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Thema: Oligoastrozytom II Abwarten?

Oligoastrozytom II Abwarten?
Christine H-R
20.04.2001 17:46:01
Ich habe ein Oligoastrozytom WHO-Grad II li parietal, Größe ca.3 x 2,5 cm, Lokalisation nahe sensor. Sprachzentrum. Befund gesichert durch stereotaktische Serienbiopsie in Univ.-Kl. Freiburg im Feb. 01. Symptome bisher: fokale Anfälle (stromstoßartige Missempfindungen), die symptomat. mit Natriumvalproat behandelt werden.
Therapieempfehlung von Freiburg: PCV-Chemotherapie, da OP als zu riskant eingeschätzt wird und eine Jod-125-Seed-Implantation wegen ungeigneter Form des Tumors nicht in Frage komme.Im März 01 ambualnte Beratung in Neurolog. Univ. Klinik Tübingen (wo auch die Erstdiagnostik durchgeführt worden war und wo eine OP ebenfalls als zu riskant eingeschätzt wird). Dort Empfehlung, vorerst nur abzuwarten mit halbjährlicher MRT-Kontrolle und erst bei Auftreten weiterer neurologischer Symptome mit einer PCV-Chemotherapie zu beginnen.
Meine Frage: Macht dieses Abwarten Sinn? Wird dadurch nicht die Chance, den Tumor so früh wie möglich zu behandeln und damit so weit wie möglich zu verkleinern bzw. vielleicht ganz zum verschwinden zu bringen vergaben? Falls eine OP doch möglcih wäre (z.B. In der Neurochirurgie der Univ. Ulm in Günzburg mit multimodalnavigierter OP, wäre das dann nicht auf jeden Fall die erfolgversprechendste Primärtherapie? Vielen Dank für Eure Antwort.
Christine H-R
Tanja[a]
20.04.2001 21:34:15
Ich denke da werden sich die Meinungen teilen, meinen Mann und mich hat es verrückt gemacht nach der Diagnose zu warten. Keine Op,keine Chemo,keine Bestrahlung. Wir wollten kämpfen!! Außerdem hat man uns nach der (fünften) zweiten Meinung gesagt, wenn der Tumor noch mehr wächst, wäre es auch schlechter ihn zu entfernen. Jetzt weiß ich nicht wie das bei dir ist, weil dein Tumor anders liegt als bei meinem Mann. So wie ich das verstanden habe liegt dein Tumor an oder in deinem Sprachzentrum. Wurde denn um das genau abzuklären schon ein PET gemacht???
Vielleich konnte ich Dir etwas helfen!!
Tanja[a]
Ilse[a]
21.04.2001 17:33:29
Mein Sohn Mark 15 J. hat ein anaplastischer Oligodendrogliom III gehabt. Wird in der Kinderklinik Freiburg mit PVC-Chemo (aber anstatt Procarbazin Cisplatin) behandelt. Es ist jetzt nach dem 4. Block kein vitaler Tumor mehr nachweisbar. Es werden aber als Erhaltungs-Chemo-Therapie noch weitere 4 Block Chemo in etwas abgeänderter Form gegeben. Uns hatte man auch von einer Operation abgeraten, weil der Tumor zu groß 3 x 4 cm war.
Alles Gute.
Ilse[a]
Anti Ditsche
22.04.2001 01:29:07
Hallo Christine,

ich werde ebenfalls in Tübingen ambulant versorgt, GBM IV.

Bestehe einfach auf ein 3monatiges MRT und warte ab wie Sie reagieren. Wahrscheinlich wird man Dir zu sagen, dass es nicht notwendig wäre, weil der Tumor nicht so schnell wächst. Bestehe einfach darauf, nichts wird Dich mehr ärgern, wenn Du auf einmal feststellst, dass in den letzten 5 Monaten dein Tumor stark gewachsen ist. In der Regel geben die Ärzte nach. Ich habe auch schon von kürzeren, 6 wöchentlichen Kontrollen gelesen.

Ich vermute, dass Du von den Neurologen ambulant versorgt wirst. Wer betreut Dich dort?

Viele Grüße
Anti
Anti Ditsche
Christine H-R
23.04.2001 10:31:17
Hallo Tanja,
vielen Dank für deine Antwort. Wärt ihr bereit, zu sagen welche Art von Tumor dein Mann hat und welcher Grad und seit wann die Diagnose bekannt ist?
Danke und Euch alles Gute!
Christine
Christine H-R
Christine[a]
23.04.2001 10:35:35
Hallo Anti,
vielen Dank für deine Antwort und den HInweis auf kürzere MRT-KOntrollen.
In Tü werde ich bisher betreut von Dr. Frittrang und warte jetzt gerade dringend auf einen Termin bei OA Dr. WEller.
Dir alles Gute!!
Gruß Christine
Christine[a]
Tanja[a]
24.04.2001 14:38:12
Hallo Christine!!

Mein Mann hat ein Astrozytom WHO III, erkannt im Mai 2000. Operiert wurde er im Aug. 2000.

Viel Glück
Tanja
Tanja[a]
Dr. W. EK. Braunsdorf
25.04.2001 21:26:54
hallo christine,
nach meiner erfahrung mit gliomen halte ich diese apodiktische empfehlung des zuwartens und einer pcv-chemotherapie für problematisch. dies stellt sicher in der deutschen und auch "westlichen" internationalen neurochirurgie keinen common sens dar, gerade durch unsere aktuellen möglichkeiten der intraoperativen bildgebung, des intraoperativen monitorings der hirnfunktionen, ggf, der op in örtlicher betäubung und paralleler kontrolle der hirnfunktionen mit kartografierung der funktionellen hirnrareale erlaubt es doch sehr gut hier kurativ tätig zu werden. eine jod-125 seed -implantation halte ich für abwegig in ihrem fall.ich denke sie sollten auch sich mal dort beraten, wo nicht nur (!) stereotaxie betrieben wird. wurden sie und ihre umstände denn in freiburg mit verantwortlichen kollegen der allg. neurochirurgie besprochen ? vielleicht nehem sie, da im süden wohnend mit z.b. oa müller von der neurochirurgie-münchen großhadern mal kontakt auf, bin gerne bereit ihnen sonst auch andere potentielle ansprechpartner zu nennen.
mit freundlichen grüßen
Dr. W. EK. Braunsdorf
Leiter der Abteilung für Neurochirurgie
Städtisches Klinikum Magdeburg
braunsdorf@klinikum-magdeburg.de
Dr. W. EK. Braunsdorf
Anti Ditsche
26.04.2001 15:34:09
Hallo Christine,

bei Dr. Weller bist Du in guten Händen. Ich werde ebenfalls von Ihm betreut.

Viele Grüße
Anti
EMail: ditsche@t-online.de
Anti Ditsche
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