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Thema: Schmerzen einen Monat nach OP

Schmerzen einen Monat nach OP
NickyHH
06.01.2018 18:07:53
Hallo mal wieder,
am 06.12.17 hatte ich meine OP und mein Meningeom (WHO 1) konnte über die rechte Schläfe restlos entfernt werden. Ruckzuck war ich wieder fit und konnte nach 7 Tagen das KKH verlassen. Soweit alles supi. Schmerzen hatte ich ganz wenig, brauchte kaum Schmerzmittel. Die ersten drei Tage tat der Kaumuskel bischen weh beim Essen.
Zwei Wochen nach der OP hatte ich morgens nach dem Aufwachen plötzlich eine Delle im rechten Stirnbereich, da, wo der Deckel ist. Es pulsierte auch stark. Ausserdem hatte ich eine ordentliche Beule unter dem rechten Auge. Nachdem ich meinen Kreislauf wieder im Griff hatte, bin ich ins KKH gefahren und der NC hat mir gesagt, das sei ein Liquorkissen, aber undramatisch erstmal. Ich sollte nun einen Druckverband bekommen oder alternativ ein strammes Stirnband tragen. Dann erledige sich das wahrscheinlich von alleine. Gesagt getan. Zwei Wochen lang trug ich durchgehend Tag und Nacht (außer beim Duschen) das Stirnband.
Am 02.01.18 habe ich meine berufliche Wiedereingliederung begonnen mit 4 Stunden am Tag. Nun bin ich also ohne Stirnband unterwegs und trage dieses nur noch nachts. Die Delle ist weg, den Deckel kann man allerdings unter der Haut ganz gut ertasten und auch teilweise sehen. Vielleicht, weil die Muskeln erschlafft sind? Eine neue Beule unter dem Auge ist nicht entstanden.

Noch zum Hintergrund: alle meine Symptome von vor der OP sind unverändert vorhanden:
- Verlust des Geruchssinns
- Wahrnehmung eines chemischen Geruchs, der nicht da ist
- taubes Gefühl der Zähne (da hatte der NC aber einen Zusammenhang mit dem Meningeom ausgeschlossen, eine Antiknirschschiene hat aber bisher keine Besserung gebracht).

Meine rechtseitig durch die OP taube Kopfhaut scheint sich seit einigen Tagen zu reaktivieren, jedenfalls kribbelt sie ganz ordentlich und ich glaube, das Gefühl darin kehrt laaaangsam zurück.

Nun aber zu meinem "Problem"/Fragen:
Seit drei Tagen, die OP war genau 4 Wochen her, treten plötzlich Schmerzen auf, die ich vorher nicht hatte:
- der Kaumuskel - beim Kauen oder Bewegen des Kiefers
- der Bereich des Deckels - ein eher dumpfer Schmerz, aber nicht permanent vorhanden
- das rechte Jochbein - temporär, beim Gesichtwaschen, manchmal einfach so.

Mein rechtes Auge schmerzt nicht, brennt nur ab und an und fühlt sich bischen matschig an. Zu sehen ist aber nichts.

Ist das jetzt normal oder muss ich mir Sorgen machen? Ich finde das halt so komisch, dass die Schmerzen jetzt erst auftauchen. Hängt das vielleicht damit zusammen, dass die Kopfhautnerven sich jetzt regenerieren? Nun ja, ich habe auch wieder angefangen zu arbeiten, aber da fühle ich mich sehr wohl und gar nicht gestresst. Es ist keine körperliche Tätigkeit.

Über eine Antwort/ Einschätzung würde ich mich freuen. Es verunsichert mich schon ein wenig.
Dank im Voraus und viele Grüße,
Nicky
NickyHH
Prof. Mursch
06.01.2018 18:20:41
Das kann ziemlich normal sein.
Wenn die Wunde langsam abschwillt, ändert sich oft die Empfindung. Der eingeschnittene Kaumuskel vernarbt und kann sich anders anfühlen. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, den Mund weit aufzumachen, sonst verkürzt er sich und es kann Kiefergelenkprobleme geben.

Das mit dem Geruch ist leider bei Olfactoriusmengeomen oft so.

Prof. Dr. med. Kay Mursch
Neurochirurg
Zentralklinik Bad Berka
Prof. Mursch
alma
06.01.2018 18:58:27
Jetzt fällt es mir wieder ein: nach der 1. OP hatte ich lange noch Schmerzen im Kaumuskel, die sich von der Schläfe runter in den Kiefer zogen.
Völlig vergessen.

Gruß, Alma.
alma
KaSy
07.01.2018 00:49:27
Liebe NickyHH,
ich könnte mir zusätzlich vorstellen, dass Du unbewusst die Operation am Gehirn noch verarbeitest und Dein Körper mit den Schmerzen, die ab und zu auftauchen, darauf reagiert. Mit dem Arbeitsbeginn begannen auch diese unerklärlichen Symptome. Hinzu kommen diejenigen, die von vor der OP noch da sind.
Vielleicht ist das alles ein wenig viel, was da noch verarbeitet werden muss.
Das heißt jetzt nicht, dass Du aufhören sollst zu arbeiten, Normalität ist wichtig.
Aber eine weitere Erklärung für organisch nicht deutbare Symptome zu kennen, kann helfen, sich weniger zu beunruhigen.
Auf jeden Fall ist es prima, dass Du das so gut überstanden hast und gut in das Jahr 2018 starten kannst.
KaSy
KaSy
NickyHH
07.01.2018 12:36:27
Hallo zusammen,
vielen lieben Dank für die Antworten und Einschätzungen. Das hat mich schonmal sehr beruhigt. Nun werde ich entspannt und geduldig in die zweite Arbeitswoche starten und den Dingen ihren Lauf lassen.
Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
Nicky
NickyHH
TumorP
07.01.2018 17:03:01
Hall NickyHH,
2. Arbeitswoche? Hattest Du keine AHB? Muss nicht sein! Jedoch pass auf das Du nicht mit der Arbeit sofort übernimmst. Die Erholungszeit erscheint mir "aus der Ferne" arg kurz. Das war "nicht der Blinddarm" sondern eine Kopf OP.
Viele Grüße
TumorP
NickyHH
07.01.2018 17:42:56
Hallo TumorP,
Du hast schon recht und ich pass auch ganz doll auf. Nur wollte ich das halt unbedingt. Mein festes Ziel war es, im Januar ohne "Knollo" durchzustarten. Blöderweise wurde meine OP dreimal verschoben, um insgesamt 10 Tage. Deshalb wollte ich aber meinen Plan nicht aufgeben und habe deshalb eine Wiedereingliederung für die ersten 2 Wochen vereinbart - erste Woche 4 Stunden täglich, lief echt gut, aber Freitagabend war ich groggy. Naja, und dazu die oben beschriebenen Beschwerden. Ab morgen dann 6 Stunden. Mal gucken.
Tatsache ist, dass mich die Arbeit gut ablenkt. Wenn ich zuhause sitze, dann kreisel ich nur um mich selbst und spüre immer neue "Zipperlein", gucke 20 mal am Tag die Narbe an, ob sie auch gut heilt und prüfe, ob meine Zähne jetzt schiefer geworden sind oder nicht. Das macht mich irre.
Eine Reha oder so brauchte ich nicht, das kann mir bei einer Geruchssinnstörung nicht helfen und psychisch bin ich zum Glück recht stabil.
Und wenn dann Fragen auftauchen, fühle ich mich hier im Forum super beraten - sowohl vom Fachmann als auch durch die umfangreichen Erfahrungen der anderen Mitglieder. Toll, dass es so ein Forum gibt.
Viele Grüße und einen schönen Abend,
Nicky
NickyHH
Hopeness
07.01.2018 23:49:17
Man muss es für dich selbst richtig machen, das ist letztendlich das entscheidende und es gibt keinen Grund länger zuhause, wenn man sich gut fühlt.
Ich hatte 3 Wochen nach der OP auch keine Lust mehr zuhause zu bleiben, langweilte mich schrecklich, kam mir nutzlos vor und bin deshalb auch wieder arbeiten gegangen.
In der ersten Woche 4 Stunden, in der nächsten 6 Stunden und 5 Wochen nach der OP war ich wieder zu 100% arbeitsfähig. Ich wollte einfach so schnell wie möglich in mein altes leben zurück, mich nicht zu lange mit der Op beschäftigen und vor allem nicht zu sehr abbauen. Je länger man der Arbeit fern bleibt, desto schwieriger wird die Wiedereingliederung.

Es spricht also nichts dagegen, wenn man sich gut fühlt, wieder in die Normalität zurück zu kehren und in das gewohnte soziale Umfeld ein zu tauchen. Betonung auf eben "Wenn man sich gut fühlt"!

Klappt es nicht, kann man die Arbeitszeit auch wieder reduzieren. Das kann man im vorraus mit dem Arbeitgeber ausmachen.
Es tut gut zu wissen, das noch alles funktioniert. Zuhause wird man schnell weich und ist deprimiert.

Alles Gute
Hopeness
Xelya
08.01.2018 12:00:38
Hallo NickyHH,

das mit dem Kaumuskel war bei meiner OP auch so. Nach wenigen Wochen war da plötzlich eine kleine Schwellung, die auch so richtig nicht mehr verschwunden ist. Ebenso im Bereich meiner Palaos-Plastik habe ich manchmal Schmerzen, aber recht deutlich in den Muskeln darüber verortbar. Meine OP ist drei Jahre her.

Ich finde es auch ganz normal, dass bei Dir sich Schmerzen/Jucken etc. verändern, das war bei mir auch so und es ist ein Zeichen dafür, dass Heilungsprozesse im Gange sind. Anfangs habe ich das aber auch von meinem NC abklären lassen, weil ich das noch nicht gut einschätzen konnte, ob das jetzt Heilung ist oder was Schlimmes.

Gute Besserung und alles Gute für Dich!
LG
Xelya
Xelya
Macuto
08.01.2018 13:49:05
Hallo NickyHH

das mit dem Kaumuskel habe ich auch und ist genauso wie Xelya beschrieben hat manchmal tut der Kaumuskel weh beim Essen aber man gewöhnt sich dran.

Bin auch rechts frontal operiert worden hatte ein Meningeom. Die Op mit Komplikationen 3 L Blut verloren etc. in großen und ganzen relativ gut überstanden am Anfang. Nach ca. 2-3 Wochen nach der Op musste ich plötzlich nießen und am nächsten Tag so wie bei dir Liquor in der Schläfe was ich immer noch habe.

Mein NC sagte ich solle mir keine Gedanken machen es würde von alleine weggehen, meine Op war am 2.10.2017 und schon über 3 Monate her. Am Anfang habe ich Panik geschoben und hatte echt Angst bekommen und wußte nicht was ich machen sollte, war 5-7 mal bei meinem NC er hatte mal punktiert und Druckverband für 3 Tage war Anfangs gut weg aber kam wieder nach 3 Tagen.

Er sagte durch das Nießen ( 2 mal ) konnte nicht zurück halten sei ein kleines Loch entstanden ( Dura ) nennt man das glaube ich, und das würde von alleine wieder zuwachsen und er würde nichts dran machen wollen und sollte ihm vertrauen, ich war am Boden zerstört.

Ich kann nicht lange sitzen ohne das die Kopfhaut zieht das man glaubt die Narbe reißt auf oder die Narbe selber schmerzt und drückt, normal liegen kann ich seitdem auch nicht muss aufrecht schlafen und das kann ich auch nicht solange ohne daß es wie m sitzen.anfängt, mal geht es mal nicht.

Bin entspannter jetzt geworden, da mein NC gesagt hat es sei nicht gefährlich oder Lebensbedrohlich für mich zwar sehr unangenehm aber nicht gefährlich.

Hinzu kommt noch am Anfang war meine Narbe super und überwiegend glatt, aber jetzt ist es wenn ich drüber gehe wie krater also Vertiefungen ist das Normal ????? kann sowas im Nachhinein passieren erst glatt mehr oder weniger und dann Krater und Hubbel so fühlt es sich an??? und schmerzt nicht immer aber schon oft ?????

Und was für ein Stirnband hast du getragen ??? NickyHH weil das hört sich gut an mit dem Stirnband hab ja am.16.1 wieder einen Termin beim NC da bekomme ich gesagt ob ich wieder Auto fahren darf nehme den MRT Bilder mit die ich am 12.1 machen werde und dann sagt er mir ob das Gehirn gut ist also da wo der Tumor saß.

Werde mit ihm dann mal über eine Alternative reden wegen dem Liqor in der Schläfe und Stirn vielleicht stimmt er ja doch zu irgendwas zu machen außer Op.

Er wollte mich beim letzten Besuch operieren und alles nochmal dichten nur weil er gesehen hat wegen meiner Physche und Wohlbefinden??? wenn es keine 100%ige Notwendigkeit ist lasse ich mich nicht operieren nur wegen meinem Wohlbefinden oder Physche, danach sagt er man braucht nicht zu operieren das geht weg????

Naja habe mir einen Termin in Bad Wildungen gemacht bei einem Spezialisten für Hirntumore und Flüssigkeiten im Gehirn und Kopf Dr. med. Hassan Taha in der Werner Wicker Klinik die genießt National und International eine sehr guten Ruf??? kennt sie einer???? habe da am.10.1 einen Termin bekommen, mal sehen ob er bestätigt was mein NC sagt oder ob er ne andere Lösung finden wird????

Und mein Fehler war, dass ich hier im Forum zu viel gelesen und gefragt habe und verschiedene Antworten bekommen hatte die mich in meinem traumatisierten Zustand noch mehr verwirrt haben.

Jetzt nach fast 3 Monaten mit dem Liquor in Schläfe und Stirn bin ich etwas entspannter geworden weil ich gemerkt habe das es für mich nicht schlimmes ist als gefährlich etc.
stören tut es auf jeden Fall kennen die Meißten ja selber.

Das mit dem rechten.Auge das es brennt habe ich auch und das Gefühl dann es käme Liquor raus, aber weiß nicht was es ist, hat keiner ne Antwort drauf.

NickyHH wenn dein Liquor jetzt weg ist dann freue ich mich für dich
Macuto
NickyHH
08.01.2018 19:37:33
Hallo Macuto,

was meine Narbe angeht, die sieht auch aus wie eine Berg- und Talbahn. Es klebt allerdings auch zum Teil noch der Schorf dran.
Das Stirnband habe ich aus einem Sportgeschäft. Eigentlich tragen sowas glaube ich Jogger oder Tennisspieler oder Nena in den 1980ern ;-)
Es ist praktisch so ein Frottee-Schweißband. Glücklicherweise hatte es genau die richtige Größe für meinen Kopf, so dass es einen entsprechenden Druck auf die pulsierende Stelle ausüben konnte. Inzwischen trage ich es nur noch nachts. Auch ich schlafe mit erhöhtem Oberkörper und habe mir eine Barriere gebaut, damit ich auf keinen Fall auf die rechte Seite rolle.
Mein Plan ist, das bis zu meinem Kontroll MRT Anfang März so weiterzumachen, in der Hoffnung, dass auf dem MRT zu erkennen ist, dass mein Rübe dicht ist.
Viele Grüße,
Nicky
NickyHH
KaSy
08.01.2018 19:58:53
@Macuto
Die Veränderung Deiner Narbe von "glatt" zu "hubbelig" kommt daher, dass durch die OP auch die Kopfhaut gereizt wurde und deswegen als "Gegenmaßnahme"
mehr Flüssigkeit / Wasser eingelagert hat. Sie hat sich jetzt beruhigt, das Wasser war nicht mehr nötig, aber dadurch sind die "Hubbel und Krater" entstanden.

Dass die Narbe schmerzt, kann ich von keiner meiner OP bestätigen. Ich weiß aber, dass es Narbenbehandlung gibt, die Du Dir vom Hausarzt verschreiben lassen kannst. Das macht ein Ergotherapeut. Oder Du lässt Dir eine Salbe dafür empfehlen, die nicht so teuer ist odet hoffentlich auf Rezept gibt
Versuche zum Schlafen ein weicheres Kissen oder mehrere zu nutzen.

Von der Klinik und den Spezialisten in Bad Wildungen habe ich noch nicht gehört.

Wegen des Stirnbandes - das sind gängige Stirnbänder, die man beim Sport gegen Schwitzen trägt. Sie sind elastisch und üben dadurch Druck auf den durch Liquor geschwollenen Bereich aus.
Ich selbst hatte das auf Arztempfehlung auch versucht, aber bei mir wirkte es nicht. Ein Versuch schadet jedoch nicht.
KaSy
KaSy
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