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Thema: Zufallsbefund Meningiom Keilbein Opic Chiasm

Zufallsbefund Meningiom Keilbein Opic Chiasm
AlmostHeaven
08.11.2017 22:07:16Neu
Hallo liebe liebe Betroffene, liebe Angehörige und alle die, die sich angesprochen fühlen...und vielen Dank natürlich an vorderster Stelle auch den Admins, die mich hier so schnell freigeschalten haben.

In meinem Kopf rattert es gerade, wie ich euch (ich hoffe, ich darf hier die persönliche Anspache wählen) am besten dazu bringe, meinen Thread bis zu Ende zu lesen, denn ich weiß, wenn es zu lang wird, geht das Interesse verloren.

Also versuche ich mich kurz zu halten:

Durch einen Zufall wurde bei mir in einem MRT (zu dem ich nur widerwillig hin bin; Kontrastmittel abgelehnt) ein Meningiom festgestellt.

Ich schicke voraus, dass ich seit 48 Jahren (so alt bin ich jetzt) keinerlei neurologische (Gesichtsfeld)Ausfälle und keinerlei Beschwerden hatte und bis heute auch nicht annähernd habe.

Als ich die Diagnose erfuhr, bin ich wirklich von einem Irrtum oder einer Verwechslung ausgegangen und habe mich deshalb auch einem zweitem MRT - diemal mit Kontrastmittel - unterzogen.

Der Befund wurde bestätigt.

Der Dr. med. Radiologe (der sich nach der 2. MRT dankenswerterweise wirklich Zeit für mich nahm), spricht von einem "medialem Keilbeinmeningiom"; sein MRT-Befund von einer "großen Raumforderung in der mittleren Schädelgrube rechts mit Einwölbung in den Temporallappen, Frontallappen und das Dienzephalon unter Chiasma-und Nervus opticus Verlagerung...Verlagerung der ACI und der Mediaabschnitte....." und die Neurochirurgie (bei der ich im Klinlikum inzwischen bereits auch vorstellig war) von einem "... rechts gelegenem petroclivalem Meningiom"

Die Neurochirurgie empfehlt nun eine OP, da es ansonsten zur "Erblindung oder anderen neurologischen Ausfallsypmptomatiken kommen kann..."

Dazu ist eine "Resektion über einen pterionalen Zugang von der rechten Kopfseite zu empfehlen"

Ich bin so erschrocken, bis zum MRT immer gesund und nie im Krankenhaus gewesen, keine Narben und jetzt sowas.... vor allem so eine sichtbare Narbe...

Hat hier jeamd ähnliche Erfahrungen gemacht? Auch mit der OP? Keiner kann auch sagen, wie lange dieses Ding bereits um meinen Sehnerv herumschwirrt, denn ich hatte ja bislang nie Beschwerden; keine Arztbesuche und bei einem MRT war ich auch nie.

Okay, ich beende an dieser Stelle; wer bis zum Ende gelesen hat, soll mir unbedingt Fragen stellen, die ich nur zu gerne beantworten möchte, ebenso habe ich ja auch Sorgen, dass sich gar niemand auf meinen Beitrag meldet, denn auch ich habe doch noch viele Fragen.

In diesem Sinne & all the best; AlmostHeaven.
AlmostHeaven
KaSy
08.11.2017 23:05:04Neu
Liebe AlmostHeaven,
warum wurde denn das MRT gemacht?

Was bedeutet "groß", hier sollten die Maße angegeben sein.

Wie nah liegt es am optischem Chiasma (= Sehnervenkreuzung)?

Kann evtl. mit der OP gewartet werden, z.B. bis nach drei Monaten ein Vergleichs-MRT das Wachstumstempo erahnen lässt?

Die Größe und Lage sind für das Sehen durchaus riskant. Du würdest erst zu spät merken, wenn das Meningeom das Sehen verschlechtert. Das merkt man immer zu spät, weil die Augen durch ihre ständigen Bewegungen ganz viel ausgleichen und organische Mängel "überspielen".

Der OP-Zugang von der Seite ist möglich, hinterlässt natürlich eine Narbe, die aber von Deinen Haaren verdeckt werden würde. Da passen die Neurochirurgen gut auch auf das kosmetische Ergebnis auf.

Es wird natürlich dauern, bis Du wieder fit bist. Die Arbeit muss erst mal einige Wochen oder Monate ohne Dich auskommen. Das ging allen Betroffenen so wie Dir. Keiner ahnt einen Hirntumor. Viele erhalten diese katastrophale Diagnose aus dem völlig gesunden Leben.

Der Tumor "schwirrt" übrigens nicht herum, sondern hat irgendwann aus wirklich nicht nachvollziehbaren Gründen begonnen, aus Zellen der Hirnhaut dort zu wachsen und das tut er wer weiß wie lange und wie schnell. Eigentlich langsam, aber die Stelle, wo er wächst, ist ziemlich ungünstig.

KaSy
KaSy
AlmostHeaven
08.11.2017 23:44:19Neu
Hallo KaSy, vielen Dank für deine Zeilen, ich bin sehr froh, Antwort bekommen zu haben.

Also im Befund steht zur Größe „ große extraaxiale Raumforderung des Keilbeins rechts (3,3 x 3,3 x 4 cm )…“ usw. Was den Lagebezug zum Chiasma opticum anbelangt, müsste ich den Befund wirklich noch einmal eruieren oder vielleicht kann man den hier uploaden?

Ich persönlich merke nur nichts von diesem Ding in meinem Kopf, höchstens ästhetisch, da mein rechtes Auge immer angeschwollen ist. Kann das daran liegen?

Das MRT war genaugenommen gar nicht erforderlich. Es war wirklich nur ein Zufallsbefund, der mich nun extrem beeinträchtigt.

Zum Wachstumstempo kann bisher auch nichts gesagt werden, da der Zufallsbefund ja recht frisch ist und ich ja auch schon 48 Jahre alt bin.

Zur Narbe: Ich bin im öffentlichen Dienst tätig und tagäglich omnipräsent. Ich habe sehr große Bedenken diesbezüglich. Wachsen auf der Narbe überhaupt die Haare nach?
AlmostHeaven
KaSy
09.11.2017 00:16:18Neu
Auf der Narbe wachsen sie nicht. Aber sie wird sehr dünn werden und drumherum wachsen die Haare.

Ich selbst war auch noch 16 Jahre als Lehrerin tätig und meine Narben reichten von Ohr zu Ohr. Ich habe es geschafft, dass kein Schüler es merkte.

Dass Dein Auge angeschwollen ist, könnte vielleicht mit dem schon recht großen Meningeom zusammenhängen.
Du bist vermutlich deswegen zum MRT geschickt worden?
Von welchem Facharzt?
Wenn es diesen Zusammenhang gibt, dann hätte es Dir einer der Ärzte gesagt.

Aber auch wenn nicht, ich denke, der Rat der Neurochirurgen ist richtig. Ein bereits so großes Meningeom ist in Deinem Alter (erst 48!) unberechenbar. Auf jeden Fall wird es nicht von allein kleiner.

Es ist eine Diagnose, die Dich verändern wird, aber nicht unbedingt Deine beruflichen Aktivitäten. Eigentlich hast Du "Glück", dass diese Gefahr erkannt wurde, bevor Du sie durch Veränderungen bemerkt hast. Das ist eine sehr günstige Ausgangsposition für die notwendige OP, auch dass Du sonst fit bist.

Ja, es ist erstmal eine Katastrophe, aber Du wirst das schaffen!
Ich war danach glücklicher, vielleicht, weil ich etwas geschafft hatte, was nicht viele Menschen erleben müssen. Ich konnte weiter arbeiten. Ich hatte auch noch keine Ausfälle zuvor und war fit.
KaSy
KaSy
AlmostHeaven
09.11.2017 00:50:22Neu
Liebe KaSy, Danke für deine Antwort, ich bin so sehr froh, Antwort zu bekommen.

Wie lange wird es dauern, bis die Narbe „dünn“ wird? Die Narbe ist doch nach der OP geklammert, also gehe ich davon aus, dass noch Klammern gezogen werden müssen usw. und die Heilung dauert.

Wieso reichte deine Narbe von Ohr zu Ohr? Dann hattest du aber eine andere Kranioplastik.
Und wie hast du es geschafft, dass deine Schüler davon nichts bemerkten? Du hast bestimmt sehr langes und dickes Haar, stimmts? Und wann bist du nach der OP wieder arbeiten gegangen?

Und nein, ich bin auch nicht wegen meinem rechtem geschwollenem Auge zum MRT geschickt worden, das war ja auch gar nicht der Anlass, warum ich überhaupt mal zum Arzt gegangen bin….der mich dann zum MRT schickte. Du wirst staunen, ich war lediglich überarbeitet und bin zu einem Facharzt gegangen, der mich mal eben länger wie 14 Tage aus dem Verkehr ziehen darf. Allgemeinärzte dürfen das ja nicht.

Danke liebe KaSy, dass ich mich mit dir hier unterhalten und austauschen darf. Das hilft mir unglaublich.

Ich sende dir das Beste.
AlmostHeaven
flamme111
09.11.2017 12:59:47Neu
Hallo AlmostHeaven,
meine Narbe (linke Seite Stirnansatz im Bogen zum rechten Ohr) ist grad mal gut 2 Monate alt. Ist super geheilt und wie Kasy schreibt noch ein feiner Strich zu sehen, die Haare kann man super drüberkämmen, fällt kaum auf. Das machen die heute schon sehr gut, also darüber keine Sorgen.
Ich kann nachvollziehen, wie Du dich grad fühlst mit der Diagnose und wie gut der Austausch tut in dieser Situation.

Dir alles Gute, Flamme
flamme111
AlmostHeaven
09.11.2017 13:21:31Neu
Hallo liebe Flamme, vielen Dank für deine hoffnungsvollen Zeilen. Ja das hört sich wirklich sehr gut an, dass man sozusagen nach 2 Monaten schon wieder gesellschaftsfähig zu sein scheint, na bis dahin werde ich nur Mützen tragen, wenn ich draußen unterwegs bin.
Werden die Narben geklammert? Und wann werden die Klammern entfernt? Darf ich fragen, wie lange dein KH-Aufenthalt dauerte und ob du nach der OP Beschwerden hattest? Ab wann fühltest du dich wieder fit, arbeiten zu gehen? LG
AlmostHeaven
flamme111
09.11.2017 15:17:45Neu
Ja, die Mütze bietet sich ja an zu dieser Jahreszeit.
Ich hatte nur Fäden ringsum, die gezogen wurden noch im KkH, der OP-Zugang (Deckelchen) wurde innen mit 3 Titanklammern befestigt, die bleiben, auch bei den folgenden MRTs nicht problematisch sind. Stationär war ich 1 Woche und arbeiten kann ich langsam wieder recht gut (kann es mir allerdings auch einteilen). Die ersten Wochen waren schon sehr schwierig (ich auch sehr ungeduldig), aber habe versucht meinen Körper gut zu unterstützen und auf ihn zu hören (anfangs 1/2 h Couch, 1/2 h aktiv).
Die Folgen der OP (Verlust Geruchssinn, Tumor nicht völlig zu entfernen) kannte ich vorher. Hatte zuvor - wie Du - auch keine Beschwerden, aber nach 6 Jahren wait-and-see (jährl.Kontrollen des Wachtums) nun gefährliche Nähe zum Sehnerv etc..
Lieben Gruß Flamme
flamme111
KaSy
09.11.2017 21:57:57Neu
Hallo, AlmostHeaven,
ich habe mir ein schickes, schmal gefaltetes Tuch umgebunden, da war dieser vordere Teil verdeckt.

Ob bei Dir geklammert oder genäht wird, weiß ich nicht. Ich hatte Nähte.

Ich war nach dem KH zur AHB (=Anschluss-Reha) und habe mich nach insgesamt 6 Monaten langsam wieder eingearbeitet. Das war gut so, mein Neurochirurg hatte es mir so empfohlen.

Wenn Du jetzt schon überarbeitet bist, dann geh auf keinen Fall zu früh wieder arbeiten. Und schon gar nicht gleich wieder voll.
KaSy
KaSy
Ekkenekkepen
09.11.2017 22:30:13Neu
Hallo AlmostHeaven, Deine Geschichte hat sehr viel Ähnlichkeiten mit meiner! Bei mir war auch das Auge geschwollen und stand ein bisschen weiter vor als das andere. Nur bei mir war es dann schon so, dass ich Sehstörungen hatte, kurzzeitige Doppelbilder!
Um die Narbe musst Du Dich nicht sorgen, die Neurochirurgen sind da sehr aufmerksam und legen die Naht etwas hinter den Haaransatz! Die Haare wachsen dann ganz prima und verdecken die Naht! Bei mir wurde die Naht bereits ein zweites mal geöffnet und noch erweitert, da ich ein Rezidiv hatte! Aber auch diese Narbe ist kaum mehr zu sehen.
Ich würde Dir, genau wie KaSy eine Anschluss-Reha empfehlen. Dort erhältst Du Therapien in allen therapeutischen Bereichen, Physio, Ergotherapie und ähnliches um wieder fit zu werden. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst. Ich wünsche Dir alles Gute und drücke die Daumen für dich! Ich würde mich über Neuigkeiten und oder Nachrichten von Dir freuen, wenn Du möchtest!
Viele herzliche Grüße Elke
Ekkenekkepen
Dini
10.11.2017 08:53:07Neu
Hallo AlmostHeaven,
wir sitzen alle im gleichen Boot, sind alle vom Hocker gefallen, als uns die Diagnose traf. Aber ich hab gute Erfahrung gemacht und einen tollen Neurochirurgen gehabt, dieser war über 300 km von meinem Wohnort entfernt. Mein Mann war die erste Woche mit, mir war wichtig, dass er da ist, wenn ich aufwache und die zweite Woche war ich ja schon sehr gut zu Fuß und hab die Zeit auch rumgekriegt.
Ich bin auch ziemlich eitel, was meine Haare betrifft, aber komischerweise war das für mich "kein Aufhänger", ich habe mich dafür an anderen Dingen hochgezogen "z. B. oh Gott ich krieg einen zentralen Venenkatheter im Kals, komme auf die Intensivstation". Und Du siehst wirklich nach kurzer Zeit wieder "hergestellt" aus, meine Narbe ist auch 20 cm am Hinterkopf und ist jetzt nach gut einem Jahr auch nur noch eine dünne weisse Linie, im unteren Teil ist sie so bissl knubbelig nach innen, aber damit bin ich auch total zufrieden, denn dort war als noch Fäden waren und auch hinterher eine richtig dicke Wurst. Nach der OP hatte ich kurze Zeit Doppelbilder, aber auch die sind vollständig zurückgegangen. Eine neue Friseurin von mir hat jetzt die Narbe auf dem Kopf selbst gar nicht mehr gesehen, halt nur noch da im Nacken wo sie anfängt. Auf der Arbeit bin ich knapp 12 Wochen ausgefallen, wobei das kein Maßstab ist. Jeder braucht solange wie er wieder genesen ist.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig Mut machen und bin auch gerne bereit, Dir alle Fragen zu beantworten, die Dir am Herzen liegen.

Liebe Grüße
Dini
Dini
AlmostHeaven
10.11.2017 10:22:20Neu
Vielen lieben Dank KaSy, Flamme, Elke und Dini für eure lieben Zeilen…..und ich bin wirklich so froh und glücklich, hier auf so hoffnungsvolle Zeilen von euch zu treffen, denn eines habt ihr mir bereits voraus: Ihr habt eure OP alle schon überstanden.
Und wie ich lese auch insofern erfolgreich.

Vielen Dank, dass ich euch weitere Fragen stellen darf und das möchte ich auch gerne, denn ich habe ja noch so viele.
An Elke: Wann trat das Rezidiv nach deiner ersten OP auf? Ich stelle es mir sehr belastend vor, wenn eine Narbe wieder geöffnet und man sich erneut operieren lassen muss. Ich bewundere dich für deine Kraft, die du dazu aufbringen musstest und es ist wirklich sehr erfreulich zu lesen, dass deine Narbe jetzt kaum noch zu sehen ist. Das macht mich alles fast sprachlos und ich staune, was heute schön möglich ist.

In welchen Abständen musstest ihr nach den OP zum Kontroll-MRT?

KaSy und Dini, konnte euch bereits vor eurer OP gesagt werden, dass der Tumor komplett entfernt werden kann? Und wurde er das dann auch?

Flamme, musstest du dich noch einmal operieren lassen oder entscheidet darüber jetzt das Wachstum? Warum wurde der Tumor bei dir denn nicht vollständig entfernt?

In einem anderem Beitrag hier im Forum las ich, dass auf oder mit der eigentlichen Naht noch Quernähte genäht wurden? Liegt das an der Lage des Tumors? Offensichtlich wohl auch, ob eben „nur“ genäht oder geklammert wird.
Was sind Deckelchen, liebe Flamme? Und die bleiben für immer? Mein Gott? Für immer im Kopf verbleibend? Lese ich das richtig?

Vor den OP-Folgen oder Nachwirkungen habe ich sehr große Angst. Hattest ihr nach der OP große Schmerzen? Der Kopf muss ja so einiges mitmachen....wie ging es euch nach der OP?? Wie lange haben eure OP gedauert?

Und die anderen Folgen wie z.B. Geruchsverlust usw….wann hat sich das bei euch wieder reguliert?
Müssen nach der OP (und auf Dauer) Tabletten genommen werden?

Gibt es bei euch Beschwerden nach der OP, die geblieben sind? Also Beschwerden, die ihr vorher nicht hattet? Seid ihr vollständig genesen? Und haben sich Beschwerden, wie z.B. bei Elke (Doppelbilder; Sehstörungen) nach der OP reguliert?

Wie Elke habe ich ja auch ein immer rechtes angeschwollenes, dickes Auge. Das belastet mich eher psychisch und ich rede mir ein, dass dieses von diesem Tumor kommen könnte. Ich habe die Hoffnung, das diese Schwellung verschwindet, wenn der Tumor entfernt wurde?

Wann seid ihr nach der OP aufgewacht? Und auf der ITS? Also ich muss auf die Neurochirurgie rein und wenn ich jetzt alles richtig verstanden habe, befinde ich mich nach der OP auf der ITS? Wie lange denn? Und vor allem, wie lange werde ich auf fremde Hilfe angewiesen sein??? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Bekommen wir alle, wie ich bei Dini lese, einen Venenkatheter in den Hals? Wie lange bleibt dieser liegen?

Und das allerwichtigste: Der Dauerkatheter. Also der Katheter für unten, damit nicht ins Bett gepullert wird. Was ist damit? Gibt’s den auch noch?

Omg, jetzt habe ich so viele Fragen gestellt. Bitte seht es mir nach und nicht schimpfen mit mir. Aber ich freue mich über jeden einzelnen Satz, den ihr mir schreibt.

LG AlmostHeaven
AlmostHeaven
flamme111
10.11.2017 10:49:51Neu
Liebe AlmostHeaven,
Deine Frage an mich:
Der Tumor konnte aufgrund der ungünstigen Lage nicht völlig entfernt werden, was nun geblieben ist an Resttumor, erfahre ich bei der ersten Kontrolle, die ca. 3 Monate nach der OP stattfindet (erst MRT, dann Termin in Neurochirurgie). Dann wird man kontrollieren wie das Wachstum ist, bestenfalls garnicht oder gering, danach richtet sich die Anschlussbehandlung, was ich mir jetzt noch nicht ins Boot laden will. Ich freu mich erst mal, dass alles relativ gut verlaufen ist. Den Geruchssinn verloren habe ich weil das Meningeom auch über den Riechnerv verlaufen ist, das wurde mich zuvor als Risiko genannt, mit 90%.
Das "Deckelchen", sorry für die Ausdrucksweise, ist die Stelle an der der Schädel für den OP-Zugang geöffnet wird, mit diesem Teil wird wieder an derselben Stelle die Öffnung verschlossen.
Wachgeworden bin ich auf der Intensiv, bis zum nächsten Tag standardmässig geblieben, Blasenkatheter wurde gleich entfernt, Venenkatheter keiner, gelaufen bin ich schon am 2. Tag nach OP. Das wird sicher unterschiedlich sein, aber alle, die auf Station waren und eine solche OP hatten, waren gut unterwegs.
LG Flamme
flamme111
AlmostHeaven
10.11.2017 11:12:33Neu
,,,liebe Flamme, besten Dank für deine hilfreichen Antworten. Ja das leuchtet mir ein, dass nun über die Kontroll-MRT geprüft wird, wie das Wachstum des verbliebenen Tumors verläuft, ob und wie weiter verfahren wird.
Wenn du keine weiteren Beschwerde hast, drücke ich dir wirklich die Daumen, dass alles so bleibt und du nicht ein zweites mal operiert werden musst. Haben diese "Deckelchen" (der Begriff ist schon in Ordnung, ich verstehe ja, was du meinst) alle im Kopf für den Fall, dass wieder geöffnet werden muss?
Wurde der Blasenkatheter vor der OP gelegt? Ich hörte auch, dass diese Katheter auch unmittelbar nach der OP gelegt werden....omg...ehrlich gesagt will ich davon wirklich nichts mitbekommen.....Hattest du große Schmerzen nach der OP? LG AlmostHeaven
AlmostHeaven
Dini
10.11.2017 11:18:59Neu
.....jetzt hatte ich so einen schönen langen Text verfasst und jetzt ist er einfach verschwunden.....

Also nochmal eine kleine Kurzfassung von mir:

Wahrscheinlich ist das von Fall zu Fall unterschiedlich, ob ein zentralere Venenkatheter gelegt wird, Gott sei Dank wusste ich das vorher auch nicht, denn das war ja mein "Aufhänger". Erklärt wurde er mir, dass man dort gleich die Medikamente im Notfall geben kann, wo sie hingehören, es gab keine Alternative.
Auch hatte ich einen Blasenkatheter nach der OP, ich habe davon nichts mitgekommen, auch nicht von dem Legen des zentralen Venenkatheters. Mein Blasenkatheter wurde gezogen, sobald ich mobil war und selbst auf Toilette gehen konnte (3. Tag).

Als ich auf der Intensivstation aufgewacht bin hatte ich allgemein Schmerzen, nicht punktuell auf den Kopf bezogen. Mein Körper war schwer wie Blei und ich konnte nicht mal alleine meinen Kopf anheben, was sich aber im Laufe der Nacht legte. Ich war orientiert, wach und ansprechbar, das war erstmal das Wichtigste nach der OP.

Nach der Operation habe ich Cortison gegen die Schwellung bekommen und Schmerzmittel und man ist wirklich schnell mobil. Es gab keine Komplikationen nach der OP. Die erste Woche war mein Mann noch mit und die zweite Woche war ich dann schon selbständig im Krankenhaus unterwegs. Ich höre von vielen dass sie nur 1 Woche liegen mussten, ich musste aber zwei, denn dann war erst meine Wunde richtig trocken und die Fäden konnten gezogen werden.

Zuhause konnte ich alles alleine machen, zwar langsam aber es ging. Vor allem gut in den Körper reinhören und Pausen einlegen.

Meine Doppelbilder sind in meinem ersten Urlaub nach der OP 2,5 Monate später komplett verschwunden (bin da auch schon geflogen).

Lg Dini
Dini
KaSy
10.11.2017 11:59:34Neu
Der Zentrale Venenkatheter ist dafür gut, damit dadurch Medikamentenlösungen direkt an die wirksamste Stelle kommen, z.B. auch bei Schmerzen nach der OP. Der Zugang kann am Hals sein, bei mir war er am Oberkörper. Er wird heutzutage normalerweise geleht, während Du in der Narkose bist.

Gleiches gilt für den Blasenkatheter, der sehr hilfreich ist, wenn man noch nicht aufstehen kann und nicht auf fremde Hilfe angewiesen sein will.

Über beides kannst Du mit dem Anästhesisten (Narkosearzt) sprechen, der ohnehin mit Dir redet.

Auch über die Länge des Aufenthaltes auf der ITS, das sind meist standardmäßig 24 h, damit Du besser überwacht werden kannst für den Fall, dass sich nach der OP ein Problem ergibt. Das sagt Dir auch der Neurochirurg.

MRT-Kontrollen sind üblicherweise erst 3 Monate, dann 6 Monate nach der OP, das hängt dann von den MRT-Befunden ab.

Mein erstes Meningeom war groß, lag günstig und wurde vollständig entfernt, was vorher nicht klar war.

Mit dem "Deckelchen" meint Flamme nicht ein extra Teil, sondern den Teil des Schädelknochen, der herausgenommen werden muss, damit der Zugang zum Tumor möglich ist. Er kann danach wieder eingesetzt werden, falls er nicht irgendein Problem aufweist. In einem solchen Fall wird ein Ersatz angefertigt, was sehr stabil ist.

Schmerzmittel nach der OP wirst Du brauchen, aber normalerweise nicht mehr nach der Entlassung. Dazu solltest Du wissen, dass das Gehirn selbst nicht wehtun kann, aber die Aktionen bei der OP sorgen für Schmerzen. Nimm diese Mittel, ansonsten belasten die Schmerzen Deinen ganzen Körper, was den Heilungsprozess verzögern kann.

Eine weitere Medikation ist nicht üblich. Eine Chemotherapie gibt es nicht gegen Meningeome.

Die OP-Dauer war für mich zwar interessant, aber eigentlich ist sie unwichtig, Du verschläfst die OP ja, während das OP - Team seine stundenlange heldenhafte Arbeit für Dich leistet.

KaSy
KaSy
AlmostHeaven
10.11.2017 16:05:13Neu
.....okay, also wenn ich richtig lese, wird auch der Blasenkatheter wahrscheinlich noch unter Narkose gelegt….na gut….unter Berücksichtigung dessen, dass man das Personal dort nie wieder sieht und das Personal dort widerum Dinge tut, mit denen sie tagtäglich konfrontiert sind und die sie tagtäglich machen, sollte man vielleicht alles nicht so überbewerten, Hauptsache die OP läuft gut und man wacht wieder munter auf, richtig? ….

Dini, hattest du Angst vor dem Venenkatheter? Wann wird der gezogen?

Also was mich anbelangt, so würde ich diesen Blasenkatheter eher in die Kategorie „Besonders schlimm „ einsortieren, da er ja doch einen nicht minder wenig ausgeprägten und intimen Eingriff darstellt…am besten ist wohl, ich schiebe diese Tatsache einfach beiseite und konzentriere mich auf meine Kopf-OP….

Ich hoffe ja, dass ich vom Personal nicht noch gewaschen werden muss und das so schnell wie möglich wieder selber übernehmen darf? Wie war das bei euch? Bittet haltet mich nicht für spießig, aber mir sind derartige Dinge überaus wichtig und ich möchte einfach nicht hoffen, in einem so ausgeliefertem Zustand zu sein, der es mir nicht erlaubt, nicht einmal mehr die eigene Grundpflege selbstständig durchführen zu können.

Da ich aber hier bislang immer wieder gelesen habe, dass man nach der OP recht schnell wieder gut zu Fuß ist (positiver OP-Verlauf vorausgesetzt), gehe ich davon aus, dass ich mir bzgl. der Körperpflege einfach unnötig Sorgen mache?

Noch etwas zur Schwellung im Gesicht. Wie lange ist in etwa das Gesicht geschwollen und entstehen auch blaue Flecken im Gesicht?

Es freut mich auch zu hören, dass bei dir, liebe Dini, deine Doppelbilder dann nach 2,5 Monaten auch verschwunden sind. Gibt es noch weitere Erfolgsmeldungen - neben den z.B. weniger schönen, z.B. dass der Geruchssinn (wie bei Flamme) verschwunden ist - nach den OP zu berichten? Wieder schärferes Sehen z.B.? Ich hoffe so sehr, dass meine angeschwollene Augenregion dann nach der OP der Vergangenheit angehört. Ist zwar nur eine optische Sache, aber auch die kann ganz schön belasten.

Insgesamt würde ich all eure Zeilen insgesamt dahingehend werten, dass ihr es nicht bereut habt, die OP riskiert zu haben.

LG an euch tapferen Mädels sendet euch AlmostHeaven
AlmostHeaven
Hopeness
10.11.2017 16:53:01Neu
Nach der OP geht's für 24 Stunden auf die Intensivstation, bekommst tolle Kompressions Manschetten an die Beine und wirst die ganze Nacht wenig schlaf finden, weil es überall piept. Wenn alles normal läuft bekommst du bevor du die Intensiv verlässt noch den Katheter gezogen und bekommst zur Sicherheit die allseits geliebte Bettpfanne unter die Decke geschoben. Wenn du nicht fit bist, benutze sie. Wenn du dich gut fühlst warte bis du auf der Station bist und bitte die Schwester dort aufzupassen während du erstmals auf die Toilette gehst. Alles bitte etwas langsamer und vorsichtiger als sonst. Und bitte nicht pressen, das fühlt sich im Kopf wirklich komisch an ;-)

Waschen ist ohnehin erst zwei Tage nach der OP, was aber nicht schlimm ist. Du musst dich vor der Operation eh zweimal mit desinfektionsbad waschen. Das erste mal Kopf und Haare waschen zwei Tage nach Op, die Schwestern sagen dir wie. Vorsichtig, keine scharfen Shampoos.

Alles weitere siehst du dann. Novalgin, Dafalgan etc.

Die Schwellung fängt einen Tag nach der OP an, ist nach 5-7 Tagen weg, wenn alles normal geht. Grüne Flecken des versackten Bluts können am Hals sichtbar werden. Nicht schlimm!

Kommt alles gut, keine Angst

Alles Gute
Hopeness
AlmostHeaven
10.11.2017 20:37:28Neu
Danke Hope für deinen durchaus interessanten Beitrag. Desinfektionsbad. Und sogar gleich 2 x vor der OP. Habe ich wirklich auch noch nicht gewusst.
AlmostHeaven
Ekkenekkepen
11.11.2017 13:33:37Neu
Hallo AlmostHeaven, bei mir wurde nach der ersten OP ein Kontroll CT und MRT noch im Krankenhaus gemacht( nach OP) und dann alle 3 Monate! Dann alle 6 Monate und danach nur noch 1mal pro Jahr! Da wurden dann nur noch MRT gemacht, was in meinem Fall nicht richtig war, da das Rezidiv meinen Schädelknochen, und auch wieder die Orbita zerstört hat, war eher ein Zufallsbefund, da ich darauf gedrängt hatte, auch mal ein CT zu machen, ich hatte wieder mehr Beschwerden und leider auch unerfreuliche Auseinandersetzungen mit der Krankenkasse. Da wurde dann das Rezidiv entdeckt und die zweite Op geplant. Das CAD Implantat ist aus zwei Teilen ( eins für den Schädel,Stirnknochen und das andere für die Orbita)
Es war eine 13 Stündige OP und auch ich war 24 Std. auf der Intensiv, leider hatte ich dann auch noch einen MRSA Keim! Das kommt wohl des Öfteren vor. Nach 7Tagen wurde ich dann aus dem Krankenhaus entlassen.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Energie und drücke Dir fest die Daumen. Lass uns bitte teilhaben und erzähle wie es Dir geht!!
LG Elke
Ekkenekkepen
Duden888
11.11.2017 17:27:43Neu
Hallo AlmostHeaven, ich möchte den Worten von Hopeness noch etwas positives hinzufügen: Ich selbst hatte auch ein 4cm Keilbeinmeningeom und habe jetzt, nach OP ein Titanimplantat in der Augenhöhle (man sieht nichts davon, ich bin genauso schön wie vorher ;-)
Ich bin morgens um 7:00 Uhr ins KH (Uniklinik Frankfurt).
Ich bekam sofort eine „Susi-Sorgloss-Pille“. Um 7:30 kam ich in den OP. Ich hab grad noch mitgekriegt, dass ich auf die OP Liege gestiegen bin.
Wach wurde ich nach 10 Stunden OP mit diversen Kathedern, Drainagen, etc. Ich war so schlapp, dass ich nichts davon mitgekriegt hab. 1 Nacht intensiv, die ich halb dämmernd verbracht hab. Am nächsten Tag wurde der Blasenkatheder entfernt, die Drainage und am Hals ein Zugang. Ich habe davon NICHTS gespürt! Alles easy, wirklich. Mittags auf die Station und da bin ich sofort mit Rollator los und hab mir einen Tee geholt. Auch die Klammern im Kopf entfernen (nach 10 Tagen) war wirklich problemlos - bei der ganzen OP hatte ich eines wirklich nie: Schmerzen oder ein unangenehmes Erlebnis! Aber aufgeregt war ich wie Du! Haare waschen durfte ich erst nach Klammern entfernen.
Ich hab hier im Forum dazu mal einen ausführlichen, mutmachenden Bericht geschrieben (Betreff Keilbeinmeningeom sphenoorbital). Gerade weil viele soviel Angst vor der OP haben. Wenn Du es hinter Dir hast, lachst Du über Deine Sorgen von jetzt, es ist wirklich nicht so schlimm. Ich drück Dir alle meine Daumen, Du schaffst das schon!
LG
Anja
Duden888
Hopeness
11.11.2017 17:50:18Neu
10 Tage Kopf nicht waschen halte ich für ziemlich krass, aber vielleicht war das bei dir so.

Mir wurden die Klammern auch nach 10 Tagen vom Hausarzt gezogen worauf er mich bat, zwei Tage nicht zu waschen wegen den Klammerlöchern. Aber davor wurde mir empfohlen ab dem 2. Tag zu waschen. Ist ja ohnehin umstritten ob eine narbe feucht oder trocken gehalten werden soll. Man sagt ja das feucht gehaltene Narben besser verheilen und kosmetisch besser aussehen.

Hauptsache nicht kratzen und die Kruste drauf lassen, sonst blutet es und die Narbe wird weniger schön.
Hopeness
Duden888
11.11.2017 18:10:29Neu
Hi Hopeness, ich hab lange Haare und die haben mir noch auf der Intensivstation einfach 2 Zoepfe geflochten, das sah niedlich aus und damit ging dann 10 Tage nicht waschen problemlos.
LG
Anja
Duden888
AlmostHeaven
13.11.2017 21:24:40Neu
Guten Abend liebe Freunde und vielen Dank für all eure lieben Worte und Wünsche.

Mir geht es zur Zeit nicht so gut, ich bin voller Zweifel und habe heute versucht, die Neurochirurgie zu erreichen, da ich ein zweites Gespräch möchte. Meine OP wurde ja verschoben (kein Personal, OP überlastet) und ich glaub, ich werde gerade wirklich verrückt.

Diese Ungewissheit, wie die OP verläuft und mein Unwohlsein darüber sind einfach unerträglich.

Ich hatte zwar mein Vorgespräch in der Klinik, aber inzwischen weiß ich nicht mal mehr, ob die OP überhaupt nötig ist und vielleicht nicht doch eine Bestrahlung möglich wäre? Habe aber niemanden in der Klinik erreicht, ich versuche es morgen wieder. Ich will dieses zweite Gespräch unbedingt.

Eine Frage an euch alle: Wann seit ihr nach der OP aufgewacht bzw. wann war bei euch das Bewusstsein da, die OP geschafft bzw. überstanden zu haben?

Habt ihr dann gleich eure Motorik abgerufen oder bewusst auf vegetative Symptome geachtet?

Okay, 1 Tag lang ITS - vorausgesetz natürlich, die OP verläuft komplikationslos - find ich auch völlig akzeptabel, aber ob ich persönlich mit der ganzen Verkabelung dort schlafen kann, weiß ich nicht. Aber wahrscheinlich ist man von der OP noch so durch, dass man auch diese Zeit einfach verschläft?

Auch habe ich mir überlegt, vor der OP noch ein Abführmittel zu nehmen, denn nichts ist ja schlimmer wie….naja, ihr wisst schon.

Kann ich mich auf der ITS nach dem Aufwachen bereits selber waschen? Gerne auch mit Schüssel. Oder wird damit grundsätzlich gewartet, bis man die ITS wieder verlassen darf? Ich möchte mich auf keinen Fall waschen lassen …die Schwestern haben alle diesen unermüdlichen Waschfimmel….und wenn dieser Waschzwang bei den Schwestern (auch wieder zurück auf die Neuro) 2 Tage lang warten darf, so wie Hope in etwa schreibt, wäre das völlig in Ordnung für mich, denn ich würde mich nach der OP lieber wieder gerne selber waschen.

Vor blauen Flecken und Schwellungen usw. habe ich keine Angst, wenn sie denn nur vorübergehende Begleiterscheinungen der OP und/oder nur durch die mechanische Gewalt am Kopf entstanden sind. Wenn es also typischen Begleiterscheinungen/Symptome sind, die nach 5-7 Tage wieder verschwinden, finde ich das schon echt großzügig.

Elke, ja man muss so aufpassen, wie haben sich deine Beschwerden bemerkbar gemacht, dass du selber zum CT gedrängt hast? Und wollte deine KK das CT etwa nicht bezahlen?
Meine KK hat bereits nach 2 Wochen nach meiner Krankschreibung, da hatten die den Befund bereits durch 2 MRT schon, mich angerufen und gefragt, wann ich denn wieder gedenke, arbeiten zu gehen. Sachen gibt’s.

Eine 10-13h-OP erscheint mit sehr lang. Ist das der normale Verlauf bei unseren Meningiom-OP? Das ist ja ein halber Tag!

Ich möchte - vorausgesetzt natürlich wieder, alles läuft glatt - auch spätestens nach 7 Tagen wieder aus dem KH raus. Genaugenommen möchte ich schon auf der Neurochirurgie wieder im KH umherlaufen und vielleicht auch einmal ins Cafe oder in den Park gehen. Oder mich mit meinem Tablet beschäftigen. Wird das erlaubt, wenn es mir gut geht?

Anja, wieso hast du ein Titanimplantat in der Augenhöhle? Beeinträchtigt dich das inzwischen? Wusstest du vor der OP, das du so ein Implantat bekommst? Ähnlich wie bei Elke mit dem CAD Implantat. Also das sind so Dinge, die ich in einem zweitem Gespräch mit dem Neurochirurgen unbedingt auch noch gerne besprechen möchte, denn so etwas wurde mir nicht gesagt. Ich möchte schon gerne vorher wissen, ob ich Implantate bekomme.
Anja, ich werde deinen mutmachenden Bericht dazu hier auf jeden Fall noch suchen. Danke für deine diesbezügliche Info.

Warum nun der eine Klammern hat, der andere nur Nähte und/oder noch Quernähte scheint wahrscheinlich von der OP und dem Chirurgen abhängig zu sein? Ich weiß es nicht, aber möglicherweise lässt sich das in einem zweitem Gespräch mit dem Chirurgen noch klären.

Mir ist es eigentlich egal, wie mein Kopf wieder zugenäht wird, hauptsache er wird wieder zugenäht und ich bin anschließend dieselbe, die ich vor der OP war. Da hab ich schon sehr, sehr große Sorgen derzeit.

Wenn die Klammern oder Nähte nach ca. 10 Tagen entfernt werden (dürfen!) und sich bis dahin keine Komplikationen einstellen oder eingestellt haben, wäre das für mich mit eines der größten Erfolgserlebnisse.

Die Narbe auf dem Kopf werde ich genauso pflegen wie ihr. Da passe ich auch aus ästhetischen Gründen schon sehr auf.
Ich habe i.ü. kinnlanges, beidseitig gleichlanges Haar. Schon blöd natürlich, wenn da eine Seite nun so ausgedünnt wird und Zöpfe wie bei Anja (sweet:-)) können mir auch nicht geflochten werden.

Wenn während der OP alles gut verläuft, ich nach der OP von MRSA (Elke) und/oder anderen Komplikationen verschont bleibe, auf dem Kopf alles wieder heilt und nachwächst und dazu noch mein derzeit rechtes dickes Auge verschwindet, wäre das für mich momentan also mehr, als ich mir grad überhaupt nur wünschen kann.
Oder sind das vielleicht zu viele Wünsche? Gehe ich vielleicht mit völlig falschen Vorstellungen und/oder zu großen Erwartungen an die bevorstehnde Op heran?

Sooo, nun habe ich leider wieder so viel geschrieben, aber ich hoffe, ihr lest meine Zeilen trotzdem bis zu Ende und vielleicht bekomme ich ja wieder von euch diese oder jene Antwort.

Liebe Grüße sendet euch allen AlmostHeaven
AlmostHeaven
Drachilein
13.11.2017 23:21:56Neu
Ich bin auf der Intensivstation aufgewacht nach der 8 stündigen OP und habe als erstes die Motorik gecheckt und die Beine bewegt- die Schwestern lachten sich kaputt darüber und erzählten mir, dass ich mich so gefreut hätte. Meist dämmerte ich aber dahin, jemand kam und sagte, wer alles angerufen habe.Man bekommt Schmerzmittel und die Verkabelung störte nicht.

Ich habe auch eine Titanplatte und 7 Titanschrauben, Wunde wurde mit 16 Klammern geschlossen, tat die ersten Tage schon weh, aber war auszuhalten.Auf dem Kopf war erst noch eine Drainage für 3 Tage.


Die Haare waren geschoren, wuchsen aber schnell wieder nach.
Alles Gute und dass du bald operiert werden kannst,das ist schon das Mittel der Wahl, besser als Bestrahlung.
Drachilein
KaSy
13.11.2017 23:31:57Neu
Hallo,
vielleicht haben Dich die vielen Antworten mehr verrückt gemacht als Dir Sicherheit zu geben.

Je nach KH erhältst Du vor der OP etwas zum Abführen. Während der OP-Narkose möchte vor allem das OP-Team das vermeiden. Du wirst eher lange nach der OP+ITS Probleme mit dem Stuhlgang haben.

Auf der ITS wird Dir beim Waschen nur soviel geholfen wie nötig, wenn Du es allein kannst, sind sie dort auch glücklich.

Die Funktionen werden von den OP-Ärzten geprüft, sobald sie nach der OP auf die ITS kommen, das interessiert sie genauso wie Dich, es ist ja ihr Erfolgserlebnis!

Geweckt wirst Du, sobald die Op vorbei ist, meist noch im OP-Saal, denn wenn Du nicht wach wirst, haben die Ärzte ja auch keinen Erfolg.

Ja, ITS ist nicht lustig, aber es geht vorbei. In unserem KH gibt es sogar TV am ITS-Bett. Ich fand die Geräte total spannend, habe die sogar aus Spaß mit meiner Atmung beeinflusst, :-)

Tablet dann auf der Station - na klar.

Frage, ob Du das Handy auf die ITS mitnehmen kannst, aber sie geben auch Auskunft an den Angehörigen, den Du benannt hast, wenn er anruft, denn Deine Leute haben länger Zeit, vor Sorge wahnsinnig zu werden.

Die Länge der OP-Zeit kann Dir egal sein, der Arzt muss durchhalten und darauf kannst Du Dich verlassen!

Auf Keime wird heutzutage jeder bei der stationären Aufnahme getestet, da sie überwiegend von außen kommen. Auf Desinfektion achtest Du bei Dir so oft es geht! Da hängen überall solche Spender.

Bei uns ist es so, dass man 1 Tag vor der OP aufgenommen wird und ein gründliches Gespräch mit dem NC hat. Ich wünsche Dir, dass Du das auch erleben darfst.

(Ein Verschieben der OP kenne ich nicht, Hirntumoren sind hier wichtiger. Die stundenlange OP-Zeit wird geplant, da kommen keine noch längeren Zeiten dazwischen. Das mutet man hier den besonders schwer Erkrankten nicht zu. Aber da Du sicher in einer Uni-Klinik bist, kann das alles anders laufen als ich es schon zu oft erlebt habe.)

Ich hoffe, Du hast alle Deine Fragen aufgeschrieben für das hoffentlich baldige Gespräch.

Glaube mir mal und uns, Du wirst Dich stärker erweisen als Du glaubst. Und vielleicht wirst Du froh sein, wenn Dich jemand auf der ITS mit kühlem Wasser erfrischt.

KaSy

PS: Unterschätze die Bestrahlung nicht, die hat auch Nebenwirkungen. Da kann ich auch aus mehrfacher Erfahrung sprechen.
Aber - die Ärzte kriegen das hin!
3,3x3,3x4 cm ist für eine alleinige Bestrahlung zu groß, da wird vermutlich operiert und falls man nicht alles entfernen kann, wird es vom pathologischen Befund abhängig gemacht, ob nachbestrahlt wird.
KaSy
AlmostHeaven
14.11.2017 00:52:27Neu
LG an Drachilein und ihren aufmunterndernden Bericht, über den ich mich sehr gefreut habe….ja genau das meine ich (und finde ich auch nicht abwegig)…erst mal checken, ob alles noch funktioniert und am Platz ist. Solche Fragen gehen mir derzeit nur durch den Kopf.

Wieso aber nun eine Titanplatte und Schrauben oder eine Drainage, das hört sich neben den hier gelesenen Implantanten alles nicht wirklich hoffnungsvoll an. Drachilein, wieso bei dir also die Titanplatte und die 7 Schrauben? Sind die jetzt weg? Und war deshalb die Drainage nötig? Und vor allem, wurdest du darauf von den Chriurgen vorbereitet? Also wusstest du vor der OP, dass du mit 7 Titanschrauben im Kopf aufwachst?

Ich hoffe, dass ich morgen einen Ansprechpartner bei der Neurochirurgie erreiche.

Und ja Drachilein, eine OP kann besser als eine Bestrahlung sein; wenn aber nur die Vorteile einer Bestrahlung und alle Negativitäten einer OP (Erblindung, Pflegefall, Persönlichkeitsstörungen usw.) aufgezeigt werden, gehts einem nicht gut, gerade wenn eine OP geplant ist.

KaSy, besten Dank auch für deine ausführliche und wieder sehr erfahrene und für mich entscheidungserhebliche Post, obgleich ich meinen Fokus an dieser Stelle nun nicht unmittelbar den Erfolgserlebnissen der Chirurgen zutragen würde, wenn sie an mein Bett treten, denn mein Körper gehört ja mir und kein anderer kann darüber richten oder nach einer OP Aussagen treffen, wie nur ich es könnte.

Ja ich werde morgen wieder versuchen, die Neurochirurgie zu erreichen.

Hab übermorgen auch wieder einen Augenarztermin, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich da hin muss, denn ich kann sehr gut sehen und habe (für meine Betrachtungen) keinerlei Einschränkungen. Mein rechtes dickes Auge bekommt der Augenarzt ja auch nicht wegbehandelt.

In diesem Sinne liebe Freunde; eure AlmostHeaven
AlmostHeaven
Hopeness
14.11.2017 13:00:42Neu
Knochenersatz wie Palacos oder Titanic werden benötigt, wenn der Knochen im Bereich des Tumors durch Tumorzellen zersetzt oder infiltriert ist. Es soll ja alles raus, daher Knochenersatz.

Der Augenarzt ist notwendig, weil Betroffene mit Tumoren in der Nähe des Sehnervs oftmals Gesichtsfeldeinbusen haben. Sie sehen also nicht was seitlich von hinten kommt und bemerken es gar nicht, weil es schleichend gekommen ist. Daher prüft der Augenarzt ob da alles in Ordnung ist. Ist das Gesichtsfeld beeinträchtigt, hat das auch Konsequenzen für die Fahrerlaubnis, da man ein Risiko im Strassenverkehr ist.
Hopeness
Duden888
15.11.2017 07:24:47Neu
Liebe Almostheaven, ja, ich wusste, dass ich ein Implantat bekomme. Das wurde am Vortag angepasst und mir gut erklärt. Da auch mein Auge rausquoll, da der Tumor so groß war, musste der Chirurg einiges aus der Augenhöhle rausoperieren. Das Implantat verhindert, dass mein Auge abrutscht. So habe ich es verstanden.
Was Du gerade erlebst, ist Kontrollverlust pur, und macht Dir sicher große Angst. Aber tatsächlich kann man diese Situation nicht kontrollieren und muss sich in die Hände von Ärzten begeben und einfach vertrauen.
Ich hatte eine Mega Angst vor dem Krankenhaus, Intensivstation, mich in die Hände von fremden Menschen begeben... Das erste was ich nach der OP auf der Intensivstation mitbekommen habe, war, wie mir eine Krankenschwester ein weiches Kissen in den Rücken gelegt hat und meinen Rücken mit Franzbrannwein eingerieben hat. Mir kommen heute noch die Tränen, ob dieser liebevollen Behandlung. Und dann saß da mein Mann und hat mich angelächelt... alles war gut. Dann habe ich, genau wie andere Betroffene, meine Gliedmaßen bewegt - alles war gut... dann bin ich wieder selig eingeschlafen. Also, das war ein sehr bewegendes (im positiven Sinn) Erlebnis.
LG
Anja
Duden888
Dini
16.11.2017 10:35:59Neu
Hallo Guten Morgen,

ich kann Deine Gedanken auch so gut nachempfinden, zumal es bei mir auch noch nicht so lange her ist, dass ich operiert worden bin. Ich habe auch alles aufgesaugt, was hier geschrieben worden ist und manchmal auch geweint oder gehofft, dass ich das alles nicht erleben muss.

Ich bin auch auf der Intensivstation aufgewacht, für mich auch Neuland, ich war da noch nie und ich hatte mit meinem Mann abgemacht, dass wir uns zweimal hintereinander die Hände kurz drücken, wenn alles soweit okay ist. Meine OP hat sechs Stunden gedauert und ich konnte auf der Intensivstation gar nichts machen, hatte ja schon berichtet, dass sich mein Köper schwer wie Blei angefühlt hat und ich wurde auch nicht gewaschen. Am nächsten Morgen ging es mir aber allgemein besser´, und ich war froh, auf Station zu kommen, einen Schritt weiter.

Aber AlmostHeaven.......mach Dich nicht verrückt, schau mal wir Angsthasen haben das auch alle überstanden, jeder hat so seinen persönlichen Aufhänger gehabt, alle sind wieder "hergestellt" und hab Vertrauen in Deinen Operateur, die erbringen jeden Tag Wunder und sind für mich tatsächlich Götter in Weiss ;-))

Du schaffst das.....

Lg
Dini
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