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Thema: Veränderungen im Verhalten - beunruhigend

Veränderungen im Verhalten - beunruhigend
hey
11.07.2018 07:30:35Neu
Hallo,
mein Mann hat im Februar 2017 die Diagnose Astrozytom 2 bekommen und wurde kurz darauf operiert. Danach hatte er keine Beschwerden oder Einschränkungen. Damals war unser Sohn gerade 1 Jahr.
Nun bin ich schwanger mit dem nächsten, das Baby kommt bereits Ende August und ich habe gestern die für mich schockierende Erfahrung gemacht, dass mein Mann sich anders verhalten als gewohnt. Nun habe ich schrecklich Angst, dass wieder etwas gewachsen ist....

Ich weiß noch damals als die Erstdiagnose gestellt wurde war es ebenfalls so, dass er Wesensveränderungen gezeigt hat und kurz darauf bei einem Restaurantbesuch umgekippt ist, und ganz kurz ohne Bewusstsein war.

Aufschluss über meine Sorge wird mir sicher nur ein MRT geben, dass vielleicht vorgezogen werden kann, da es erst für Ende September angesetzt ist.

Ich habe jetzt keine konkrete Frage an das Forum. Es war eine Traurigkeit und Verzweiflung, die mich übermannt hat.

Ich freue mich aber über unterstützende Worte.
hey
Fabi
11.07.2018 07:47:12Neu
Guten Morgen...

Also welche Wesensveränderung hast du denn genau festgestellt? Ich denke man muss da immer enorm aufpassen ob es tatsächlich eine tumorbedingte Wesensveränderung ist oder halt einfach nur eine Phase....
Auch ich bin manchmal anders drauf... meine Frau wundert sich dann auch gerne mal... aber auch Menschen ohne Tumor verändern sich bzw. haben mal schlechte Phasen...
Und bitte erstmal vom positiven ausgehen... da wird nichts sein... war der Tumor denn im Bereich des Persönlichkeitszentrum?


Lg Fabi
Fabi
wodka
11.07.2018 18:48:56Neu
Hallo,

also ich habe in den vergangen Jahren durch meinen heroinabhängigen, psychophatischen Gatten soviel schräge Wesenveränderungen miterleben müssen. Da war ich als Krebskranke eine wahre Frohnatur gegen, also das kann man so nun wirklich nicht festmachen. Wir haben alle unsere Höhen und Tiefen und so eine Diagnose, mir teilte man mit OP = halbseitige Lähmung, muss man erstmal verdauen um dann wieder als "Strahlemann" rumlaufen zu können. Genieße die Zeit mit ihm und freut Euch auf Eurer Baby. Durch diese Freude über den Nachwuchs werdet ihr beide Euch wieder verändern. Nichts ist beständiger als der WANDEL! LG
wodka
styrianpanther
11.07.2018 19:06:27Neu
Hallo,

Es gibt viele Gründe, dass sich das Wesen verandert. U.a.

1. Lage und Art des Tumors inkl. Pathologie., zB. Frontallappensyndrom
2. Symptomatische Epillepsie und deren wirkung
3. Nebenwirkung der Epi-Medikamente, z.B. Keppra
4. Veränderung aufgrund des erlittenen seelischen Traumas
5. Folgen der Op, zB. HOPS = hirnorganisches Psychosyndrom

Grossteils behandelbar und pos. veränderbar, vieles braucht einfach Zeit und pos. Veränderungshaltung des Betroffenen.

Mfg styrianpanther
styrianpanther
lotte98
12.07.2018 09:42:08Neu
Liebe werdende Mutter,
deine Angst kann ich gut verstehen und eigentlich wollt ihr euch ja auf euer nächstes Baby freuen. Ich wünsche euch, daß es kein neuer Tumorwachstum ist sondern nur eine "Phase", wie Fabi so schön sagt. Auch Männer sind "schwanger".
Ein vorgezogenes MRT würde jedoch die Angst nicht noch mehr in die Länge ziehen, ich würde das versuchen.
Du selbst könntest mir deiner Ärtztin,Hebamme oder auch bei einer Schwangerenberatungstelle über deine Ängste reden, dein Kind leidet ja mit, nicht daß es noch vor lauter Stress zu früh kommen will. Wenn ich deine Hebamme wäre, würde ich jetzt alles in die Wege leiten, damit es euch wieder besser geht.
Ich wünsche dir viel Kraft, die richtigen Entscheidungen und liebe Menschen um Euch, die euch unter die Arme greifen.
Alles Liebe und Gute,
Lotte
lotte98
hey
16.07.2018 14:45:35Neu
Danke für die Beiträge. Danke Lotte. Es ist genau wie du es beschreibst.
Mit meinem Mann hatte ich eine gute Aussprache über meine Beunruhigung, und ich selbst habe mich auch wieder beruhigt. Es geht ihm und mir jetzt wieder besser. Das MRT haben wir vorverlegt.

Auch ich habe da einiges noch nicht fertig verarbeitet gehabt, was mir dann in versch. Situationen Panik gemacht hat. Dass mein Mann damals im Restaurant vor unserem Sohn umgekippt ist hatte mich traumatisiert.
Und da ich seit diesem Ereignis in genau diesem Restaurant nicht mehr war, hab ich am Wochenende kurzer Hand beschlossen mit meinen besten Freundinnen genau dort essen zu gehen. Es hat mir geholfen, denke ich.

Viele Grüße, allen alles Gute!
hey
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