliefert wurde), Metastasen können es in keinem Fall sein... dies wäre sehr sehr sehr selten und hätten sie in den letzten Jahren nur 2-3 mal diagnostiziert...
Habe nachgelesen, dass die Chance 0,5 % sei, Metastasen im Spinalkanal zu bekommen... Es ist einfach wirklich so großes Pech gewesen...

Mein Onkel hatte auch erst ein Astrozytom und dann ein Glio...

Es tut mir sehr leid für dich ! Am Anfang sieht bei den meisten Patienten echt alles immer noch einigermaßen gut aus, und dann geht alles doch so schnell... 7 Monate ist auch nicht lange.. einfach schrecklich...

Das mache ich!

Liebe Grüße und Danke !
Engel 46
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