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Thema: Spezialisten für Astrozytom 3

Spezialisten für Astrozytom 3
Sandra Keller
29.09.2000 14:14:27
Mein Freund ist männlich, 31 Jahre jung. Im Mai wurde ihm ein Großteil seines Tumors auf der linken, hinteren Kopfseite entfernt. Nach diesem OP wurde er in die Reha geschickt wo er sich heute noch befindet. Vor gut ca. einer Woche wurde ein CT erstellt, welches anzeigt das dieser Tumor wieder stark gewachsen ist aber weiter zur Stirn hin. Seitdem erhält er die stärksten Medikamente. Es sind weiter Sprachstörungen und sehen von Doppelbilder aufgetreten. Für uns sehr wichtig sind Empfehlungen von Ärzten und Professoren die sich auf Astro Zytrom 3 spezialisiert haben. Vielen Dank für ihre Antwort!
Sandra Keller
Rolf Becker
22.11.2000 15:38:53
Gefunden im Forum-NC:

Ich gehöre biologisch mit 33 Jahren zwar schon zum alten Eisen (wie mir einige Ordinarien mitteilten), habe aber (nach Tätigkeiten in Neurologie und Innerer Medizin) trotzdem den Sprung in die Neurochirurgie gewagt, da sie für mich einfach das interessanteste medizinische Fach ist, da sie die Möglichkeit präziser neurologischer Diagnostik mit unmittelbarem therapeutischen Handeln verknüpft und außerdem auch in geistig-philosophische Bereiche vorstößt.

Bei der Durchsicht der Foren im DMF vermißte ich eine spezielle Basis für Neuroonkologie oder neurochirurgisch Interessierte. Ich bin übrigens sehr interessiert am Erfahrungsaustausch mit Kollegen, die ebenfalls relativ spät mit der NeuroOnkologie begonnen haben. Ich will meine erste Mail benutzen, um einerseits einige nützliche Links zu nennen und andererseits Hinweise auf Literatur zu geben, die (man höre und staune!) überwiegend aus belletristischer oder populärwissenschaftlicher Ecke kommt, mir aber besonders gut gefallen hat. Fangen wir mit letzterem an:

Zunächst einmal bin ich stolzer Besitzer der neuen Ausgabe von Wilkins/Rengachary: Neurosurgery (2nd edition, 1996, Verlag McGraw-Hill) in 3 Bänden. Ein faszinierendes, extrem umfangreiches Werk, das einen sicher effektiv durch die gesamte Weiterbildungszeit (und darüber hinaus) begleiten kann.

Zweitens habe ich immer wieder gerne gelesen: "Im zerbrechlichen Haus der Seele" von Jürgen Thorwald, eine für meine Begriffe sehr einfühlsame, kompetente und gut lesbare Geschichte der Neurochirurgie bis Wilder Penfield, die natürlich besonderes Augenmerk auf die deutsche NC legt, was in den englischen Lehrbüchern nicht der Fall ist. Jetzt nach langer Vergriffenheit wieder erschienen: Knaur tachenbücher Nr. 3918.

Drittens: mal ein Roman, und zwar ein zur Abwechslung von einem, der von der Neurochirurgie enttäuscht ist (oder vielmehr von den Bedingungen, unter denen er Sie erlebt hat): HIRNTOD von Meyer-Hörstgen, Suhrkamp-Taschenbücher Nr. 1437.


Nun noch einige Links: Der Springer-Verlag bietet faszinierende Computergrafiken vomVOXEL-Man, also der sterisch aufbereiteten Leiche, an. Wirklich sehr beeindruckend!

Die Harvard-University bringt "The Whole brain Atlas", also Hirnschnitte in verschiedenen Ebenen.

Der Burda-Verlag hat einen Health Online Service eingerichtet, der Ärzten nützliche Infos bietet, speziell auch zu dem jeweilig interessanten Fachgebiet, mit dem man sich zunächst registrieren muß. Kostenlos.

Zuletzt einige kommerzielle Links:

Der Minerva-Versand bietet ein umfangreiches neurochirurgisches Buchsortiment.

Die sites dreier wichtiger neurochirurgischer Journals (und der Möglichkeit, sie zu abonnieren: Zentralblatt für Neurochirurgie, Neurosurgery und Journal of Neurosurgery.

Ich hoffe, Kolleg(inn)en, Student(inn)en sowie Interessierten einige Anregungen gegeben zu haben. Ich würde mich sehr freuen, wenn eine lebhafte Diskussion zu diesem hochinteressanten Gebiet der Medizin in Gang käme.

Ich bitte darum, vor allem auch Chefärzte und Ordinarien auf das NeuroOnkologie-Forum hinzuweisen, was seiner Bekanntheit sicher förderlich werden könnte.
Rolf Becker
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