Hallo zusammen,
ich bin Jessica aus Rheinland-Pfalz und möchte mich hier melden, weil ich nach meiner Hirntumor-Erkrankung nicht nur mit den gesundheitlichen Folgen kämpfe, sondern auch mit massiven Behörden- und Versorgungsproblemen – und ich vermute, dass viele Betroffene Ähnliches erleben.
Kurz zu meinem Verlauf:
Seit 2023 hatte ich neurologische Symptome, die lange nicht ernst genommen wurden. Nach einem akuten Notfall im November 2023 wurde ein petroclivales Meningeom mit Kompression des Pons (Hirnstamm) festgestellt und ich musste in einer Uniklinik kurzfristig operiert werden. Seitdem habe ich bleibende neurologische Defizite und Pflegegrad 2. 2025 kam ein Rezidiv sowie zusätzlich ein Konvexitätsmeningeom links frontal hinzu; Ende 2025 hatte ich eine stereotaktische Radiotherapie.
Meine anhaltenden neurologischen Einschränkungen sind u. a.:
chronische Fatigue / stark eingeschränkte Belastbarkeit
Hörverlust rechts
Trigeminusneuralgien (teils starke neuropathische Schmerzen)
chronischer Schwindel
Gleichgewichtsstörungen und Gangataxie (Gangunsicherheit/Sturzrisiko)
Sensibilitätsstörungen der rechten Gesichtshälfte sowie der rechten Extremitäten
dadurch deutliche Einschränkungen im Alltag und Hilfebedarf
Parallel dazu laufen bei mir seit langer Zeit Verfahren:
GdB: Bescheid 40, Widerspruch läuft
EM-Rente: abgelehnt, Widerspruch läuft
wiederholte Nachforderungen/Fristen trotz vollständiger Unterlagen
nach Aussteuerung aus Krankengeld entstand/entsteht eine Versorgungslücke (finanziell/Versicherung)
Warum ich mich hier melde und warum ich überlege, an die Öffentlichkeit zu gehen:
Ich erlebe seit Monaten/Jahren, dass Betroffene in existenziellen Situationen in Verfahren „festhängen“, Zuständigkeiten unklar sind und man trotz schwerer Erkrankung und nachgewiesener Einschränkungen immer wieder von vorne anfangen muss. Ich möchte das nicht nur für mich lösen, sondern Missstände sichtbar machen, damit andere nicht genauso alleine kämpfen müssen. Mein Wunsch ist, Betroffenen eine Stimme zu geben, Wege/Tipps zu sammeln und – wenn möglich – gemeinsam mehr Druck aufzubauen (z. B. durch Erfahrungsberichte, Austausch, ggf. auch gemeinsames Auftreten gegenüber Medien/Politik/Behörden), damit Versorgungslücken und endlose Verfahren nicht zur zusätzlichen „Krankheit“ werden.
Ich möchte mich gerne mit Betroffenen austauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben – z. B.:
lange Widerspruchsverfahren bei GdB/EM-Rente
widersprüchliche Gutachten/Bewertungen trotz klarer neurologischer Einschränkungen
Schwierigkeiten nach Aussteuerung (ALG/Nahtlosigkeit, Krankenversicherung)
ständiges „Nachfordern“ von Unterlagen, obwohl alles eingereicht wurde
Wenn du dich wiedererkennst, freue ich mich über eine Antwort hier im Thread oder per PN.
Liebe Grüße
Jessica