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Thema: Rezidiv-Op

Rezidiv-Op
sugram
04.12.2018 09:49:17
Ich werde mich im Januar noch mal aufmachen lassen. 2 kleine Rezidive Meningeom WHO II frontal rechts nach 1,5 Jahren Ruhe. Flächig und ca. 5mm.

D.h. gleicher Schnitt von Ohr zu Ohr. Vermutlich gleiche Schnittkante im Schädel. Liege ich hier richtig?

Habt ihr euren eigenen Schädelknochen noch mal wieder bekommen?

Sofern jemand das hier durch hat, ist dann endlich Ruhe mit dem Gespenst im Kopf? :)
sugram
Hopeness
05.12.2018 15:18:49Neu
Hallo Sugram

Allgemein sollte man bei einem WHO II Meningeom auch immer eine Bestrahlung in Betracht ziehen, da die Chance auf eine Wiederkehr doch recht gross ist. In den meisten Fällen wird deshalb nach Operation und Biopsie eines WHO II eine Bestrahlung durchgeführt.

Mir persönlich wurde der Schädelknochen wieder eingearbeitet, aber es gibt auch genügend Fälle bei denen dem nicht so ist und die ein Palaco Implantat als Ersatz in ihrem Kopf tragen. Das ist kein Problem und funktioniert einwandfrei. Sollte dein Schädelknochen nicht durch den Tumor infiltriert sein und sich nachträglich keine Entzündung der OP Wunde einstellen, stehen die Chancen gut, dass du den Knochendeckel wieder bekommst. Ob er jedoch wieder fest verwächst ist etwas anderes, aber es hält und es ist ein Teil von dir, denn der Gedanke eines Fremdkörpers ist es ja, was den meisten Kopfzerbrechen macht.

Ob es mit dem Spuk nachher vorbei ist und der Tumor nie wieder kommt, kann dir niemand voraussagen. Wir alle hier hoffen, dass es mit dem ersten Mal vorbei ist, aber mit der Zeit wird man sich der Sachlage bewusst, dass der Tumor jederzeit wiederkehren kann und nachgearbeitet werden muss.

Was uns bleibt ist die Zeit die uns dazwischen oder danach bleibt so bewusst wie möglich zu geniessen und nicht in Verzweiflung zu erstarren. Man fährt vermutlich am besten wenn man sein Schicksal annimmt und das absolut beste daraus macht. Für alles andere haben wir unseren Neurochirurgen oder den Strahlentherapeuten.

Nicht verzagen...
Hopeness
KaSy
05.12.2018 16:26:09Neu
Hallo, sugram,
ich kann das nur bestätigen, was Hopeness schrieb.

Bei mir wurden WHO III-Meningeom-Rezidive nach der Operation bestrahlt und an diesen Stellen entstanden keine neuen Meningeome.
Allerdings entstanden bei mir an anderen Stellen Meningeome, die operiert und bestrahlt wurden.
(Eine Biopsie war nie erforderlich, da durch die OP das Tumormaterial für die pathologische Untersuchung zur Verfügung steht.)

Knochenersatz habe ich seit der ersten Operation (1995). Diese Palacos-Plastik war äußerst stabil. Das erste Rezidiv hatte sie infiltriert, deswegen wurde sie (1999) durch eine neue Palacos-Plastik ersetzt. Nach einer viel späteren OP gab es eine Wundheilungsstörung, die Plastik war infiziert und musste für einige Monate entfernt werden. Die neue Plastik (2017) besteht aus dem Material PEEK und wurde nach einem speziellen CT in Jena hergestellt. Es gibt auch weitere Materialien, für die sich der Neurochirurg entscheidet. Sie sollen alle gleichwertig sein, aber der Neurochirurg muss damit umgehen können.

Für Dich hoffe ich, dass Du durch diese OP und eine eventuelle Bestrahlung endlich Ruhe vor neuen Tumoren hast, aber garantieren kann Dir das leider keiner. Nutze Dein Leben, mach es Dir schön und sinnvoll!

Alles Gute
KaSy
KaSy
sugram
05.12.2018 16:45:42Neu
Danke für die Rückmeldungen :)

Ich genieße mein Leben schon und habe auch keinerlei Depressionen wegen der Sachlage, allerdings, ein Schnupfen hätte auch gereicht...

Dass mich der Tumor mein Leben lang jetzt begleiten wird, ist mir ebenso klar. Nur bitte nicht alle 2 Jahre irgendwelche Therapieren, aufschneiden, bestrahlen und Co. Als hätte man sonst nichts besseres vor.

Ich gehe davon aus, dass mein Schädelknochen wieder fest verwächst, sonst macht es ja gar keinen Sinn, da läuft ja sonst allerlei Zeugs aus dem Schädel in den Kopf rein, oder? Gruselig! :)

Ich mach einfach was die NC in Erlangen für richtig halten, komischerweise haben die bei mir ob WHO II auf Bestrahlung verzichtet, vielleicht ist es diesmal anders...
sugram
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