www.hirntumorhilfe.de
Herzlich willkommen im Forum der Deutschen Hirntumorhilfe!

Thema: Flüssigkeitsansammlung nach OP und Implantat

Flüssigkeitsansammlung nach OP und Implantat
brigan
19.01.2019 18:59:25
Hallo!
Ich bin vor ca 6 Wochen operiert worden. Das Menigiom war gutartig, aber das Implantat macht mir Schwierigkeiten. Ich habe eine Flüssigkeitsansammlung an der linken Stirn, die ein bisschen zurückging, aber seit gestern wieder zunimmt. Was könnte das sein? Hat jemand Erfahrung damit? Bisher meinte der Chirurg immer, dass es ok sei. Vielleicht hat jemend eine ähnliche Erfahrung gemacht? Wie ist es weitergegangen?
Danke!
brigan
der Meister
19.01.2019 20:23:43
Hallo brigan,
ich hatte auch eine Wasseransammlung an der Stelle wo der Tumor sass.
Innerhalb von ca. 3 Monaten hat sich das zurückgebildet.
Da Dein Chirurg der Meinung ist, alles wäre OK, würde ich mir keine Sorgen machen.

Gruß Klaus
der Meister
KaSy
20.01.2019 00:24:06
Hallo, brigan.
Es handelt sich um ein sogenanntes Liquorkissen.

Das entsteht dadurch, dass es dem Neurochirurgen nicht immer möglich ist, mit dem Vernähen der Hirnhäute hundertprozentige Dichtheit zu erzeugen. Demzufolge befindet sich bei Dir noch eine Lücke/ein Löchlein, das man als Fistel, bei Dir also Liquorfistel, bezeichnet.
Die Flüssigkeit darin ist Liquor (=Hirnwasser), direkt nach der OP noch mit etwas Blut vermischt, das nach und nach weniger wird.

Ein solches Liquorkissen kommt gar nicht so selten vor und in den meisten Fällen verschließt sich die Liquorfistel allein, was Tage, Wochen, auch Monate dauern kann.

Gefährlich ist es dann, wenn das Hirnwasser eine Möglichkeit hat, nach außen zu dringen, weil dann auch Keime von außen in das Gehirn dringen können. Das kommt jedoch so gut wie nie vor. Die Kopfhaut ist bei Dir verschlossen und die Narbe bereits verheilt und dicht. Wenn Liquor durch die Nase oder durch die Ohren herauskommen würde, würdest Du merken.

Bei mir war es so, dass sich die "Beule" im Liegen und beim Herabbeugen des Kopfes mit Liquor füllte, im Sitzen/Stehen zog es sich wieder etwas zurück, also die "Beule" wurde flacher.
Ganz langsam wurde es weniger und irgendwann gab es das nicht mehr.

Hab Vertrauen zu Deinem Neurochirurgen, aber frage nach, falls es Dich sehr beunruhigt.

Ich wünsche Dir alles Gute auf dem Weg der Heilung - und viel Geduld.
KaSy
KaSy
Prof. Mursch
20.01.2019 10:08:38
@ KaSy:
sehr guter, zutreffender Beitrag.

Prof. Dr. med. Kay Mursch
Neurochirurg
Zentralklinik Bad Berka
Prof. Mursch
Drachilein
21.01.2019 12:42:04
Ich hatte auch ein Liquorkissen nach der OP am Meningeom Hinterkopf. Das hat sich aber langsam und stetig völlig zurück gebildet. Bei dir ist es ja erts ganz kurz her, bei mir hats ca 5 Monate gedauert, bis es total weg war.
Drachilein
sugram2
21.01.2019 15:18:55
Bei mir hat's nach der ersten Op drei Monate gedauert.
sugram2
brigan
27.01.2019 23:02:02
Herzlichen Dank an alle, die mir genatwortet haben. Ich habe mich etwas beruhigt. Ich bin nicht gerade der geduldigste Mensch und ich hoffe, dass es so laufen wird, wie KaSy schreibt. Tolle, ausführliche Antwort, wie von Prof. Mursch bestätigt.
Ich wünsche euch alles Gute!
brigan
der Meister
28.01.2019 06:16:51
Hallo brigan,
ich denke "wir" hatten Glück im Umglück, denn ein Meningeom vor allem WHO I hat die Besten Chancen auf Heilung.
Auch bei mir ist Geduld nicht gerade eines meiner Stärken.
Aber das wird schon wieder. Kopf hoch.

Gruß Klaus
der Meister
brigan
12.04.2019 17:12:49Neu
Hallo Ihr Lieben, jetzt ist es 4 Monate her, Liquorkissen ist nicht zurückgegangen. Es ist geschlossen. Kann es dann dauerhaft bleiben? Hat jemand Erfahrung damit? Oder auch mit Versuchen, es wegzubekommen? Danke und alles Gute,
brigan
brigan
KaSy
12.04.2019 20:46:22Neu
Bei mir hat es etwa 3 -4 Jahre gedauert.

Siehst Du irgendeine Möglichkeit, seine Größe unter gleichen Umständen in größeren Abständen (mindestens 1, besser 2 Monate) zu messen, um eine Tendenz zu erkennen, die Dich beruhigt oder später zu einem Arzt führt?

Wenn Du Dich daran gewöhnen und es bald ignorieren könntest, wäre es natürlich am besten.
Das hängt aber von seiner Größe, den ernsthaften (!) Begleiterscheinungen sowie ein wenig auch von der möglichen Entstellung des Gesichts ab.

Eine OP zur Korrektur ist möglich, aber sie hat nicht so gute Erfolge, da das dichte Vernähen ja bereits bei bzw. nach der Tumorentfernung nicht so gut gelungen ist, weil womöglich die Beschaffenheit der Hirnhäute das erschwerten.
Bei einem nochmaligen Versuch müsste eine andere Methode genutzt werden, was aber auch an der Beschaffenheit der Hirnhäute scheitern könnte.
Genau könnte, bei ernsthaften Beschwerden, Dir das nur Dein Neurochirurg sagen, der in Deinen Kopf gesehen hat.

Ich hatte 2 Jahre nach der OP deswegen Kontakt mit einem NC aufgenommen und mich mit ihm 6 Monate danach zu einer Revisions-OP entschlossen.
Bereits im KH fand ich bei 6 Ärzten 6 verschiedene Meinungen.
Mein NC operierte mit seinem Assistenten voller Zuversicht - und es hielt nur 6 Wochen und es entstand der lebensgefährliche Zustand, der durch diese OP vermieden werden sollte. Dennoch habe ich es nicht bereut, denn hätte ich es nicht zugelassen, hätte ich noch ewig gezweifelt. Es war nach 6-monatelanger Überlegung und Absprache mit dem NC eine "Jetzt-oder-nie" Entscheidung.

Also, aus eigener Erfahrung kann ich es nicht empfehlen, aber, wie gesagt, das kann nur Dein NC.

KaSy
KaSy
brigan
16.04.2019 19:32:14Neu
Danke dir, KaSy, für deine sehr hilfreiche Antwort. Ich versuche mich daran zu gewöhnen, denn eine nochmalige OP will ich mir gar nicht vorstellen. Immerhin ist es mit der Zeit bei dir doch verschwunden! Kannst du mir einen Tipp für das Abmessen geben? - Mir hat der NC in ca 3 Monaten eine Punktion angeboten, was hälst du davon? Wahrscheinlich muss ich einfach noch viel geduldiger sein. Dir weiterhin alles Gute,
Brigan
brigan
mona
16.04.2019 19:51:01Neu
Hallo,
bei mir blieb das Liquorkissen bzw.war die Beule nicht klein,mein prof.sah es und sagte das wenn diese Beule mehr wird sollte ich wieder ins Kh ,tja die Beule drückte extrem und ich bekam ein Druckverband somit ging es dann zurück

Lg mona

Gemeinsam Stark
mona
KaSy
17.04.2019 00:12:25Neu
Hallo, brigan,
Bei mir wurde das Liquorkissen auch punktiert - erfolglos.

Dann punktiert und ein "Zweikomponentenkleber" (aus zwei verschiedenen im Körper vorkommenden Materialien) aus einer Doppelspritze eingespritzt - belastend danach und ... erfolglos.

Druckverband hatte ich zwei Monate, während der Bestrahlung ein festes Stirnband - kein Erfolg.

Ich nehme an, dass das Punktieren nur zeitweise entlastend wirkt, aber da diese Liquorfistel noch nicht geschlossen ist, läuft wieder Liquor nach.

Ob es gefährlich ist, in diesen Bereich hineinzustechen, um Liquor zu entfernen, na ja, es wird ja sehr steril gemacht. Aber es wird immerhin ein Zugang nach außen geschaffen. Das würde ich erfragen.
(Ich habe es damals nicht erfragt, es ist auch nichts passiert, außer dass es erfolglos war.)

Einen Tipp für das Abmessen kann ich Dir eigentlich nicht geben, da ich nicht weiß, wo sich diese "Beule" befindet. Aber nimm Dir so ein Schneidermaßband, das man aufrollen kann (aus dem Kurzwarenladen) und miss über die dickste Stelle von Rand zu Rand, evtl. in zwei Richtungen. Male Dir das auf und schreibe Dir die Messwerte auf. Ich kann Dir nur wünschen, dass diese Zahlen kleiner werden.

Aber: Meine Misserfolge in den ersten Jahren müssen nicht Deine sein!
(siehe Mona)

KaSy
KaSy
brigan
17.04.2019 17:13:59Neu
Danke, liebe Mona und liebe (r) KaSy, ja, die Medizin ist doch eine sehr individuelle Angelenheit. Einen Druckverband hat Mr mein Prof noch nicht angeboten, ich werde das Thema beim nächsten Termin bei ihm ansprechen. Was die Punktion angeht, habe ich kein gutes Gefühl, ich habe den Eindruck, dass die Fistel noch nicht geschlossen ist und das Kissen noch mit dem Liquorkreislauf kommuniziert, ich spüre neben dem Druck auch Kribbeln und Kratzen, manchmal auch einen stechenden Schmerz sowie permanentes Ohrensausen.
Deswegen ist es bestimmt besser, noch abzuwarten, wie es mein Prof. auch vorgeschlagen hat.
Nochmals herzlichen Dank und schöne Ostertage!
Brigan
brigan
brigan
17.04.2019 17:17:14Neu
Meine Beule befindet sich übrigens an der linken Stirn, direkt über der Augenbraue bis zur OP Narbe.
Brigan
brigan
Lissie38
17.04.2019 19:22:33Neu
Sowas ist ja total furchtbar.

Ich wünsche euch viel viel Kraft.

Zieht ja auch psychisch enorm runter wenn man es sieht
Lissie38
NACH OBEN