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Thema: Vergrößerte Hypophyse - psychische Probleme / Sorgen

Vergrößerte Hypophyse - psychische Probleme / Sorgen
Catalyst
12.12.2018 19:49:00
Hallo liebe Community,

Ich hab vor einem Jahr schon mal einen Beitrag in diesem Forum erstellt, weil ich mir sorgen mache über meinen gesundheitlichen zustand.
Damals wurde ich von arzt zu arzt geschickt und niemand konnte mir eine diagnose stellen. Mittlerweile weiß ich, dass meine Kopfschmerzen aber eine paroxysmale Hemikranie sind und ich eine „noch nicht pathologisch“ vergrößerte Hypophyse habe.
Seit neun Monaten habe ich nun einen Milchfluss, vor einigen monaten kamen dann noch starke stimmungsschwankungen und gerade zu paranoide Wahnvorstellungen hinzu. Meinem partner misstraue ich mittlerweile nur noch und stelle alles in frage, obwohl sich nichts an unserem vertrauten verhältnis geändert hat. Ich mache ihm vorwürfe, bin plötzlich eifersüchtig wegen nichts und wieder nichts und ihm macht das langsam richtig zu schaffen. Das schlimmste ist, dass wir mittlerweile denken dass ich mir das alles nur einbilde und „nur“ langsam verrückt werde. Dazu kommt, dass ich ständig weinerlich werde und depressive Verstimmungen habe. Alles Verhaltensweisen die noch nie bei mir sonderlich ausgeprägt waren.

Ich war jetzt vor kurzem bei einem endokrinologen, dieser hat bei meiner Schilderung mir direkt alles über ein hypophysenadenom erklärt. Auf die Blutwerte warte ich allerdings noch.

Ich weiß mittlerweile nicht mehr ob ich mehr Angst davor habe ein hypophysenadenom zu haben, oder eben keines zu haben.

Außerdem habe ich das Gefühl mit meinen sorgen und gedanken mein soziales Umfeld zu nerven, wodurch das Gefühl langsam durchzudrehen umso stärker wird.
Und dies ist auch der Grund warum ich mich letztendlich entschieden habe mich hier an euch zu wenden. Wie denkt ihr über die Situation? Hatte vielleicht jemand schon mal eine ähnliche?
Und wie wahrscheinlich ist es eine vergrößerte Hypophyse ohne adenom zu haben?

Liebe Grüße und vielen dank!
Catalyst
Greeneyes197
13.12.2018 09:30:08
Hallo Catalyst,

ein solcher Tumor ist gutartig/ bezw eine solche Veränderung an der HP. Und damit kann man wirklich sehr gut leben, sofern alles gut eingestellt ist.

Ich glaube auch nicht das ein HA eine Wesensveränderung ausmacht.Man macht sich damit einfach nur selbst verrückt.

Ich hatte auch große Angst an einem HA zu erkranken. Man hat 2014 eins Diagnostiziert. Es ist Inaktiv und bereitet keine Beschwerden.

LG Greeny
Greeneyes197
Aleyna
13.12.2018 15:51:08
Hallo Catlyst,

es kann durchaus sein, das das Adenom die Hormone beeinflusst und du dadurch diese Gefühle entwickelst.

Wenn deine Hormone jedoch in Ordnung sind, solltest du vielleicht mal einen Psychologen aufsuchen, der dir helfen kann.

Fazit: man kann NICHT ausschließen, dass das Adenom KEINE Beschwerden macht!

Alles Gute dir!

P.S. hatte vor 1 Jahr meine OP. Bin Akromegalie. Mir geht es aber sehr gut, denn die Hormone sind noch im Normbereich.
Aleyna
Wolfgang1
13.12.2018 19:08:54
Zu deiner ursprünglichen Diagnose kann ich nichts sagen. Aber nachdem ein Hypophysenadenom diskutiert wurde frage ich ob ein MRT gemacht wurde? Das läßt sich damit erkennen.
Wenn du ein Hypophysenadenom haben solltest vermute ich nach deiner Schilderung ein Prolaktinom. Das ist medikamentös behandelbar und muß nicht unbedingt operiert werden. Es gibt keinen Grund wiso du dir große Sorgen wegen einem Hypophysenadenom machen mußt. Es sind gutartige Tumore. Es gibt wirklich viel schlimmere Hirntumore. Du wirst 100% sicher nicht an einem Hypophysenadenom sterben.
Ich wurde vor 3 Wochen operiert um ein Hypophysenademon zu entfernen. Es ging alles gut und ich fühle mich jetzt schon fast wie früher.
Gruß
Wolfgang
Wolfgang1
milka135
14.12.2018 01:06:29
Hallo Catalyst,
ja, es gibt auch vergrößerte Hypophysen wzb.: durch Narbengewebe. Man kann auch Milchabsonderungen durch einen verdickten Hypophysenstiel haben. So eine Hypophysenstielverdickung kommt durch Tumorgewebe oder Narbengewebe. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion kann Milchabsonderungen nach sich ziehen.

Medikamente wzb.: manche Antibabypille, Antidepressivas,... können eine Prolaktinerhöhung nach sich ziehen.

Aber auch Streß und manche psychiatrische Erkrankungen können den Prolatinspiegel steigen lassen.

Manchmal können aber auch HVL-Adenom einen Knick im Hypophysenstiel bewirken, so das die Milchbremse weg ist. Das ist bei mir der Fall. Mein Hypophysenstiel ist aber auch, zusetzl. verdickt. Hatte auch eine Neugeborenhirnhautentzündung mit Hirnblutung.
Offizell kenne ich nun mein Makrohypophysenadenom seit dem 21.08.2002. Aber seit meinem 13 Lj. habe ich Milch.
Was ich damit sagen will. Man kann mit einem HVL-Adenom in aller regel gut leben.

Allerdings möchte ich nicht mit einem Cuhsing-Pat. oder Pat. der zu viele Wachstumshormone hat tauschen. Denn diese Patientengruppe von Hypophysenadenompat. haben schon übele Beschwerden u. Folgen.

Liebe Grüße,
Milka
milka135
violetta
22.07.2019 01:53:54
Hallo,
Auch wenn dieser thread schon alt ist, möchte ich hierzu meine Erfahrungen schreiben. Auch weil ich genau so ein thread gesucht habe. Die Ungewissheit plus Unverständnis ist schwer auszuhalten.

Ja, diese Situation kenne ich zugut. Jahre habe ich als psychisch krank deklariert verschwendet, versucht zu funktionieren , dann kam die Diagnose Hashimoto, das hat einiges erklärt und jetzt die Diagnose Morbus Cushing- hypiphysenadenom, was den Rest erklärt.
Im Juli 2019 würde das HA entfernt, jetzt werde ich es herausfinden.

Dazu:

Hatte die letzten 2 Jahre kaum psychische Beschwerden, jedoch ein bisschen körperliche Veränderungen und nun die Diagnose und eben eine Erklärung für vieles , wofür ich mir jahrelang selbst die Schuld gegeben habe ("faul") und eine Ärzteodyssee absolviert habe. Los ging es in meiner Jugend mit schmerzen , bluthochdr
uck, hirsuitis, plötzlich leichtem Übergewicht am Bauch und psychischen Problemen(leichte Halluzinationen) schlagartig als ich die erste Pille genommen hatte und diese kamen jedes Mal nach Stress (knieops) vermehrt wieder, gingen aber immer wieder auch zurück.

Grund: bin "untypisch"- sprich nicht (mehr) übergewichtig und äußerliche Veränderungen sind nur für mich bzw regelmäßige n Kontakten sichtbar.

Und zudem bin ich persönlich überzeugt, dass
Der Tumor bei mir zwar schon sehr lange besteht aber auch nicht immer Beschwerden gemacht hat, sondern ich auch oft beschwerdefreie Phasen hatte.

Meine Diagnosen:
Borderline emotional-impulsiv (Stimmungsschwankungen)
Depression mittleren Grades (vielleicht auch Folge meiner Vereinsamung? Will ich nicht bestreiten )
Atypische Bulimie/ ( viel Sport gegen die Unruhe, Natriummangel aufgrund vielen Trinkens, habe teilweise auch nicht alles gegessen weil Angst vor dem anschließenden Schwächegefühl/Ubelkeit, auf gesunde Ernährung wegen Gewichtszunahme geachtet aber war nie untergewichtig oder stark übergewichtig)
Bipolare Depression
Atypische Depression
Schizoaffektive Störung
Sozialphobie
Angststörung

Kenne diese psychiatrischen Beschwerden
(paranoide Ideen, Misstrauen gegen Freunde
und Familie, unerklärliche Ängste und Panikattacken, letzteres trat immer täglich am Nachmittag
gegen 16 Uhr, Heulattacken und Suizidgedanken 10
Tage vor der Regel bzw zw. 8-10 am Vormittag , allgemeine Unruhe) zu gut.

Jedoch: waren die letzten 2 Jahre nicht mehr vorhanden, daher ziehe sie stark in Zweifel bzw habe dann halt einfach Hormone vermutet, weil sie dann immer auch mit Gewichtszunahme etc. Und festen Tageszeiten Korreliert waren.

Cushing Diagnose kam jetzt zufällig aufgrund der Cortisol Werte raus. Ergebnis : ich war echt erleichrt und unglaublich wütend und jetzt Mal schauen. Und ich klaube meine Bruchstücke zusammen und bin auf der Suche nach ähnlichen Erfahrungen um zu begreifen, mein Umfeld kann das jedoch kaum nachvollziehen. Sie sind erleichtert, dass die sucherei ein Ende hat und denken nun auch dass ich mir nicht alles eingebildet habe, aber der Ruf klebt trotzdem an mir und sind erstaunt , wenn mir ein Satz rausrutscht wie "geil, das hab ich einfach so Vertragen". Sowas vermeide ich , weil's nervt und die das eh nicht nachvollziehen können, aber manchmal passiert s doch. Sie denken auch ich sollte mich da nicht mehr informieren. Aber genau das hat mir mein Leben gerettet und ich will genau das was die threaderstellerin im dez 2018 durchmacht, keinem zumuten. Deswegen auch der ausführliche Bericht.

Im Moment nehme ich Cortison Tabletten und die Nebenwirkungen sind moderat im Vergleich zu dem was meine Leidensjahre waren.

Ich würde mich über weitere Erfahrungen in diesem thread freuen! Wem geht's wie uns?
violetta
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