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Thema: Folgen der PC-Chemo

Folgen der PC-Chemo
Mego13
06.06.2020 17:53:19
Ihr Lieben,

vor einer Woche wäre ich fast ins Koma gefallen, während der Procarbazin Phase meiner PC-Chemo. Nun möchte ich euch an diesen Erlebnissen teilhaben lassen, damit ihr vielleicht wertvolle Informationen sammelt, welche Dinge ggf. beachtenswert während einer PC-Chemo sind.

Dieser Beitrag ist nicht dazu da, die PC-Chemo oder insgesamt Chemos zu verteufeln!
Ich bin Amateur und berichte nur von MEINEN Erfahrungen.

Das Positive der PC-Chemo zuerst.

Meine erste Neurochirurgin spricht sich bei einem Oligodendrogliom II grundsätzlich für eine Weiterbehandlung mit Chemo und Bestrahlung aus. Meine Neurochirurgin II kommt eher aus der "alten Schule" und war eher auf "Wait & See" eingestellt. Im September 2019 zeigten sich allerdings winzige Tumorreste, bei denen man früher auch noch "Wait & See" verfolgt hätte. Das Tumorboard setzte nun für mich Bestrahlung (27 × 2 Gy) an.
Ende der Bestrahlung: 11.11.2019
Erstes Kontroll-MRT: 03.12.2019
Ergebnis: keine Pseudo-Progression, keine signifikanten Tumorreste, Resektionshöhle und Resektionsrand nahmen beide noch Kontrastmittel auf. Interpretation der Neurochirurgin: Überdurchschnittlich gutes Ergebnis.

Start in die Chemo am 6. Januar 2020 unter folgenden Bedingungen:

Letztes großes Blutbild Mitte Dezember 2019: Alles top, nicht einmal B12-Mangel, der nach der Bestrahlung vorliegen kann.

Medikation:
1 x täglich 40 mg Pantoprazol
Morgens: 1250 mg Levetiracetam, 400 mg Zebinix, 17,5 mg Hydrocortison (Auftrag während der Chemo weiter auszuschleichen),

Abends: 1250 mg Levetiracetam, 800 mg Zebinix

Ernährung: Normal mit Versuch möglichst 1,2 bis 1,5 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu essen, 3 - 4 x wöchentlich Fisch, 1 Ei täglich ordentlich gesalzen

Stand der Epilepsie: letzter Grand-Mal: Ende Juli 2019, zwischen Ende Juli 2019 - Ende September fast tägliche Auren besonders bei dem Versuch Oxcarbarzepin einzuschleichen. Ende September 2019 Umstellung auf Zebinix bei sehr guter allgemeiner Verträglichkeit, letzte eindeutige Aura: 30. Dezember 2019.

Bewegung: Tägliche Spaziergänge

Blutdruck: Systolisch zwischen 105 bis 120, diastolisch: 65 - 85, also: perfekt


Verlauf der Chemo / Mittel gegen Übelkeit / Bluttests

Neurochirurgin empfahl folgendes Schema:
4 Tabletten CCNU (Tag 1), begleitet durch 3 x 2 mg Granisetron
21 Tabletten Procarbazin( Tag 8 bis 21) strenge Einhaltung tyraminarmer Diät, weil ansonsten Blutdruckkrisen möglich sind.
Wenn notwendig Unterstützung mit ausreichenden Mitteln gegen Übelkeit.
Wöchentliche Bluttests beim Onkologen
Erwähnung: Wenn Chemodosierung nicht vertragen wird, Dosisverringerung möglich

Der 1. Zyklus verlief gut. An Tag 1 bis 3 nach der CCNU - Gabe sich steigernde Übelkeit, die aushaltbar war und ab Tag 4 völlig verschwand.
In der Procarbazinphase grauenhafte Übelkeit, immer kurz vor dem Übergeben, Onkologenteam gestand mir zu, an Tagen mit 1 Procarbazintablette 1 mg Granisetron zu nehmen, an Tagen mit 2 Chemotabletten 2 mg Granisetron.
Hämoglobin, Thrombozyten und Leukozyten blieben im unteren Normalbereich
Bluttests alle 1,5 Wochen (Leukos, Thrombozyten, Hämoglobin, Leber, Niere)

Am Ende von Zyklus 1 Vorstellung bei der Strahlentherapeutin, sie bewertet die Ergebnisse des Kontroll-MRTs als hervorragend. Zeigt sich erstaunt über die niedrige Granisetrongabe, erwähnt dass man durchaus mehr nehmen könne und jedem Onkologen auch andere Mittel wie MCP oder im größten in Kombination mit 1 - 2 mg Dexamethason zur Verfügung stünden.

Zyklus 2 & 3
Start in Zyklus 2 mit grauenhaften Magenschmerzen (Erhöhung von 40 mg Pantoprazol auf 80 mg Pantoprazol täglich) Verwunderung über meinen "sehr empfindlichen Magen"
Die Procarbazinphase stehe ich nur noch mit Haferschleim und 2 bis 3 Litern Kräutertee durch. Die Haut im Gesicht pellte sich. Ich hatte starke Kopfschmerzen. Mir war nur noch übel, meine Hände und Füße kribbelten, mein Magen war wie mit Säure ausgekleidet.
Nach Zyklus Nr. 2 steht ein Kontroll-MRT an. Das Ergebnis ist sehr positiv: Die Resektionshöhle nimmt kein Kontrastmitte mehr an, nur noch der Resektionsrand.
Aufgrund von Corona kann ich nur mit der Neurochirurgin telefonieren. Sie schärft mir ein bei Problemen in die Notaufnahme zu kommen.
Ich habe einen Kontrolltermin beim Neurologen. Er ist sehr zufrieden mit dem Verlauf, betont aber, dass bei dem jetzigen Ergebnis niemand mehr versprechen könne, ob das, was nun noch sichtbar sei, nur noch aus Narbengewebe bestehe. Er merkt an, dass er kein Onkologe sei, aber er doch einmal Natrium- und Kaliumwerte testen würde. Ich solle das einmal besprechen. Er würde dies im Notfall auch als Neurologe testen.
Ich spreche dies beim Onkologen an. Er sagt, das sei unnötig, dies könne man einmal nach Chemoabschluss testen.
Blutwerte werden nur noch alle 3 Wochen getestet, weil mein Zustand so stabil sei.
Am Ende von Zyklus 3 habe ich ein Gespräch bei der Onkologin. Ich klage über die zunehmenden Magenschmerzen. Sage, dass ich mich während der Procarbazinphase größtenteils von Kräutertee und Haferschleim ernähren muss. Ich mich unter Procarbazinphase immer vergifteter fühle. Kommentar der Onkologin: "Also Frau Mego Chemotabletten sind keine Smarties." Ich fühle mich beschämt und mimosenhaft.

Zyklus 4
Beginn: 18. Mai. Die CCNU-Einnahme ist wie immer, ich habe am Einnahmetage einen leichten Trigeminusschmerz. Ansonsten verläuft die Woche ruhiger.
25. Mai: Die zweiwöchige Procarbazin Phase beginnt. Bereits am ersten Tag fühle ich mich grauenhaft. Mir ist übel, mein Magen krampft, ich habe seltsame Hitzegefühle.
26. Mai: Habe einen EEG-Termin beim Neurologen und stehe dieses mit Spucktütchen auf dem Schoß durch. Dieses fällt hervorragend aus. Der Neurologe ist guten Mutes, dass ich bald wieder Autofahren darf. Runzelt allerdings aufgrund meines Anblicks insgesamt die Stirn.
27. Mai: Mein Magen spielt völlig verrückt. Mein Mann ruft in der Onkologiepraxis an, sagt, dass ich mich wie vergiftet fühle und nur noch 5 El Haferflocken und 2 - 3 Liter Kräutertee zu mir nehmen könne. Die Onkologin betont, dass eine Chemo eigentlich Gift sei. Sie verschreibe mir Novalgintropfen und vielleicht sei einmal eine Magenspiegelung nötig.
Mein Mann wird misstrauisch und ruft beim Neurologen an. Dieser meldet sich nach 10 Minuten persönlich und sagt, dass sich Novalgintropfen mit Antiepileptika vertragen. Er aber in einem persönlich Gespräch abklären würde, ob es in meinem Zustand ratsam sei, die Novalgintropfen zu nehmen.
28. Mai:
Ich rufe beim Onkologenteam an, bitte um Rückruf. Werde auf die Rückrufliste gesetzt. An diesem Tag hat auch mein Mann Geburtstag. Nachmittags sitze ich mit ihm meinen Eltern und Schwiegereltern zusammen. Der Rückruf der Onkologen erfolgt nicht.
29. Mai:
Rufe in der Onkologiepraxis an, erkläre, dass kein Rückruf erfolgte. Frage, warum ich die Novalgintropfen überhaupt nehme solle. Bekomme von der Sprechstundenhilfe nur die kurze Antwort: Entkrampfung der glatten Muskulatur. Es kommt kein Rückruf des Onkologenteams.

30. Mai:
3 Stunden nach der Procarbazineinnahme bekomme ich zu allem bisherigen Hitzgefühle im Kopf und Kribbelgefühle in Händen und Füßen.
Um 17.30 Uhr werden plötzlich meine Beine von den Füßen aufsteigend taub. Ich schaffe es ins Bett zu humpeln. Ich glaube, dass ich einen epileptischen Anfall bekomme. Mache die Atem- und Mundmotorikübungen, die schon so manche Aura erfolgreich vertrieben habe. Der Anfall kommt nicht. Meine Beine schlagen trotzdem unkontrolliert gegeneinander.
Nach 10 Minuten beschließen mein Mann und ich den Krankenwagen zu rufen und mich in das Krankenhaus bringen zu lassen.
Um ca. 18.00 Uhr bin ich in der Notaufnahme, mein Mann kann mich wegen Corona nicht begleiten. Normalerweise wartet man ca. 4 Stunden. Nach 10 Minuten taucht bereits der diensthabende Notarzt auf. Untersucht mich. Ich sage, dass ich mich durch die Chemo "extrem vergiftet fühle" Ich habe Angst zu hören, eine Chemo bestehe nicht aus Smarties. Der Arzt wird blass und telefoniert hektisch. 5 Minuten später stehen ein Kardiologe und eine Neurologin im Zimmer.
Die Neurologin befragt mich, wieviel Granisetron ich täglich "in meinem Zustand" zum Procarbazin genommen habe. Ich antworte: "Maximal 2 mg". Sie schaut mich an, als wäre ich verrückt. Sie meint: "Also gut, sie sagen, dass sie nach der Bestrahlung 4 mg Dexamethason langsam entzogen haben. Besprechen wir das doch erstmal." Ich schildere also detaillreich meinen bisherigen Kortisonentzug. Nun glaubt sie mir, dass ich nur 2 mg Granisetron genommen habe. Sie meint dann: "Ich kann Ihnen jetzt erstmal nur 3 mg Kevatril über die Vene geben. Wir müssen schleunigst Natriumchlorid eintropfen lassen, das darf nur ganz langsam passieren.
Der Kardiologe stöpselt mich sofort ans EKG.
Bis 1 Uhr Nachts schlagen die Beine stark aneinander. Um 3 Uhr komme ich auf die internistische Station.
2 bis 3 Mal am Tag stehen ein Kardiologie und eine Endokrinoligin an meinem Bett. Sie besprechen sich täglich mit dem Tumorboard, einem Neurologen und meiner behandelnden Neurochirurgin.
Täglich kommt der Physiotherapeut.
Wenn nicht gerade Mineralsalze eingetropft werden, bekomme ich 4 x täglich MCP-Tropfen und Pantoprazol über den Tropf.
Es wird ein Langzeit EEG/EKG angesetzt und mein Kontroll-MRT wird um 2 Wochen vorgezogen.

Diagnose:
Akuter Natriumangel aufgrund von Procarbazin. Begünstigt wurde dieser durch meinen Kräuterteekonsum, da ich nichts mehr essen konnte. Zebinix kann ebenfalls diesen Natriummangel begünstigen, hat diesen aber wohl bei weitem nicht ausgelöst.
Ich stand kurz davor ins Koma zu fallen. Im Abschlussbericht steht, dies sei nur "durch das besonnene Verhalten der Patienten und ihres Ehemannes" verhindert worden.
Der erste Blick auf das MRT zeigt wohl weitere Verbesserung durch die PC-Chemo. Die Nachbesprechung wird erst am 16. Juni erfolgen.
Die Ergebnisse der Blutdruckmessungen und sowie von EEG / EKG sind eine Katastrophe. Mein systolischer Blutdruckwert lag im Schnitt bei 155. Spitzenwerte von 170 wurden erreicht. Am Donnerstag würde ich entlassen, da hatte ich nach zwei Stunden Zuhause einen Blutdruck von 180 zu 115 ! Ich habe gedacht, dass ich sofort ins Krankenhaus zurückkehren kann. Wohlgemerkt vor der Erkrankung habe ich ohne jegliche Probleme einen 25 km - Lauf und regelmäßig Volksläufe absolviert. Im Jahr 2018 bin ich bei einem Treppenlauf Zweite in meiner Altersklasse geworden. Noch vor der Chemo hatte ich optimalen Blutdruck.

Wie geht's nun weiter?
Tägliche Einnahme von 5 mg Amlodipin
Die internisten und die Endokrinologin empfehlen eine Beendigung der PC-Chemo.
Am 16. Juni wird es die Besprechung mit meiner Neurochirurgin geben, als Vorbereitung soll der Hausarzt den Kalium- und Natriumhaushalt bestimmen. Ich MUSS auch den Onkologen aufsuchen.
Auf Dauer benötige ich eine Untersuchung beim Kardiologen und auf jeden Fall ein Ultraschall des Herzens.

Den Erfahrungsbericht möchte ich erstmal an dieser Stelle schließen. Ich bin dankbar für mögliche Kommentare und freue mich über Fragen.
Ich möchte noch ein bis zwei Beiträge in diesem Strang erstellen, in dem ich analysieren möchte, was ich hätte besser machen können und was ich mir vom Onkologenteam gewünscht hätte.

LG
Mego
Mego13
Diff
06.06.2020 18:37:43
Liebe Mego,

Danke für Deinen Bericht, puhh, da bin ich grad mal ein wenig geschockt.
Zum Glück geht es Dir besser.
Bei uns ist der 3. Zyklus fertig und so werde ich Deine Erfahrungen weiter leiten. Sie nahm regelmässig ein Uebelkeitsmittel und war sehr müde, sonst den Umständen gut. WIr hoffen nun auf gute Blutwerte, Letztes Mal musste man fas 3 Wochen warten vor dem nächsten Zyklusbeginn.

Machs gut lg Diff
Diff
Mego13
06.06.2020 19:38:21
Lieber Diff,

vielen Dank für Deine Rückmeldung. Ich wünsche mir sehr, dass meine negativen Erfahrungen anderen Menschen helfen können und letztlich etwas Positives daraus wächst.
Ich drücke die Daumen für gute Blutwerte.

LG
Mego
Mego13
fasulia
06.06.2020 21:30:47
"in dem ich analysieren möchte, was ich hätte besser machen können"

Liebe Mego, wenn ich dir jetzt schreibe, was man hätte "anders" machen können, ist das KEINE Schuldzuweisung ... ihr habt aus Patientensicht alles richtig gemacht. Das sagt ja schon der Passus "durch das besonnene Verhalten der Patientin und ihres Ehemannes" im Arztbrief, den man normalerweise so nicht in Arztbriefen findet.

Aus Kommunikationssicht, war der Satz "ich fühle mich durch die Chemo vergiftet" für die Ärztin nicht de-chiffrierbar.
Sie hätte nachfragen können: Frau Mego was meinen Sie genau und sie hätte nach dem 1. "guten"Zyklus, mit wahrscheinlich normwertigen Nierenwerten nicht davon ausgehen dürfen, dass dies auch in allen anderen so ist- zumal es dir da schlechter ging - genau das hat der Neurologe ja erkannt. Außerdem denke ich es gehört zur Sorgfaltspflicht der OnkologInnen die Nebenwirkungen ihrer Chemo im Blick zu haben und auch weitere Ursachen für Übelkeit zu kennen.

Das einzige Gute das ich sehen kann, dass du jetzt weißt, dass die Übelkeit vllt. nicht nur von der Chemo kommt und die Ärztin bei allen zukünftigen Patienten bei einer Aussage "ich fühle mich vergiftet" Natrium und Kalium bestimmen wird. Hoffentlich.
fasulia
Mego13
07.06.2020 06:21:29
Liebe fasulia,

ich danke Dir für Deine sehr differenzierte Rückmeldung, die mir auch etwas mehr das Gefühl gibt, dass ich wieder langsam in einem hoffentlich etwas ruhigeren Fahrwasser ankomme.

LG
Mego
Mego13
Mirli
07.06.2020 11:32:09
Hallo mego,

MCP-Tropfen?

Nimmst du die noch weiterhin bzw. regelmäßig?

Ich meine gelesen zu haben, dass MCP-Tropfen vom Markt genommen wurden, wegen möglicher schwerwiegender Nebenwirkungen.

Gruß Mirli
Mirli
Mego13
07.06.2020 12:00:20
Hallo Mirli,

nein, MCP-Infusionen bekomme ich nicht mehr. Ich habe sie nur im Krankenhaus bekommen. Mir wurden auch keine Tropfen für Zuhause mitgegeben. Ich weiß nur, dass die Tropfen sogar zwischenzeitlich in der Humanmedizin verboten waren und auf Dauer schädigend sein sollen.

LG

Mego
Mego13
Mirli
07.06.2020 13:59:34
Liebe Mego,
habe gerade nochmal in meinen Protokollen gestöbert. Während meiner (systemischen) Chemo in 8 Blöcken wurden mehrfach die Kalium und Natriumwerte, einmal auch Natrium im Urin, gemessen. Allerdings nicht regelmäßig. Ich dachte, es wäre Standard.

Gruß Mirli
Mirli
Mego13
07.06.2020 14:30:05
Liebe Mirli,

ich danke Dir. Das ist schon einmal ein guter Anhaltspunkt für mich. Ich wäre aber auch nicht darauf gekommen, jeden Schritt des Onkologenteams abzugleichen und grundsätzlich alles zu hinterfragen. Schließlich wäre eigentlich ein Vertrauensverhältnis wünschenswert.
Ich versuche mal in nächster Zeit bei den verschiedensten Arztbesuchen zu hinterfragen, wie oft man während der Chemotherapie eigentlich kleine/große Blutbilder machen sollte.

GLG
Mego
Mego13
Mego13
08.06.2020 19:00:22
Nachtrag 1:

Heute war ich bei meinem Onkologenteam. Ich war bei dem Onkologen. Die Natrium- / Kaliumwerte wurden bei jeder Untersuchung mitgetestet. Es war sehr unvernünftig von der Onkologin zwischen den Bluttests 3,5 Wochen vergehen zu lassen.

Allgemeine Info für euch:
Die Natrium- / Kaliumwerte müssen wöchentlich mit den anderen Blutwerten mitgetestet werden.

Procarbazin kann die Natriumwerte negativ beeinflussen

Der Kardiologe mit dem ich heute telefoniert habe, empfahl mehrfach täglich den Blutdruck zu messen. Nach dem Aufstehen, Mittags, nach körperlicher Anstrengung und noch einmal zwischen 18 - 20 Uhr.

LG
Mego
Mego13
Mego13
09.06.2020 12:32:37
Nachtrag 2:

Heute ging es zum Kardiologen, der auch auf Endokrinologie spezialisiert ist. Er hatte folgende allgemeingültigen Informationen:

In der PC - Chemo kann CCNU lungentoxisch und Procarbazin kardiotoxisch wirken. Daher hatte er folgende Tipps:

Tägliches Blutdruckmessen

Wöchentliche Kontrolle Natrium/Kalium

Vor der Chemo, im Mittelfeld und nach der Chemo Kontrolle beim
Kardiologen.

Unbedingt die tyraminarme Kost einhalten, da dies ansonsten zu Blutdruckkrisen führen kann.

Levetiracetam und Kortikoide können (!) das durchschnittliche Blutdrucklevel erhöhen. Daher ist hier während der PC-Chemo besonders Obacht zu geben.

LG
Mego
Mego13
Mego13
16.06.2020 08:17:49
Nachtrag 3:

Da ich jetzt wohl doch noch Zyklus 5 & 6 der PC-Chemo machen soll, gibt's wöchentliche Kalium- / Natriumtests. Ich soll sehr salzreich essen, gleichzeitig auf kaliumhaltige Lebensmittel achten. Während der chemofreien Zeit soll ich 2 Kochsalztabletten täglich essen, während der Chemo muss ich dann schauen. Die tyraminarme Kost, macht eine solch genannte Ernährung nicht einfach.
Mego13
Mego13
16.06.2020 22:00:22
Nachtrag 4:

Heute war ich bei der Neurochirurgin und wir habe die bisherigen Verbesserungen durch Bestrahlung und Chemo durchgesprochen. Ich fasse sie hier einmal für euch zusammen:

Sept. 2019: Winzige Tumorreste wurden entdeckt, Wach-OP war Anfang Juni 2019

Dez. 2019 (3 Wochen nach Bestrahlung): Keine Tumorreste, keine Pseudoprogression, Resektionshöhle leuchtet, Resektionsrand leuchtet breiträumig

März 2020 (Nach 2. ZYKLUS PC) Alles so gut wie oben und weitere Verbesserungen, Resektionshöhle leuchtet nicht mehr, Resektionsrand leuchtet nur noch dünn

Juni 2020 (Nach 4. ZYKLUS PC) Noch besser, Resektionsrand leuchtet nur noch kurz auf. Resektionshöhle beginnt sich zu verkleinern, Gewebe des Resektionsrandes ist nur noch ein wenig "unfeiner" als der Rest.
Mego13
Sandra1978
17.06.2020 12:33:27
Hey Mego,

aus absoluter Vorsicht dann noch 5 & 6. Zyklus? Die Verbesserungen sehr schön
Sandra1978
Mego13
17.06.2020 13:58:38
Hallo Sandra,

ja, das ist eher aus Vorsicht und weil das Krankenhaus, in dem ich behandelt werde schon seit 20 Jahren die PC - Chemo mit großem Erfolg bei Oligodendrogliomen und Astrozytomen anwendet.

GLG

Mego
Mego13
buttkeis
17.06.2020 17:14:28
Hallo Mego,

Mag nur meine Meinung sein, auch wenn die Studien sagen Temodal ist mit Pcv gleichzusetzen, denke ich es ist effektiver. Ja sie ist härter, aber sie schließlich auch bei Zweitlinien Chemos gegen Rezidive eingesetzt.
Ich wünsche Dir weiterhin so einen tollen Erfolg.

Lg
buttkeis
Mego13
18.06.2020 07:17:17
Hallo Buttkeis,

Ich glaube, das ist nicht nur Deine Meinung. Meine Neurochirurgin traf ähnliche Aussagen wie Du. Sie sagte auch, dass PC weitaus schlechter verträglich sei als Temodal. Allerdings gibt es keinen Vergleich, ob 6 Zyklen PC erfolgreicher sind als 4. Das medizinisch Notwendige habe ich jetzt mit 4 Zyklen geschafft. Ich muss nun sehen, ob noch mehr klappt. Die Neurochirurgin hat mir noch erzählt, dass viele Patienten später für einen Zyklus bis zu 12 Wochen, anstatt 6 Wochen benötigen. Da war ich mit bisher 6 Wochen / 7 Wochen / 6 Wochen fix. Sie hat übrigens auch erzählt, dass die Leukozyten bei gesunden Menschen bei um die 7000 liegen. Die Normalwertskala geht zwar bis 4000 runter, aber bis man wieder bei dem Wert von 7000 sei, könnten bis zu 2 Jahre vergehen.
Euch drücke ich auch die Daumen.

LG

Mego
Mego13
Mego13
24.06.2020 07:23:38
Nachtrag 5:

Am kommenden Montag geht's nun zur Magenspiegelung. Wahrscheinlich wird es auch nicht mit der Chemo weitergehen. Der Onkologe hat mir gestern klar gemacht, das dies nicht verantwortbar wäre. Bereits seit 6 Tagen ernähre ich mich nun von "Astronautenkost" aus der Apotheke, da die Übelkeit und Magenschmwerzen so groß sind.

LG
Mego
Mego13
Sandra1978
24.06.2020 09:16:25
Halt Dich weiterhin so tapfer liebe Mego, denke an Dich und drücke die Daumen für Montag.
Alles Liebe
Sandra
Sandra1978
Mego13
25.06.2020 06:50:36
Liebe Sandra,

danke Dir. Das ist sehr lieb von Dir.

Alles Liebe
Mego
Mego13
Sandra1978
29.06.2020 09:32:28
Daumen für die Magenspiegelung heute sind gedrückt. Toi toi toi…
Ganz liebe Grüße aus der Ferne,
Sandra
Sandra1978
Mego13
29.06.2020 10:38:03
Dankeschön, ich warte schon brav.
Mego13
Mego13
29.06.2020 12:42:12
Nachtrag 6:

Heute wurde bei der Magenspiegelung eine tabletteninduzierte Gastritis festgestellt. Das heißt jetzt können weitere Wochen der Schonkost kommen. Gut, dass es die Astronautenkost in so vielen frischen Sommernuancen gibt.
Mego13
Sandra1978
29.06.2020 13:04:44
Aua. Schonkost. Dann heilt die Gastritis von alleine ab?
Sandra1978
Mego13
29.06.2020 14:42:18
Ich kriege noch ein Medikament dazu. Aber man sieht jetzt besonders die Stelle, wo die Medikamente lagen.
Mitte August geht's wieder zum Kardiologen und wahrscheinlich auch noch zum Pneumologen.
Mego13
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