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Thema: Natürliche Geburt nach 2 OPs mit Astrozytom Grad 1

Natürliche Geburt nach 2 OPs mit Astrozytom Grad 1
Juma
19.07.2019 13:51:13
Hallo,

ich bin 27 Jahre alt und wurde zwei mal wegen eines Astrozytoms am Kopf operiert. Entfernt wurde, soweit erkennbar, alles. Nun bin ich schwanger und werde voraussichtlich im Februar 2020 mein Kind bekommen.
Weiß jemand, ob ich natürlich entbinden darf oder einen Kaiserschnitt brauche? War vielleicht jemand in der gleichen Situation?
Meine Narbe ist relativ groß, ungefähr von der Schläfe bis zum Ohr. Sie ist aber gut verheilt.
Die erste OP war 2014 und die zweite dann 2017.
Ich würde mir eine natürliche Geburt wünschen, wenn ein Kaiserschnitt aber der bessere Weg wäre, sehe ich das natürlich ein. Vielleicht kann mir jemand von seiner Erfahrung berichten.

Liebe Grüße
Julia
Juma
Prof. Mursch
19.07.2019 15:50:01
Das wird Ihnen hier niemand so richtig verläßlich beantworten können.
Gegen eine natürliche Geburt spräche eventuell, wenn eine Gefahr der Hirndruckerhöhung oder ein Anfallsleiden besteht.
So etwas sollten Sie mit Ihren Neurochirurgen und mit Ihren Gynäkologen besprechen.

Wenn der Tumor komplett entfernt ist und auch sonst alles gut, können Sie zumindestens darum bitten.




Prof. Dr. med. Kay Mursch
Neurochirurg
Zentralklinik Bad Berka
Prof. Mursch
Juma
20.07.2019 12:41:41
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich werde einen Termin bei meinen Neurochirurgen ausmachen. Meine Gynäkologin hält sich da komplett raus, sie kennt sich da nicht aus.
Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der in der gleichen Situation war. Würde mich freuen.

Liebe Grüße
Julia
Juma
Inge87
11.08.2019 14:29:28
Hallo liebe Julia,

bei mir wurde letztes Jahr im März eine große Pinealiszyste entfernt.. Die Narbe ist ca 15 cm lang und erstreckt sich längs über den ganzen Hinterkopf. Ich bin auch schwanger und nächste Woche wäre der errechnete Geburtstermin. Von seitens der Neurochirurgie wurde mir nach der OP mitgeteilt, das nichts gegen eine natürliche Geburt sprechen würde. Trotzdem bin ich mir das manchmal etwas unsicher, da ich nach wie vor ein paar Symptome habe und unter körperlicher Belastung sich diese verschlimmern bzw. weitere dazukommen. Ich werde esversuchen und kann dir ja von meinen Erfahrungen berichten ...

Liebe Grüße Inge
Inge87
Inge87
15.08.2019 19:46:40
Liebe Julia,

ich hatte ja versprochen, dass ich mich nochmal melde und von meiner Geburt berichte. Gestern war es dann soweit. Die Geburt dauerte knapp 5 Stunden. Die ersten 4 habe ich zu Hause verbracht (in entspannter Atmosphäre) und dann ging es im Kreisssaal alles ganz schnell und überraschender Weise ohne irgendwelche Einschränkungen. Ich habe keinerlei Medikamente bekommen und brachte meine Tochter nach wenigen Minuten um 2:43 Uhr in der Wanne zur Welt.
Heute Nacht fühlte ich mich (kopfmäßig) etwas unwohl, hatte Sehstörungen (verschwomenes Sehen) und Missempfindungen in Armen und Beinen (Kribbeln). Daraufhin wurde ich heute morgen von einem Neurologen untersucht - keine Auffälligkeiten. Mittlerweile sind die Symptome auch wieder weg. Ich schiebe es auf die körperliche Belastung während der Geburt bzw. den wenigen Schlaf danach ...
Inge87
Juma
19.08.2019 13:00:26
Hallo Inge,

erstmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Mädchen :) Es freut mich sehr, dass bei dir alles so gut verlaufen ist. Und es ist sehr beruhigend zu hören, dass es gut funktioniert hat.
Ich war mittlerweile in Würzburg in der Uniklinik und darf nach deren Meinung auch normal entbinden. Jetzt bin ich gespannt, was die Ärzte in dem Krankenhaus sagen, indem ich entbinden will. Meine Frauenärztin hat aber gemeint, dass die normalerweise auf die Neurochirurgen hören.
Ich hoffe jetzt einfach mal, dass alles nach Plan läuft.

Danke für deinen Bericht und weiterhin eine schöne Zeit mit deiner Tochter :)

LG Julia
Juma
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