Hallo und guten Morgen, erst einmal etwas zu meiner Geschichte...
2018 wurde bei mir durch eine extreme Schwindel Attacke ein Kavernom links partiell im Gehirn entdeckt. Daraufhin wurde ich nach Minden-Lübecke auf die Gefäßchirugie eingewiesen. Dort teilte mir der behandelnde Arzt mit, dass es aufgrund der Lage inoperabel sei und durch die OP viel mehr Schaden anrichten würde... Ich selbst war so in Panik, dass ich es eigentlich sofort aus meinem Kopf rausschneiden lassen wollte.
Durch viele Gespräche mit diesem Arzt beruhigte ich mich aber nach ein paar Monaten und er versicherte mir immer wieder, dass ich mir keinerlei Sorgen für meine Zukunft machen sollte...ich könnte ganz normal weiterleben und damit sehr alt werden.
Seitdem wurden keinerlei Nach untersuchungen mehr gemacht und bis auf stetige Kopfschmerzen ging es mir gut. Die Kopfschmerzen schob ich auf erbliche Belastungen da schon meine Mutter und mein Opa unter Migräne litten. Das Kavernom verdrängte ich völlig.
Nun bin ich fast 57 Jahre alt, stehe mitten im Leben in einem anstrengenden Beruf im Pflegeheim, hatte 2024 und 25 zwei Knie-OP mit neuen Gelenken und fing gerade wieder an auf reduzierten Stunden zu arbeiten.
Aus dem Nichts bekam ich mitten in der Nacht Anfang Februar einen generalisierten tonisch-klonischen Krampfanfall und wurde erst im Krankenhaus wieder einigermaßen wach. Im MRT stellte sich dann eine Hirnblutung dar und das mein Kavernom mittlerweile auf mehr als das doppelte seit 2018 gewachsen war. Ca. 2.2cm...
Bei mir treten Seh sowie Wortfindungsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Vergesslichkeit auf. An die ersten Tage nach dem Anfall kann ich mich kaum erinnern, trotzdem kam ich meinem Umfeld relativ normal vor, da ich sehr fokussiert gehandelt habe. Es fällt erst im Nachhinein auf, wenn ich Dinge hinterfrage und meine Familie mich dann fragend anschaut...
ch selbst habe mich dann auf die Suche gemacht, einen Arzt zu finden, der sich an das "Ding" rantraut.
Nun habe ich nächste Woche, 27.03. einen Termin in der Uniklinik Göttingen. Dort wird in einer Wach-Op dieser Parasit wie ich ihn nenne rausgeholt.
Ich wurde über die enormen Risiken aufgeklärt, aber was bleibt einem denn anderes übrig...auf Dauer wird sich das Ding eh immer weiter fressen und mich zum Pflegefall machen.
Ich habe einfach eine riesige Angst, vor der OP aber auch vor der Zukunft ohne OP...
Hat da vielleicht schon mal jemand von euch Erfahrungen mit solch einer Wach-OP gemacht?
Ich weiß, jeder Mensch mit seinen Diagnosen ist einzigartig und individuell...aber trotzdem. Manchmal hab ich das Gefühl ich kann kaum Atmen vor Angst...da ich zur Zeit nicht Autofahren oder Arbeiten darf, lenke ich mich mit meinem Zuhause ab. Ordne alles, miste aus...verfasse Briefe an meine Familie in der Hoffnung, dass sie diese nie lesen müssen da nach der OP einfach wieder alles gut ist.
Das war jetzt ein sehr langer Text und ich Danke den Lesern fürs Zuhören 🙏