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Thema: Was hat Euch neben der Standardchemo geholfen?

Was hat Euch neben der Standardchemo geholfen?
Dave_1
08.08.2021 15:39:41
Hallo Allerseits,
ich bin neu in diesem Forum
und wollte mich kurz vorstellen:

Bei mir wurde vor kurzem ein Gliablastom WHO Grad IV IDH-Wildtyp mit nicht methyliertem MGMT-Promoter diagnostiziert.

Nach zwei OPs steht bei mir die Standardbehandlung an: Schtupp-Schema mit Bestrahlung und Thelomozidr.
Meine Frage wäre konntet Ihr mit zusätzlichen Therapien Erfolge erzielen und wenn ja mit welchen?

Ich freue mich auf Euer Feedback,
Vielen Dank,
Wolfram
Dave_1
Ecki
26.08.2021 21:19:32
Hallo Dave_1,

mein Mann hat im Dezember‘20 genau die gleiche Diagnose wie du bekommen, rechts frontal IDH1 Wildtyp unmethyliert und hat die gleiche Strahlenbehandlung(nach Stupp) mit Temozolomid bekommen. Er hat diese auch sehr gut überstanden, ohne Übelkeit und sonstige Nebenwirkungen. Leider muss ich aber sagen, dass er jetzt ein anderes Medikament (Lomustin) zur Behandlung(Bekämpfung ) des Glioblastoms bekommt, da der Tumor nicht auf das erste Medikament reagiert hat und wieder sichtbar ist. Es beantwortet zwar nicht wirklich deine eigentliche Frage, aber ich drücke fest die Daumen, dass du mehr Glück hast und will dir zeigen, dass es immer noch mehr Möglichkeiten gibt.

Viel Erfolg!!! Ecki
Ecki
Cerepro
27.08.2021 16:11:48
Wenn ich die Daten richtig interpretiere, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Chemotherapie mit Temozolomid beim Glioblastom vom Typ IDH-wildtype und MGMT-unmethyliert in Bezug auf die Verlängerung der Überlebenszeit oder die Verzögerung des Rezidives hilft. Bitte überzeugt mich vom Gegenteil.
Cerepro
Dave_1
27.08.2021 19:21:13
Ja, das hab ich schon vermutet. Ich bin deshalb auf der Suche nach Alternativen. Wenn jemand Ideen hat wäre ich sehr dankbar. :)
Dave_1
petta
30.08.2021 18:58:58
Hallo Dave_1,
Ich kann dir sagen dass die Standardtherapie Chemo und Bestrahlung bei meinem Vater 58 jährig nicht angeschlagen hat. Rezidiv war nach Bestrahlung und Chemo nach vier Monaten wieder da. Die Schulmedizin hat ihn austherapiert.
Wir nehmen aktuell CBD 200 mg morgens und Abends. Morgen ist MRT, dann wissen wir ob alles Humbug ist, oder ihm geholfen wurde. Gruß Petta
petta
hope 307
30.08.2021 19:41:07
Hallo,
ich würde gerne wissen, was Du mit CBD meinst. Ich kenne diese Abkürzung leider nicht und bin ebenso wie Dave_1 interessiert an alternativen Therapie-optionen.....
Gruß Hope
hope 307
Dave_1
30.08.2021 19:42:19
Dann drücke ich dirdie Daumen!
Vielleicht magst du ja kurz berichten.
Dave_1
petta
31.08.2021 12:06:22
@hope307

Gern sende ich Dir mal einen redaktionellen Beitrag. Hier steht es gut beschrieben, wie es funktionieren soll. Ich werde schreiben, ob es bei meinem Vater gewirkt hat. Im Mai haben wir gestartet, 2 Monate nach der OP II, waren wir bei 5 cm Rezidiv. nun 4 Monate weiter...mal schauen.


Gruß Petta


Lässt Tumorzellen absterben: Forscher testen Anti-Krebs-Wirkung von Cannabidiol

Focus, Freitag, 14.05.2021 | 14:49

Viele schwören bei verschiedenen Krankheiten auf Cannabidiol (CBD). Die Wirkung ist medizinisch oft nicht nachweisbar. Am LMU Klinikum München Großhadern haben Forscher nun festgestellt, dass reines CBD bei Glioblastomzellen helfen kann.

Die krebshemmende Wirkung von Cannabispräparaten ist umstritten. Doch zumindest gegen einige Tumortypen könnte hochreines Cannabidiol tatsächlich helfen, wie nun Experimente nahelegen. Das CBD blockiert demnach einen Signalweg von Glioblastomzellen – einer Form von Hirntumoren – und treibt die Krebszellen dadurch in den Zelltod. Allerdings: Dieser Effekt tritt nur bei bestimmten Tumortypen auf und funktioniert nicht mit CBD-Allerweltspräparaten, wie die Forscher betonen.

Die Cannabispflanze produziert neben dem rauscherzeugenden Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinoid (THC) auch eine Reihe weiterer, nicht psychotroper Substanzen, darunter das Cannabidiol (CBD). Dieses erfreut sich wachsender Beliebtheit als Lifestyle-Produkt und Mittel gegen Beschwerden von Schlaflosigkeit über Stimmungstiefs bis hin zu chronischen Entzündungen oder sogar Krebs – so jedenfalls verspricht es die Werbung.

Doch nach wissenschaftlichen Standards sind die meisten dieser Wirkungen bisher nicht belegt. "Alle weit verbreiteten Meldungen über die allgemein entzündungshemmenden und tumorunterdrückenden Wirkungen von CBD aus Nahrungsergänzungsmitteln sind sehr zweifelhaft", betont Rainer Glaß vom LMU Klinikum München Großhadern.

CBD gegen Glioblastomzellen

Doch es gibt einen Bereich, in dem hochreines Cannabidiol möglicherweise durchaus helfen könnte – bei bestimmten Arten von Hirntumoren. Schon länger ist bekannt, dass bestimmte Zellen des Gehirns körpereigene Cannabinoide ausschütten, wenn sich beispielsweise ein Glioblastom gebildet hat. An diesem häufigen und zugleich bösartigen Hirntumor erkranken allein in Deutschland jährlich etwa 4000 Menschen, rund die Hälfte davon stirbt innerhalb von 16 Monaten nach der Diagnose.

Um herauszufinden, welchen Effekt Cannabinoide auf diesen Hirntumor haben, führten Glaß und sein Team Zellkulturversuche mit Glioblastomzellen von Menschen und Mäusen durch. Sie setzen den Kulturen hochreines Cannabidiol in Form des Epilepsiepräparats Epidiolex zu und beobachteten, wie die Tumorzellen darauf reagierten. Dafür nutzten sie biochemische und zellbiologische Analysen, untersuchten die Genexpression der Zellen und führten pharmakologische Assays durch.

Krebszellen in den Zelltod getrieben

Das Ergebnis: Binnen zwei bis drei Tagen nach Gabe des Cannabidiols starben die meisten Glioblastomzellen ab. Die Analysen enthüllten, dass das CBD einen Signalweg blockiert, der normalerweise das Wachstum der Tumorzellen fördert. In Anwesenheit von Cannabidiol kann dieser NFκB genannte Transkriptionsfaktor aber in einen Tumorsuppressor umgewandelt werden, wie die Forschenden berichten.

Als Folge kommt es zum zellulären Selbstmord der Tumorzellen. "CBD induziert den Zelltod bestimmter Glioblastome", sagt Glaß. Damit habe man eindeutige Beweise für den tumorbekämpfenden Effekt von hochreinem CBD bei zumindest einigen dieser bösartigen Hirntumore. Allerdings: "Es gibt auch Tumore, die nicht therapeutisch auf CBD ansprechen", so der Forscher. Wie Tests ergaben, reagieren offenbar nur bestimmten Typen von Glioblastomzellen auf das CBD.

Hoffnung auf neue Glioblastom-Therapien

Nach Ansicht der Wissenschaftler wecken diese Ergebnisse die Hoffnung, dass sich zumindest einige Formen von Glioblastomen mit hochreinem CBD behandeln lassen könnten. "Unsere Resultate demonstrieren, dass ein klinisch schon zugelassener Wirkstoff NFκB in einen Tumorsuppressor umwandeln kann", so das Team. "Das deutet auf vielversprechende Optionen eines Einsatzes auch für die Glioblastom-Therapie hin."

Die Prämissen für eine nun folgende klinische Erprobung seien gut, wie die Forscher erklären. Denn das CBD-Präparat Epidiolex ist von den Zulassungsbehörden hinsichtlich seiner Arzneimittelsicherheit bereits abgesegnet. Zudem dringt die Substanz gut ins Gehirn ein, was nur wenige Wirkstoffe überhaupt schaffen. Und die Substanz sei in der Regel so gut verträglich, dass man sie sogar kleinen Kindern verabreichen könne, so Glaß.

Mediziner warnen vor vorschneller Einnahme von CBD

Allerdings warnen Glaß und seine Kollegen dringend davor, nun handelsübliche CBD-Präparate in Hoffnung auf eine krebshemmende Wirkung einzunehmen. "Man weiß nie, was man da bekommt, wenn man an Reinheit, Zusammensetzung und Konzentration des Wirkstoffes denkt", sagt Glaß. "Da sollte man besser abwarten, bis die Wissenschaft gute Daten und pharmakologisch einwandfreie Wirkstoffe vorlegen kann - vielleicht sogar nicht nur im Kampf gegen den Krebs, sondern auch zur Therapie anderer Erkrankungen, die auf Entzündungsreaktionen beruhen wie Rheuma oder Neurodermitis und andere."

Autorin: Nadja Podbregar
petta
KaSy
31.08.2021 17:28:52
Hallo, petta,
Ich verstehe auf jeden Fall alle, die an einem hirneigenen Tumor erkrankt sind, dass sie und ihre Angehörigen alles nutzen, was irgendeine Chance bieten kann.

Der Artikel beschreibt Zellversuche mit Glioblastomzellen, die von Mäusen und Menschen stammen.
Er beschreibt nicht, dass sich das Glioblastom von Mäusen durch die Gabe von hochreinem Cannabidiol durch das Absterben der Tumorzellen verkleinerte.
Von einer Wirkung auf Tumoren in Menschen ist auch keine Rede.

Die Veröffentlichung scheint von einem seriösen Wissenschaftsmagazin bzw. einer Website zu stammen, 100%ig weiß man das ja nie, aber ich gehe davon aus.

Dafür spricht auch die dringende Warnung der Forscher, nicht etwa auf die derzeit handelsüblichen CBD-Präparate zu vertrauen, sondern besser abzuwarten, "bis die Wissenschaft gute Daten und pharmakologisch einwandfreie Wirkstoffe vorlegen kann".

Für mich klingt das so, als ob es derartige Präparate noch gar nicht gibt.
Das Medikament, das die Forscher erstmal nur in den Zellkulturen eingesetzt haben, ist "Epidiolex".

Irgendwie denke ich, dass es eine ganz andere Sache ist, ob man Epidiolex nur an Zellen oder am gesamten Menschen einsetzt.

Meine Frage an Dich ist die, ob Ihr in Absprache mit den Ärzten genau dieses Medikament nutzt und ob die Dosierung und die Art der Einnahme von Ärzten begleitet wird.

Ich würde auf jeden Fall auch einen selbstständigen Heilversuch nicht in Abrede stellen, da Du geschrieben hast, Dein Vater sei "von der Schulmedizin austherapiert". Mir macht nur Sorge, dass Ihr möglicherweise Hoffnung in ein Präparat setzt, das in seiner Wirkung am Menschen (!) noch nicht erforscht wurde.
Denn der Artikel beschreibt erste Vorversuche, die erfolgreich auf Zellen gewirkt haben, mehr nicht.

Ich möchte Dich wirklich nicht verunsichern und hoffe mit Euch auf ein gutes Ergebnis der MRT!


KaSy
KaSy
Dave_1
31.08.2021 19:02:20
Hallo Ks
Kasy,

Die Entwicklung ist schon weiter und wurde bereits am Menschen erprobt.

https://www.hirntumorhilfe.de/service/medizin-und-forschung/news-details/cannabinoide-beim-glioblastom/
Dave_1
KaSy
31.08.2021 20:28:14
Ja, Dave_1, danke!
Diese Studie mit 27 Personen mit dem CBD-haltigen Mundspray Sativex ist mir bekannt, hier ging es um die Verträglichkeit mit Temozolomid. Das klingt etwas anders und ist einen Versuch wert, es gemeinsam mit Onkologen zu probieren.

Aber darauf hat sich "petta" nicht bezogen.

KaSy
KaSy
Ghermas
02.09.2021 23:09:55
Das interessiert mich auch
Ghermas
petta
01.10.2021 04:56:25
Vor einem Monat hatten wir den MRT Termin zur Verlaufskontrolle, wie der Tumor gewachsen ist oder zurück gegangen.
Die Hoffnung war Rückbildung. Wie beschrieben nimmt mein Vater CBD in Hochdosierung ein. Geht ihm super.
Im Feb‘21 OP Rezidiv. Anfang Mai MRT. Ergebnis: 6 cm gewachsen.
Dann per Juni‘21 Start der Einnahme CBD 200mg morgens und abends.

Medizin ist leider nicht schwarz und weiß,…
MRT im September. Ernüchternd
Plus ein cm gewachsen.
Oder doch gut? Von Mai bis Sep ein cm gegenüber März bis Mai 6cm.
Oder gar Mai bis Juni, in dem wir nix nahmen ist der eine cm gewachsen? Wir wissen es aktuell nicht. Der nächste MRT Termin wir es im November zeigen, ich werde berichten.
petta
Dave_1
01.10.2021 08:17:58
Danke fürs Teilen Petta und viel Erfolg!!
Dave
Dave_1
Berberine
01.10.2021 10:09:05
Für alle die sich für Off Label Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel interessieren, gibt es auf der Webseite von Brian Lawenda sehr interessante Infos. Einfach Brian Lawenda und Off Label Drugs googeln.
Berberine
Eris
01.10.2021 10:35:16
Hallo Berberine,
welche Infos findest Du auf der Seite von Brian Lawenda interessant. Eine schöne Zusammenstellung, aber... Zu welcher der aufgeführten Substanzen gibt es eine Rationale zur Wirksamkeit gegen das Glioblastom, also im Zellversuch oder in der Phase-I-Studie?
Vielen Dank.
Eris
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