Unterstützen Sie unsere Arbeit für Hirntumorpatienten. Vielen Dank!

Jetzt spenden

MickyMouse2

Hallo Zusammen,

ich bin seit gut zwei Wochen auf der Suche, habe zahlreiche Rehakliniken angerufen, mit der Krebsberatung gesprochen und versucht herauszufinden, welche Reha für mich überhaupt die richtige wäre. Und ehrlich gesagt bin ich inzwischen ziemlich verzweifelt.

Nach meinen beiden Gehirnoperationen hatte ich Ende September 2026 eine neurologische Reha begonnen, die ich nach zwei Tagen im gegenseitigen Einvernehmen wieder beendet habe. Sie war einfach nicht auf meine eigentlichen Beschwerden ausgerichtet.

Ich habe zum Glück keine erkennbaren neurologischen Ausfälle, bin körperlich recht mobil und gehe täglich zwischen 4 und 10 Kilometer spazieren. Mein Problem ist vielmehr die psychische Belastung und die Verarbeitung dessen, was in diesem Jahr alles passiert ist. Ich bin weiterhin arbeitsunfähig.

Aber wo gehöre ich damit hin?

Bei psychoonkologischen Rehakliniken höre ich immer wieder, dass gutartige Hirntumoren nicht aufgenommen werden oder Hirntumoren grundsätzlich nicht zum Behandlungsspektrum gehören. Bei psychosomatischen Kliniken wiederum scheint meine Diagnose einer Anpassungsstörung teilweise nicht auszureichen.

Ich habe langsam das Gefühl, zwischen allen Bereichen durchzufallen. Neurologisch bin ich offenbar zu fit, für die Onkologie ist mein Tumor gutartig und für die Psychosomatik passt die Diagnose nicht richtig. Dabei ist der Behandlungsbedarf ja trotzdem da!

- Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
- Wo wart ihr nach eurer Meningeom-OP zur Reha?
- War das eine onkologische oder psychosomatische Einrichtung?
- Welche Klinik könnt ihr empfehlen, gerade wenn die psychische Verarbeitung, Erschöpfung und Belastbarkeit im Vordergrund stehen?
- Wart ihr überhaupt in einer stationären Reha oder ambulanter Reha?
- Wie habt ihr es schließlich geschafft, eine passende Reha zu bekommen?

Ich würde mich riesig über eure Erfahrungen und konkrete Klinikempfehlungen freuen. Vielleicht hilft dieser Austausch ja auch anderen, die gerade genauso ratlos sind.

Liebe Grüße
MickyMouse

Paul Rädel

Hey Micky , also erstmal teile ich deine Erfahrung mit der Reha . Hatte 2024 auch 2 Hirn OP‘s und die Anschlussreha war zum Glück bei mir auch Sinnfrei da ich auch absolut Mobil war und keinerlei Neurologische Ausfälle hatte und habe. Auch die Psyche war bei mir ähnlich wie bei dir schon davor in Mitleidenschaft gezogen , bevor ich dir irgendeine Empfehlung aussprechen möchte oder kann , habe ich eine wichtige Frage . Steht denn jetzt bei dir noch eine weitere Behandlung an ?

Sito

Ich war in gar keiner Reha. Ich hatte auch keine neurologischen Ausfälle (abgesehen von der symptomatischen Epilepsie) und habe mich zuhause besser aufgehoben gefühlt. Ich denke auch, am ehesten hätte mir wahrscheinlich eine mit psychosomatischem Schwerpunkt geholfen. Hast du den Wunsch, unbedingt eine Reha zu machen? Oder macht dein Arzt oder die Kasse Stress mit der langen Krankschreibung?
Ansonsten spricht doch vieles dafür, dir vielleicht einfach vor Ort psychologische Hilfe zu suchen (es gibt an manchen Krankenhäusern auch due Möglichkeit, ambulante psychotherapeutische/ psychosomatische Hilfe zu bekommen).
Ich drücke dir die Daumen, dass du das Richtige für dich findest!

Habe gerade nochmals durchgelesen: ehrlich, bei der Psychosomatik haben die dich abgelehnt?! Ich hatte ambulante Termine in einem KH hier in der Psychosomatik. „Nur“ Meningeom mit Wundheilungsstörung.

Ich muss auch ehrlich sagen, so wahnsinnig viel hat das nicht gebracht. Es tat ganz gut, sich mal ohne Rücksicht auf Verluste ausk… zu können, aber im Endeffekt muss man einfach lernen, die Situation anzunehmen. Ist jedenfalls mein Fazit.

Psychotherapie funktioniert sehr gut bei konkreten Angststörungen und ein paar anderen Krankheitsbildern und tut einfach gut, wenn die Chemie stimmt – ansonsten glaube ich da auch an keine Wunder mehr.

MickyMouse2

Hey Paul, vielen Dank für deine Antwort! Interessant, dass du ähnliche Erfahrungen mit der neurologischen Reha gemacht hast. Zu deiner Frage: Nein, bei mir stehen derzeit weder eine weitere OP noch eine Bestrahlung an.

MickyMouse2

Hallo Sito,

danke dir! Nein, weder mein Arzt noch die Krankenkasse machen Druck. Ich frage mich inzwischen selbst, ob eine Reha überhaupt das Richtige für mich ist. Am liebsten würde ich erst einmal ambulant eine Psychotherapie machen, aber ich bekomme momentan nur Absagen. Und nach zwei Wochen Recherche und Telefonaten bin ich ehrlich gesagt ziemlich erschöpft von der ganzen Suche.

Interessant, dass du auch ohne Reha deinen Weg gefunden hast. Vielleicht sollte ich mir selbst einfach noch etwas Zeit geben.

Sito

Ja, mir ging das ähnlich – ich habe die Suche nach einer regelmäßigen Therapie dann aufgegeben, konnte aber eine zeitlang so einmal im Monat zu einer Therapeutin im MVZ des KH, in der Psychosomatik. Das ist gerade für solche Fälle gedacht – zum „Auffangen“, wenn man keinen festen Platz irgendwo findet. Es war ganz ok, aber irgendwann musste ich aufhören, weil das Kontingent wohl begrenzt ist, mit dem Hinweis, ich solle mir was Festes suchen. Haha.

Was mir komischerweise mental etwas geholfen hat: ich habe einen Antrag auf Feststellung des Grades der Behinderung gestellt. Dafür musste ich alles mal zusammenfassen, was mich im Vergleich zu früher einschränkt oder gar nicht mehr geht. Das war dann doch mehr, als ich dachte. Dieses Schreiben habe ich auch allen meinen Ärzten zur Verfügung gestellt (das Versorgungsamt fragt natürlich dort nach).

Es hat ein Jahr gedauert, aber nun wurde mir bescheinigt, dass ich 50% schwerbehindert bin. Das bringt erstmal nicht viel, aber wenn ich mal wieder irgendwas nicht oder viel langsamer schaffe, dann hab ich schwarz auf weiß einen objektiven Grund dafür.

Diese Feststellung gibt es übrigens auch auf Zeit – also wenn’s einem besser geht, muss man das natürlich melden!

M123

neu

Hallo Mickey,
Ich habe einen gutartigen Hirtumor, der letztes Jahr operiert wurde und bin gerade zurück aus meiner vierwöchigen Reha, die ich sehr empfehlen kann! Das ist die Reha auf der Katharinenhöhe, sie geht allerdings nur bis 27 Jahre. Wenn du aber unter 27 bist ist sie wirklich sehr empfehlenswert! Es geht zwar auch um körperliche Regeneration, es gibt aber auch viele psychosoziale Angebote, Anti-erschöpfungsgruppen usw. Besonders die Menschen sind dort sehr nett. Es ist eine Onkologische und Kardiologische Reha. Ich würde mit meinem Gutartigen Tumor sehr gut aufgenommen, die zählen nähmlich auch zu den ontkologischen Erkrankungen. Ich habe sehr viel aus dieser Reha Zeit mitgenommen und kann sie sehr empfehlen!
LG

DublinChick

neu

Ich war in einer neurologischen AHB, welche mir leider nicht viel gebracht hatte. Die Aufnahme war erst 2 Monate nach der Entlassung und in der Zeit konnte ich dank meines Hausarztes schon Physio und Ergo bekommen. Die erhoffte psychologische Genesung fand gar nicht statt. War laut Klinik auch nicht vorgesehen (das meiste war für Schlaganfall und Herzinfaktpatienten) und ich suche immer noch einen freien Platz beim Psychotherapeuten für die Verarbeitung der Events. Ich wünsche dir mehr Erfolg bei der Suche nach einer geeigneten Rehaklinik

Antworten nur für eingeloggte Benutzer möglich

Nur angemeldete Nutzer können eine Antwort erstellen. Bitte loggen Sie sich ein oder erstellen Sie einen Account.