Hallo Anna,
die beiden Ärzte liegen gar nicht so weit auseinander, wie fasulia schon schreibt. Kurz zusammengefasst: Ein Glioblastom ist dringlich, aber meist kein Notfall, bei dem man innerhalb von Stunden operieren muss. Vier Wochen nur bis zum ersten Termin beim Neurochirurgen sind aber zu lang.
Warum es dringlich ist: Unbehandelte Glioblastome verdoppeln ihr Volumen im Median etwa alle 7 Wochen (Stensjøen et al., Neuro-Oncology 2015), manche auch deutlich schneller. Ein größerer Tumor lässt sich oft schlechter vollständig entfernen, und neue Ausfälle können hinzukommen. Das Cortison lindert die Beschwerden, weil es die Schwellung verringert. Den Tumor selbst bremst es nicht.
Mein Vorschlag:
Fahr nicht erst in vier Wochen, sondern rufe heute in der neurochirurgischen Ambulanz einer Uniklinik oder eines zertifizierten Hirntumorzentrums an (wenn ihr in Berlin seid ist die Charite mMn erste Anlaufstelle). Sag ausdrücklich, dass im MRT Verdacht auf ein Glioblastom besteht. Bei diesem Verdacht bekommt man in der Regel innerhalb weniger Tage einen Termin. Oft hilft es auch, wenn der Neurologe direkt dort anruft.
Nimm die MRT-Bilder auf CD, den Befund und die Medikamentenliste mit.
Setz das Cortison nicht eigenmächtig ab.
Ein Ziel von etwa 1–2 Wochen bis zur OP ist realistisch und üblich.
Sofort in die Notaufnahme solltest du bei Warnzeichen für erhöhten Hirndruck oder bei neuen Ausfällen: zunehmende Kopfschmerzen, Erbrechen, auffällige Schläfrigkeit oder Verwirrtheit, neue Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen oder ein Krampfanfall.
Ich wünsche euch viel Kraft und dass ihr schnell einen Termin bekommst!
Benedikt
(Kein Ersatz für eine ärztliche Beratung.)