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Thema: Schlaganfall postoperativ

Schlaganfall postoperativ
Shalom71
09.07.2018 15:52:14
Hallo zusammen,
Bei mir würde am 20.03. ein relativ grosses meningionom auf der rechten Hirnhälfte - allerdings kämen die Zellen aus der Hirnhaut - vollständig entfernt. Postoperativ erlitt ich einen Schlaganfall, wobei das Sprachzentrum und die Motorik der rechten Körperseite betroffen war. Am 4.4. ging ich zur Reha nach Waldbronn. Die haben mich wieder ganz gut hingekriegt, wobeimichnjetzt seitdem 09. Mai wieder zu Hause an den Feinheiten schleife.
Wer hat noch sowas erlebt?
Wie lange muss ich noch diese Erschöpfung in meine Tagespläne einkalkulieren? Bin alleinerziehend ..... Und würde gerne meinem Arbeitgeber ein etwaigen Wiedereingliederungstermin mitteilen? Sehr mich aber Ausserstande. Habe am 20.07. einen Neurologen Termin.
Vielleicht erfahre ich hier schneller etwas.
Es sind die indirekten folgen der gutartigen, aber riesigen Raumforderung die mit einems widerlichen schlaganfall daherkamen ....
Vielen Dank im voraus für eure Mühe und freundliche Grüße
Shalom71
Shalom71
Äpfelchen
09.07.2018 17:46:51
Hallo Shalom71,
herzlich willkommen in diesem Forum.
Wegen des Schlaganfalls und dessen Folgen kann ich dir nicht weiterhelfen, wohl aber, was die Folgen des Meningeoms angeht.
Du hast einen Eingriff hinter dich gebracht, der nicht ohne ist. Dein Körper und deine Seele brauchen Zeit, um wieder gesund zu werden. Du leistest im Augenblick harte Arbeit mit Physio etc. und dafür brauchst du Kraft.
Bei mir persönlich kamen immer wieder Erschöpfungszustände, über 1/2 Jahr lang. Aber das ist sicher von Mensch zu Mensch verschieden. Bitte, mute dir nicht zuviel zu. Nimm dir Zeit, um wieder fit zu werden. Auch heute noch mache ich manchmal zuviel an einem Tag und die Quittung gibt es dann abends. Ich bin jetzt seit 7 Monaten zu Hause und gehe noch nicht wieder arbeiten.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute
LG Äpfelchen
Äpfelchen
KaSy
09.07.2018 18:07:20
Liebe Shalom71,
die OP eines größeren Meningeoms kann durchaus allein bereits eine längere Beeinträchtigung und Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen.
Dass noch ein Schlaganfall hinzu kam, macht die Dauer nicht kürzer.
Nach zwei solchen Krankheiten und der fünfwöchigen Reha kannst Du als Alleinerziehende auch noch Hilfe im Haushalt benötigen, die - je nach Alter der Kinder - die Krankenkasse finanziert.

Ich selbst war als Alleinerziehende (3 K.) nach meiner ersten Meningeom-OP (ohne Schlaganfall) 6 Monate zu Hause, bevor ich mit der Wiedereingliederung begann.

Es ist etwas Gravierendes bei dieser OP geschehen. Es wurde am bzw. nahe dem Gehirn hantiert. Der Schädel musste geöffnet und mit allen Hirnhäuten und Knochen und "Ersatzteilen" völlig dicht wieder verschlossen werden. Bei Dir hat zusätzlich ein Blutgerinnsel eine Arterie im Kopf verstopft, so dass die betreffenden Hirnareale zeitweise ohne Blutversorgung und ohne Sauerstoff waren.

Diese Gesamtaktion war für die Neurochirurgen während der OP anstrengend. Für Dich ist sie es jetzt. Lass Dir noch Zeit. Scheinbar kannst Du das Zuhause, die Familie noch nicht genießen. Dann ist auch die Arbeit noch zu viel.

Erst wenn Du merkst, dass Dir alles wieder zuhause gut gelingt und Du danach nicht fix und fertig bist, dann kannst Du an die schrittweise Wiedereingliederung denken. Dafür darfst Du Dir auch lange, mehrere Monate Zeit nehmen.

Ob der Neurologe für Dich bzgl. der Krankheitsdauer der richtige Ansprechpartner ist, weiß ich nicht. Bei mir war es die Hausärztin, die mich kennt und die mich beraten hat, obwohl sie kein Hirntumor-Profi ist. Sie kennt aber meinen normalen Allgemeinzustand, der wieder erreicht werden sollte, um auch der Arbeitswelt standzuhalten.

Beste Grüße
KaSy
KaSy
Shalom71
09.07.2018 19:25:31
Danke das ist sehr hilfreich für mich.
Herzliche Grüße und alles gute für euch
Shalom71
Shalom71
alibarbara
12.07.2018 21:36:41
Hallo Shalom 71,
ich war auch in Waldbronn zur REHA im April. Ich wurde im November 2017
auch auf der rechten Seite mit einem relativ großen Meningeom operiert und
habe vor zwei Wochen mit der Wiedereingliederung begonnen. Bin oftmals sehr erschöpft und mit den Begleiterscheinungen dieser OP sehr unglücklich. Dann denke ich mir nur einen Tag muss ich schaffen und bisher ist das auch gelungen. Gestern hatte ich das Gefühl, dass die Knochen im Kopf "verrutschen" und heute wollte ich schon gar nicht in den Tag. Aber nach dem Duschen und beten ging es dann wieder aufwärts und ich will mich weiter durchkämpfen durch diese "Missgefühle" und Ängste und hoffen, dass wieder bessere Tage kommen. Alles Liebe und Gute!
Barbara
alibarbara
KaSy
12.07.2018 22:15:03
Liebe alibarbara,
ich kann gut verstehen, dass Du wieder arbeiten möchtest.

Ich hoffe, dass Du während Deiner Wiedereingliederung noch nicht täglich arbeiten gehst. Das wäre eine Möglichkeit, Dir an den Zwischentagen Ruhe zu gönnen.

Solltest Du täglich z.B. 2 Stunden arbeiten, könnte das mit dem täglichen (!) Arbeitsweg noch zu viel sein.

Du musst selbst einschätzen, ob Du den Umfang der Arbeit schaffst - und danach noch Kraft hast, Dir etwas Gutes zu tun, ohne gleich völlig erschöpft zu sein.

So wie Deine Schilderung ("ich will mich weiter durchkämpfen") klingt, habe ich das Gefühl, dass Du länger als zunächst vereinbart in der ersten Stufe der Wiedereingliederung verbleiben solltest.

Du hast auch die Möglichkeit, den Arbeitsversuch abzubrechen und auf später zu verschieben, wenn Du Dich mehr als zuvor zwingen musst, die noch wenige Arbeitszeit zu überstehen und dabei die gewohnt gute Leistung zu erbringen.

Du wirst es nach einiger Zeit besser verkraften, vielleicht brauchst Du doch noch Zeit.

Du hast eine gravierende OP am Gehirn hinter Dir und Du wirst den Arbeitseinstieg wieder schaffen, aber mancher braucht mehr Zeit dafür.
Sei gut zu DIR!
Du brauchst das jetzt und Du hast es verdient!

KaSy
KaSy
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