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Thema: Größe eines Meningeoms

Größe eines Meningeoms
Kinz21xy
10.06.2021 09:03:26Neu
Habe gelesen, dass kleine asymptomatische Formen eines Meningeoms nicht zwingend operiert werden müssen.
Doch welche Größenordnung versteht man unter klein.
Mein Meningeom ist inzw. 17mm groß. Wie kann ich das einordnen?
Kinz21xy
KaSy
10.06.2021 10:44:43Neu
Liebe Kinz21xy,
Ob und wann ein asymptomatisches Meningeom dieser Größe operativ entfernt oder mit der Radiochirurgie behandelt werden sollte, hängt auch von seiner Lage ab.
Berate mit Deinem Neurochirurgen darüber.
KaSy
KaSy
Gan64
11.06.2021 18:12:36Neu
Hallo Kinz21xy,

ich liege auch auf der Lauer nach Antworten auf deine Frage, weil ich im Internet nichts darüber finden konnte:
Wann spricht man eigentlich von einem "kleinen" und wann von einem "großen" Tumor?
Unabhängig davon, dass für die Therapie noch zig andere Faktoren mit reinspielen, fände ich es schon interessant, was für Maßstäbe für Groß und Klein angesetzt werden.

Naja, vielleicht meldet sich ja noch jemand...
Gan64
Kinz21xy
11.06.2021 20:39:08Neu
Die Misere ist ja auch die, dass die Ärzte unterschiedlicher Meinung sind.
Mein Neurologe sagt, abwarten, das Meningiom hat an der Stellen noch Platz zum Ausdehnen.
Die Neurochirurgin rät jedoch zu einer OP.
Schade. Man wird doch sehr verunsichert.
Als ob nicht alles schon verwirrend genug wäre und man das Ganze auch verarbeiten muss.
Kinz21xy
Mirli
11.06.2021 21:14:34Neu
Hallo Kinz21xy,

an welcher Stelle ist denn der Tumor? Es kommt ja entscheidend auf die Lage an, wie ein Tumor zu bewerten ist. Grundsätzlich sollte man der Einschätzung einer Neurochirurgin eher vertrauen, als der Meinung eines Neurologen. Mein Tumor war damals etwa 1,6cm und wurde nicht mehr als "klein" von der Strahlentherapeutin bezeichnet. Ich denke, dass ein Tumor um 2cm schon einigermaßen groß ist.
Gruß Mirli
Mirli
Gan64
11.06.2021 22:16:15Neu
@Kinz21xy

Ja, das mit der Verunsicherung geht mir auch so. Mein Internist meinte, ach Meningeom, haben viele ältere Frauen, wird oft nicht erkannt, macht auch nichts, aber Neurochirurgen sind Chirurgen und die wollen immer gleich an alles mit dem Skalpell.
Okay, Internist ist ja nun keine Referenz. Aber als der NC meinte, keine Alternative zu einer OP fand ich das sehr verwirrend und auch, dass er das runterspielte "manche gehen nach drei Wochen wieder arbeiten".

Ist halt eine blöde Situation für Laien.
Zu meiner Entscheidungsfindung pro OP hat hier das Forum wesentlich beigetragen.
Gan64
der Meister
12.06.2021 08:55:25Neu
Hallo,
Du musst auch bedenken, dass es wachsen kann und Du nicht jünger wirst.
Eine OP also schwieriger.
Ein Tumor gehört nicht in den Kopf, früher oder später wird er Raumfordernd und macht Probleme. Was ist mit Bestrahlen ?

Mein Meningeom war sehr Groß und musste entfernt werden.


Gruß Klaus
der Meister
fasulia
12.06.2021 11:06:21Neu
@der Meister
" früher oder später wird er Raumfordernd" das stimmt für Meningeome nicht- viele verkapseln/verkalken auch und machen KEINE Probleme
fasulia
Gan64
12.06.2021 11:33:35Neu
Und zu dem, was man wohl unter einem großen oder kleinen Meningeom versteht, weiß niemand was?

Also schlicht, zum Beispiel bis 2x2x2 ist klein?
Gan64
KaSy
12.06.2021 12:50:29Neu
Ich weiß nicht, worauf die Frage "groß oder klein" abzielt.

Es gibt Meningeome mit einem Durchmesser von 10 cm oder mehr, die keine Symptome verursachten.
Es gibt Meningeome, die sehr nah an wichtigen Funktionsbereichen ("eloquente" Bereiche) entstanden waren und bereits mit einem halben Zentimeter Durchmesser die Sehfähigkeit oder motorische Fähigkeiten oder das Sprechen oder das Hören usw. einschränkten oder epileptische Anfälle auslösten.

Die Größe ist weniger wichtig als ihre Lage im Gehirn.

Wenn ein Wachstum festgestellt wird, dann ist es besser, den Tumor operativ oder (wenn möglich und dann nur bis 3,5 cm Durchmesser) mit einer Radiochirurgie zu behandeln, bevor er weiter an Größe zunimmt und Symptome entstehen oder schlimmer werden.

Denn wenn bereits Symptome entstanden sind, dann ist es völlig egal, ob sie von einem "kleinen" oder "großen" Tumor verursacht wurden. Dann ist es für die Fachärzte eine höhere Herausforderung, den Tumor zu entfernen und darauf zu hoffen, dass die bereits vorhandenen und durch den Tumor verursachten Symptome verschwinden werden.

Ganz abgesehen davon, dass Operationen oder die Radiochirurgie auch die üblichen Risiken haben, die im Gehirn "größer" sind, erst recht, wenn es um die Nähe zu Funktionsbereichen geht.

Es kommt bei der Entscheidung über eine Behandlung eines Hirntumors darauf an, einen Neurochirurgen zu finden, dem man vertraut und der einen durch die Zeit des (eventuellen) Wartens begleitet und den richtigen Zeitpunkt für eine Behandlung anhand der Entwicklung des Tumors gemeinsam mit dem Patienten trifft. Dabei sollte auch die Frage nach der Radiochirurgie besprochen werden können, gegebenenfalls in einem speziellen Zentrum mit den dortigen Fachärzten.

KaSy
KaSy
yooda
15.06.2021 20:01:47Neu
Hallo Kinz21xy,

bei mir wurde Ende April ein Menigeom festgestellt, das noch etwas kleiner ist als Deines. Im Gespräch hat mir die Neurochirurgin alle Optionen erläutert, die ich habe. Es gibt da eine Menge "Wenn Sie sich so entscheiden, können wir folgendes machen..:", weil ich wegen einer ganz anderen Sache untersucht wurde, auf die diese Diagnose einen gewissen Einfluss hat.

Ich war beruhigt, dass es in meinem Fall keinen akuten Handlungsbedarf gibt, ich also meine Möglichkeiten abwägen kann. Mittlerweile habe ich mich für eine OP entschieden, auch wenn mir die Ärztin erklärt hat, dass man durchaus noch warten kann.
Meine Gründe dafür sind zum Einen, dass ich jung und fit bin, um eine solche OP gut zu überstehen. Mit der OP ergibt sich die Möglichkeit den Gnom im Labor zu untersuchen, d.h. ich finde heraus, ob es wirklich ein Meningeom ist (wovon ich ausgehe) und welchen WHO Grad dieser Zellklumpen hat. Damit habe ich die Möglichkeit besser abzuschätzen, ob ich mit Rezidiven, also Neubildungen, rechnen muss oder ob die eher unwahrscheinlich sind.

Da ich, wie gesagt, kein dringender Fall bin, kann die OP zu einem Zeitpunkt stattfinden, den ich mit entscheiden kann. Das gibt mir die Möglichkeit ein paar Dinge vorab zu planen und noch ein paar Termine wahrzunehmen, die mir wichtig sind.
Es gibt mir aber vor allem das Gefühl, dass ich entscheide. Und das Gefühl hatte ich tatsächlich auch im Gespräch mit meiner NC, die mir eben nur die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt hat. Für mich fühlte sich das gut an.
Im Gegensatz dazu hat die Ärztin in der Strahlenklinik mir klipp und klar gesagt, sie an meiner Stelle würde sich operieren lassen.

Das Menigeom sitzt bei mir direkt am Hörnerv und verursacht bisher gar nichts. Das bedeutet ich hätte es frühestens in ein paar Jahren bemerkt. Da ich aber nicht sicher sein kann, dass der Hörnerv durch den Tumor geschädigt werden könnte (okay, das ist durchaus auch ein OP-Risiko in meinem Fall), möchte ich nicht allzu lange warten mit der OP.

Schlussendlich, in meinem Fall sprachen alle Ärzte von einem kleinen Meningeom (ca. 1 cm), ich habe mich dennoch entschlossen nicht zu lange zu warten.

Vielleicht helfen Dir meine Ansichten, ansonsten kann ich Dir nur empfehlen nochmal mit einer Neurochirugin Deines Vertrauens zu reden, zur Not auch eine Zweitmeinung einholen.

Viele Grüße
yooda
Kinz21xy
15.06.2021 20:24:44Neu
Hallo Yooda,
danke für dein Erläuterungen.
Bewundernswert,wie sicher du in deiner Entscheidung bist. Das ist immer gut.
Ja, ich muss mir einfach noch eine weitere Meinung von einem NC einholen. Denn es ist enorm wichtig, egal wie man sich entscheidet, dass man dazu voll und ganz dazu steht.
LG
Kinz21xy
yooda
15.06.2021 20:34:35Neu
Es hat eine ganze Weile gedauert, das braucht seine Zeit. Verunsicherung und Angst hatte und habe ich auch. Es geht mir aber sehr viel besser mit der Entscheidung.
Schau mal für dich, mit wem Du darüber sprechen kannst, auch mit Menschen, die keine medizinsiche Ausbildung haben. Ich habe ein paar gute Freunde, die mir zuhören und ihren Rat geben. Auch das hilft enorm.

Meine NC hat von Anfang an sehr offen und menschlich mit mir gesprochen, daher habe ich das Gefühl, dass ich mich auf ihren Rat verlassen kann. Wäre das nicht so gewesen, hätte ich sicherlich noch eine Zweitmeinung an einer anderen Klinik erbeten.
yooda
Flora70
17.06.2021 12:41:55Neu
Hallo zusammen, ich bin froh, dass das Thema " wann ist ein Meningeom klein oder gross" hier angeschnitten wird. Denn ich frage mich, seitdem ich von dem Meningeom weiß ( 9x3mm) Konvex ob ich dem Bedeutung bemessen soll/darf oder der NC recht hat, dass dieses noch keine Symptome verursachen kann.
Alles Gute Euch allen.
Flora70
der Meister
17.06.2021 13:13:58Neu
Meiner Meinung nach ist 9 x 3 mm noch als klein anzusehen sehen.
Mein Tumor hatte 9,5 x 5 x 5,5 x 5 cm und das ist groß ...

Ob Du Dir Sorgen musst kann nur der NC entscheiden.
Dir alles Gute.


Gruß Klaus
der Meister
KaSy
17.06.2021 14:00:23Neu
Hallo, Flora70,
Wenn Du wegen irgendwelcher Symptome im MRT mit Kontrastmittel (KM) warst und das Meningeom ist zufällig gefunden worden und es ist laut der Aussage des Neurochirurgen (NC) nicht dafür verantwortlich, dann ist es sinnvoll, die weitere Entwicklung des Meningeoms in zeitlichen Abständen zu kontrollieren, die der NC für richtig hält. (Das können zunächst 3, dann 6, dann 12 Monate sein.)

Die Größe des Meningeoms ist weniger wichtig, als seine Lage im Gehirn.

Wenn Du aber wegen des Meningeoms sehr unsicher bist, kannst Du auch eine Zweitmeinung bei einem anderen NC einholen.

Für Deine weiterhin bestehenden Symptome musst Du die Ärzte weiter nach der Ursache suchen lassen.

KaSy
KaSy
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