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Thema: Glioblastom: Wann mit der Chemotherapie beginnen?

Glioblastom: Wann mit der Chemotherapie beginnen?
Manfred Scheller
23.10.2000 12:08:48
Bei meinem Bruder wurde vor 2 Monaten im Alter von 48 Jahren ein Glioblastom diagnostiziert, operiert und bestrahlt. Nun stellt sich uns die Frage: Wann beginnt man am optimalsten mit der Chemo? Im Anschluss an die Strahlentherapie oder erst, wenn ein neues Tumorwachstum festgestellt wird. Im Moment ist kein Tumor, kein Kontrastmittel auf den MR-Aufnahmen zu sehen. Für jede Antwort bin ich sehr dankbar, denn jeder Mediziner hat eine andere Meinung dazu. Es gibt sogar Ärzte, die meinen, dass eine Chemo sinnlos ist und den Patienten nur belastet.
Manfred Scheller
Andrea[a]
31.10.2000 21:12:14
Hallo Manfred,
ich kann Dir nur von unseren Erfahrungen berichten. Bei meinem Mann wurde im Mai ein Glioblastom diagnostiziert (36 J.), operiert und bestrahlt. Rezidiv im August, Kernspin-Kontrolle im Oktober, sofortige Chemotherapie mit ACNU-VM26+Tamoxifen (resistenzverzögernde Indikation). Das Rezidiv muß auf jeden Fall wieder operiert werden, aber wenn mein Mann Glück hat mit der Chemotherapie vielleicht erst viel später. Von daher finde ich die Aussage quatschig Chemo sinnlos!!! Dein Bruder sollte sich einen guten Onkologen suchen und mit diesem alle Fragen durchgehen, das hat uns auch die Hirntumorhilfe geraten und wir sind froh, daß wir es gemacht haben. Herr Dr. Dresemann im Franz-Hospital ist da sehr gut. Alles Gute und viel Kraft, Andrea
Andrea[a]
Andrea M.
06.11.2000 21:23:38
Lieber Herr Scheller,

Mein Vater ist 49. Bei ihm wurde vor einem Jahr ein Glioblastom (3. Grades) diagnostiziert. Vor einem Jahr wurde er operiert und danach bestrahlt. Ende Juni dieses Jahres fand eine weitere Operation, im zuge derer eine photodynamische Therapie, und eine weitere stereotaktische Operation statt (innerhalb von 2 Tagen). Eine Woche später begann er mit der Temodal-Chemo-Therapie, die er sehr schlecht vertragen hat, trotz der Bezeugung der Ärzte und Schwestern, die gemeint hatten, dass diese Chemo praktisch keine Nebenwirkung hätte. Nach 3 Monaten Chemo hat eine neue MR gezeigt, dass das Glioblastom, trotz Operation, etc. rasant weitergewachsen ist. Meinem Vater geht es schon sehr schlecht und hat lt. Ärzten vielleicht noch wenige Tage aber maximal Wochen zu leben. Ich persönlich würde es mir sehr sehr gut überlegen, meinem Vater nochmals diese Chemotherapie zuzumuten. Ein Arzt sagte vor einigen Monaten zu mir, dass er diese Chemotherapie, würde es sich um seinen Vater handeln, nicht zulassen würde - wir haben aus Liebe und grosser Hoffung unseren Vater doch noch etwas länger bei uns zu behalten, nicht auf ihn gehört - zu schwer war der Schritt ihn aufzugeben und ihn gehen zu lassen. Heute würden wir, hätten wir gewusst was auf ihn zukommt, anders entscheiden. Ich persönlich kann die Meinung nur teilen, dass diese Chemo, wägt man Leid und Nutzen bei dieser bedingungslos tödlichen Krankheit, ab, für den Patienten eine Qual ist und lediglich eine Verlängerung des Leidens darstellt.

Nebenwirkungen von Temodal waren: wochenlang hohes Fieber, starker Juckreiz am ganzen Körper, Verfall in eine immer grösser werdende Hoffnungslosigkeit, etc.

Ich wünsche Ihnen, Ihrem Bruder und Ihrer Familie alles Gute und viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Andrea M.
Andrea M.
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