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Thema: Glioblastom

Glioblastom
Anonym[a]
20.11.2000 17:09:49
In meiner nahen verwandschaft wurde ein gehirntumor festgestellt. hier kurz der krankheitsverlauf:
31.05.00 erstmaliger + bis jetzt einmaliger grand mal anfall
nicht operabler ca. pfenniggroßer tumor neben sprachzentrum
therapie: bestrahlung bis insgesamt 56 gy + chemotherapie (topotecan 0,6 mg/qm keine tabletten)
nach der bestrahlung + chemo weiterhin wachstum des tumors auf ca. 3,5 x 3,5 cm in richtung schädeldecke
medikation: tagil 0,5mg 0-0-0-1
fortecotin 1,5mg 1-0-0
antra 0-0-0-1
op durchgeführt anfang november - tumor konnte komplett entfernt werden (daß noch krebszellen gestreut sind ist klar)
ergebnis der laboruntersuchung: glioblastoma multiforme
nach aussage des arztes wird der tumor in etwa einem jahr wieder wachsen. lebenserwartung bei viel glück soll etwa 5 - 10 Jahre betragen.
bestrahlung, chemo + op wurde körperlich soweit relativ gut überstanden (kraftlos, haarverlust, aufgedunsen vom cortison). aber wir möchten ihr für die noch verbleibende zeit so wenig wie möglich zumuten. vielleicht könnten sie mir antworten auf folgende fragen:
- ist eine weitere chemotherapie überhaupt von nutzen - und um welchen preis? bringt das noch etwas?
- welche chemotherapie wäre noch möglich? (tabletten?)
- mit welchen folgen durch chemotherapie wäre zu rechnen?
- wo können wir hilfe finden zum umgang mit dieser situation und um ihr möglichst viel unterstützung geben zu können. gibt es bücher zu diesem thema?
vielen herzlichen dank für ihre bemühungen - leider muß ich aus verschiedenen gründen anonym bleiben.
Anonym[a]
Anonym[a]
20.11.2000 17:15:17
Liebe Forum-Leser,
Prof. Dr. H. Link hat meine Anfrage in einem anderen Forum wie folgt beantwortet.
Hätte gern Euere Meinung dazu!

Sehr geehrter Fragesteller,
Die Prognose ist nach einem Rückfall als sehr ernst zu bewerten. Ob eine Therapie wirkt kann nur beurteilt werden, wenn meßbarer Tumor nachweisbar ist. In diesem Fall könnten Substanzen wie BCNU oder Temozolomid verwendet werden. Allerdings wirken auch diese Mittel nur bei einem kleineren Prozentsatz der Patienten für eine limitierte Zeispanne. Die Nebenwirkungen beziehen sich hauptsächlich auf das Knochenmark und den Magen-Darm-Trakt. Die konkrete Entscheidung zu Behandlung kann man als Arzt nur zusammen mit dem Patienten treffen, wenn man alle Lebensumstände kennt.
Mit freundlichen Grüßen
Prof.Dr. H. Link
Anonym[a]
Sandra aus Berlin
20.11.2000 17:22:38
Zitiert aus dem Gesundheitsforum:
"... Aus verschiedenen Qellen habe ich gehöhrt , daß man mit Hilfe von Thalidomid den Gesammtzustand eines GMB Patienten deutlich verbessern konnte.
Kurze Einleitung . Nach OP am 08.08.2000, Bestrahlung ab (30.08.00,6Wochen ) .
Meine Mutter hat nach zwei Wochen der Bestrahlung, aufgehört zu sprechen . Nach drei Wochen hat eine Lähmung auf der re. Seite eingesetzt .Rezidiv am 25.10.00 .Arzte haben sie aufgegeben. Dieser Zustand ist bis heute geblieben.(hat sich noch verschlechtert ). Viel Zeit bleibt wohl nicht. Gibt es auch andere Behandlungsmöglichkeiten außer Thalidomid die eine würdige Verbesserung in den Verlauf dieser nicht heilbaren Krankheit ergibt. Danke für alle Vorschläge .
Sandra aus Berlin
Sandra aus Berlin
20.11.2000 17:29:27
Und nachfolgend die Antwort des Mediziners Prof. L. mit einer Ergänzung von mir:

Es gibt seit einiger Zeit Versuche mit Thalidomid zur Behandlung von Tumoren, weil die Substanz die Entwicklung von Blutgefäßen zum Tumor unterdrückt. Auch beim Glioblastom wurde es eingesetzt. Eine Arbeitsgruppe in Boston hat sich damit beschäftigt. (Phase II trial of the antiangiogenic agent thalidomide in patients with recurrent high-grade gliomas; Fine HA; Figg WD; Jaeckle K; Wen PY; Kyritsis AP; Loeffler JS; Levin VA; Black PM; Kaplan R; Pluda JM; Yung WK Center for Neuro-Oncology, Dana-Farber Cancer Institute, and Departments of Neurology, Surgery, and Radiation Oncology, Brigham and Women´s Hospital, Harvard Medical School, Boston, MA, USA. J Clin Oncol 2000 Feb;18(4):708-15)
Bei einem kleinen Prozentsatz der Patienten hat Thalidomid vorübergehend gewirkt. Bisher kann man aber nicht sagen, dass diese Therapie beim Glioblastom gut wirksam ist. Für den Routineeinsatz ist Thalidomid, das frühere Contergan in Deutschland nicht verfügbar.....

Aber in Form eines individuellen Heilversuches kann es Dir Dein Arzt verschreiben. Prof. Vogel aus Berlin verordnet seinen GBM-Patienten zusätzlich Thalidomid (Contergan).
Sandra aus Berlin
Maggie[a]
23.11.2000 12:54:31
der Krankheitsverlauf den du hier schilderst ist genau derselbe wie bei meine Bruder. Er wurde im April dieses Jahres operiert. Leider konnte nicht der ganze Tumor entfernt werden - zu nahe am Sprachzentrum. Er hatte auch grand mal-anfälle, deren drei bevor die Diagnose Hirntumor fiel. Seitdem hat er Chemo und Bestrahlung gehabt. Laut den Aerzten hat sich die verbleibende Stelle sill gehalten. Mein Bruder hatte Chemo mit Tablatten (Uniklinik Insel in Bern/Schweiz). Er hat die Therapien überraschend gut überstanden. Verlor natürlich seine Haare und es war ihm ab und zu auch schlecht. Ich habe auch Literatur über das Thema gesucht, aber nichts gefunden. Ich habe mir alle Infos selber zusammengesucht im Internet, bei betroffenen Menschen usw.
Wie es bei uns weitergeht, weiss ich nicht. Die Aerzte lassen sich auf keine Prognose ein, ausser dass er wegen seinem jungen Alter nochmals operiert werden könnte bei einem Rezidiv.
Wir, seine Familie (er hat Frau und zwei kleine Söhne) versuchen so normal wie nur möglich damit unzugehen. Er versucht nun wieder in die Arbeitswelt zu gehen und er verdrängt - gegen aussen zumindest - die Schlimme seiner Krankheit.
Maggie[a]
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