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Thema: Knochenersatz nach Wundheilungsstörung

Knochenersatz nach Wundheilungsstörung
Gitti
14.03.2019 20:34:11
Hallo, ihr Lieben!
Gibt es hier jemanden, der Erfahrungen mit einem Schädelimplantat hat? Ich habe eins und habe massive Probleme damit.
Bitte meldet euch zum Erfahrungsaustausch.
LG
Gitti
brigan
12.04.2019 16:40:07Neu
Hallo, ich habe auch ein Schädelimplantat, ziemlich groß, leider auch seit Monaten ein großes Liquorkissen, das sich nicht verändert. Ich habe Druckgefühle, Kribbeln, stechende ScmSchmerzen, FremdkörperGefühl, Ohtensausen im linken Ohr. Ich weiß nicht, ob die Beschwerden vom Liquorkissem oder vom Implantat kommt. Was hast du für Beschwerden? Alles Gute,
brigan
brigan
Gitti
13.04.2019 03:41:51Neu
Hallo brigan, danke für deine Nachricht.

Mein Implantat ist auch ziemlich groß, so ca. 10 x 5cm. Es erstreckt sich rechts von der Stirn über dem Augenbrauenbogen bis zum rechten Ohr.

Was mich am meisten belastet, ist, dass mir kein Arzt sagen kann, woher meine Beschwerden kommen. Der Neurochirurg schickt mich zum Neurologen, der zum Augenarzt, der wiederum zum Radiologen, und der wieder zurück zum Neurochirurgen... Ist es das Implantat? Ist es der Tumor? Die OP-Narbe - innen? außen?

Ich bekomme extrem schnell stechende Schmerzen im Implantatbereich, wenn ich unterschwelligen Geräuschen ausgesetzt bin. Hintergrundmusik halt ich überhaupt nicht aus, Gemurmel, wie im Restaurant, auch nicht. Selbst wenn ein LKW unter meinem Fenster (auch wenn es geschossen ist) mit laufendem Motor steht, tut mir das weh. Meine Theorie ist, dass das Implantat und der Schädel in unterschiedlicher Frequenz schwingen, und dieser Unterschied am Rand zwischen Schädel und Implantat die Schmerzen verursacht. Die oben beschriebene Ärzterunde hab ich durchlaufen, jeder sagt das könnte sein, aber keiner weiß wirklich, woher es kommt und am schlimmsten: keiner weiß, was man dagegen tun kann. Ich will nicht ständig Schmerzmittel in mich reinstopfen... Ich verlass das Haus nur mehr, wenn es absolut nötig ist.

Dazu kommt Folgendes:
Der 2. Ast meines Nervus Trigeminus ist stark in Mitleidenschaft gezogen, da sein Ausgangspunkt direkt im Tumorfeld liegt. Vom Ohr bis zum rechten Nasenflügel und zur Unterlippe hab ich nur ein taubes Gefühl. Ich bin Rechtsschläfer, wenn ich auf der linken Seite einschlafe, drehe ich mich unwillkürlich im Lauf der Nacht nach rechts und hab in der Früh Schmerzen im Bereich des Wangenknochens, die erst im Lauf des Nachmittags verschwinden.
Wenn ich auf der rechten Seite einschlafe, ist es besser, dann baue ich mir mit der Bettdecke zwischen Unterkiefer und Kissen einen Puffer, damit der Wangenknochen nicht zu stark belastet wird. Das funktioniert zwar ganz gut, ist aber eine ziemliche Prozedur, bis alles so liegt, dass nichts schmerzt. Und wieder haben die Ärzte keine Ahnung, ob es am Implantat, der OP-Narben beim Ohr oder am Implantat liegt, und was man tun könnte, Nervenschmerzen sind ein Problem, sagen sie. Das weiß ich selbst auch.
Ich hab den Eindruck, jeder von denen ist in seinem Fachgebiet eine Koryphäe, aber sobald der Patient das Krankenhaus verlässt, ist er quasi "aus den Augen, aus dem Sinn" und muss schauen, wie er selbst zurecht kommt, da braucht man keinerlei Hilfe mehr von ihnen erwarten.

Nach 5 OPs ist der Kaumuskel so dünn, dass man die Umrisse des Implantats sehen kann, wenn man die Haare zur Seite gibt. Man kann die Grenze vom Implantat zum Schädel und jede der 4 Fixierungsplättchen, sogar ein paar von den 16 Schrauben, problemlos ertasten.
Das wär ja nur halb so schlimm, aber weil der Kaumuskel so dünn ist, isoliert er auch nicht richtig, und ich bin draufgekommen, dass meine rechte Schädelhälfte 23 Grad braucht. Wenn ich nicht zu Hause bin, muss ich außer im Sommer ständig eine Kopfbedeckung tragen.
Seit die Hausversammlung beschlossen hat, dass die Heizung nicht individuell in den Wohnungen, sondern zentral für alle in der Nacht abgesenkt wird, muss ich sogar mit Haube schlafen. Die drückt natürlich auf der rechten Seite. Der Erholungsfaktor beim Schlafen ist dadurch nochmals massiv beeinträchtigt.

Da ist so das Wichtigste, was mir so vor dem Einschlafen noch einfällt. Entschuldige bitte, dass ich mich so lang in einem"Roman" ausgeheult hab.

Wünsche dir auch alles Gute!
Gitti
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