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Jackie70

Nach meiner OP, im 1. Arztbrief, wurde meine Fahruntauglichkeit auf 12 Monate festgesetzt, was ich als gängige und verständliche Praxis ansehe. Ich bin jetzt im 8. Monat nach der OP im Februar und selbst nach einer „Fokalen Anfallserie“ im April und ohne weitere epileptische Anfälle bin ich nun im 5. Monat angekommen.
Im Magazin „Brainstorm“ der Dt. Hirntumorhilfe las ich, dass diese ZWISCHEN! 3 bis 12 Monate festgelegt werden kann. Das sagte mir selbst auf Nachfrage kein Schulmediziner der Uniklinik Würzburg. Ich erfülle alle Kriterien einer Fahruntauglichkeit bis heute nicht. Wer von Euch hat damit Erfahrungen, auch mit der Prüfung? Kann man sich irgendwie vorbereiten? Habe kommenden Montag einen Neurologentermin und will die Sache angehen. Ich danke Euch 🙃

Joachim_Hessen

Hallo, meine Frau ist letztes Jahr im August an einem Glioblastom IV erkrankt. Nach 2 Operationen und diversen anderen Erkrankungen versuchen wir nun, ihre Fahreignung wieder herzustellen. Tatsächlich entzogen durch die Führerschein Stelle wurde die Fahrerlaubnis nie. Es gab aber Hinweise von verschiedenen Ärzten, die im Verlauf der Erkrankung Ihre Fahreignung in Frage gestellt haben. Nun muss man sagen, daß so eine Erkrankungen eine Achterbahn ist mit Höhen aber natürlich auch tiefen. Es gab sicherlich Zeiten und Phasen während der Erkrankungen, wo eine Fahrtauglichkeit nicht gewährleistet war. Ich habe daher mit Ihr besprochen, sollte Ihre Fahreignung bescheinigt werden, das sie in solchen Phasen freiwillig auf das Auto fahren verzichtet, notfalls auch auf meine Anweisung.
Mittlerweile geht es Ihr aber ganz gut, halt den Umständen entsprechend. Wir haben nun eine Fahrschule gefunden, die auf Menschen mit solchen Erkrankungen spezialisiert ist. Dort wird sie nun mit Fahrstunden beginnen. Ziel ist es, eine Art Fahrprüfung nach Hamburger Art zu machen, bei der Ihre Fahreignung getestet wird. Allerdings hat die Fahrschule eine Reihe von ärztlichen Artest verlangt. Die Diskussion mit den verschiedenen Ärzten ist nicht einfach. Angefragt wurde neben dem Hausarzt auch der Diabetologe und der Neurologe. Im Moment ist alles ergebnisoffen. Ich kann gerne über den weiteren Verlauf berichten. Gruß Joe

Jackie70

Hallo Jo, danke für Deine Antwort. Ich sehe das auch so, wenn man sich nicht sicher fühlt, etwa Einschränkungen im Gesichtsfeld hat, Konzentrationsprobleme, starke Müdigkeit, Unwohlsein ectppt. sollte man so verantwortlich handeln, sich nicht ans Steuer zu setzen, um sich und andere zu gefährden. Eine Fahrschule mit ins "Boot" zu holen, ist derzeit keine Option für mich. Längere Fahrten werde ich ohnehin nicht machen es geht um die Flexibilität u.a. für die zahlreichen Arztbesuche und vor allem eine Fahrtauglichkeit für meine mentale Gesundheit. Ich kann sehr gerne von meinem Neurologen-Termin berichten. Im Übrigen habe ich einen Schwerbehindertenausweis GdB 100 und aufgrund des ärztlichen Fahrverbotes über den VdK die Merkzeichen G und B eingetragen bekommen. Öffis sind damit frei und die BahnCard 50 erschwinglich. (vielleicht interessant?) Grüße Jacqueline

Joachim_Hessen

Hallo Jaqueline, wir haben auch den Antrag auf G und B gestellt, dauert aber dank Bürokratie eine gefühlte Ewigkeit.
Du musst natürlich selbst entscheiden, ob Du wirklich wieder Auto fahren willst, bzw ob Du Dir das zutraust.
Es ist insgesamt eine schwierige Frage, zumal Patienten mit dieser schweren Krankheit leider gesundheitlichen Schwankungen unterworfen sind. Meine Frau und ich haben dazu besprochen, das sie in der Zeit, wenn es Ihr nicht gut geht, kein Auto fahren wird. Gefährden will sie natürlich niemanden.
Es gibt Ärzte, die bei der Erkrankung generell die Klappe zu machen und es kategorisch ablehnen, einer Fahrempfehlung zuzustimmen. Das steht so im großen Buch der Schulmedizin und damit basta.
Allerdings frage ich mich manchmal, das es jedem Menschen im Leben manchmal besser oder schlechter geht. Es liegt dann im Ermessen jedes Einzelnen.
Ob wir die Zustimmung der Ärzte bekommen ist völlig offen.
Es gab wohl einen Präzedenzfall, der gerne aus der Schublade gezogen wird, glaube in Hamburg oder Berlin. Dort war ein Glioblastomerkrankter für einen schweren Verkehrsunfall verantwortlich, bei dem Menschen ums Leben kamen. Das ist natürlich schlimm, keine Frage. Aber kann man bei der Erkrankung alles mit Allem vergleichen?
Für meine Frau geht es auch nur darum, mal zum Aldi, Edeka oder zur Logopädie zu fahren, alles im Umkreis von 10 Kilometer.
Es würde Ihr sehr helfen, wenn ich auf der Arbeit bin.
Mal sehen was wird.

Onlyjoking

Hallo zusammen,

hier steht eigentlich alles drin:

https://forum.hirntumorhilfe.de/neuroonkologie/wie-lange-darf-ich-nach-der-hirn-op-kein-auto-fahren-19829.html

Alles Gute!

Sito

Nein, da steht leider nicht alles. Da stehen ein Haufen sich teilweise sehr widersprechender Aussagen drin, sicherlich von allen gut gemeint, aber nicht wirklich eindeutig.

Ich möchte das Thema auch gerade wieder angehen und habe den Thread deshalb noch einmal angelesen, und ehrlich gesagt raucht mir davon der Kopf :/. Ich hab auch demnächst einen Termin beim Neurologen und bin gespannt, was der sagt.

Joachim_Hessen

Hallo, da muss ich Sito uneingeschränkt recht geben und das zeigt die ganze Situation: Es gibt für Patienten leider keinen eindeutigen Weg. Jeder muss sich seinen eigenen Weg suchen. Das einhalten einer 3 Monatsfrist hilft gar nichts.
Wir versuchen es über eine spezielle Fahrschule die für solche Fälle ausgebildet Pädagogen hat und die nach einer eingehend Prüfung ein rechtlich bindendes Gutachten erstellen kann.

Sito

Ich muss ganz offen dazu noch sagen, dass ich nach meiner 1. OP 2003 die 3 Monate eingehalten habe und dann ganz normal wieder angefangen habe, zu fahren. Das hat auch kein Arzt jemals wieder angesprochen. Ich hatte damals keine Epi und kann mir auch nicht vorstellen, dass irgendwas daran problematisch gewesen sein soll. Ich war ganz normal fit für fast 20 Jahre, bis dann der ganze Mist mit dem Rezidiv losging.

Onlyjoking

Na ja, wenn jemandem vom Lesen des o. a. Threads schon "der Kopf raucht", sollte er / sie vielleicht besser ganz vom Autofahren Abstand nehmen.

Jackie70

Ich danke euch allen für eure Antworten. Ich war gestern bei meinem Neurologen, hab ihn quasi informiert und mich auf die Informationen (3 Monate Fahrverbot) hier in den Foren berufen. Er hat meine Absicht Auto zu fahren zur Kenntnis genommen, allerdings mit dem Hinweis zum Versicherungsfaktor, was nicht anders zu erwarten war. Ich fühle mich jedenfalls damit gut, die Info bei ihm abgesetzt zu haben. Ich bin heute gleich mit dem PKW zum Arzt gefahren :)

Joachim_Hessen

Hallo Jaqueline, ich möchte dir Deine Freude am Fahren nicht vermiesen, aber das Problem mit der Versicherung ist genau der Knackpunkt an der ganzen Sache. Sollte ein Unfall passieren, was ich Dir wirklich nicht wünsche, kann die Fahrtüchtigkeit nachträglich im schlimmsten Fall womöglich von einem Richter anderst bewertet werden und damit steht der Versicherungsschutz dann in Frage. Jedenfalls hat mit die Fahrschule für Menschen mit Beeinträchtigungen das so erklärt.
Ob es dann ausreicht, das Dein Neurologe Deinen Wunsch, wieder fahren zu können, zur Kenntnis genommen hat, ist mir unklar. Ich habe auf all diese Fragen keine perfekte Antwort, ich kann nur darauf hinweisen.

Joachim_Hessen

Hierzu noch ein Hinweis: Die Teilnahme am Straßenverkehr ist nur zulässig, wenn Ihre Frau sich infolge ihrer gesundheitlichen Einschränkungen sicher im Verkehr bewegen kann (§ 2 Abs. 1 FeV). Die Pflicht zur Vorsorge, andere nicht zu gefährden, obliegt Ihrer Frau selbst oder Ihnen als verantwortlicher Begleiter.

Walzo

Meine Neurologin hat ein paar Tests mit mir gemacht........die waren OK und ich durfte wieder fahren.....
Gruß Stefan
(Auf einem Bein stehen etc.)

Sito

@onlyjoking Ja, herzlichen Dank für den freundlichen, wertschätzenden Kommentar. Zu den Kernkompetenzen fürs Autofahren gehört es meines Wissens nach nicht, sich seitenweise durch Forumsbeiträge mit Halbwissen zu wurschteln. Ich verabschiede mich jetzt mal ganz freundlich aus diesem Thread. Unfallfrei übrigens seit ich meinen Führerschein habe (über 30 Jahre).

Onlyjoking

@Sito: Den Dank für deinen freundlichen, wertschätzenden Kommentar gebe ich gerne an Dich zurück! Wenn man auf Knopfdruck die für einen absolut passende Antwort erhalten will, sollte man öffentliche Foren meiden. Ich wollte nur helfen.

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