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Thema: Glioblastom

Glioblastom
Peter[a]
19.11.2000 22:58:23
Bei meinem Schwiegervater wurde eine inoperabeles Glioblastom diagnostiziert.

Er wurde aus dem Krankhaua entlassen, wir haben im Moment das Gefühl, er wurde entlassen und wir sind verlassen.

Nach dem nun das Ergebnis der Gewebeuntersuchung vorliegt, wurde vom behandelnden Arzt eine sehr schlechte Prognose abgegeben. Sie heißt: 3-12 Monate, eher 3 gegen Monate.
Eine Operation ist nach Aussage des Arztes nicht mehr möglich und sonstige Therapien würden nur etwas von der verbleibenden Zeit stehlen. Zudem seien die Folgen der Therapie, z. B. von Bestrahlungen eher der noch vorhandenen "Lebensqualität" abträglich.

Derzeit hat mein Schwiegervater starke Kopfschmerzen in hoher Intensität. Gegen die Schmerzen sollen stufenweise gesteigerte Schmerzmittel helfen. Gegen die Ödeme erhält er seit 4 Tagen Kortisontabletten, wobei eine tatsächliche Schmerzlinderung bislang nicht erkennbar ist.

Der Allgemeinzustand ist geprägt vom Wissen um die Krankheit, mein Schwiegervater ist in vollem Umfang informiert. Er hat eine eingeschränkte Koordinationsfähigkeit linksseitig.

Wir suchen folgende Hilfe:
1. Eine Klinik, in der wir die Diagnose prüfen lassen können (zur Sicherheit, wir möchten nicht später da stehen und uns fragen müssen, ob wir alles getan haben).
2. Rat bezüglich wirksamer Bekämpfung der Schwärzen.
3. Informationen über den weiteren, zu erwartenden Verlauf der Krankheit.

Wer kann helfen?
Peter[a]
Sandra aus Berlin
20.11.2000 17:00:19
Im neurochirurgischen Forum antwortete Dr. Braunsdorf aus Magdeburg folgendes:

Ihre Frage ist fast schon chrakteristisch, da in viel zu vielen Fällen eine auch von anderen Behandlern defaitistische Grundhaltung eingenommen wird. Auch das Glioblastom ist ein maligner Tumor- aber kein Krebs ! Behandlungsoptionen bestehen immer, ob nun mit Op oder Zusatzbehandlungen. Die Befunde sollten wir mal besprechen, denn nach der alten Regel:"wer aufgibt hat schon verloren" kann heute bei dem, der bereit ist zu kämpfen, wo der Zustand es zu läßt, sehr viel mehr erreicht werden, als alle alten Statistiken, die sowieso nicht das Einzelschicksal reflektieren, es verneinen. Nehmen Sie doch Kontakt über e-mail oder Telefon mit uns auf!
Sandra aus Berlin
Tanja[a]
20.11.2000 23:05:36
Hallo Peter,

wir haben sehr gute Erfahrungen im Ludwigsburger Kreiskrankenhaus
gemacht. Prof.Dr. Schabet (Uni Tübingen)u. Prof. Dr. May können von uns empfohlen
werden.
Auch die Kopfklinik in Heidelberg hat einen guten Ruf. Am besten
gleich Röntgen, bzw. Kernspinbilder mitnehmen.

Tanja
Tanja[a]
Sebastian[a]
21.11.2000 11:34:58
Alles Gute! Im neurochirurgischen Forum für Euch gefunden->

"... auch wenn die situation für sie und ihren betroffenen mann fast aussichtslos erscheint gibt es doch noch etliche optionen was zu tun.
wenn es ihrem mann noch zumutbar, seine "moral"nicht erschöpft ist, soll er durchhalten, auf die zeit setzen, tgl gibt es neue infos, aus denen auch gelegentlich seriöse-vorsichtig-optimistische perspektiven entstehen können.
aus vielfacher erfahrung mit gleichartigen patienten kann ich ihnen versichern, dass z.b. das temodal sich unproblematisch mit weihrauchpräparaten verträgt.
um die eine oder andere möglichkeit abzuschätzen wäre es wünschenswert aktuelle befunde einzusehen. sie können mich gerne dazuz nochmal anrufen. dr. braunsdorf, neurochirurgie, städt. klinikum magdeburg..."

Ciao! Basti
Sebastian[a]
Petra[a]
01.12.2000 14:02:09
Lieber Peter,

auch mein Vater hatte ein Glioblastom diagnostiziert bekommen. Das war im Jahr 1998 (August). Seine
Neurologin konnte uns nur die Uni Düsseldorf, Prof. Dr. Ludwig, empfehlen. Da meine Eltern in Leer (Ost-
friesland) lebten, war das natürlich günstig. Wir wohnen in der Nähe von Neuss.
Mein Vater wurde Mitte September zum erstenmal operiert, wobei sich aber zeigte, das bei dieser OP
nicht der gesamte Tumor entfernt worden war. Also wurde innerhalb von 14 Tagen eine zweite OP angesetzt.
Diese OP´s hatte er gut verkraftet. Aber leider hatten im die Ärtzte auch prophezeit, das er eventuell nur gut
12 Monate zu leben hätte. Mein Vater war immer ein sehr optimistischer Mensch und hat alles versucht um
diesen Krebs zu besiegen.
Nach einer sehr schmerzvollen und für ihn fast unerträglichen Strahlentherapie in Aurich hatten wir gute Hoffnung.
Im März 1999 mußte mein Vater wieder in die Uni Düsseldorf zur Kernspint. Auf den Bilder konnte man einen
ganz kleinen Tumor erkennen, leider zu klein um operiert zu werden. Also vertröstete man ihn auf Mai/Juni.
In dieser ganzen Zeit haben wir viel über dieses Thema gesprochen und auch vieles versucht. Die Weihrauch-
therapie kann ich eigentlich nicht weiterempfehlen, da sie sehr kostspielig ist. Außerdem bekommt man diese
Tabletten auch nur sehr schlecht und auf Umwegen über die Apotheke.
Auch mein Vater bekam Schmerzmittel und Kortison verabreicht, auch bei ihm waren die Schmerzen fast uner-
träglich.
Ich kann nur sagen, wenn Sie die Möglichkeit haben, Ihren Schwiegervater zu Hause zu pflegen, dann sollten Sie
es auf jeden Fall tun. Die Zeit ist so kostbar und Ihr Schwiegervater wird es auf ewig danken.
Gruß
Petra
Petra[a]
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