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Thema: MRT-Kontrastmittel-Allergie

MRT-Kontrastmittel-Allergie
Mirli
02.06.2020 17:47:00
Wie macht Ihr das bei allergischer Reaktion auf Gadolinium-Kontrastmittel?

Hatte heute mein planmäßiges MRT. Diesmal sollte es wieder m i t Kontrastmittel stattfinden, so der Wunsch meines NC, dem ich die Aufnahmen dann per Post zur Expertise zusende. Da ich unter allergischen Reaktionen wie starker Rötung, aufsteigender Hitze und Beulenbildung leide, sollten MRTs mit KM eingeschränkt werden. Wenn das MRT mit Kontrastmittel durchgeführt werden musste, bekam ich davor eine Portion FENISTIL und RANITIL i.v. verabreicht, danach erst das KM. Das klappte bisher.

Heute wäre also diese Prozedur wieder dran gewesen. Der diensthabende Radiologe weigerte sich aber, er lies durch die MTRA mir ausrichten, er sähe auch ohne KM alles. Basta!
Ich kann nicht glauben, dass ich die Einzige mit dieser Problematik bin. Wie mach Ihr Allergiker das?
Gruß Mirli
Mirli
Prof. Mursch
02.06.2020 20:12:57
Mittlerweile kann man mit sehr engen Schichten und hochauflösenden Bildsequenzen (SPACE, CISS) bei manchen Fragestellungen oft (nicht immer!) ohne KM auskommen.
Jedenfalls kann man einige Fragestellungen so beantworten, dass es reicht. Die Radiologin und ich sprechen uns am gleichen Tag vor der Untersuchung ab.


Prof. Dr. med. Kay Mursch
Neurochirurg
Zentralklinik Bad Berka
Prof. Mursch
Meryem
02.06.2020 20:21:12
Lieber Herr Mursch , bei mir wurde einen MRT gemacht , man hat den Tumor auch so erkannt ,wieso musste ich am gleichen Tag nochmal ein MRT machen extra mit Kontrastmittel .
Weil ich gehört habe das Kontrastmittel nicht gut sein soll für das Gehirn, bei mehr als 4 x insgesamt .
Lg Meryem
Meryem
Prof. Mursch
02.06.2020 22:40:55
Einen Tumor erkennen ist eine Sache. Ihn besser charakterisieren, vom umgebenden Gewebe abgrenzen und besser vermuten zu können, worum es sich handelt, ist ein Unterschied.

Es gibt Tumoren, für deren Diagnostik KM wichtig ist, Gliome gehören oft dazu.

"Weil ich gehört habe das Kontrastmittel nicht gut sein soll für das Gehirn, bei mehr als 4 x insgesamt"

Wer hat denn das so explizit gesagt?

Prof. Dr. med. Kay Mursch
Neurochirurg
Zentralklinik Bad Berka
Prof. Mursch
Meryem
02.06.2020 23:18:03
Ja das habe ich oft gelesen das Kontrastmittel bei mehr als 4 x Verabreichung durch die Venen , sich Schwermetalle im Kopf / Körper ablagern können und somit gefährlich wäre .

Und zum MRT mit Kontrastmittel ,deswegen hat man danach auch gesagt das mein Tumor keinen KM aufgenommen hat und das er stark abgegrenzt ist oder sieht man das auch schon beim ersten MRT ?
Liebe Grüße
Meryem
KaSy
02.06.2020 23:19:48
Hallo, Meryem @all
ich habe mich gerade noch einmal belesen.
In den Jahren 2016/17 kamen Erkenntnisse auf, dass sich das Gadolinium aus den KM in der Leber, im Hirn und möglicherweise in weiteren Organen ablagern kann.
Mehr nicht.
Es wurde nicht nachgewiesen, dass die Ablagerungen im Hirn den MRT-Patienten schaden.
Dir Zahl "vier" habe ich nicht gefunden.

Nur vorsichtshalber (!) sollten die Radiologien bis zum 28.02.2018 dafür sorgen, dass die Verwendung einiger KM ruhen soll.
Das betrifft nur die "linearen" Gadoliniumhaltigen KM.
Die "makrozytischen" Gadoliniumhaltigen KM dürfen weiter verwendet werden, da bei ihrer Verwendung weniger Gadolinium im Hirn abgelagert wird.

Das Wort "ruhen" sehe ich so, dass viele Untersuchungen erforderlich sind, um den Nachweis zu erbringen, ob diese Ablagerungen für den Menschen schädlich sind oder nicht.
Möglicherweise werden die "linearen" KM später wieder genutzt.

Immerhin schadet ein nicht oder schlecht erkannter Hirntumor, den man ohne KM im MRT nicht oder nicht gut genug klassifizieren kann, dem Patienten deutlich mehr.

Ich selbst habe mehr als 50 MRT mit KM hinter mir und bin sehr davon überzeugt, dass eventuelle Ablagerungen von Gadolinium mir nicht geschadet haben.

Eine größere Auswahl an Kontrastmitteln ist auch für Mirlis Allergieproblem wichtig, da KM-Allergiker vielleicht unterschiedlich stark allergisch auf verschiedene KM reagieren.

Ich kann Mirli leider nicht helfen, da ich das KM stets gut vertrage. Die Hilfe mit dem Fenistil und Ranitil war sicher ganz gut.

Dem Krankenhaus, wo ich seit 25 Jahren behandelt werde, ist es seit 6 Jahren leider nicht mehr erlaubt, ambulante Patienten mit einem MRT zu kontrollieren. (Niedergelassene Radiologen hatten geklagt und sich leider generell für ausnahmslos alle Patienten durchgesetzt.)
Dadurch kann der Kontakt zwischen dem Neurochirurgen und dem Radiologen nicht mehr hergestellt werden, um zu erfahren, ob das KM erforderlich ist oder nicht.

KaSy
KaSy
Meryem
02.06.2020 23:47:40
KaSy ,das beruhigt mich dies zu lesen ,da gibt es wohl doch verschiedene Kontrastmittel.
Lieben Dank für deine Informationen
Meryem
Mirli
03.06.2020 18:29:57
Hallo,
gibt es hier wirklich niemanden der persönlich auch unter Kontrastmittelallergie leidet? Nicht eine einzige Erfahrung?

Habe heute die CD und den Befundbericht bekommen. Der Bericht hat insgesamt genau sieben Sätze (sechs unter Befund und e i n Satz unter Beurteilung)! Der Kürzeste, den ich je bekam.
Die MRT wird im MVZ gemacht, welches sich in unserem KH befindet und gemeinsam mit Klinikpatienten genutzt wird. Die "Abfertigung" läuft wie am Fließband. Einen Arzt bekommt man da nicht zu Gesicht.

Ich traue mich nicht, mir einfach das Kontrastmittel geben zu lassen, was ohne weiteres möglich wäre. Der ausgefüllte Aufklärungsbogen wird sowieso nicht gelesen, man unterschreibt nur, dass man vom Arzt(welcher?) aufgeklärt wurde. Ist das eigentlich alles normal heutzutage?

Im Übrigen danke ich für die bisherigen Antworten, obwohl ich weiß, dass das laut Nutzungsregel Nr.5 nicht zulässig ist?! Die erwähnte CISS-Sequenz ist mir bereits bekannt und vom x-ten Arzt empfohlen worden, sorry, nur bietet mir das die Radiologie, mangels entsprechendem Gerät (vermutlich?) mit Feldstärke 1,5 Tesla Symphony nicht an? Keine Ahnung, bin Laie. Wer weiß Rat?
Gruß Mirli
Mirli
TumorP
03.06.2020 21:32:38
Hallo Mirli,
ich kenne das bei den vielen MRT und CT IMMER folgendermaßen. Bogen ausfüllen im Warteraum. Dann in den Vorraum des CT / MRT. Dann kommt "irgendein" Radiologe fragt ob es noch Fragen zu der Untersuchung gibt. 2- 3 Sätze zu den Vorerkrankungen, dann geht es los. Also die Möglichkeit des Gesprächs besteht bei uns immer. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, das der gerade anwesende Arzt "schwierige" Fragen nicht so ad hoc beantworten kann.
Nach dem CT / MRT kommt der Oberarzt "meist" sagt 5 Sätze zu den Bildern. Oder er sagt in 30 Minuten haben sie ja das Gespräch beim Neurochirurgen. Er wird das mit Ihnen besprechen. Wir haben einige Wochen vorher die >>Termine so gelegt. 11:00 -12:00 CT / MRT. 14:00 Neurochirurg in derselben Klinik.
Viele Grüße
TumorP
Pomperipossa
04.06.2020 10:51:27
Hallo Mirli,

ggf. in radiologischen Praxen oder Abt. im KKH anrufen und fragen, ob ein Gerät mit der Feldstärke 3 Tesla vorhanden ist.

MRT Bilder vom Gehirn mit 3 Tesla sind wirklich deutlich schärfer. Lt. meines Radiologen reicht i.d. R. aber 1,5 Tesla aus.

Eine MRT Kontrolle hatte ich mit einem 3 Tesla Gerät, weil das 1,5, Tesla Gerät gerade gewartet wurde.

Wünsche Dir, dass Du schnell fündig wirst. Beste Grüße Pompi
Pomperipossa
KaSy
04.06.2020 11:24:57
Kleine Anmerkung:
Wenn Patienten Metallimplantate im Kopf haben, ist ein 3-Tesla-MRT nicht anzuraten, da um die Metalle Artefakte = Bildverzerrungen entstehen, die den Blick auf das, was man sehen will, erschweren.
KaSy
KaSy
Pomperipossa
04.06.2020 12:25:49
Hallo KaSy,
Dein Einwand ist berechtigt. Für meine Titankupplung im Schädel habe ich einen Sicherheitspass für das MRT - 3 Tesla ist das Höchste.
Mein Gefühl war auch zunächst etwas mulmig, aber alles hat ohne Probeme bei den Bildern und bei mir geklappt.
Beste Grüße Pompi
Pomperipossa
Mirli
04.06.2020 16:24:09
Lieben Dank Euch, werde in eine andere Radiologiepraxis wechseln. Habe gerade eine Praxis mit 3-Tesla-MRT im angrenzenden "Bundesland" Oberfranken gefunden, welches auch meine Platzangst besänftigen könnte (70cm-Öffnung).
Dorthin werde ich meine Fühler ausstrecken und abtasten, ob sich die halbjährliche "Reise" lohnt. Da ich keinerlei Schädelersatz habe und nur ein schönes Liquorkissen den "Dachschaden" füllt, dürfte das erspähte MRT-Gerät für mich infrage kommen.
Morgen, am 5.Juni, habe ich mein 5-Jähriges. Und dabei hatte ich, nach der Histologie, nur mit einem (Überlebens-) Jahr gerechnet. Das ist das Schöne am Pessimismus - man freut sich, wenn es anders kommt. Gruß Mirli

PS: Vorgestern habe ich erstmalig die Frage nach Tätowierungen im (neuen) Aufklärungsbogen gelesen? Was könnte eine Tätowierung bedeuten? Musste beim Ankreuzen schmunzeln, weil neben mir (1,5m!) ein Kerl voller Tattoos saß.
Mirli
KaSy
04.06.2020 18:43:13
Ich kenne diese Fragen schon lange und habe mich erkundigt:

Die Tätowierungen brennen sich stärker in die Haut ein. Vielleicht gefällt das den Tätowierten. Aber falls sie irgendwann diese Bilder auf der Haut wieder loswerden wollen, ist das sehr viel schwieriger. (Z.B. wenn man die Freundin wechselt und nun die "Maria"- Tätowierung loswerden will, weil die neue "Isabell" heißt.)

Auch auf das Schminken soll man vor dem MRT verzichten, da sich alles, was man auf die Haut "malt", in die Haut einbrennen wird und man dann ein möglicherweise ungewolltes Dauer-Makeup hat.

Es handelt sich bei der MRT nun mal um sehr starke Wechsel-Magnetfelder. Die Relais erzeugen die verschiedenen sehr lauten Geräusche. Je mehr Tesla, um so mehr Wirkungen gibt es auch auf die tätowierte und geschminkte Haut.

KaSy
KaSy
moodi
06.06.2020 19:20:50
Liebe Mirli,

gut, dass Du einen 3-Tesla gefunden hast. Fürs nächste mal.

Ich habe ca 20 MRT Untersuchungen mit Kontrastmittel hinter mir. Vertrage ich gut, aber man hat doch ein mulmiges Gefühl.

Hattest Du damals so ein histologisches Ergebnis, das man nur mit einer Überlebenszeit von einem Jahr gerechnet hat ? Ich bin ja froh, dass sich das nicht bewahrheitet hat !

Alles Gute
wünscht moodi
moodi
Mirli
06.06.2020 20:08:16
Hallo moodi,
ob ich wirklich in die fernliegende Radiologie wechsen werde oder woanders hin, weiß ich noch nicht. Habe heute meinem NC einen Brief geschrieben und mein Problem geschildert sowie die aktuelle CD beigelegt. Nun warte ich erstmal seine Reaktion ab.
Die Histologie des entnommenen ehemaligen Akustikusneurinom-Gewebes war nicht so prickelnd. Im Entlassungsbericht befindet sich ein Abschnitt mit der Histologie. Dort steht was von: Sarkom-ähnlich... Den Chemoarzt habe ich im Abschlußgespräch direkt nach einer Prognose gefragt. Seine Antwort war guut. Dieses Wort war einen Tick zulang gezogen, so dass in meinem Inneren die Alarmglöckchen bimmelten.
Der NC war in seiner ersten MRT-Expertise sehr zurückhaltend und machte es vom weiteren Verlauf abhängig. Letztes Mal schrieb er mir, er freue sich für mich. Finde ich lieb von ihm.
Gruß Mirli
Mirli
Mirli
07.06.2020 13:38:05
Zu jedem Kontrastmittel gibt es eine Packungsbeilage, welche sich direkt an den Patienten richtet, der darin aufgefordert wird, sie sorgfältig durchzulesen bevor er sich vom Arzt das Mittel verabreichen lässt. Es gibt sogar den Hinweis, diese Beilage aufzuheben für später. Dieser Text ist nochmal extra eingerahmt und befindet sich ganz am Anfang.

Die Frage ist: Warum bekommt man nicht automatisch diese Beilage ausgehändigt, so dass man auch später den Produktnamen noch weiß (bei Reaktionen) und auch weil sie sowieso für den "mündigen" Patienten angefertigt ist? Das ist, für meine Begriffe, eine grobe Nachlässigkeit der entsprechenden Praxis aber wohl üblich. Warum?
Ich habe bisher nur ein einziges Mal den Beipackzettel (von meiner Lieblings-MTRA) mitgegeben bekommen.
Wie sieht das bei Euch aus?

Gruß Mirli
Mirli
KaSy
07.06.2020 15:11:14
Ich habe (seit 1995) noch nie einen Beipackzettel für KM gesehen oder erhalten.

Ich wurde aber immer ein- bis zweimal gefragt, ob ich das KM vertragen habe.

Den MRT-Aufklärungsbogen (gibt es seit Anfang der 2000er Jahre) habe ich mir mitunter als Kopie geben lassen, da steht über KM etwas drin, aber sicher weniger als im KM-Beipackzettel.

Welches KM gegeben wurde, steht erst seit 2016 im Bericht der Radiologiepraxis, zuvor im Krankenhaus wurde es nicht erwähnt. (Immerhin könnte ich mich mit dem Namen des KM im Internet informieren.)

KaSy
KaSy
Mirli
07.06.2020 16:21:02
Liebe Kasy,

wenn du im Nachhinein nach deinem Befinden befragt wurdest, muß ja auch ein Fragender dagewesen sein, du Glückliche! Also dieses Glück hatte ich noch nicht. :-) Ich meine hier einen Arzt.
Besitze eine Kopie des Aufklärungsbogens vom MRT 2017. Dort steht nicht gerade viel über Risiken und Nebenwirkungen des zu verabreichenden Kontrastmittels drin. Im Übrigen auch noch nichts bzgl. Tätowierungen. Deshalb ist es mir, weil neu für mich, so aufgefallen.

Im Beipackzettel des Kontrastmittels aber ist eine Reihe von möglichen Nebenwirkungen aufgelistet. Und im letzten Abschnitt steht: "Das Abziehetikett zur Rückverfolgung auf den Durchstechflaschen/Spritzen ist auf die Patientenakte zu kleben, um eine genaue Dokumentation des verwendeten Gadolinium-haltigen Kontrastmittels sicherzustellen..."
Interessant.

Gruß Mirli
Mirli
Schneiderin
07.06.2020 17:03:57
Bezüglich der Tätowierungen hab ich vor dem MRT mal gefragt, was es damit auf sich hat -> ich habe einen kleinen Punkt auf dem Arm. Die Ärztin meinte dann, dass die Tattoofarben "metallische" Pigmente haben können, welche dann evtl reagieren... Mein Punkt war nicht der Rede wert ;-)

Meine Kontrollen mache ich auch in einem MVZ -> dort wo ich operiert wurde. Vor und nach jedem MRT werde ich gefragt, ob ich das KM gut vertragen habe, oder ob es Probleme gab. Gleich nach dem MRT hab ich die Besprechung mit dem NC. Bei mir gab es zum Glück nie Probleme
Schneiderin
KaSy
07.06.2020 17:08:27
Hallo, Mirli,
ich wurde nicht nachher, sondern vorher vom MRT-Personal immer gefragt und oft noch ein zweites Mal, ob ich das KM sonst immer vertragen hätte.

Einen Arztkontakt hatte ich während des Legens des Zugangs für das KM, weil das nur ein Arzt darf. (Meine langjährige Erfahrung) Da konnte ich vor der MRT ein paar Worte wechseln. Danach bestenfalls auf extra Anfrage. Die CD (und evtl. CD-Kopie) darf ich gleich mitnehmen, der Bericht geht an den überweisenden Arzt und evtl. auf Anfrage an weitere Ärzte.

Aber während und nach dem MRT kümmert sich das Personal wirklich sehr gut.

Das mit dem Beipackzettel und dem "Abziehetikett" ist wirklich "interessant".
Beste Grüße
KaSy
KaSy
Mirli
08.06.2020 16:09:34
Ja, KaSy, ein Radiologe muß zwingend das Kontrastmittel spritzen, da es als Diagnostikum ein Arzneimittel ist. Dabei ergibt sich die Gelegenheit etwas zu sprechen. Doch schneller als gedacht, hat man das Mittel intus und der Arzt ist wieder weg. Im Nachhinein bzw. ohne Kontrastmittelgabe kommt kein Arzt. Im Vorhinein hatte ich schon einmal im Flur und Umkleidekabine einen Wortwechsel mit dem dienthabenden Arzt. Das kann ich nicht als aufklärendes Arztgespräch betrachten.

Meiner Meinung nach ist jede Injektion ein Eingriff in den Körper und es gehört sich, über die Risiken Bescheid zu wissen. Aus Zeitgründen ist das nicht möglich, verstehe ich schon, aber deshalb nicht minder wichtig. Ich finde, dieses Thema ist zurzeit noch viel zu unterbelichtet, so wie auch das Thema Impfungen (dort gibt es immerhin einem Impfausweis). Bei jeder Tablette bekommt man den Beipackzettel dazu und SOLL ihn lesen!

KaSy, du schreibst hier oft lange erklärende Texte. Diese sollte man aufnehmen, zusammenfassen, medizinisch absegnen lassen und als Patienten-Leitfaden (im Stil der Heftchen der Rentenversicherung) herausgeben. Denn, ehrlich gesagt, verstehe ich das, was du schreibst, wesentlich besser, als durch Mediziner verfasste Infos.

Ich hätte mir gewünscht, in der Klinik spätestens nach der OP ein Heftchen als Orientierung für speziell meine Krankheit zu bekommen. Vielen Patienten stellen sich die meisten Fragen oft während und nach der Behandlung. Allein schon die spezifischen Begriffe, Abläufe, Behandlungsmethoden erläutert zu bekommen wäre schön. Neuerkrankte sind in Panik, überfordert, haben keinen Plan, wissen anfangs gar nicht, wonach sie fragen sollen. So eine Hilfe hätte mir gutgetan in meiner damaligen "Benebelung".

Warum wird das Abziehetikett nicht in einen patienteneigenen MRT-Pass geklebt und in der ausführenden Praxis digital festgehalten? In digitalen Zeiten könnte dem Patienten eine Art Quittung (kein Befund) ausgedruckt werden, mit wichtigen Angaben drauf, die er für sich selbst, als Nachweis und Erinnerung aufbewahren kann. Ansonsten gehört das verwendete Kontrastmittel und die verwendete Technik immer in den Befundbericht, damit man sich selbst belesen kann. Ich möchte immer den Befundbericht der Radiologie für meine Unterlagen haben.

Schließlich sind WIR die vergesslichen Patienten und es geht um uns.
Sorry, musste mal meine Gedanken sprudeln lassen, bin "übersäuert". Danke Euch allen!
Gruß Mirli
Mirli
KaSy
08.06.2020 18:07:31
Liebe Mirli,
Du hast völlig Recht!
Es gilt schon seit vielen Jahren als "Eingriff in der Körper, dem ein Patient nach der Aufklärung durch den Arzt zustimmen muss", wenn eine Spritze gegeben wird.
-Beim Impfen erhielt ich ein aufklärendes Gespräch und müsste unterschreiben.
- Bei Frauenproblemen wurde ich vom Gynäkologen untersucht und dann mit den Worten "Bitte eine Spritze" zur Schwester geschickt, ohne dass mir gesagt wurde, was die Spritze enthält. Erst viel später erfuhr ich, dass es Hormone waren, die das Wachstum meines Meningeom hätten begünstigen können.
- Meine Hausärztin erklärte mir vor vielen Jahren bereits, dass sie bei Rückenschmerzen keine Spritze mehr geben darf, weil es ein "Eingriff" ist.

Ob Radiologen wirklich zu wenig Zeit haben, um mit dem Patienten ein paar Worte zu wechseln, wage ich zu bezweifeln.
Einige sind ihren Patienten zugewandt, fragen nach dem Befinden und wechseln einige Worte, während sie den Zugang legen.
Andere sehen sich als (übrigens äußerst gut verdienende) "Götter in weiß", die "Dienst nach Vorschrift" machen und das ist lediglich die Begutachtung der MRT-Bilder.
Ich habe beides kennengelernt, allerdings bei aller Art von Ärzten. Und hier im Forum erfährt man auch, wie sehr unterschiedlich man gerade mit unserer seltenen und beeinträchtigenden Krankheit als Mensch oder als "Nummer" behandelt wird.


Ja, ich habe versucht, diese verständlichen Erklärungen mit meiner Geschichte zu verbinden und gut genug aufzuschreiben. Das sind erst Anfänge ...

Immerhin habe ich am Lektorat der Meningeombroschüre mitgewirkt und dort sehr viele Erklärungen angeboten, ob sie übernommen werden, weiß ich noch nicht.

Mit sehr vielen Erklärungen habe ich auch meine Informationen über die Vorträge von vielen Hirntumorinformationstagen ergänzt, die ich im Internet (www.hirntumor.de) veröffentlicht habe.

Beste Grüße
KaSy
KaSy
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