www.hirntumorhilfe.de
Herzlich willkommen im Forum der Deutschen Hirntumorhilfe!

Thema: Entzug nach Hydrocortison?

Entzug nach Hydrocortison?
Merlin03
04.01.2020 09:50:08
Hallo, mir wurde im Juli 2019 das Hypophysenadenom entfernt. Danach folgte bekanntlich die Nachsorge mit 30mg Hydrocortison. Ende Oktober wurde ein Medopiron Test gemacht der dann ergab das das Cortison ausgeschlichen werden kann mit 5mg die Woche. Letztendlich hab ich es über 5 Monate genommen und 23KG zugenommen. Am 25.12 habe ich die letzten 5mg genommen und seid dem geht es mir gar nicht so gut. Ich bin dauerhaft Müde, Schlapp, Schwindelig....kann es sein das mein Körper einen Entzug macht? Und wenn ja, weiß jemand wie lange dies anhält?
LG
Merlin03
Mego13
04.01.2020 10:15:49
Liebe Merlin,

wenn Du magst, schau einmal im Kortisonthread. Da berichte ich über meinen bisherigen Kortisonentzug. Ich habe während der Bestrahlung für 6,5 Wochen 4 mg Dexamethason genommen. Dexamethason ist viel stärker als Hydrocortison mit viel längerer Halbwertszeit. 4 mg entsprechen 120 mg (!) Hydrocortison. Der Entzug ist hart und deutlich spürbar, aber ich bin umgerechnet auch in 8 Wochen von 120 mg auf 15 mg Hydrocortison runter.

Ich habe keine Ahnung, wie lange die Schlappheit andauert. Im Notfall ist eine Untersuchung beim Endokrinologen hilfreich.

LG

Mego
Mego13
Prof. Mursch
04.01.2020 12:29:35
Kontaktieren Sie ihren Endokrinologen.

Prof. Dr. med. Kay Mursch
Neurochirurg
Zentralklinik Bad Berka
Prof. Mursch
Goodtom35
14.02.2020 10:30:12Neu
Wurde am 9 dez19 operiert, nehme seit dieser Zeit 30 mg , 1,5-1-0,5
Wielange geht das ganzen ist es normal das ich mich noch nicht bereit fühle zum arbeiten ?

Lg
Goodtom35
Merlin03
14.02.2020 13:53:02Neu
Hallo Goodtom35,
Ich kann dir leider nicht sagen ob es normal ist. Ich für meinen Teil bin seid der OP krank zuhause. Bei mir kommen halt noch dazu das ich weder körperlich noch seelisch belastbar bin seid dem. Wenn ich mir vorstelle das ich zb morgen zur Arbeit müsste, löst absolute Panik bei mir aus. Ich weis das dies alles Psychisch bedingt ist, keine Ahnung warum das so gekommen ist. Da ich schon seid 3 Monaten auf der Warteliste bei diversen Psychologen stehe, sich aber nix tut, habe ich mal eine Mutter Kind Kur beantragt.
Mal abwarten ob mir dies ein wenig hilft wieder besser im Alltag zurecht zu kommen.
LG
Merlin03
Lissie38
14.02.2020 19:49:42Neu
bei Cortison gibt es keinen Entzug, denn man darf Cortison nur langsam ausschleichen nie aprupt absetzen bzw verringern
Lissie38
Moggelini
16.02.2020 14:10:50Neu
Da muss ich Lissie 28 widersprechen. Bei Morbus Cushing hat sich der Körper längere Zeit an viel zu hohe Cortisol Werte gewöhnt und nach der OP ist plötzlich entweder kein Cortisol oder ein um ein vielfaches niedrigerer Cortisol Spiegel vorhanden. Dementsprechend findet ein Cortisol Entzug statt mit vielfältigen " Entzugserscheinungen". Es sollte daher genügend substituiert werden um eine erträgliche Situation herbei zu führen. Und je nach Gesundheitszustand langsam reduziert und wenn der Körper ausreichend Cortisol produziert ausgeschlichen werden.
Moggelini
Lissie38
16.02.2020 16:08:17Neu
Ich rede von Cortison Tabletten die man einnimmt. Dass man diese nicht aprupt absetzen darf sondern ausschleichen.
Lissie38
Efeu
16.02.2020 17:23:54Neu
Hallo Goodtom35 und Moggellini,

Moggelini, wurde bei dir Morbus Cushing diagnostiziert?

Das Ausschleichen dauert lange und ist von teils starken Entzugserscheinungen gekennzeichnet, siehe Thread von Mego.

Entscheidend, Goodtom35: Geh zum Endokrinologen, der kann die Situation beurteilen.
Natürlich sollte jede Reduktion erträglich sein, lebbar, und im Zweifelsfall gilt die Lebensqualität als Kriterium. Dieser Ansicht ist jedenfalls mein Endokrinologe.
Ich brauche einen relativ hohen Cortisolwert, damit ich nicht nur extrem schlapp, müde, benommen, Kreislauf im Keller und andere Beschwerden habe/bin, hängt auch mit anderen Begleiterscheinungen wie Schmerzen, Gleichgewichtsstörungen etc zusammen.
Bei mir haben sich die Nebennierenrinden nie mehr erholt von langen Cortisongaben nach den OPs, und die Hypophyse lag im Bestrahlungsbereich. Beides bedingt einen sekundären Morbus Addisson.

LG Efeu
Efeu
Moggelini
16.02.2020 21:00:19Neu
Hallo Efeu,
Bei mir wurde 2009 Morbus Cushing diagnostiziert. Hypophysen OP Anfang 2010. Kann deshalb die Situation nach OP nachempfinden. Ich hatte das Glück dass ich mit verhältnismäßig wenig Entzugserscheinungen zu kämpfen hatte. Und im Verhältnis schnell runterdosieren konnte. Kenne aber einige Fälle die wie Merlin03 deutlich unter dem Entzug leiden oder gelitten haben.
Lg Moggelini
Moggelini
Lissie38
17.02.2020 12:03:13Neu
Meine Hypophyse lag auch im Bestrahlungsgebiet. Cortison Tests muss ich aber zum Glück nicht machen -- nur MRT alle 2 Jahre.
Lissie38
Mego13
18.02.2020 08:42:37Neu
Lieber Goodtom,

recherchiere einmal die Stichworte "Himalaya & Dexamethason" oder "Mount Everest & Dexamethason". Natürlich sind wir keine Bergsportler, die mit dem Gebrauch von Glukokortikoiden hemmungslos übertreiben. Aber die Artikel machen deutlich, dass es sehr wohl Entzugserscheinungen gibt, auch wenn wir in verantwortungsvoller Form von unseren Ärzten begleitet werden.
LG
Mego
Mego13
Lissie38
18.02.2020 18:01:00Neu
Nicht jeder Mensch ist gleich bezüglich Entzugserscheinungen (bei jeglichen Medikamenten übrigens). Kann man nicht verallgemeinern

Wenn man Cortison ausschleicht langsam sollte gar nichts passieren.

Ich musste 3 Tage Dexamethason nehmen und hatte null Probleme weder positiv noch negativ nach Absetzen
Lissie38
NACH OBEN