Es hat auch bei uns einen Moment gedauert, Veränderungen zu akzeptieren. Ich habe in meiner Jugend Zivildienst gemacht und dort mit auch geistig behinderten Menschen gearbeitet. Auch wenn meine Frau noch in vielen Dingen fit ist, kann ich aus den Erfahrungen meines Zivildienstes einiges Wiedererkennen. Das wichtigste ist, das man das eigene Verhalten gegenüber des Patienten lernen und anpassen muss. Man darf dem Patienten nicht das Gefühl geben, das er sich zurückgesetzt fühlt.
Auch muss man lernen, dem Patieten gegenüber immer vollen Respekt zu haben. Auch gehen die meisten Dinge einfach langsamer als früher. Das ist nicht immer einfach, auch bei uns. Ich muss die Monster Bürokratie bewältigen, die bei einer solchen Erkrankung nun mal anfällt, das bleibt komplett an mir hängen. Auch die häufigen Arzttermine meiner Frau mit meiner Arbeit zu koordinieren, ist häufig ein Drahtseilakt. Aber es gibt auch schöne Momente, wenn sie lacht oder sich über wenn auch manchmal Kleinigkeiten freut. Auch haben wir es geschafft, 2 mal innerhalb diesen Jahres in Urlaub (innerhalb von Deutschland) zu fahren. Für sie ist glaube ich sehr wichtig, das sie sich auf mich verlassen kann und sie spürt, das wir für einander da sind. Ich habe nach der ersten Diagnose zu Ihr gesagt, daß wir das gemeinsam durchstehen, egal was kommt.