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Die Antisense Pharma GmbH in Regensburg widmet sich dem Kampf gegen den Krebs. Unter diesem Oberbegriff - Fachleute sprechen vom Forschungsbereich der Onkologie - fallen zahlreiche verschiedene, in den meisten Fällen aber lebensgefährliche Erkrankungen. Antisense konzentriert sich auf besonders bösartige Krebsarten, die bislang selbst mit Operation, Bestrahlung und/oder Chemotherapie kaum behandelbar sind.
Der Ansatz: Antisense-Wirkstoffe greifen in die wichtigsten Mechanismen des Tumorwachstums ein. Auf vielen Krebszellen sitzt eine Barriere aus so genannten TGF-beta-Eiweißen (Transforming Growth Factor-beta). Sie stellt eine undurchdringliche Mauer für das Immunsystem dar und lässt so den Tumor wachsen. Der Wirkstoff, der TGF-beta auf molekularer Ebene spiegelt, kann diesen Schutzwall durchbrechen und so die Zerstörung des Tumors durch das körpereigene Immunsystem ermöglichen. Daher ist der Name des Unternehmens Konzept: Der Begriff "Antisense" steht für dieses molekulare "Spiegelbild".
Das wichtigste Produkt des Biotechnologie-Unternehmens ist der Wirkstoff AP 12009. Er soll besonders bösartige Gehirntumore, so genannte Glioblastome, behandeln und befindet sich zurzeit in der klinischen Erprobung (Phase II).
Für die Behandlung von Gehirntumoren mit AP 12009 haben die Gesundheitsbehörden der EU (EMEA) und der USA (FDA) dem Unternehmen den so genannten Orphan Drug Status zuerkannt. Er wird eingeführt, wenn ein Therapieansatz für tödlich verlaufende Erkrankungen getestet werden soll, und er ermöglicht eine beschleunigte Markteinführung.
AP 12009 könnte, so hofft das Unternehmen, zusätzlich bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, einer ebenfalls besonders tödlichen Tumorform, zur Anwendung kommen.
Darüber hinaus forscht das Unternehmen an weiteren Wirkstoffen mit Antisense-Molekülen. So soll AP 11014 eine Behandlung bei einer häufigen Lungenkrebs-Variante, dem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom, ermöglichen.
Im Jahr 2000 führte das Unternehmen mit heute rund 30 Mitarbeitern den Wirkstoff, AP 12009, in die klinische Erprobung ein.
Quelle: Stern.de Meldung vom 5. Mai 2004