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Thema: GBM

Jürgen[a]
09.10.2000 22:24:00
Mein Vater (66) 1.OP 7/99, Bestrahlung 60Gy 8/99, Rezidiv-OP 10/99 nimmt Temodal seit Januar diesen Jahres und befindet sich inzw. im 8. Zyklus.
Wer hat "Langzeiterfahrungen" mit Temodal? Ist evtl. ein Wechel der Chemo sinvoll?
Wie kann es weiter gehen?
Bin für jede Info an jogiwalz@web.de oder über das Forum dankbar.
Viele Grüße und viel Kraft an alle Betroffenen und Angehörigen.

Jürgen
Jürgen[a]
Thomas Lindner
10.10.2000 08:55:50
Mediziner, die ein Glioblastom heute als First-Line-Therapie nur mit Temodal behandeln, haben einen sehr beschränkten Horizont. Dessen ungeachtet könnte man vorsichtig vermuten, dass Temodal bei Deinem Vater nicht ganz uneffektiv war, aber darauf würde ich mich keinesfalls verlassen. BCNU ist in der multimodalen Behandlung bösartiger Gliome als Monotherapie derzeit allen anderen Substanzen (z.B. ACNU, Procarbazin) überlegen. Auch Temodal wird als Monotherapie, wenn überhaupt, nicht besser wirken. In der Regel stoppt es das Gliomwachstum für nur 4 Monate. Höhere Effizienz besitzen Kombinationstherapien (z.B. BCNU+VM26, ACNU+VM26), aber nur bei Patienten in gutem Allgemeinbefinden. Aufgrund der pulmonalen Toxizität von BNCU wird es in Mitteleuropa nicht empfohlen bzw. durch ACNU ersetzt. Heute sind Alternativen bekannt, die man zusätzlich kombinieren kann (z.B. Cisplatin, Thalidomid, Roaccutan etc.). Anderseits werden Substanzen und neue immuntherapeutische Ansätze sehr erfolgreich getestet (z.B. IL-4+Toxin).
Thomas Lindner
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