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Thema: Ist nach der TMZ-Chemotherapie eine Schwangerschaft möglich?

Ist nach der TMZ-Chemotherapie eine Schwangerschaft möglich?
tschens
02.05.2021 12:30:05
Schädigt Temozolomid die Eizellen, ist nach der Therapie eine Schwangerschaft möglich?


Hallo zusammen,

Meine Tochter hat die Diagnose Astro III (nach Astro II, behandelt mit Bestrahlung vor ein paar Jahren) frisch bekommen. Empfehlung der Klinik ist Chemotherapie mit Temozolomid. Für eine Eizellenentnahme ist es zu spät, bzw kann die Behandlung für die Entnahme das Wachstums des Tumors negativ beeinflussen (so die Aussage der Klink).
Schädigt Temozolomid die Eizellen, ist nach der Therapie eine normale Schwangerschaft möglich?

Vielen Dank, Grüße
tschens
buttkeis
02.05.2021 14:47:55
Eine Schwangerschaft könnte ein Gliom zum wachsen anregen. Durch die Hormone / Wachdtumshormone wird die Zellteilung angeregt. Muss nicht sein, allerdings gibt es einige die während der Schwangerschaft plötzlich einen heftigen Schub an Wachstum hatten
buttkeis
tschens
02.05.2021 14:56:04
Hallo buttkeis, danke für die Antwort. In der Klinik gab es dazu unterschiedliche Aussagen. Klingt logisch mit der "Wachstumsanregung", aber Studien oder Berichte dazu habe ich nicht gefunden. Grüße
tschens
Mego13
02.05.2021 15:08:22
Hallo Tschens,

Temozolomid vermindert wie andere Alkylantien (bspw. CCNU) die Fruchtbarkeit. Inwiefern das auf die jeweilige Frau zutrifft und man nicht auch frühzeitig in die Wechseljahre kommt, lässt sich nicht vorhersagen.
Nach einer Chemo sollte man auch mindestens 1 bis 2 Jahre mit einer Schwangerschaft warten.

Temozolomid wirkt gentoxisch. Das sollte man bei einem Schwangerschaftswunsch abklären lassen.

Es gibt bei Y.T. eine Glioblastompatientin, die darüber berichtet, wie sie ihre kleine Tochter bekommen hat.

Es gibt allerdings auch Hirntumorzentren, die zu diesem Thema beraten.

Ich wünsche Deiner Tochter aber erstmal für die Chemo alles Gute.

LG
Mego
Mego13
Prof. Mursch
02.05.2021 16:49:30
@“Buttkeis":

ein heftiger Schub war mir so nicht bekannt. Die Arbeiten, die ich kenne, berichten von diskret mehr Wachstum. Die von mir betreuten Patientinnen hatten keinen. Waren ein paar.

Prof. Dr. med. Kay Mursch
Neurochirurg
Zentralklinik Bad Berka
Prof. Mursch
Eris
02.05.2021 17:09:59
@“Buttkeis"

Auf welche Quellen bezieht sich Deine Aussage?

Laut dem Link

https://link.springer.com/article/10.1007/s00701-019-03823-6?shared-article-renderer

scheint die Schwangerschaft den klinischen Verlauf von Gliompatienten nicht zu beeinflussen. Ebenso scheint das Gliom keinen Einfluss auf die Gesundheit der entbundenen Kinder zu haben.
Eris
KaSy
02.05.2021 19:23:38
Bei Patientinnen mit Meningeomen (!) besteht eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit, dass eine Einnahme chemischer, natürlicher, pflanzlicher Hormone sowie eine Schwangerschaft zu einem Wachstum des Meningeoms führen kann.
Dafür gibt es Studien, aber, soweit ich weiß, kein Gegenmittel.
Nach Operationen kann festgestellt werden, ob das Meningeom an seiner Oberfläche Hormonrezeptoren hat.

Für die hirneigenen Tumoren weiß ich es nicht.
Ich habe es auch noch nicht von den Fachexperten gehört oder von Betroffenen gelesen.
Ob die für die Eizellenentnahme erforderliche Hormonbehandlung das Wachstum hirneogener Tumoren beschleunigt, darüber gibt es wegen der Seltenheit des Problems vermutlich kaum verlässliche Daten.

Sicherheitshalber lassen betroffene Frauen ihre Eizellen einfrieren.
Eine Beratung in einem (von Mego) genannten Zentrum könnte hilfreich sein.

Die Unsicherheit der Ärzte, darüber eine Aussage zu treffen, kann ich verstehen.

KaSy
KaSy
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